Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fallnetz bis fallsack (Bd. 3, Sp. 1289 bis 1290)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fallnetz, n. zum einfangen wilder thiere:

als er wieder kam, stellt ihm der fürst
ein neues, feingewebtes fallnetz auf.
Bürger.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallobst, n. von selbst gefallnes, bei Haltaus 988, 25 noch fallobs, poma caduca; ein wahres umgestürztes fruchthorn, bei dem das unter dem schreibenden leben noch nachkommende fallobst gar nicht einmal angeschlagen wird. J. P. papierdr. vorr. vi.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallpfahl, m. was fallbaum.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallraum, m. für frei fallende körper. Brandes vorl. über astr. 1, 200.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallrechen, m. was fallgatter: ihr plan war sich unter die thore zu stellen und zu verhindern, dasz man die fallrechen nicht herunter liesze. Schiller 1082a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallreif, von überreifem obst, das abfallen will.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallrichtung, f. directio casus: der stosz, welcher die weltkörper von ihren fallrichtungen abgelenkt und in bahnen gezwungen hat. Cotta briefe über Humboldts kosmos.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallriegel, m. wie fallklinke.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallrieme, m. am pferd. weisth. 2, 247.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
falls, si forte, dummodo, im fall, zuerst bei Stieler 419 und Frisch 1, 242b, von Adelung getadelt, und neben unserm wenn oder ob klingt auch die partikel steif. Gellert setzt sie, glaube ich, nicht, wol aber Hagedorn:

ein jeder, der in diesen jahren
mir ohne lachen widerspricht,
ist glücklich, falls er nicht erfahren,
wie oft man treu und glauben bricht. 2, 33;

falls, ruft Philemon aus, ein flehen dir gefällt,
das itzt die liebe wagt, die uns zuerst gesellt. 2, 103;

erwache, schöne schläferin,
falls dieser kus nicht zu bestrafen. 3, 37;

und falls mich kein gedicht berückt,
so ist der winzer gleich erstickt,
der seiner beeren kost zum erstenmal genossen. 3, 46;

herr Jost ist todt, der reiche mann;
wär er nicht reich gewesen,
wir würden, falls ich rathen kann,
auf ihn kein carmen lesen. 3, 112;

und andere mehr: falls ihr allein euch sonst nichts wichtigeres zu sagen habt. Lessing 2, 538; aber wenn dem verfasser die fremden verkürzungen nicht anstehen, so mache er selbst welche, falls es ihm der mühe werth dünket. 7, 62; desto quälender das mitleid, welches er voraus sahe, falls Merope an der vollziehung nicht zu rechter zeit verhindert würde. 7, 215; falls man einen versuch damit machen wollte. 8, 127; weil, wie er meinte, alle diese bücher zu nichts besserm taugten, falls nichts darin enthalten wäre, als was man im koran kürzer und besser gegeben fände. Wieland 6, 190; falls aber der hof fortführe, die beschwerden der stände mit gleichgültigkeit anzusehen. 7, 195; falls jemahls über den verstand eines gesetzes oder die anwendung desselben in einem besondern falle ein billiger zweifel entstehen sollte. 7, 222; ein getaufter mensch müsse durchaus hienieden sein ganzes allodialvermögen weiter niemanden vermachen können, als blosz sätzen und wahrheiten, falls nur die leiblichen erben die quarta bekämen. J. P. papierdr. 1, 4;

und wisse, dasz falls du mich reizest, gewalt ich brauchen kann.
Chamisso ged. 318.

auszerdem gelten die absolut gesetzten günstigen falls, nöthigen falls, möglichen falls, erforderlichen falls, entgegen stehenden falls, widrigen falls, deren adj. und subst. aneinander rücken. mehr anstosz gaben allenfalls, andernfalls, jedenfalls, da all, ander und jeder ursprünglich schwacher form unfähig erscheinen, die ihnen doch allmälich zu theil wurde. allenfalls und andernfalls stehen schon bei Stieler (1691) 419, in Hahns, Bünaus und Mascous geschichten sollten wol belege anzutreffen sein; jedenfalls will man zuerst in erlässen von 1741 (Herz über Lachm. beil. xxxix) und 1747 (hess. zeitschr. 5, 939) aufgespürt haben. ich versuchte wb. 1, 206. 219 ihnen einen acc. allen, andern, jeden fall unterzulegen, dem ein genitivisches s, das adv. hervorzuheben, beigetreten sei, ungefähr wie aus diesseit jenseit vollend

[Bd. 3, Sp. 1290]


ein diesseits jenseits vollends wurde, aus groszen, andern theil groszentheils, anderntheils. seit jedoch ein bereits mhd. allen gâhens (Diemers beitr. 1, 125. 126, für alles gâhes. Trist. 310) vorliegt, begreift man auch allenfalls, jedenfalls, solchenfalls, diesenfalls als schon vor Stieler mögliche formen und es scheint ungeboten, den heutigen sprachgebrauch, nach dem maszstab von jederzeit, durch ein steifes allesfalls, jedesfalls zu stören. an den anomalien allerdings, schlechterdings nimmt längst niemand anstosz. ohne flexion stehn die ersten theile in ebenfalls, gleichfalls; in desfalls, diesfalls, die schon das 16 jh. hat, waltet der richtige gen.; besser als falls, desfalls, allenfalls u. s. w. lauten in dem fall, in allem fall, am steifsten die adjectivbildungen allenfallsig, desfallsig, die man den kanzleien lasse, obschon Lessing allenfalls, Göthe allenfallsig gebraucht.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
fallsack, m. den fischern ein groszes netz mit langen wänden.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 1 von 1
1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: