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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fahrwasser bis fahungsstrick (Bd. 3, Sp. 1266 bis 1267)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahrwasser, n. aqua navigabilis, in den flüssen und strömen der zur fahrt geeignete strich. durchdämmung der prielen oder spranten, wie wir die bei der ebbe nicht austrocknenden kleinen arme der fahrwässer nennen. Niebuhr kl. schr. 1, 69; einem breites fahrwasser gestatten, ihm freie hand, weiten spielraum lassen; jetzt kommt er in sein fahrwasser, ist in seinem fahrwasser.
 
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fahrweg, m. via publica, fahrstrasze:

unser drei an eim farweg lagen,
da kam einer mit einem wagen,
das pain zoch ich nit an mich schir,
darumb fur er daruber mir. fastn. 565, 11.

bildlich,

was du mir künftig magst
zu hinterbringen haben, sprich es nie
mit silben aus, vertrau es nie den lippen,
den allgemeinen fahrweg der gedanken
betrete deine zeitung nicht!
Schiller 258a.

[Bd. 3, Sp. 1267]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahrwind, m. ventus secundus, οὖρος, bei den Griechen meistens von Zeus, bei unsern vorfahren von Wuotan erregt, daher Wunschwind (mythol. 136), altn. Oskabyrr,

fern so weit, als etwa den tag ein geräumiges meerschif
segelte, wann mit geräusch fahrwind anwehte von hinten. Od. 4, 357;

als ich vollbracht, da kehrt ich zurück, und es sandten mir fahrwind
himmlische, welche mich bald zum vaterlande geführet. 4, 585;

uns nun liesz in die segel des schwarzgeschnäbelten schiffes
fahrwind, schwellendes hauchs, nachwehen als guten begleiter
Kirke die schöngelockte, die hehre melodische göttin. 11, 7.

Κίρκη mahnend an Herkja, Herche, Helche (myth. 232). bildlich: lob ist zwar freilich ein herlicher fahrwind in die segel jedes biedermanns, aber wie oft treibts nicht auch auf klippen. Bürger.
 
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fahrwol, n. vale, lebewol, den imperativ (sp. 1253) substantivisch genommen, engl. the farewell:

manches fahrwol noch nachgerufen, noch manches gedenkmein
nachgewinkt aus der fern mit weiszen, flatternden tüchern.
Kosegarten ekl. 6, 63.


 
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fahrzeit, f.
1) die bestimmte zeit zur abfahrt der züge auf posten und bei eisenbahnen: die fahrzeit ist um 12 uhr.
2) die dauer der fahrt: die fahrzeit verlängert sich durch den umweg eine ganze stunde.
 
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fahrzeug, n. vehiculum, navigium, zu lande oder zu wasser, nnl. vaartuig: mit allem fahrzeuge. Lohenst. Arm. 1, 225;

vergebens stumpft er sich
die augen ab, im schosz der grenzenlosen höhen
mit angestrengtem blick ein fahrzeug zu erspähen.
Wieland Oberon 7, 93;

wehe dem fahrzeug, das, jetzt unterwegs
in dieser furchtbarn wiege wird gewiegt!
Schiller 539b;

wenn die finstern stürme walten
und das morsche fahrzeug bricht.
Tiedge elegieen 1, 103.


 
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fahrzins, m. census progressivus, ein zins, welcher steigt, wenn er nicht rechtzeitig erlegt wurde.
 
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fährzoll, m. bei einer fähre zu entrichten.
 
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fahstrick, m. laqueus, tendicula. Serranus synon. 64a. s. fangstrick, fallstrick.
 
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fahung, f. captura, comprehensio. Stieler 395: wer hätte mir gesagt, dasz ein gott im himmel wäre, wann keine krieger meines knans haus zernichtet und mich durch solche fahung unter die leut gezwungen hätten? Simpl. K. 45.
 
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fahungsstrick, m. wie fahstrick:

im fahungsstrick,
o ungelück!
da lag sie ganz umschlossen. Reinke fuchs. 1650 s. 95.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: