Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
eusel bis eutze (Bd. 3, Sp. 1197 bis 1198)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) eusel, f. haustrum, schöpfrad, eimer, schaufel, das wasser aus dem schif zu schöpfen, von dem alten ausen, ösen, haurire, altn. ausa, vgl. DWB erösen sp. 935, ein seltnes wort: in denen dingen ist diser waidling (nache) gleich dem schif, aber nit in der eusel oder schauflen der beicht. Keisersberg schif der pen. 54d. schwäb. öse, schöpfeimer. wem fällt nicht das goth. iusila ἄνεσις ein?
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euser, noster, üser, unser, in Stalders dial. 104 euser, üser:

es ist doch nicht mein fräuelein,
es ist doch nummen euser liebstes kind,
wo wir so lang verloren hei ghan.
Uhland 276.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euszere, s. DWB äuszere 1, 1032.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euszern, s. DWB äuszern 1, 1036.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euszerst, s.äuszerst 1, 1033.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euter, m. n. uber, ein fast alle urverwandten sprachen durchlaufendes, sicher uraltes wort, skr. ûdhar, ûdhan, späterhin ûdhas (Böhtling 1, 1018), gr. οὖθαρ, goth. zu vermuten udr, ahd. ûtar (Graff 1, 158), welche unumlautende form schon 1, 1044 unter auter besprochen ist, doch erscheint auch mit umlaut ûtir, mhd. wahrscheinlich iuter (wb. 3, 195b), bei Megenberg 25, 18 äuter, nhd. euter, ags. ûder, engl. udder, nnl. uider, uir, uijer, daneben jadder, jaar; gal. uth, ugh, ir. uit, uitch; lit. udra zu folgern aus udroti eutern und aus priudrojusi kiaule, euternde, milchende sau; finn. utar, utara, est. uddar, uddaras. andere hauptform, aeol. οὖφαρ (wie φήρ, φηρίον, lat. fera für θήρ, θηρίον), lat. uber (wie ruber, rufus = ἐρυθρός), altn. jufr, jugr, schw. jufver, jur, dän. yver.
die wurzel verborgen, doch musz sie die vorstellung des nährenden, fruchtbaren enthalten haben, wie aus dem gr. οὖθαρ ἀρούρης, vorzüglich aus dem lat. adj. uber folgt. das skr. wort gilt auch vom euter des himmels, d. i. der wolke und vom nährenden busen, ûdhanja, ûdhasja ist milch. die übrigen sprachen setzen es von der zitze der hausthiere, der stuten, esel, kühe, ziegen, schafe, hunde, auch der hasen. du scholt auch wiʒʒen, daʒ der unvernünftigen tier milchwäppel aigenleichen äuter haiʒent, aber an der frawen haiʒent si prüstel oder tütel. Megenberg 25, 17—19. euter oder prustlein, mamma, tudt, uber. voc. 1482 h 4a; sumen, ein schweinüter. Dasyp. 291c; uter, mamma, mammula, mammilla, uber. 450a; H. Sachs I, 156a hat den pleonasmus brusteuter von der frauenbrust. man sagt volle, straffe,

[Bd. 3, Sp. 1198]


angespannte, strotzende euter; ahd. drozinta ûtir, distenta ubera. Haupt 5, 329, schwed. stinnt jufver. im norwegischen märchen kommt zu dem guten mädchen eine kuh mit dem melkefasz zwischen den hörnern, und ihr euter war so volt und rund: 'melke mich, die milch sprengt mich, trink so viel du willst und schütte den rest auf meine klauen, so will ich dir wieder helfen'. Asbjörnsen s. 78. nach dem schwedischen weidet die kuh im grünen gras, trägt den melkkübel auf den hörnern und man sieht ihrem strotzenden euter an, dasz es lange nicht gemolken ist: 'melke mich und trink so viel du willst, lasz aber nichts auf den boden fallen, giesz das übrige auf meine klauen und hänge den kübel wieder auf die hörner'. Cavallius s. 431. wie lieblich sind diese züge. die gewöhnliche melkformel lautet:

stripp strapp stroll,
so war der eimer voll.

es heiszt, die kälber ans euter lassen, legen; am euter hangen, ubere haerere. nnl.

tgras verquickt het vee en spant den uier aan;
tgezwollen uier wort met volslagen hant gemolken;
nhd. wie sein satt vieh dem stall zueil
und heim trägt (l. trag) volle utern schwär,
welchs bald wolt dasz man sie entlär (distenta siccet ubera).
Fischart landlust 306;

mir bringt das zahme rind den saft aus gras und kräutern,
verwandelt um zu milch in ausgespannten eutern.
Dusch poet. werke 1, 156;

und ist der süsze schaum der euter ausgedrücket,
so sitzt das müde paar zu schlechten speisen hin.
Haller 38;

wir treiben tag für tag die magern schafe weiter,
des abends kommen sie doch wol mit schlaffem euter
und ohne milch zurück.
Rost schäferg. 61;

setzte sich dann und melkte die schaf und meckernden ziegen,
alles der ordnung gemäsz, und die säuglinge legt er ans euter. Od. 9, 342;

knaben, die schaf ins kühle! verfängt die hitze, wie neulich,
wieder die milch, dann klopft man umsonst mit den händen die euter. Virgils idyllen 3, 99;

und wie sogar zehn äpfel verführerisch werden dem mägdlein,
oder ein böckchen vom milchströmenden euter gesandt. Properz II. 34, 70;

da kommt mit vollem euter
die alte geisz gesprungen.
Rückert 110 (413).

schädlich wird euter mit eiter, venenum, pus verwechselt.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euterbock, m. ziege die nicht trächtig wird, nd. üterbock. Schambach 251a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euterbrätlein, n. gebratnes kuheuter: gebratene pfaffenbiszlin, geröstets katzengeschrei, euterbrätlin, schöne wampen und schunken oder feiszte hennensüpplin, kindbetterbrühlin, weinwarm. matzisbrühlin von der ersten sut. Garg. 160a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
euterlein, euterle, n. mammula. Stieler 311.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
eutern, lacte repleri, lit. udroti: die kuh eutert schon, ihr euter füllt sich mit milch.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
eutze, f. bufo, s. DWB euke, DWB auke, in einigen mundarten ütze, ütsche: man tritt die eutzen so lang, dasz sie sich wendet; wo eutzen sind, da sind auch wol hailbaten (störche). Henisch 957, 13;

daselbst durch gottes wunderhand
frösch, padden, eutzen menschen worden. froschm. III. 3, 12 (Bbb 8a).

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 1 bis 1 von 1
1) erwandern
 ... erwandern , invenire, experiri, wie erfahren sp. 789. 790: