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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fackelstuhl bis fade (Bd. 3, Sp. 1229 bis 1230)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fackelstuhl, m. gestell zum aufstecken einer fackel.
 
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fackeltanz, m. saltatio solemnis facibus praelucentibus: dasz ich anklopfe und im fackeltanz hinabführe meinen bräutigam. Fr. Müller 2, 172;

jüngst in Basel seis geschehn,
dasz man zu seiner ehre fackeltanz
anstellte.
Uhlands Ludwig d. B. 228;

heut abend ist hochzeit und fackeltanz. Kotzebue dram. sp. 1, 33. der Mercure gallant von 1684 beschreibt den am hannöverschen hofe üblichen fackeltanz folgendergestalt: douze des principaux des deux cours dansoient d'abord se tenant deux à deux par la main et ayant dans l'autre chacun un gros flambeau de la hauteur de six pieds. les princes et les princesses suivoient et six autres serroient la file. cette danse, qui est une ancienne céremonie du pais, dura environ deux heures. ich kenne einen schönern fackeltanz der fürsten, als den kurzen der vermählungsfeier. J. P. pol. fastenpr. 60.
 
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fackelträger, m. taedifer.
 
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fackelwächter, m.: als die Athener durch ihre fackelwächter die verabredeten zeichen erhielten. Jacobis Thuc. 3, 192.
 
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fackelzug, m. wie fackelaufzug: einem einen fackelzug bringen.
 
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facken, fangball spielen, davon fackeball m., in Sachsen, Thüringen; das werfen, aufwerfen des balls heiszt facken, zuweilen auch das fangen (auffacken); einzeln auch von anderem werfen, hinwerfen gebraucht. ein schweiz. facken, fackeln, sich hin und her bewegen, hin und her laufen bei Stalder 1, 348.
 
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fäcken, m. ala. Frisius 70a. Stalder 1, 348. fecken. Alb. von Rütte 23. fecka und flecka. Tobler 178, fäke im idiot. bernense 26b, daneben auch fäckten: auf dem rücken hat er zween fäckten, die (? den) erste klein, die ander grosz. Forer 43b; hat zwei (so) kleine fäckten bei den ohren, andere zwei kurze am bauch. 48b; etliche wollen, dasz die jungen (fische) durch ire fäckten oder flügel beschirmpt werden. 66b. fecka öberchoh, flügel bekommen heiszt verloren gehen, entfliegen, bim fecka neh, beim flügel nehmen, anpacken, dfäke la lampe, die flügel hängen lassen, animo frangi, dfäke beschrote, die flügel beschneiden. es ist nicht leicht über dies wort zu urtheilen. fäcke, fecka gemahnt an fach, lappe, fetze (sp. 1220), bedeutet auch nach Stalder schosz eines kleides, ficke, rocktasche, nach Tobler einen vorstehenden, herabhängenden lappen, den wir sonst flügel eines rocks nennen. nnl. ist vacht haut oder wolle eines lamms, iemand bij zijne vacht krijgen, hem bij de lurven pakken. Stalder führt fackete f. für tasche an, facketezeit ist taschenuhr. dann aber liesze sich auch an fackeln, feckeln, flattern denken. endlich könnte fäckten umstellung von fettich, fittich sein, Frisius schreibt neben fäcken ohne weiteres fätchen und Maaler 129a gar nicht anders: mit den fätchen schweien, die fätchen erschütten, die fätchen erschwingen, plaudere alis. tch und ck tauschen leicht, unmittelbar nach labialen fällt aber l gern aus. vgl. DWB feder, DWB federwisch, DWB flederwisch, fittich.
 
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faction, f. forma, it. fazione, fr. façon, zubereitung:

was kleidung nur aufkommen kan
seltzamer art und faction.
H. Sachs II. 2, 48a.

heute partei, rotte.
 
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factotum, n. omnium rerum minister: er ist allein der würfelträher, das fac totum, der könig des immenschwarms. bienenk. 44a; vor allem für den magen, sein groszes factotum sorge getragen. Wieland 18, 209;

hier wo sich jeder seines weges treibt,
wo ein factotum unentbehrlich bleibt.
Göthe 13, 139.

[Bd. 3, Sp. 1230]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fädchen, n. filum tenue, für fädenchen, fädemchen, nnl. vadje: knüpfte ich eine menge fädchen wieder an, die ich zerrissen fand. Göthe 8, 59. 42, 75, wo doch die erste ausg. s. 72 fädger liest; sie erwiederte seine artigkeiten nicht sonderlich, sie war von einem andern fädchen gebunden. 19, 278;

drollichtes mädchen,
an einem fädchen
hängt mir das herz, wenn ich dich seh,
reisz es nicht ab, au weh, au weh!
Gotter die dorfgala s. 63;

doch du, loses mädchen,
fährst rasch an den fädchen
der goldenen leier
herauf und hernieder
und stimmest sie freier
für festliche lieder.
Kretschmann launen, erzählungen. Leipz. 1789 1, 58;

bald schnurrt das rädchen,
bald läuft das fädchen
vom vollen rocken ab.
Voss 4, 149;

auf meinen stuhl lehnt er den arm
und rühmte sehr das feine fädchen,
sein naher mund, so roth und warm,
wie zärtlich haucht er 'süszes mädchen!' 4, 185;

die mich hat am fädchen,
stehet auf der grenze still
zwischen kind und mädchen
und ist beides, was sie will.
Rückert ges. ged. 1, 299.


 
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fade, f. sepes, goth. faþa, oben sp. 41.

 

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