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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
falbel bis faldrian (Bd. 3, Sp. 1268 bis 1269)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) falbel, m. gutmütig von einem menschen, etwa wie zipfel: der blinde war ein schlechter falbel. Witzenbürger 3, 13; ach du schlechter falbel! 3, 54; o du armer falbel! Melander 2 no 355; diese beede hielten den guten falbel mit ihrem gespräch über die vier ganzer stunden auf. Aretini hurenspiegel 70.
 
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falbel, n. epilepsia: 'das falbel gehe dich an!' also reden die Sachsen und Düringer, sonst soll es heiszen 'das fallend übel', morbus comitialis. Agricola spr. 475, die fallende sucht, das fallende leid (myth. 1110), gekürzt aus fallübel? Alberus lex. beim wort trieb: elimo, extermino, ich treib für tausend falbel.

[Bd. 3, Sp. 1269]


das wird der ritt und falbel walten.
Hayneccius Hansoframea 1, 4;

komm dichs falbel an! 2, 2;

und hab dirs falbel auf den kopf!
Gilhusius 148;

steig herab ins falbels namen! eselkönig 317.


 
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falbeln, fälbeln, plicare, in falten ziehen: der wirth ringelte und fälbelte sein gesicht. J. P. lit. nachlasz 4, 172; gefalbeltes kleid.
 
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falben ,
1) flavescere, ahd. falawên, mhd. valwen, ags. fealvian: ahd. daʒ loub falewêt; mhd.

nu siht man aber die heide val,
nu siht man valwen grüenen walt.
Neifen 29, 37;

ëʒ valwent liehtiu bluomen ûf der heide. MS. 1, 4b;

waʒ darumbe, valwent grüene heide? MSF. 169, 11;

und valwet oben der walt. MS. 1, 41a;

swër hiure schallet und ist hin ze jâre bœse als ê,
dës lop gruonet unde valwet sô dër klê.
Walth. 35, 14;

iezunt falwet der walt
und ist rëhte in dër zît,
dô daʒ holz wider gît
sîn loup dem winter durch getwanc. Geo. 2021;

nhd. schau, wie diese gräslein falben.
Birken OL. 303;

die blätter falben schon.
Herder 3, 131.


2) tr. falben, falb machen, vgl. DWB entfalben sp. 513.
3) refl. sich falben,

tief falbte die rosichte haut sich.
Bürger 225a,

μελαίνετο δὲ χρόα καλόν. Il. 5, 354.


 
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fälben, flavum reddere: der anhaltende regen fälbte das laub; mhd.

diu hôhvart velwet êren zwî. Winsbekin 4, 7.


 
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falbenrock, m. equisetum, ἵππουρις, sonst auch schaftheu, pferdeschwanz, fr. queue de cheval, it. coda cavallina, also herzuleiten von falbe equus gilvus und rock colus, weil pferdeschwanz einem spinnrocken ähnelt, daher auch nd. duwenwocke, duwok (Schambach 53b) und norweg. kjeringerok (Aasen 215a).
 
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fälber, salix. s. DWB felber.
 
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falbig, flavens:

nur entblätterte bäume sind häszlich,
häszlich das ros, dem mähne den falbigen nacken nicht einhüllt,
colla flaventia Ov. met. 13, 848.
Voss no 54, 91.


 
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falbinger, s. felbinger.
 
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fälbein, n. name für pferd und rind. fastn. 248, 5. Keller erz. 205, 36.
 
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faldrian statt baldrian, wie felche für belche u. a. m. schreibt z. b. Hohberg 1, 242a in faldriangeist, faldrianwasser.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: