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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
frank bis frankenthal (Bd. 4, Sp. 57 bis 58)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) frank, m. bubo. Maaler 140c (bei Frisius fehlend) und daneben die andern namen herzog, berghuw, hüru. herzog entspricht der franz. benennung le duc, le grand duc, der it. duco, dugo, in Monti vocab. di Como 71a duch, gufo. der grosze uhu mag treffend ein fürst oder führer der eulen heiszen, hüru heiszt er von seinem dumpfen schreien und heulen, wie sonst hûwo, eule (3, 1163). aber frank ist damit noch unaufgeklärt, scheint auf schweizerische gegenden einzuschränken, fehlt bei Stalder und Tobler. in Östreich war Frank ein hundename. Helbl. 4, 458. unser eigenname Frank ist beständig auf Franke zurückzuleiten.
 
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franke, m. Franco, ahd. Francho, Franko, mhd. Franke, ags. Franca, engl. Frank, pl. French, altn. Fracki, pl. Frackar, die weitverbreitete benennung eines ursprünglich deutschen volkstamms.

die Swâbe und die Franken.
Neidh. 16, 3.

das natürlichste scheint doch sie sowol mit frech als mit frei in verbindung zu setzen, welche beiden wörter man vergleiche. Franken wären die selbständigen, unabhängigen, wie Schwabe, Suevi die sui, proprii, wozu sich jene propria alodis, franc aleu halten läszt. die formen frech, fricg, frigg mahnen an das vorhin erörterte fraihnan, frëgna, frignan, fringan und gerade wie aus þicgan, þiggja, þagkja, þâga (personenw. s. 59), entfaltete sich aus friks, frech Francho, goth. Fragka? þacka danken wie fracka franke, framea. man könnte sogar in friks dieselbe vorstellung des strebens, begehrens, forschens finden, die dem fragen zu grunde liegt. den namen einer eigenthümlich fränkischen waffe, framea und ags. france, altn. fracka glaube ich mit recht auf den des volks zurückzuleiten (GDS. 513—17), dem was Leo Meyer bei Kuhn 6, 424 ff. über framea vorträgt stimme ich nicht bei. mit der zeit haftete die einfache benennung blosz an den in Deutschland um den Rhein und Main verbliebnen Franken (Rheinfranken, Rînfranken) und entgieng den in Gallien vorgedrungnen, die man Franzosen heiszt. doch bewahrte sich auch für sie unter den dichtern der edle, einfache ausdruck:

aber ich konnte nicht denken, dasz bald sein (des Rheinstroms) liebliches ufer
sollte werden ein wall, um abzuwehren den Franken,
und sein verbreitetes bett ein allverhindernder graben.
seht so schützt die natur, so schützen die wackeren Deutschen.
Göthe 40, 243;

und wir waren zuerst, als nachbarn, lebhaft entzündet,
drauf begann der krieg und die züge bewafneter Franken
rückten näher, allein sie schienen nur freundschaft zu bringen. 40, 290;

so sucht der Franke, seines alten ruhms
vergessend, nur die sicherheit der burgen.
Schiller 451a;

die liebe zu dem angestammten könig,
die tief gepflanzt ist in des Franken brust. 456a;

der Franke weisz es nicht und wills nicht anders. 456b;

was zagt ihr, tapfre Franken? auf den feind! 457b.

seit 1789 ward der name wieder mode; man hat auch Neufranken versucht, doch sind die Franzosen so alte Franken als die auf der rechten seite des Rheins. für die französische münze galt Franke schon im 17 jh.: mit schillingen und dickpfenningen, mit franken und realen. Philander 1, 227.
 
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franken, Franconia, dat. pl. des vorigen, aber nur für das deutsche Frankenland, nicht für Frankreich gebraucht,

[Bd. 4, Sp. 58]


mhd.

und lëbte mîn hër Salatîn und al sîn her,
dien bræhten mich von Vranken niemer einen fuoʒ.
Hartm. lieder 22, 19. MSF. 218, 20;

mir hât ein lieht von Franken
dër stolze Mîssenære brâht.
Walth. 18, 15,

er war auf dem reichstag zu Frankfurt gewesen, das damals für die hauptstadt des deutschen reichs galt. erst neuerdings setzen einige den namen auch für Frankreich, z. b. Göckingk 2, 132, doch er haftet nicht, und Schiller in der jungfrau braucht immer Frankreich.
 
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frankenberg, mons Francorum, alte stadt in Hessen.
 
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frankenknabe, m. puer gallicus:

verlaszt euch drauf. die schönsten Frankenknaben,
die wir erbeuten, schicken wir nach Melun.
Schiller 462b.


 
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frankenkrieg, bellum gallicum:

eitler wahn bethörte mich
wolfeilen ruhm zu suchen in dem Frankenkrieg.
Schiller 464a.


 
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frankenlager, n. castra gallica:

wenn er mich im Frankenlager lebend noch vernimmt.
Schiller 464a.


 
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frankenland, n. Francorum terra, altfr. pais Francor (akad. ber. 1849 s. 239), ahd. Franchonô lant. heute ist es Franconia. weltbuch 51a.
 
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frankenmädchen, n. puella gallica, franconica.
 
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frankenreich, n. regnum Francorum:

mir sagts das herz, den frieden wirst du pflanzen,
des Frankenreiches neuer stifter sein.
Schiller 456a.


 
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frankenthal, n. vallis Francorum.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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