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fährbeständer bis fähre (Bd. 3, Sp. 1246 bis 1247)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fährbeständer, m. navigii vectorii conauctor, pächter der fähre.

[Bd. 3, Sp. 1247]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahrbette, n.
1) lectus vitalis, lectus ultimi discriminis, sterbebett, läszt sich doppelt auslegen, als bett der todesgefahr, oder von dem aus die fahrt in die andere welt angetreten wird, bett zur letzten fahrt: gift in dem varbedde, donatio moribundi. Haltaus 438.
2) mobilis domus opilionis, schäferkarren: er machte also ein thürchen am fahrbette des schäfers auf. J. P. Hesp. 1, 176.
 
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fahrbogen, m. der schriftliche bericht des berggeschwornen über die im laufe der woche befahrnen gebäude.
 
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fahrbuch, n. das buch auf einer zeche, in welches die schichtmeister aufzeichnen, welchen tag sie gefahren sind.
 
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fahrbüchse, f. in welche der münzwardein das probierte geld zu werfen pflegt.
 
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fahrdamm, m. viele dämme gegen übertretende grosze flüsse sind zugleich fahrdämme, mit einer kunststrasze versehen. die fahrdämme für eisenbahnen.
 
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fährde, f. ahd. fârida, mhd. værde, gleichviel mit fahr, gefahr, heute gefährde.
1) periculum, gefahr:

in fährden und in nöthen zeigt erst das volk sich echt,
drum soll man nie zertreten sein altes gutes recht.
Uhlands ged. 416 (433),

dagegen ich ein reisemüder mann,
der sehnlich wünscht, nach manigfachen fährden,
zum port des ehstands eingelotst zu werden. 489 (516).


2) dolus, arglist, hinterhalt:

darum schwör ich feierlich
und ohn alle fährde,
dasz ich mich nicht freventlich
wegbegeben werde.
Göthe 1, 134;

als drauf ohn alle fährde
der graf sich niederliesz
und neben in die erde
die jägerstange stiesz.
Uhlands ged. 427 (449).


 
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fährden, in discrimen vocare, in gefahr bringen. s. fähren und DWB gefährden.
 
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fahre, s. oben fahr in drei bedeutungen, denen allen älteres fahre unterliegt.
 
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fahre, f.
1) sulcus, orbita, fahrgleis, fahrleise, vgl. DWB furche, schw. fra, nnl. vore: auf das damit ein anfang werd, den ganzen zinskauf zu rechte und in seine billiche fahre zu bringen mit der zeit. Luthers br. 2, 521; auf den ungeackerten (l. umgeackerten) äckern liegen sie (die hasen) gerne in den fahren und wo man einen findet, ist der andere nicht weit davon. Bechers jägercabinet s. 68, vgl. kindermärchen 187, wo 'föhr' = furche;

herzchen, zwar verdrieszt es dich,
dasz der schnee noch immer sich
in den fahren will verstecken.
Schmidt v. W. 54;

dort des knoblauchs purpurne blum in den fahren der hufen. 122.


2) zuweilen auch was das folgende.
 
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fähre, f. scapha major flumini trajiciendo, altn. ferja, schw. färja, dän. färge, engl. ferry, ein ags. ferie zu vermuten, auch kein ahd. feria, mhd. ver aufzuweisen, obwol der nauta ahd. ferio, mhd. verje heiszt. für navigium ahd. ferid, ferit (Graff 3, 588) vgl. ags. faroð littus. fähre unterscheidet sich wenig von fahr trajectus und auch nnl. veer n. drückt beides aus, überfahrt und den sitz des überfahrenden. als urverwandte schlagen an gr. πέραμα, lit. paramas, russ. parom'', poln. böhm. pram = ahd. faram, farm navis, alts. farm iter, trajectus, altn. farmr, onus navi impositum. das zugetretne m gleicht dem in πορθμός hafen und πορθμεύς = ferio, ferge, fährmann. anno 1422 zwang der polnische könig den orden, das sie ihm die halbe fehre über die Weichsel musten abtreten. Henneberg 453; da keine wasserfart ist, da fährt man mit einem fahrschif, praam, über und wird eine überfart fehr genant. Comenius von Docemius 472;

und als sie kamen an die Reusz, wo man
auf einer fähre sich läszt übersetzen.
Schiller 549a.

bildlich: handlungen galten von jeher für die besten fähren zum herzen. J. P. flegelj. 2, 126.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: