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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
falt bis faltenbausch (Bd. 3, Sp. 1297 bis 1301)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) falt, m. plica, ruga, goth. falþs, aus dem folgenden adj. zu schlieszen, ahd. fald (Graff 3, 514). mhd. valt:

ër (der rock) nam den valt und den val
under dën vüeʒen alsô vil
als iuwer iegelîcher wil. Trist. 274, 40;

vür baʒ dâ viel er (der mantel) sëlbe wider
und nam den valt al zende nider,
dâ man diz und daʒ sach,
ich meine vëdern unde tach. 275, 32;

dër sëlbe phelle dër tët sich
an den valt und an den strich
alse nâhe und alse wol,
als ein phelle von rëhte sol. 280, 10.

s. DWB falte.
 
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falt, goth. falþs, nur in den zusammensetzungen ainfalþs, managfalþs, ahd. fald, später falt, wiederum in einfald, manacfald u. s. w., mhd. valt, nhd. falt. auch das lat. plex, plus, gr. πλάξ, πλόος nicht einfach, nur in simplex, simplus, duplex, duplus, ἁπλοῦς, διπλόος διπλοῦς κτλ. s. DWB fach.
 
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faltbar, plicabilis, faltper, voc. 1482 h 4b. vgl.entfaltbar, unentfaltbar. Stieler 429.
 
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fältchen, n. ruga exigua, nnl. vouwtje: ganz sanfte und fast unmerkliche fältchen. Winkelmann 3, 105; die schürze ist sehr gesteift, in kleine dichte fältchen gelegt. Kronbiegel Altenburger trachten s. 39;

wie sich nur ein fältchen ruckt,
witz heraus mit lachen guckt.
Rückert 10.


 
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falte, f. plica, fimbria, ruga. ahd. begegnet nur fald m., mhd. oft der nom. unsicher valt m. oder valde f., seltner valte (Nib. 1210, 2), wo Lachm. valten, man sieht nicht welcher schlechten hs. entnimmt, die guten haben valde; dann auch Trist. 322, 31 und Renner 14206, nhd. allgemein falte. mnl. voude, nnl. vouw, ags. feald, engl. fold, altn. faldr und falda, schw. fll, dän. fold. Polen und Böhmen haben von uns fałda, fald übernommen, aus engl. fold erwuchs das welsche ffald. mehr unter dem verbum falten. die bedeutungen stimmen zu der siebenten, achten und neunten von fach, allen wohnt die vorstellung des zusammenfügens und legens bei.
1) falte in kleid, gewand und schmuckbinde, wobei das it. falda, altfr. faude, mlat. falda fimbria und faldo indumentum (Ducange 3, 193. 194), aber auch palla, pallium zu erwägen: mhd.

in valde (: balde)
lac ir vîrelîch gewant.
Neidhart xxxvi, 28;

ob ër mich dës lîbes ie gebæte,
sô sîs unlange stæte
diu valde an mîner wæte. 6, 38,

so soll die falte meines gewandes bald nachgeben;

dô hete ich aber daʒ mîne (hemde)
beimelîche in mînem schrîne
in reinen wîʒen valten
verborgen unde behalten. Trist. 322, 31;

die valden ich niht geprüeven kan,
die wâren sô listic und reine.
Turl. Wh. 137a;

und habe wir gar gehebe valten (: alten). Renner 14206;

ân aller hande valde (: halde)
ëʒ (das tuch) von im sëlber ûf gêt. Marienleg. 91, 44;

diu wæle was gevalden wol,
ieslîch valde bleter vol
was gehangen.
Lichtenstein 296, 10;

diu (wæl) mit valden was behuot. 452, 3.

nhd. der mantel hat gar vil krummer falten. fastn. 671, 12;

das har auf deinem heubt ist wie die purpur des königs in falten gebunden. hohelied 7, 5;

das wammes von falten zu falten gespalten. wunderh. 2, 85;

[Bd. 3, Sp. 1298]


die gefaltene und eingeschnüerete reitröck, wie die kocherspergische faltenjuppen waren noch nit aufkommen. dann was soll dis ruckenspannen und sorgfeltig einfalten, einstechen und einwinden der weiberröck? kurzumb wann man die stifel nicht meh wachtelt, so müssen die kleider gewachtelpfeifelet werden. wolan so secht wol zu, dasz es nicht aus den falten komm, der bub müst es sonst gethan haben, macht eh eigene wachtelhölzer darzu wie zu den hembdkrösen. aber was gehen mich ewere falzenschindelen an, ich mag euch die falten nicht weiter verrucken. Garg. 116b;

drei acte hab ich selber erdicht,
die andern 2 hat meister Lollinger in die falten gericht.
Gryphius 1, 732;

wenn ihr nur sonst nicht was hier aus den falten rückt.
Canitz s. 265;

da stört ihn flieg und scham, da irren ihn die sinnen,
da darbt sein überflusz. die weisheit steckt zwar drinnen,
will aber nicht heraus, wie sehr er spuckt und drückt
und unter tausend angst die kraus in falten rückt.
Günther 409;

stürmt im haare und im schlender, runzelt tiefe falten drein.
Dusch der schoszhund s. 32;

der schwarzgraue mantel
dunkler streifichter wolken, in den die natur sich gehüllet,
rollet sich plötzlich in langen wallenden falten vom himmel.
Zachariä tageszeiten 4;

vergeszt nur nicht dem schneider einzuschärfen,
dasz, so lieb sein kopf ihm ist,
die hosen keine falten werfen.
Göthe 12, 111;

und röcke so lang und falten so weit. 13, 110;

und verbirgt der thränen stürzenden quell
in des mantels purpurnen falten.
Schiller 70a;

breitet ihm vor die falte des silberhellen gewandes,
πρόσθε δέ οἱ πέπλοιο φαεινοῦ πτύγμ' ἐκάλυψεν. Il. 5, 315.

es heiszt: ein gewand in die falten legen, rücken, kneipen (s. faltenknif); einen mantel in die falten stechen (Stieler 429), richten, setzen, schlagen, winden, fügen, bringen, streichen. intransitiv: das tuch kommt, rückt, schiebt sich aus den falten; zieht falten; das gewand schlägt, wirft reiche falten, läszt schöne falten fallen; die falte bauscht sich, eine bauschende falte, turgens plica; kriechende, schrumpfende, zusammenlaufende falte, plica repens, fr. pli rampant:

si se vesti d'une vert cote,
molt bien faudée à plois rampanz.
Meon 4, 11.

sprichw. schaube ohne falten ist armer leute hoffart.
2) falte des gesichts, der haut, stirne, des mundes:

hett sie zwelf jar an krucken krochen,
und den ars in die falten gstochen,
noch ist sie juh mein keiserein
und auch die allerliebste mein.
Murners schelmenzunft 30b (Scheible s. 855);

der kopf (stirn) steht schon in falten.
Hildebrand volksl. 403;

das antlitz schlecht sich zu falten. Philand. lugd. 5, 284;

die zofe
trocknet die augen sich ab und legt die lippen in falten.
Zachariä 1, 259;

o redner, lege doch dein maul erst in die falten,
dein maul, das so erbärmlich spricht.
Lessing 1, 21, hernach:

o redner! dein gesicht zieht jämmerliche falten,
indem dein maul erbärmlich spricht.
wer wollt in seinen blütentagen
die stirn in düstre falten ziehn?
Hölty.

seine stirne legt sich schon in falten; er legte sein gesicht in falten.
3) falte des herzens, der sinne, seele, des gemüts: mhd.

in dës hërzen valden
gotes wort behalden. pass. H. 108, 58;

wande in dër alde sunden schimel
nicht lenger dar behalten
in ir valschen valten. 111, 34;

swër in dës hërzen valden
die vrucht der lêre hât genumen. 242, 39;

eya mensche, kum her vur,
ich meine ûʒ sunden valden,
ob du dâ sîst behalden. 66, 31;

dës ich ot behalde
in mînes hërzen valde
den lieben hërren Jesum Crist. pass. K. 164, 17;

nhd. setzt eure sieben sinnen in die falten, herr Peter Squenz hat etwas nachdenkliches anzumelden. Gryphius 1, 720; hätte ihnen doch ihr edelmüthiges und über alles mistrauen erhabnes herz eher erlaubt die falten des seinigen zu durchschauen. Brawes freigeist 138;

[Bd. 3, Sp. 1299]


wie alter, immer noch des argwohns düstre falten?
Wieland;

leer von lieb ist jede falte
meines herzens.
Gotter 1, 206;

vergehen des verdrusses falten
nach einem flügel vom kapaun?
Gökingk 1, 203;

es kömmt auf gewohnheit, übung, neigungen, gemüthsbeschaffenheit, winkel und falten der seele an, wohin die aufmerksamkeit bei erblickung eines gegenstandes sich lenken soll. Mendelsohn in Gökingks leben Nicolais 191; ein mann, der die geduld sich in alle umstände zu schicken und das talent sich in alle falten zu legen auf das vollkommenste besasz. Garves übers. des Cic. de off. 1, 83; ob die falten, die sich in mein gemüth geschlagen und gedrückt haben, wieder auszutilgen sind. Göthe 27, 34;

es schwinden jedes kummers falten,
so lang des liedes zauber walten.
Schiller 80b;

in seinem herzen
wär diese falte wirklich mir entgangen? 285a;

nun haben die bekannten töne an mein herz geschlagen, eine lange verschlossene falte hat sich wieder aufgethan und da wimmelts plötzlich an erinnerungen. Kotzebue dram. sp. 3, 302.
4) falte geht leicht über in die vorstellung eines gefaches, schreins, einer tasche, die sich falten, schlieszen, entfalten und öfnen: mhd.

dô wart ûʒ dër valde vil rîcher kleider genomen. Nib. 262, 4;

swaʒ man in dër valde dër guoten wæte vant. 275, 2;

dô wart ûʒ dër valde rîcher wæte vil genomen. 528, 4;

sie suohten ûʒ dën valden dës vil dar inne lac. 1210, 2 vgl. Holzm. 1293, 2;

mîn röckel in dër valde lît. MSH. 3, 227a

oder wie in der stelle unter 1 liegt in falten, gefaltet? nhd. falt, fach oder tate in einer taschen, locellus, forulus, parva bursa. voc. 1482 h 4b. Diefenbach 335a, der 244b taschenvald und taschenfach anführt;

seinen beutel baue vor, wer ein wüstes gut wil pflügen,
wann das gut wird sein erbaut, wird der beutel wüste liegen,
wird sich kaum ums sechste jahr wieder aus den falten fügen.
Logau 2, 220, 59,

wie wir noch heute sagen, sein beutel hat, wirft falten, ist nicht mehr rund gefüllt, darum konnte er selbst falte heiszen, wie die fahende lade fach heiszt.
5) falte, spalt, schlupfwinkel, rima, recessus, septum:

besît in einer valden. pass. K. 235, 86;

in der cellen valde. 542, 69;

nhd. in jedes berggeländes falte
der nebel weilt,
bis des geklippes scharfe spalte
den dunst zertheilt.
Fr. Brun im musenalm. 1796 s. 183.

diese bedeutung eines abgelegnen, eingehegten raums mag eine der ältesten sein, da sich schon mlat. falda für septum und stabulum findet. Ducange 3, 192; ags. fald, bovile, ovile, engl. schott. fold, sheepfold. heute ist sie uns fast erloschen.
6) falte, implicatio, umschlingung:

dër zagel (des wurmes) was umbe si gegëben
wol mit drin valden. Wigal. 131, 26,

hatte sie dreimal umschlungen. s. die mit falt gebildeten adjectiva.
7) figürlich, ein durchtriebener unrechtsgelehrter wird schon wissen die sache in so viel falten zu legen und so anzustreichen, dasz die gegenpartei wünschen wird, davon los zu sein. Scriver seelensch. 1, 854. auch die unter 3 angeführten stellen stehen figürlich.
 
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faltechtig, laciniosus, falticht, faltig: faltechtige kleider. Stieler 429.
 
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falteisen, n. was faltmesser. s. falzeisen.
 
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faltekammer, f. der ort in zuckerfabriken, wo die zuckerhüte in papier eingeschlagen, gefaltet werden.
 
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fälteln, complicare in minutos sinus, it. faldellare: dein geschir (kleidervorrat) mustu etwan dick widerumb besehen, zelen, schütten, feltlen, zusammenlegen. Keisersb. narrensch. 67b; wurden zu seinem hembd aufgenommen ... zweihundert ballen des schmalen sindals von Spinal und Köln, zu underfutter oben am hals, wie bombesin, gar subtil als man unter die sättel ftert. denn es war nicht gekröset noch gerunzelet, gekräuselet, gekrisamet, gefältelet, gevolschleget, gerissen oder gewunden. Garg. 113a; predigerköpfe in breiten, steifgefältelten halskrausen. Arnim 1, 268;

den bogen
fein gefältelt in der tasche.
Ann. v. Droste 217.

[Bd. 3, Sp. 1300]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) falten , plicare, goth. falþan faifalþ, ahd. faldan fîald, fialt, mhd. valden vielt, ags. fealdan feold. zu altn. falda kann ich das praet. fêld nicht aufweisen, alle übrigen dialecte bilden es schwach: nhd. falten faltete (doch mit lange fortdauerndem gefalten, das edler klingt als gefaltet), mnl. vouden voude (denn kein velt zu belegen), nnl. vouwen vouwde, engl. fold folded, schw. flla fllade, dän. folde foldede. nothwendig zur seite stand dem goth. þ ahd. d und schädlich wich davon das spätere t ab, man stellte falten auf gleiche linie mit halten, walten, deren tenuis richtig ist, weil ihnen goth. haldan, valdan entspricht, für falden hätte die analogie von balde audacter anschlagen sollen. nicht minder tadelhaft entfernen sich ags. fealdan, altn. falda von der asp. ð, die ihnen gebührte. die nl. mundart scheidet keine med. und asp. des linguallauts, houden verhält sich wie vouden, dessen verdünnung in vouwen kaum nachwirken der aspiration sein kann.
falþan ist nun plicare, falþs plex, mit umgestelltem l (wie in halts claudus, vulfs lupus, miluks lac = mlac), während im nahe liegenden flaihtan = plectere fl und pl unverrückt sind, gr. πλέκειν mehr plectere als plicare ausdrückt (s. unter flechten). dem þ würde lat. t entsprechen, folglich falþan = plitare, pletare stehn oder umgedreht plicare auf falhan führen, wozu sich sogar filhan sepelire, gleichsam einfalten, in leichentücher falten, nehmen liesze, dem wir doch 1, 1253 ganz andere grundlage ausmittelten. zu plitare, mit ausgestosznem l würden sich πτύσσειν und πτύγμα fügen. aus lat. plicare ward it. piegare, sp. plegar, prov. pleiar, fr. ploier, plier und die nl. sprache nahm dies ploojen auf, da sie doch vouden, vouwen besasz, beide verba, ploojen und vouwen scheinen derselben wurzel. auch das subst. falte lautet nnl. beides vouw und plooi = fr. pli, ploi, sp. pliegue, it. piega. das schott. plaid scheint eigentlich faltenmantel, faltenkleid. umgekehrt gieng in das altfr. neben ploier, plier fauder, unser falten ein. Polen und Böhmen entlehnen aus unserm falten ihr fałdować, faldovati. wie aber an plectere flectere, stöszt an piegare sogar unser biegen und fliehen.
1) ein hemd, einen rock falten, einen halskragen falten; hatten sammt (allesammt) gefaltene röcke an und führeten gewundene ketten. Schweinichen 1, 54; einen in ein gewand:

diesen zierlich und kräftig doch
kaum geborenen säugling
faltet in reinster windeln flaum,
strenget in köstlicher wickeln schmuck
klatschender wärterinnen schar
unvernünftigen wähnens.
Göthe 41, 231.


2) die lippen, den mund, die stirne falten, die ohren falten: da ich in meiner kindheit keine hauben um die ohren litt, so kann ich sie gleich einem wilden bewegen und spitzen wie ien pferd und höre treflich, indessen das gehaubte publicum seine ohren so wenig, als wären sie von silber, falten kann. J. P. paling. 1, 23. besonders aber die hände falten, wie flehende, bittende, betende thun: mhd.

mîn hende ich valde
mit triwen algërnde ûf ir füeʒe.
Lichtenst. 394, 26;

nhd. sollte er da nicht auch von gewissen leuten gelesen haben ... welche die religion in äuszerlichen dingen, in geberden und mienen, in kleidern, in der enthaltung von speisen, in gebetsformeln, in kläglichen tönen, in gefaltnen händen, in verzagten schritten suchten, und bei ihrer heiligen gestalt ein boshaft herz hatten und behielten. Gellert 3, 3;

strecke die heiszgefalteten hände zu dem, der erwürgt wird. Messias 8, 617;

hub vor seine stirn die festgefalteten hände. 10, 790; 11, 549;

doch erhub er gefaltet
seine hände gen himmel. 11, 1146;

mit hochgefalteten händen des preises
sieht er um sich die dürftigen, welch er labte. 16, 352 und oft;

oft nun faltend die händ, und oft mit lauterem murmeln
las er die tröstenden sprüch und ermahnungen.
Voss 2, 268,

ehe man sich setzte, bewunderte man seinen geschmack in einer minutenlangen stille und faltete dabei die hände. Thümmel Wilhelmine 109;

festlich, hand in hand gefaltet,
stehn wir um den götterthron.
Bürger 2a;

bei der arbeit war sie eingeschlafen,
das gestrickte mit den nadeln ruhte
zwischen den gefaltnen zarten händen.
Göthe 2, 105;

mit gefaltnen händen knien. Klinger 3, 254. ebenso die knie falten, plier, fléchir les genoux, genua plicare, flectere.
3) das papier, den brief falten: er faltete den brief, überschrieb ihn, zum siegeln war es zu spät. Göthe 17, 386. ein

[Bd. 3, Sp. 1301]


kraut, das bei der leisesten berührung seine blätter faltet; der schmetterling faltet seine flügel. die fahne falten, in falten legen, zusammenlegen.
4) die ungeheure gewalt der musik auf mich in diesen tagen! die stimme der Mieder, das klangreiche der Szymanowska, ja sogar die öffentlichen exhibitionen des hiesigen jägercorps falten mich auseinander, wie man eine geballte faust freundlich flach läszt Göthe an Zelter 414.
5) sich falten, sich biegen, rümmen: die blume faltet sich; mhd.

dës vielten sich ir egge, dô si solten hân gesniten.
Walther 31, 7;

nhd. doch! und ein flügelpaar
faltet sich los!
Göthe 41, 242;

die fromme hand, die sich zur andacht faltet.
Hagedorn.

s. DWB auffalten, DWB ausfalten, befalten, durchfalten, einfalten, entfalten, umfalten, zufalten, zusammenfalten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
faltenbausch, m. tumor plicarum.

 

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