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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
eselweg bis espen (Bd. 3, Sp. 1156 bis 1157)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) eselweg, m. und ist genant ein eselweg, sol sin das ein ros ein zweimüttigen sack da tragen mag. weisth. 1, 119. s. DWB eselgasse, DWB eselspfad.
 
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eselwerk, n. res plena laborum. Stieler 2556.
 
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eselwort, n. zu Lübeck war ein verlaufner münch, der schriebe in eim brief disz eselwort 'exulorum' pro 'exulum'. daher wirt er Exulorum genant bisz auf den heutigen tag. Alberus wider die Carlstadter kk 1a.
 
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eselwurz, f. chelidonia, schelwurz, goldwurz. voc. 1482 2 hb. h 3b.
 
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eselzüll, f. crebersia, nollholz. voc. 1429. voc. 1482 h 2b x 6a. Diefenbach 155c. Frisch 2, 20, ein leichter von eseln gezogner nachen? über zülle oder zille ist Schmeller 4, 254 zu lesen, im voc. 1482. qqa.b heiszt es zull, ein klein ehiflein,

[Bd. 3, Sp. 1157]


scaga est levis navicula de una tantum arbore facta. scaga scheint verderbt aus scapha.
 
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eselzürk, m. stercus asininum, eselsmist: nimb ein newen hafen, fülle den halb mit eselzürch. Seuter 425. s. Schmeller 4 284 und mehr unter zürk.
 
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eserlein, s. äserlein 1, 586.
 
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eso = einso wurde sp. 300 besprochen. das n könnte blosz näseln und sich verhalten wie im fr. ainsi, neben prov. aissi, sp. así, von den berührungen zwischen goth. sva, svah und lat. si, sic, roman. si wird unter so die rede sein. Weigand meldet mir, dasz esó, dies verstärkte lebendige so, auch wetterauisch und oberhessisch (sicher auch niederhessisch) ist: wanns wetter esó bleibt, dann ists gut; es ist esó, so und nicht anders; wer weisz ob wir esó wieder zusammen kommen;

hb gr e schîn schätzi, wanns nur esó bleibt,
dann stell ichs ngrte, dasz (dasz es) spatze vertreibt.


 
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espan, m. n. freier platz in einer flur, der zur viehweide benutzt wird, verderbt aus eschbann, also einem älteren eʒʒischban, wiewol diese vollen formen unbelegt sind; fast nur in alemannischen, schwäbischen, bairischen, mittelfränkischen landstrichen: si sagend, das der dorfbach sol gon durch die brunnenwis, und der grab soll so weit und so tief sein, das zwai pflugsreder dardurch under dem wasser wol gon mögend, und als lang hinab auf das espan, als acht stünder lenge, und wer das espan hett, derselb soll den bach im selbst füoggen (fügen, in ordnung halten), ob er will, wer auch der brunner wis inhat, der sol den graben füoggen. weisth. 1, 271; 2 morgen wisen bi dem eispen. Mone zeitschr. 4, 326 (a. 1472); uʒ genomen einer wisen, die man da nennet an dem espan. 6, 190 (a. 1327); minen wingarten, den man nemmet den Tüwinger, und gelegen ist bi dem espan in Überlinger etter. 10, 467 (a. 1333); in sinem wingarten, der bi dem bilde lit, und stoszet an das êspan. 10, 481 (a. 1356); das espan infangen, das espan uszlassen, die gemeinweide aufthun, beschlieszen (a. 1290). Jägers mag. für reichsstädte 3, 219; nit triben uf die espan und uf die üchtweide. urk. von Wiblingen a. 1342; äcker auf dem eespan. MB. 24, 143 (a. 1463); una fihrout (viehrotte) debet ire de espanestor (vom tor des eschbanns?) usque in Iseram (a. 1295). Meichelbeck II. 1, 102; dasz die vierer und gemeind des dorfs unter andern ihnen zuständigen grund und vieheweid auch ein flecken und esban, der holzgraben genant gelegen haben. Haltaus 414, ohne angabe des orts und der zeit, sichtbar aus später. das verlängerte êspan darf an der ableitung von esch nicht irre machen, sondern sie bestärken, aus êspan konnte leicht eispen werden. bedenklicher ist das immer einfache n und das schwankende genus, so dasz man den zweiten theil vielleicht anders als aus bann zu deuten hätte. in der Oberpfalz gilt noch heute espe, espet. Schm. 1, 219. Frisius, Maaler, Stalder, Tobler kennen das wort nicht mehr. in Frommanns deutschen mundarten 2, 245 steht aber espan als ein in Mittelfranken fortlebender ausdruck für viehtrift, weideanger und wird bemerkt, dasz das volk eschba ausspreche, hennebergisch aspe (daselbst 4, 460).
 
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espe, f. populus tremula, früher aspa, aspe (1, 587), den umlaut musz entweder ein zwischentretendes i (aspia, espia) oder ein neutrum espi herbeigeführt haben. ags. äspe, engl. asp, altn. espi, lett. umgestellt apśa. name und begrif rührt aber an esche fraxinus, wie auch aus den bildungen beberesche, zitteresche erhellt, und poln. die espe osica, osina heiszt, litt. drebullě von dreběti beben. weil die blätter langgestielt sind, bewegt sie der leiseste luftzug: das mädchen zitterte wie eine espe; wollten den blettern der espen, so umbher stunden, an zittern nichts bevor geben. Opitz 2, 284;

seufzender zittert auch itzt der traurige nächtliche zephyr
durch die schlanken espen am bach, ein heiliges grauen
wandelt mir aus dem innersten haine sanft lispelnd entgegen.
Zachariä tageszeiten 108;

von jenen todtenhügeln,
auf dem die espe bebt, stürzt sich auf schwarzen flügeln
ein finstres rabenheer auf mich.
Weisze trauerspiele 4, 92.


 
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espen, populeus, mhd. espîn fraxineus. Diut. 2, 272. mit espen negeln genegelt. weisth. 1, 698; espene teller. Mathesius 1562, 272b. dies adj. liegt auch den scheinbaren zusammensetzungen espenlaub, espenzweig u. s. w. unter.

 

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