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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fraszhund bis frat (Bd. 4, Sp. 66 bis 67)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fraszhund, m. canis vorax: das der eine ein jaghund, das andre ein fraszhund ist. Frank ... 20. auch ein raubfisch, chien vorant.
 
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fräszig, vorax, nnl. vratig. mhd.

sît unmæʒic
unde vræʒic,
daʒ wir trinken. MSH. 3, 310a;

nhd. der guten schlucker fräszig hauf,
ein ler wil ich euch geben.
Uhland 618;

disz schier über all andere völker fräszig volk. Frank weltb. 43a; ein fräsziger wolf. kriegsb. des fr. 41; Esaw, dem fräszigen roten rauhen jäger. 106; von dem unnützen fräszigen gesind geholfen. Wickram rollw. 82b; leichtfertige unter den Franzosen, fräszige Engelländer. Fischart groszm. 137; welche zwölf zerreiszen mehr? die unersettliche. welche hund bellen mehr? die freszige. Garg. 52b; sind sehr fräszige fisch, sonderlich fleischfräszig. Forer 15b;

und machte sich bei sie auf rechte wolfes art,
der fräszig mit begier auf ein rehböcklein wart,
verso la donna, che come riposto
lupo a la macchia il capriolo attende.
Werders Ar. 4, 25;

seht sie, vom traum getäuscht, in sorg und lüsten schweben,
dem fräszgen strudel unsrer zeit.
Lessing 1, 90;

fröhlich sieht sie (die drosseln) gefangen und todt der räubrische
geier
und der gierige häher. sie sättigen fräszige schnäbel
mit den fetten leichen der colonien des nordens.
Zachariä tageszeiten 18.

heute dafür gefräszig.
 
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fräszigkeit, f. voracitas, ingluvies: reigers fräszigkeit. Fischart ehz. 43; Calepin 1570. 761;

ein werk, das doch der jahren fräszigkeit
mög ... widerstehen.
Weckherlin 380;

ein bild aus jener goldnen zeit
wo löwen, ohne fräszigkeit,
das schaf noch um sich litten.
Gökingk 3, 240.

[Bd. 4, Sp. 67]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fräszin, f. femina vorax, von frasz gebildet wie von freund freundin, von gast gästin, von wirt wirtin. mhd. wan du ein frâʒ bist oder eine fræʒin, sô trîbet dich dîn frâʒheit dar zuo, daʒ dû gote unde wërlte unmære wirdest. Berth. 515, 32. nhd. auszer gebrauch.
 
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fraszlich, gulosus.
 
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fraszlich, gulose, freszgierig:

hæt ër sô frâʒlich nicht genomen
die spîs, ëʒ wær im nicht beschëhen.
Bon. 11, 12.


 
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fraszsam ,
1) edax, gefräszig.
2) esculentus, eszbar. voc. 1482 i 1b.
 
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fraszsamkeit, f.
1) edacitas, gefräszigkeit.
2) edulium, fräszig oder fressig ding. voc. 1482 i 1b.
 
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frasztrog, m. worin dem thier speise geschüttet wird.
 
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fraszzuber, m. dasselbe.
 
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frat, fratt, saucius, fracidus, ahd. frat, mhd. vrat, ein wort das auf goth. frads, auf ags. fräd zu lauten hätte, aber nur hd., bei den vornehmsten mhd. dichtern gar nicht einmal vorkommt. zu vergleichen wäre ihm etwa das finn. raadan lacerare, sauciare, mit dem gewöhnlichen wegfall der labialis vor dem r. mhd.

zebrochen unde frat,
frat und ungesunt. cod. vindob. 428 no 2;

vil ungemaches quam dâ mite,
daʒ mit sêrde ûf in trat,
sîn lîb wart vûl unde vrat. pass. H. 45, 35;

im was dër lîb gar durchslagen
und alsô blûtec unde vrat. 70, 32;

daʒ ër an dën wangen
hër unde dar an maniger stat
was durchvrëʒʒen unde vrat. 156, 50;

Jesus trûc eine krône,
diu was ein grûlich scharfer dorn,
dër im mit langen zacken trat
in sîn houbt und im daʒ vrat
versêrte an ungemache. pass. K. 84, 72,

wo ich daʒ auf houbt beziehe und vrat versêren erkläre wund machen;

sîn ougen wâren rôt und vrat. Apollon. 10036;

du zeuchst dich ein, daʒ du pist vrat
in den seiten, daʒ ich spür,
paumwoll legest du da für,
daʒ tt dir wê und ist ein spot.
Suchenwirt 40, 46;

nhd. ir trehen woren uber ir wenglin geflossen,
das sie nahen wurden fratt. Amor gedr. 1499 a 4;

das macht in in dem ars als frat,
das im das hemd stet pecht darein. fastn. 1056, 21;

ein bawr war frat. Ambr. lb. s. 149,

doch anders bei Uhland 654; frat under den armen. Hans von Rüte fasznachtspiel. Basel 1532 E 2; das kind liegt sich fratt, hat sich fratt gelegen; das kind ist fratt. Röszlins hebamme 90b; so ein pferd frat auf dem rücken ist. Albrecht roszarznei 1542, 31; das nit etwa ein fratter ausleger disen pomp und bracht in ein gelechter kere. Frank ... 54; alsdann ein altes rauches messer genommen, darmit auf dem speckhals und an beiden seiten wol geschaben, dasz er ganz fratt und schier blutig werde. Seuter 233 (buchstäblich ausgeschrieben bei Hohberg 2, 203a); wann ein ros zwischen den feszlen fratt und rüssig oder sträfüszig wirt. Sebiz 157; so einem die augen sehr rohe und frat sein. Bartisch 105; wenn die kinder frat werden, stoszet man es (das blei genant silberglette) und streut es drein. Mathesius 149b. frat ist also blutig, wund, wundgerieben, von kindern zwischen den beinen, pferden zwischen den fesseln, auch wund von rothen, rothgeriebnen oder geweinten augen, dann auch figürlich für faul. Frisius 581b fracidus, halb faul, fratt, mattächtig und danach Maaler 140c. Henisch 1192, 30. Stieler 545. Schmeller 1, 620. Lexer 101. Schmid 200. Stalder 1, 393. Tobler 204b. s. die folgenden subst. und frat, fret, fretten.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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