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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fährgerechtigkeit bis fahrkutte (Bd. 3, Sp. 1259 bis 1260)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fährgerechtigkeit, f. befugnis, leute überzufahren.
 
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fahrgleis, n. orbita, wagengleis, wagenleise: staare, die in einer reihe aus dem fahrgleis trinken. colica 233; der strausz legt sein ei ins fahrgleis, hernach kommt die sonne und brütet es.
 
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fahrherr, m. inhaber einer fähre.
 
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fahrig, volucer, expeditus, rasch, hurtig, hastig, flüchtig, bei Maaler 134b ferig: von der hand ferig und behend, promptior manu; ferige, ringe hand, dextera agilis; ferige zung deren wol gelöst ist, volubilis orator; adv. ferig und gschwind cursim; ein bch ferig durchläsen, ring dardurch faren, gestrackt aus. die späteren haben es nicht. erst gegen das ende des 18 jh. erscheint wieder, doch ohne umlaut, fahrig: einer von uns, der fahrige genannt, hatte ein liebesverständnis mit der tochter des hauses. Göthe 23, 113; mit meinem lebhaften, fahrigen und immer regsamen wesen. 25, 84; als eine kleine, etwas starke, gedrängte

[Bd. 3, Sp. 1260]


figur war er in seinen bewegungen heftig, etwas fahrig in seinen äuszerungen und unstät in seinem betragen. 25, 137; der junge Camper ist auch hier, ein fähiger, unterrichteter mann, lebhaft und fahrig. an Knebel 75; ihr zackiges, fahriges leben ist schon jetzt merkwürdig genug und wer ihnen nachläuft, geräth in morast. Tieck nov. kr. 4, 34; du fahrige seidenflocke! thou idle immaterial skein of slevae silk! Troilus and Cressida 5, 1.
 
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fährig ,
1) insidiosus, nach den bedeutungen von fahr und fahren = mhd. vâr, vâren:

daʒ uns niht vâhe dës tiuvels list,
da behüete, süeʒer gnanne, uns vor
wan ër uns alze værec ist. Winsbeke 79, 6;

værec als dër slange. Georg 4154;

sie sint væric knëhte.
Helbl. 13, 142;

stricke noch aller vennevache
bin ich frî daʒ ich da mit ie væric
wart gein eu noch nieman
von kindes jugent uber naht noch uberjæric.
Albr. Tit. 3012, 3.

ahd. fârîc, infestus Graff 3, 577; dër vârigo lêwo, dër in weido gât. N. ps. 16, 12. nhd. nur übrig in willfährig, dessen sp. 1258 erwähnung geschah.
2) forstmännisch, fähriges holz, fähriger wald, junges hoch aufgeschossenes holz, dessen gipfel das vieh nicht mehr erreicht, falls es aus vâren, in die höhe streben zu erklären ist. es könnte auch von varn, ire abstammen und auffahrend, emporwachsend bedeuten.
 
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fährkahn, m. kahn bei der fähre zum übersetzen.
 
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fahrkappe, f. kappe der bergleute, wenn sie zur grube fahren.
 
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fahrkarpfe, m. der bei der fischerei für die fuhre gegeben wird, vgl. DWB fischerkarpfe.
 
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fährknecht, m. knecht des fährherrn.
 
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fahrkummt, n. ein ledernes kummt zum fahren, im gegensatz zum ackerkummt.
 
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fahrkutte, f. wie fahrkappe, anzug des bergmanns.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: