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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
freiblatt bis freidenker (Bd. 4, Sp. 101 bis 102)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) freiblatt, n. im kartenspiel.
 
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freibrauer, m. der freibier zu brauen berechtigt ist.
 
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freibrief, m. literae privilegii concessi: aber die tugend gibt keinen freibrief gegen das urtheil der gesunden vernunft. Wieland 9, 250; da witz und beredsamkeit einen freibrief haben die gesunde vernunft zu mishandeln. 14, 146; freibriefe, vor keinem obern gerichtshofe belangt zu werden. Göthe 26, 129;

wer zählet sie, die fehl und muttermale,
freibriefe der natur zum seelenhospitale?
Gotter 1, 333.


 
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freibrüstig, ingenuus, freimütig, offen.
 
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freibrüstigkeit, f. ingenuitas, freimütigkeit.
 
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freibürger, m. liberae reipublicae civis.
 
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freibusch, m. gehölz, in dem frei geholzt werden kann.
 
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freidank. treffende, eindringende sprüche werden im mittelalter einem dichter Frîdanc beigelegt, namentlich von Hugo im Renner und von Seifried Helbling. noch im 16 jh. von Joh. Nas, der in der groszen glocke 16 den spruch aus 167, 24 anführt und das 'sagt Freidank' beizufügen nicht unterläszt. nun läge nahe Freidank auf die gedankenfreiheit zu ziehen, wie diesen sprüchen fast lauter wahre, freie gedanken zum grunde liegen.

[Bd. 4, Sp. 102]


in unsrer sprache sind aber dank gratia und gedank cogitatio streng von einander gehalten und selten in den hss. heiszt es Frîgedanc, was sich auch Frîge-dank nehmen liesze, so dasz der name wol freien, schönen dank ausdrücken musz. als eigenname erscheint er seit dem 14. 15 jh. öfter, ahd. nie, bei Förstemann weder 418 noch 1149. auch in den ahd. eigennamen Filudanch, Gotadanch lag die vorstellung gratia.
 
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freide, m. transfuga, apostata, abtrünniger, überläufer, flüchtling, ahd. freideo, freido, N. Bth. 161 ist von einem asyl die rede 'daʒ Romulus ze Romo machota freidên ze gniste', flüchtigen zur rettung. dieser dat. pl. eines adj. freid oder freidi liegt der substantivbildung freideo zum grunde. mhd. vreide flüchtig, nur in éiner stelle:

iedoch was vil vreide
dër küneginne hôher muot. klage Holzm. 3862.

freidi, freid liesze sich auf ein goth. fraaiþis, fraaiþs, eidbrüchig, treulos zurückführen, wie ufaiþis, ufaiþs Neh. 6, 18 ἔνορκος ausdrückt, dieser steht unter dem eid, jener ist davon abgefallen. fra verhielte sich aber wie in fraitan, abessen, fressen, ahd. frëʒʒan und in fraliusan, mhd. vliesen, verlieren. das subst. könnte goth. lauten fraaiþja, ags. frâþa, und dem ahd. gieido = gaaiþja conjurator, consacramentalis gleichen.
dieser noch unsichere deutungsversuch durfte gewagt werden wegen des folgenden freidig und weil das uns erloschene appellativ freide noch in eigennamen fortdauert, fast alle unsere groszen städte, z. b. Berlin und Hamburg haben einen Freide oder Frede aufzuweisen, Lexer 101 bringt Jacob Fraid aus einer urkunde von 1569 bei, der stammvater wird ein flüchtling, verbannter oder ketzer gewesen sein. in vielen ahd. urk. des 8. 9 jh. begegnet Freido, vgl. tr. wizenb. no 112. tr. fuld. no 110. 123. 198. Förstemann 1, 410. wie aber aus recke, ursprünglich exul, extorris sich die vorstellung eines mutigen helden entfaltete, geschah es auch bei freide, s. freidig.
 
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freide, f. transfugium, periculum, audacia, in langobardischen glossen fraida refugium. Haupt 1, 553. 555. mhd. vreide, nhd. ganz fehlend.
1) audacia, vehementia. arge, strenge, swinde freide:

mit strengin vreidin.
Jeroschin 796;

die geslechte beide,
di in argir vreide
kegin in gesament wârn,
begundin dâ einander vârn. 2397;

in argin vreidin. 4421;

in swindin vreidin. 9770.


2) periculum, refugium:

vil maniger gesunder gestuont sîns lîbes an dër freide. Gudr. 495, 4;

ich wæn euch niemer mêr ergê,
daʒ under helden daʒ geschëhe,
daʒ man sô manigen recken sëhe
sîns lîbes in dër freide. Bit. 11376,

wie es sonst heiszt sîns lîbes an der fluht;

wan ër was sô manhaft,
daʒ ër dehein vreide schûhte. krone 1526 (al. keinen grûwen);

nâch manchis sturmis vreidin.
Jeroschin 346.

die abstraction freide leitet sich schwer aus dem persönlichen adj., fluht entspringt nicht aus fluhtîc, sondern umgedreht.
 
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freidenker, m. liberioris judicii, man versteht aber impius, freigeist.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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