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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
familienwitz bis fanfrelüsche (Bd. 3, Sp. 1309 bis 1310)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) familienwitz, m. ingenium, natura, angeborene naturanlage, mutterwitz.
 
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familienwohnung, f. für eine familie eingerichtet.
 
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familienzirkel, m. wie familienkreis, trauliche gesellschaft.
 
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familienzug , m. nnl. familietrek.
1) similitudo lineamenti, faciei nativa, familienähnlichkeit: ob die menschen dies und jenseits sich in allgemeinen familienzügen ähnlich sind, lasse ich hier unerörtert. Siegfr. von Lindenberg 2, 36; den enkel an einem familienzug erkennen, den er mit dem groszvater gemein hatte.
2) agmen familiae: der anblick eures kleinen familienzuges (Josephs, der mit weib und kind zieht). Göthe 21, 7; dasz er mit seinem familienzug abends in das alte klosterthor eindringen kann. 21, 37.
 
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familienzustand, m. dergleichen mummereien innerhalb eines einfachen familienzustandes waren mir immer widerwärtig. Göthe 31, 49.
 
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familienzwist, m. discordia domestica.
 
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famos, famosus: jenes famose stück 'götter, helden und Wieland'. Göthe 26, 328; auf heute abend hatte ich mir den famosen gesang der schiffer bestellt, die den Tasso und Ariost auf ihre eignen melodien singen. 27, 131. ein oft und vieldeutig gebrauchter burschenausdruck. eine nelkenart, dianthus superbus nannte man sonst famose, hochmut, studentenhochmut, studentenblume.
 
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fand, ablaut von finden, goth. fanþ funþun, ahd. fand fundun, später auch fant funtun, mhd. vant vunden, ags. fand fundon, nnl. vond vonden, altn. schw. fann funno. unorganisch lautet der heutige pl. fanden, dän. fandt.
 
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fändlein, n. parvum vexillum, fänlein, fähnlein:

die zwei fändlein, wie ich sag,
besoldet ein ehrsamer rath.
Soltau 402;

so in Frankfurt gelegen sein
eilf fändlein in aller refier. 403.


 
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fändrich, m. signifer, fenderich, fähnrich:

der Wiszpeck mit sein leuten
der stat z trang, mit groszem zwang
treib er si an den graben
recht (s. l.) als das vich, der fenderich
thet seinen fan aufhaben.
Soltau 184;

[Bd. 3, Sp. 1310]



zehen paner (mhd. banier) das ist offenbar,
mit iren fendrich auch für war
sind da worden gewunnen. 211.


 
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fanfrelüsche, f. zunächst aus fr. fanfreluche, nugae, ineptiae, res frivolae, alfanzerei, aber auch ungefähr wie cramanzen (2, 637. 638) für flitter, eitler putz gebraucht. fanfreluche, altfr. fanfelue selbst ist das it. fanfaluca, mlat. famfaluca, famfeluca (Diez 138. Diefenbach 224b), die sich auf πομφόλυξ bulla, so wie it. fanfa, fanfano schwulst, prahlerei, auf πομφός zurückführen. hier bereitet dem wort einen platz, dasz schon Fischart Garg. 34 des Rabelais fanfreluches antidotées nachahmt und überbietet durch widertode, witarborstige, witerwetterige und witarsinnige fanfrelischeit und wissagung. Rabelais im zweiten buch setzt auch ein verbum fanfrelucher.

nun denkt, wenn ihn
die fanferlüschen in die mitte kriegten (ihr kennt ja hofessitte),
wies da dem guten paladin ergehen mochte.
Wieland 21, 81,

die fanferlüschen, die eitlen gecken.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: