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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
evangelium bis ewich (Bd. 3, Sp. 1199 bis 1200)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) evangelium, n. ohne artikel: ich wolt fur mein teil euangeliums, so ich von meinem lieben vater in Christo, d. Martino Luther gelernt hab, nit der ganzen welt gter nehmen. Alberus wider Witzel F 6a;

mancher pfaf ein evangelium singt,
das in der kirchen und chor erklingt,
versteht doch ein wort des inhalts nit. sch. u. ernst 1555 cap. 118.


 
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evangeliumchen, n. evangeliolum: ade, ade, du armes durftiges euangeliumchen. Alberus wider Witzel H 8b.
 
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evchen, n. puella amata, liebchen:

doch ach, was sing ich in den wind,
und habe selber keins?
o Evchen, Evchen komm geschwind
o komm und werde meins!
Bürger 4b.

[Bd. 3, Sp. 1200]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) even, f. avena, haber, fr. avoine, it. avena, vena, ahd. evina (Graff 1, 176), in der Freckenhorster heberolle evena: weisen sie dem vogt ein malter even, genant vogtseven, das haben die vorfaren abt gelassen dem vogt, dasz das lehen desto besser seie, war vormals genant das grün malter even. weisth. 2, 392. vgl. vogteven, raucheven.
 
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evenäpfel, pl. Evae poma, mammae:

Evenäpfel sind zum locken oft mit bleiweisz überkreidet.
Logau 3, 166, 64.


 
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evenen, avenaceus, ahd. evenîn: evenîn prot, haberbrot, evenîn malz, habermalz.
 
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evenmonat, m. habermonat, benennung eines herbst oder erntemonats, bald des septembers, bald novembers, nnl. evenmaent, evenmaand und auch gerstmaand, pietmaand, speltmaand. GDS. 89. 90: zwischent beiden unser lieben frauen tagen im evenmonat. weisth. 2, 617.
 
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eventochter, f. ein eitles, leichtsinniges mädchen.
 
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ever, m. navicula, lembus, scapha, kleines fahrzeug, das sich an gröszere hängt, boot, fischerkahn, weidling, ein nd. wort, doch nicht in allen gegenden üblich, Schambach und Danneil führen es nicht an, es gilt zu Hamburg, Bremen, in Ditmarschen, Holstein, Ostfriesland: fluszschif von scharfem bau (scharf in den wasserspiegel einschneidend), mit einem mast, im Harlingerland auch ein binnenschif. Stürenburg 49. man sehe die stellen bei Neocorus 2, 300. 302. 385. weder nl. noch engl. und scandinavisch, allen hochd. glossaren mangelnd, zuerst bei Frisch 1, 234, aus einem tractat von der averei (haverei) angeführt: kaufmannswaaren in einen ever oder boot laden, welche samt dem schif verunglücken und zu grunde gehen; doch brauchte den ausdruck schon vor ihm Brockes 8, 187: da ward ein groszer fischerever von weitem unser noch gewahr und näherte sich unsrer jagd ... denn wenn nunmehr das schif auch brechen würde, wir uns ... in den ever retten konnten. unrichtig als n.: es fand sich, dasz sein schif ein bloszes ever mit einem verdeck war. Lichtenberg 8, 240. Adelung stellt auch ein gänzlich unbelegtes hd. eber auf, dessen gestalt dem nd. zwar gemäsz wäre. ein gedanke an eber. aper würde ins hohe alterthum versetzen, das schiffe nach thieren benannte; weder altn. iöfur, noch ags. eofor zeigen irgend die bedeutung eines fahrzeugs und in den früheren jhh. müste ein solcher eber oder ever erst aufgewiesen werden. bessere auskunft soll willkommen sein.
 
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ewe, f. aevum, seculum, ahd. êwa, êa, mhd. êwe, mnl. êwe, nnl. eeuw. das goth. aivs war aber, gleich αἰών m., gen. aivis, dat. aiva, acc. pl. aivins, verhält sich also wie snaivs, ahd. snêo, mhd. snê, nnl. sneeuw. aus der bedeutung zeit entfaltete sich die der dauernden regel, des gesetzes und der ehe, wie oben sp. 39 dargethan ist; die im nnl. eeuw erhaltne von seculum ist unserm schleppenden, erst spät gebildeten jahrhundert (Stieler 868) vorzuziehen, obschon es im schw. rhundrade, dän. aarhundrede nachgeahmt wurde. dem goth. acc. aiv entsprossen die weit eindringenden partikeln aiv und ni aiv, ahd. êo, ni êo, allmälich io, nio, mhd. ie, nie, nhd. je, nie, und nicht anders den dat. acc. pl. die adverbia du aivam, in aivam, in aivins; auf ähnliche weise steht vom ahd. êwa der acc. sg. dat. pl. in êwa, in êwun, zi êwôm adverbial, mhd. in êwe, ze êwen, von êwen unz zêwen. verwunderlich wäre, dasz ein so gangbarer ausdruck nhd. im 15. 16 jh. bereits erloschen sein sollte. Oberlin sp. 364 bringt aus einem handschriftlichen tr. Belial contra Christum bei: gottes barmherzigkeit weret von ewen unz zu ewen; die vorrede zu Heinr. Geszlers tütscher rethorik schlieszt mit dem spruch: alpha und o, herr, anfang, mittel und end, dir sei lob, ere und glori von ewen z ewen. amen; noch lange ins 16 jh. wird oberdeutsch gebetet worden sein von ewen zu ewen für in secula seculorum. andere beispiele suche man in urkunden derselben zeit. ob aiv, êo, ie zusammen hangen könne mit air, êr, ê prius, führt in schwere erörterungen.
 
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ewich, m. zuweilen falsch geschrieben für ebich, eppich, hedera, z. b. mauerewich, hedera baccifera. Schwenkfeld stirp. Sil. p. 100.

 

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1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: