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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
färbel bis farbenband (Bd. 3, Sp. 1324 bis 1326)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) färbel, n. tenuis color, vorwand, anschein, beschönigung: nicht dasz sie vermeinen es sei lobenswerth, sondern dasz

[Bd. 3, Sp. 1325]


sie ihnen das placebo singen, färbel streichen und der sachen durch gunst des herrn in dem seckel und ihrer küchen zu genieszen. Moscherosch de exerc. acc. p. 83. s. färblein.
 
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färbeläppchen, n. panniculus fuco illitus, schminkläppchen.
 
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farbelaub, n. galium tinctorium.
 
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färbelehre, f. anleitung zur färbekunst. Göthe 52, 295. verschieden von farbenlehre.
 
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farbeln, färbeln, eine art karte zu spielen, bei welcher nur zusammensehende farben gelten und kein trumpf gemacht wird. Schmeller 1, 559; Frommann 5, 225;

sunstn hobns gfärbelt, boszt,
öizet spielens dausetnei.
Marx ged. in Nürnb. mundart 57.


 
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farben, colore splendere, distingui, farbe haben. kein ahd. farawên, mhd. varwen aufzuzeigen.

ein grüner mann, ein rothes weib, die farben wol zusammen,
sie sind geschickt im wasserbaw zu ziehen wol die rammen.
Logau 3, 151, 84;

von ochsen sagt Czepko in Coridon und Phyllis, sie sollten so zusammen farben (gleiche farbe an sich tragen), dasz man schwüre, sie seien brüder.

ich wandle durch ein duftend, farbend meer.
Tieck Sternbald 2, 354.


 
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färben, ferben, colore tingere, inficere, ahd. farawan, praet. farawita und farota, mhd. verwen, verwete und üblicher varte. Graff stellt 3, 704 farota, fareta richtig unter farwan, während er 4, 246 in ganz gleichem fall für garota einen inf. garôn setzt, der sich so wenig als farôn findet. o in farota, garota ist kein ô, sondern aufgelöstes w, wie in den adj. faro, garo. nhd. weder farte noch garte, nur färbte, gerbte. häufig wird färben von bestimmenden adjectiven geleitet, oder die praepositionen mit, in folgen.
1) haut, gesicht, haar färben: die sonne hat ihn braun, schwarz gefärbt; das alter färbt seine haare weisz; darumb wird dein fusz in der feinde blut geferbet werden und deine hunde werdens lecken. ps. 68, 24; schon der sechzehnte frühling hatte Wilhelminens wangen mit einer höheren röthe gemahlt, ihre augen funkelnder gemacht und ihr haar schwärzer gefärbt. Thümmel Wilh. 29;

der stolzen frau
färb braun und blau
den kamm, der adlich ihr schwillet.
Hölty;

dein blut, das ich gemahnt, hat sich empört
und hat die wangen dir mit scham gefärbt.
Uhlands Ernst 103.

färben, fucare, schminken.
2) zeug färben: garn, tuch roth, blau, schwarz färben;

man kan das belzwerk alles verben
und dt es uf das schlechtest gerben.
Brant 102, 69.


3) die sonne färbt das laub grün; das saatgrün des künftigen frühlings und die rothe blätterglut des laubholzes färbten die bleiche nacht lebendiger. J. P. Fibel 70; die krankheiten färbten mit ihren schatten sein leben etwas grau. 28; ach wir wurden alle einmal von der morgenröthe des lebens gefärbt. Tit. 1, 127; nimt und schnitzet das holz und ferbets mit roter und weiszer farb. weish. Sal. 13, 14.
4) da jedes färben die vorige farbe des gegenstands ändert, so folgt, dasz färben immer auch ein entfärben ist, gerade wie farbe wenden beides das aufsteigen oder weichen der röthe ausdrückt. richtig heiszt es darum altd. wäld. 1, 148 die kornblumen sind blau und färben weisz = entfärben sich weisz, erbleichen in der sonne.
5) refl. die traube färbt sich, sie reift, bekommt ihre natürliche farbe; der bart färbt sich, wird braun; der hirsch färbet sich, wenn er im frühling die haare verliert und andere bekommt, man darf weidmännisch nicht sagen, dasz er sich häre. Döbel 1, 18b; das garn färbt sich schön;

wie färbet sich so gelb der wald!
Gökingk 3, 130;

zweimal färbt sich das haar, zuerst aus dem blonden ins braune.
Göthe 1, ...


6) färben, fälschen, teuschen, beschönigen, schmücken, triegen, entstellen: nit anders dann verdeckte, geferbte wort, liegen und betriegen. Albr. von Eybe 41a;

man findt gar manchen narren ouch,
der ferbet usz der gschrift den gouch.
Brant 57, 2;

das kan man verben und verklüegen,
damit man mög dest basz betriegen. 101, 15;

welches wehret wol eine zeitlang, lesset sich ferben und schmücken, aber wenn das stündlin komet, so fellet doch solch geplerr alles dahin. Luther 6, 53a; ein bauwer, solchen

[Bd. 3, Sp. 1326]


des mönchs geferbten verheiszungen zu viel vertrauwende. Kirchhof wendunm. 437a;

es folget das gericht zuletzt,
da sich nichts lässet färben.
Otho 30;

ein bessernder verweis sollt immer dank erwerben,
mit unverdientem ruhm mag uns ein schmeichler färben.
Hagedorn 1, 55;

alles wird verschoben und gefärbt. Hippel 11, 137.
7) gefärbt, ungefärbt: alles durch eine gefärbte brille ansehen; ach du armes bette, so wirst du nicht mehr von meiner ungefärbten liebe zeugen können? Weise kl. leute 17; ihre tugend war ungekünstelt, ungefärbt und ohne hinterlistige absichten. Wieland 7, 285; gefärbte worte, falsche, triegerische. Pontus 18.
 
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farbenarbeiter, m. in einem blaufarbenwerke.
 
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farbenasche, f. das heiter geordnete zimmer ohne töchter trug überall die farbenasche weiblicher schmetterlingsflügel, bunte arbeiten und arbeitszeug schöner finger. J. P. flegelj. 2, 26.
 
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farbenauftrag, m. über leinwandsgrundierung, ersten farbenauftrag. Göthe 38, 227.
 
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farbenband, n. farbiges band.

 

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