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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
eselshorn bis eselslast (Bd. 3, Sp. 1152 bis 1154)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) eselshorn, n. der jude Süezkint von Trimberg singt MSH. 2, 259b:

[Bd. 3, Sp. 1153]


unt daʒ dër esel hete horn,
die liute ër nider stieʒe,

und noch haben die juden in Deutschland die redensart 'es ist gut, dasz der esel keine hörner hat', womit gesagt werden soll, dasz er nach seinem bösen willen nicht handeln, verderblich werden kann; erkenn, herr got im himmel, wer die oberkeit und das ganze land umbreiszen dörft! nit der, der deine knecht also verleugt und umbjagt (es ist Luther gemeint als gegner des Carlstat), nit der, der gern esels hörner hett, do mit er alle die uber kalte klingen hupfen liesz, so im mit einigem wort widerweren. Ickelsamer clag etlicher brüder 63a.
 
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eselshuf, m. ungula asini: sihe nur wol scht mein esel so genau mit seinem esels hf, das man den glauben nicht kan greiflich machen. Nasenesel 93a. an den pferden nennt man eselshuf einen fehlerhaften hohen huf mit engen fersen. dann name einer pflanze, tussilago farfara, brautlattich, eselshuf, roshuf. Lonicerus 254b.
 
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eselskarre, m. carrus asini:

er musz ziehen im eselskarren.
H. Sachs IV. 3, 10c.


 
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eselskinnbacke, m. maxilla asinina: und er fand einen faulen eselskinbacken, da reckt er seine hand aus und nam in und schlug damit tausent man. richt. 15, 15;

ein regiment philister schlagen
mit eselskinnebacken, das
war ehren Simson nur ein spasz.
Kl. Schmidt poet. br. 181.


 
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eselsknoche, m. os asininum:

dasz aus einem bauren ietzt
Mars bald einen herren schnitzt,
warum nicht? es wird gebrochen
manche pfeif aus eselsknochen.
Logau 1, 73, 95.


 
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eselskopf, m. caput asininum, häufige schelte wie das einfache esel oder dummkopf:

ach du verheiter eselskopf! fastn. 334, 16;

sie weren wol eselsköpf gewesen, das sie also hertiglich gelebt hetten. Keisersberg bilg. 7c; sie aber belagerten die stad, bis das ein eselskopf acht silberlinge und ein vierteil kab daubenmist fünf silberlinge galt. 2 kön. 6, 25; ir groszen, groben eselsköpfe. Luther 3, 78b; kein eselskopf ist so ungelert, wenn er nur wider den Luther schreibt, so ist er gelert. 514b; und die eselsköpfe wollen draus schlieszen, die kirche sei uber das evangelium. 521b; der hat solche eselsköpfe in die schrift gejagt, gleich als wenn einer mancherlei thier in einen thiergarten gebracht. 4, 382b; ich wil am jüngsten tag auch ein gut register bringen von meinen guten werken, damit ich meinen ergsten feinden gedienet habe wider meine wütige tyrannen und feinde, und wer die sind, die groben eselsköpfe und lügenmeuler, die itzt gar nichts können on allein wider den Luther schreien. 6, 62a; etliche weiber sind grobe ochsen, eselsköpf und unfläter, stellen sich gegen eim frembden menschen, den doch ihr man gern sihet, als wer er ein hund oder as. Alberus ehbüchlin g 2b; wie der vollen zänkischen eselsköpf art ist. Kirchhof wendunm. 194b;

der künig bch bekent auch frei,
wie das ein esels kopf werd sei
achtzig silberling gt. Nasenesel 14b;

da msz ich nun probieren, dasz diejenigen billicher grobe eselsköpf genannt werden, die uns also z intituliern meinen. 20b; Christus sagt wir sollen verzeihen, so werde auch uns verzihen, die eselsköpf sagen, es sei ein heuchlerische lehr. 89a; wann dem nun also ist, wo bleiben dann sie, die alten eselsköpf, die ungerechtfertigten, ja verbantesten hundsbuben, die verwirkten irrigen predicauzen all auf einem haufen, besonder derjenigen, so sich nicht wöllen weisen lassen. warnungsengel 164;

soll mir der harm das blut aus allen adern saugen,
wann ihr ein eselskopf, der nichts versteht noch kennt,
und alle tugend haszt, mich den poeten nennt?
Opitz 2, 28;

faste du, du fresser sonder gleichen,
toller, voller eselskopf!
Gryphius 1, 643;

du eingemachter eselskopf! Weise erzn. 12; wie ich denn also stunde und in meinem eselskopfe bedachte, wie ich dem novizenmeister, wann er ankommen würde, begegnen solt. fr. Simpl. 25; ein gefallen ist doch des andern werth, verstehst? 'eselskopf, ja'. Fr. Müller 3, 77; wen dummkopf, wen? so kalt, so leer fragst du, wen? hat michs doch angepackt wie der schwindel! wen, eselskopf, wen? Schiller 137a.
 
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eselskrankheit, f. von den schrunden der huf (hufe, ungularum), so man die eselskrankheit zu nennen pflegt. dieses sind etliche gewisse kleine, enge und kurze schrunden, so die cron oder wurzel an ihrem vordertheil rings herumb

[Bd. 3, Sp. 1154]


einnemen, sich nach der lenge erstrecken, etwan blut von sich geben. Uffenbach 2, 289.
 
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eselskraut, n. euphorbia esula.
 
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eselskunst, f. ars asinina, stulta: und wolte mit solchen worten ire eselskunst brauchen. Luther 3, 521a;

dein eselskunst ist gar kein nutz,
beschlagen hat dich, hör, anders schmid,
sich, lieber esel, beisz mich nit.
dann weil dichs reimen kumpt an schwär,
so wil ich brauchen ein ringere schär. Nasenesel 16b;

z dem sicht iederman wol sein esels kunst an der cabolisterei, da er aus meinem namen schlieszen und probiern wil, ich sei ein esel, ursach, ich heisz Nasus, und esel und nasen sei éin ding in bchstaben. 21a.
 
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eselskürbis, m. cucumis erraticus. Stieler 1015.
 
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eselslast, f. sarcina asinorum, eselstracht.

 

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