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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fahrgeld bis fahrkappe (Bd. 3, Sp. 1259 bis 1260)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahrgeld, n. portorium, fahrlohn, fuhrlohn, auch wegegeld, brückengeld.
 
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fährgeld, n. pecunia nautae solvenda, geld für die überfahrt: und da er ein schif fand, das aufs meer wolt faren, gab er fehrgeld und trat drein. Jona 1, 3. s. DWB fährschatz.
 
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fahrgelegenheit, f. ein ermüdeter fuszgänger benutzt gerne fahrgelegenheit, um auf seinem wege weiter zu kommen. in abgelegenen orten trift man selten fahrgelegenheit an. eine zurückkehrende leere kutsche ist für den wanderer willkommene fahrgelegenheit.
 
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fahrgenosz, m. comes, sodalis: er wird, wo nicht des schiffes retter, doch sein treuer fahrgenosz und wächter; auch ein feldnachbar, der zugleich oder neben einem bauer auf den acker fährt, heiszt fahrgenosz.
 
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fährgerechtigkeit, f. befugnis, leute überzufahren.
 
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fahrgleis, n. orbita, wagengleis, wagenleise: staare, die in einer reihe aus dem fahrgleis trinken. colica 233; der strausz legt sein ei ins fahrgleis, hernach kommt die sonne und brütet es.
 
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fahrherr, m. inhaber einer fähre.
 
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fahrig, volucer, expeditus, rasch, hurtig, hastig, flüchtig, bei Maaler 134b ferig: von der hand ferig und behend, promptior manu; ferige, ringe hand, dextera agilis; ferige zung deren wol gelöst ist, volubilis orator; adv. ferig und gschwind cursim; ein bch ferig durchläsen, ring dardurch faren, gestrackt aus. die späteren haben es nicht. erst gegen das ende des 18 jh. erscheint wieder, doch ohne umlaut, fahrig: einer von uns, der fahrige genannt, hatte ein liebesverständnis mit der tochter des hauses. Göthe 23, 113; mit meinem lebhaften, fahrigen und immer regsamen wesen. 25, 84; als eine kleine, etwas starke, gedrängte

[Bd. 3, Sp. 1260]


figur war er in seinen bewegungen heftig, etwas fahrig in seinen äuszerungen und unstät in seinem betragen. 25, 137; der junge Camper ist auch hier, ein fähiger, unterrichteter mann, lebhaft und fahrig. an Knebel 75; ihr zackiges, fahriges leben ist schon jetzt merkwürdig genug und wer ihnen nachläuft, geräth in morast. Tieck nov. kr. 4, 34; du fahrige seidenflocke! thou idle immaterial skein of slevae silk! Troilus and Cressida 5, 1.
 
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fährig ,
1) insidiosus, nach den bedeutungen von fahr und fahren = mhd. vâr, vâren:

daʒ uns niht vâhe dës tiuvels list,
da behüete, süeʒer gnanne, uns vor
wan ër uns alze værec ist. Winsbeke 79, 6;

værec als dër slange. Georg 4154;

sie sint væric knëhte.
Helbl. 13, 142;

stricke noch aller vennevache
bin ich frî daʒ ich da mit ie væric
wart gein eu noch nieman
von kindes jugent uber naht noch uberjæric.
Albr. Tit. 3012, 3.

ahd. fârîc, infestus Graff 3, 577; dër vârigo lêwo, dër in weido gât. N. ps. 16, 12. nhd. nur übrig in willfährig, dessen sp. 1258 erwähnung geschah.
2) forstmännisch, fähriges holz, fähriger wald, junges hoch aufgeschossenes holz, dessen gipfel das vieh nicht mehr erreicht, falls es aus vâren, in die höhe streben zu erklären ist. es könnte auch von varn, ire abstammen und auffahrend, emporwachsend bedeuten.
 
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fährkahn, m. kahn bei der fähre zum übersetzen.
 
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fahrkappe, f. kappe der bergleute, wenn sie zur grube fahren.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: