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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fahnenweise bis fahr (Bd. 3, Sp. 1243 bis 1244)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahnenweise, turmatim, scharenweise. s. DWB fähnleinweise.
 
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fahnführer, m. was fahnenführer, signifer: als sie ihre fahnführer bei und um den landmeister und bei den brüdern sahen. Schütz beschr. pr. lande 49; Tacitus, welcher gerühmet wird ein fürst und fahnführer aller geschichtschreiber. Butschky Patm. 421.
 
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fahnjunker, m. was fahnenjunker.
 
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fahnlehen, n. was fahnenlehen.
 
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fähnlein, n.
1) vexillum: also werden sie auch das fenlin nicht auf dem mastbaum ausstecken. Es. 33, 23; mit unverzagtem herzen bei euch stet und fest halten, weil (solange) das fenlin fleugt und ein stuck an der stangen ist. Reuter kriegsordn. 27;

o schifmann,
lasz du das fänlein rumme drehn,
lasz du das schiflein untergehn.
Uhland 267;

und auch daselbs ir fenlin han
frei fliegen lassen. Gödekes
Gengenbach s. 399;

vierzehen fenlein sach man fliegen.
Soltau 413;

die fendlein sach man fliegen. 416;

ja wir sehen die fähnlein schweben.
Ayrer 434b;

sei kein balger, aber wan man die fähnlein fliegen läszt, dann so sei keck und fleuch nit. Philand. 1, 633. er läszt das fähnlein fliegen, homo liberalis et dissolutus.
2) fähnlein reiter, turma equitum: den hauptleuten folgen mit halbem oder ganzem fenlein. Reuter kriegsordn. 19; lagen etliche fendlein knecht ein zeitlang zu Wirzburg. Kirchhof wendunm. 206b. auch von aufrührischer rotte: das sich etwa ein fähnlin aufwerfe, auch rotte sich ein haufe zusammen. Luther ed. Irmischer 2, 4.
3) fähnlein an den rohren in den weiern, fliegenwedel und kehrwisch daraus zu machen. simpl. calender 168. s. DWB fahne 10 und fahnenhaber.
 
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fähnleinwache, f. vor solchen piquets und den fähnleinwachen werden sogleich redans (eine art schanzwerk), sobald in ein lager eingerückt wird, aufgeworfen. oeuvres de Fréd. le gr. 30, 95; die fähnriche und cornets thun ordonnan ces und fähnleinwache. 97.
 
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fähnleinweise, turmatim: fähnleinweise zogen sie hinab nach den wohnungen des orcus. Sturz 1, 212.
 
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fähnrich, m. vexillifer: leutenampt, fenrich, furierer. Kirchhof disc. mil. 53; der dolle fähnrich. Simpl. K. 198. 248;

treuer fähnrich du!
Uhlands Ernst 134.

einfacher ahd. fanari (goth. fanareis?), gundfanari, it. gonfaloniere, mhd. venre.

[Bd. 3, Sp. 1244]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fahr [far], m. unus e majoribus, qui ante nos vixerunt, ahd. faro, mhd. var, gewöhnlich forafaro oder auch foralîdo (von lîdan, goth. leiþan ire), mhd. vorvar, pl. vorvarn Serv. 222. 2950. w. gast 3875. 4282. 7597. Flore 1564. nhd. vorfahr, pl. vorfahren: auch bekennen wir oben genante gemein, das diese weisung unser eltern und fahren auf uns bracht und so gehalten haben. weisth. 3, 500. Faro ein bekannter eigenname (Förstemann 1, 398).
 
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fahr [far], f. res mobilis, fahrende habe: wird keiner darauf gesetzten strafe von verlust der fahr und habe gewahr, sieht keine staupe über seinem haupte schweben, kein gefängnis die pforte für ihn öfnen. Bodes Tristr. Shandy 2, 125. vermutlich in der gerichtsprache noch öfter und voll geschrieben 'fahre'. 'dat is faar un have' im brem. wb. 2, 606 falsch erklärt.
 
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fahr [far], n. portus, πορθμός, trajectus, der ort am meer oder strom, wo man an und ausfährt, überfährt, ahd. far, mhd. var, nnl. veer; die nahe verwandtschaft der lat. und gr. wörter nicht zu verkennen, sie fügen nur eine lingualableitung hinzu, wie umgedreht unser fahrt, iter thut, πόρος gegenüber:

thaʒ sie ouh giwar wârîn,
ioh ubar thaʒ far fuarîn.
O. III. 8, 8;

mhd. si stieʒen an und vuoren dan
sô lîse, daʒ ës Tristan
noch Kurvenal nie wart gewar,
unz si si hæten von dem var
wol eine grôʒe mîle brâht. Trist. 59, 32;

und kam schiere an den val,
dâ daʒ tiefe waʒʒer vlôʒ,
nû sach ër daʒ var blôʒ
ân allerhande übervart. krone 12921;

als sie nû kômen an daʒ var,
dô was ein schif dâ ungereit. Flore 3512;

nhd. fahr, trajectus Dasypodius 323d, faar Maaler 128c; und wie er gen Windisch an das faar komt. Tschudi 1, 241; von der statt Tanagra ist ein fahr (trajectus) uber meer in die insel Euboea. Livius bei Rihel 520. das wort ist selten und heute fast ungebräuchlich, Stald. 1, 350 hat es noch für die Schweiz, Schm. 1, 547 nicht mehr das einfache, nur die zusammensetzung urfar. beide schreibungen faar und fahr taugen nichts, da dem wort ursprünglich kurzer vocal gebührt und es sich nun mit fahr periculum vermischt, dessen a lang ist.

 

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