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frech bis frefel (Bd. 4, Sp. 93 bis 94)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) frech, n. insolentia, gebildet wie 'das frei':

unbedacht ist bei gewalt. wer gewalt hat pflegt zu denken,
nachwelt musz ihm alles frech gar vergessen oder schenken.
Logau 2, 224, 87.


 
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freche, f. audacia, temeritas, ahd. frëchî, was goth. frikeins wäre. der vogel ist in der freche (brunst). Schmeller 1, 600. vgl. DWB gemsenfreche.
 
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frechen, audacem reddere, kühn, dreist machen. im gedicht von dem pfenninge heiszt es:

ër süenet und entsüenet,
ër frëchet unde küenet.

s. DWB erfrechen 3, 806.
 
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frechheit, f. protervia, audacia: denn wer on furcht feret, der gefelt got nicht, und seine frecheit wird in stürzen. Sir. 1, 27; man musz, so sehr man auch der frechheit der meinungen abgeneigt ist, eine geschichte der natur wagen. Kant 10, 44;

willst du mit reinem gefühl der liebe freuden genieszen,
o so lasz frechheit und ernst ferne von herzen dir sein.
díe will Amorn verjagen, und dér gedenkt ihn zu fesseln,
beiden das gegentheil lächelt der schelmische gott.
Göthe 1, 370;

wo sittlichkeit regiert, regieren sie,
und wo die frechheit herscht, da sind sie nichts. 9, 143;

wenn aber ein solches handwerk gar manche vortheile genieszt, so läszt es doch gar oft willkür und frechheit des geschmacks vorwalten. 35, 351; ja sie giengen in ihrer frechheit so weit, die hülfe der gerichtsdiener dabei zu verlangen. Schiller ...; da er freiheit, einheit, sogar frechheit des geistes weit über sieches frömmeln setzte. J. P. Tit. 4, 37; er wird nicht die frechheit haben das alles einzugestehen.
 
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frechigkeit, f. dasselbe: umb ihren frevel oder frechigkeit. Thurneisser nothg. ausschr. 1, 16.
 
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frechlich, impudenter, insolenter: die spötter bringen frechlich eine stad in unglück, aber die weisen stillen den zorn. spr. Sal. 29, 8; dieweil sie so frechlich on unterlasz wider gottes gebot handeln. Luther 1, 285b;

aber menschen schweren frechlich, wann sie sich gleich selbsten fühlen.
Logau 2, 26, 96.


 
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frechmut, m. temeritas:

und zwar wers (das sacrament) nieszet unbereit,
ich sags mit wahren worten,
vom frech und hochmut wird verleit
zum tod und schwarzen porten.
Spee trutzn. 337 (307).


 
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frechmutig, ferox: frechmutige, leichte, hurtige pferde. Uffenbach 2, 1.
 
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fredel, n. mustela furo. s. DWB frett, DWB frettel.
 
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freen , um zweier stellen in Franks sprichwörtern willen hier aufgeführt.
1) er sagt 1, 107b: so ist nu gewis, wann mich was freet, so msz mich sein gegenteil gräen. falls beide verba reimen, wäre aus gräen auch auf fräen zu schlieszen. gräen, graen, gräten ist soviel als kümmern, verdrieszen (Schm. 2, 97 und 124) und sein gegensatz würde vergnügen, freuen ausdrücken. doch läszt sich freen kaum für frewen, freuen nehmen, da auf derselben seite frewen, frewt, freude geschrieben steht. wie gräen, gräten wäre etwan freen freten fräten, reiben, kitzeln, in angenehmer empfindung.
2) 1, 114b heiszt es mit bezug auf 1 Cor. 7, 39: im herrn sollen wir freen, im herrn uns frewen, im herrn reden, wirken, sonst ists alles sünd. die bibelstelle besagt von der witwe cui vult nubat, tantum in domino. dies freen ist also freien nubere, und ich weisz gar nicht, warum Frank anstand nahm zu schreiben frein. mit dem vorhergehenden ersten freen, das ihm doch erinnerlich sein muste, hat es nichts zu schaffen.

[Bd. 4, Sp. 94]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) frefel, s. frevel.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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