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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
eselheft bis eselklieber (Bd. 3, Sp. 1149 bis 1150)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) eselheft, f. fibula, qua alligatur asinus: der dritt hagk (uncus) oder die dritt eselheft, an deren der esel, die seel des menschen gebunden ist, das ist vermessenheit eigner verdienste. Keisersberg pred. 93a.
 
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eselheit, f. stultitia, vgl. mhd. wb. 1, 448a:

sô wirt iuwer eselheit
ze bêden sîten vil breit. GA. 2, 451.


 
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eselhirt, m. asinarius. Maaler 121a.
 
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eselholz, n. lignum e silva ab asinis portandum, das ist kleines holz zum tragen, nicht zum fahren: auch mag ein itzliche partei eselholz darinne hawen und sich das gebrauchen und doch stanghester stehen lassen, das der walt nit ganz also verhawen werde, das er eicheln getragen moge und solch eselholz nirgends anderswo verkeufen dan unter die bürger zu Laer. weisth. 3, 533.
 
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eselin, f. asina, goth. asilus auch weiblich, ags. assen, ahd. esilin und esilinna, mhd. eselin und eselinne, nhd. eselin: Balaam sasz auf einer eselin. Keisersb. s. d. m. 17a; und er hatte schafe, rinder, esel, knecht und megde, eselin und kameel. 1 Mos. 12, 16; da stund Bileam des morgens auf und sattelt seine eselin. 4 Mos. 22, 21; die eselin hat gesetzt, ein junges zur welt gebracht;

ich bin ein arbeitsamer man ...
mein arbeit wil mir nicht ergeben,
sonder verschwind und wird verlorn,
das macht, die eslin steht da vorn,
zerkift, zernagt, friszt und zerstrebt
was ich mit arbeit han erwebt ...
(der man) an allen orten thut das best
mit allem seinem hausgesind,
meiden und knechten und mit kind,
wo der ein faule eslin hat,
darbei sein ehweib man verstat,
die zerhaft ist und gern schlembt,
was er gewint, sie im verdembt.
H. Sachs I, 524c.d;

warum gebt ihr nicht auf den pfarrer acht? er ist ein esel, aber für euch eselinnen predigt er gut genug. J. P. Tit. 2, 47.
 
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eseling, m. asinina proles, gegensatz zu edeling:

nieman ist edel, wan den dër muot
edel machet und niht daʒ guot,
wan eineʒ sint edelinge,
daʒ ander eselinge,
ein edelinc tuot edellîchen,
ein eselinc tuot esellîchen,
doch siht man ofte dringen
eselinge mit edelingen. Renn. 1456—61.


 
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eselisch, eselsch, asininus: also schrien wir prediger redlich, so man aber sicht, das wir esel seind und ein eselisch leben füren, ein vihisch leben, so förcht man uns nit. Keisersberg brösamlin 52b; einfalt on fürsichtigkeit ist ein torheit, sie ist nit tübisch, besonder eselsch. das ist nit die einfalt der tauben, von deren der herr hie redt, mer es ist ein eselsche einfalt. seelenpar. 162a; wenn hat kön. maj. zu Behmen zu scharf gedeucht D. Fabers und dergleichen lesterliche, eselische schrift? Luthers br. 4, 240;

ganz eselisch ward auch sein stim.
H. Sachs I, 153b;

aus grober eselischer zunft. I, 482d;

merkt auf mein eselisch natur
und was ich sei in der figur (dem bilde).
Joa. Nasus Nasenesel 9b;

aus eselischem verstand. Paracelsus 1, 561b; ein eselischer verstand. chir. schr. 256a; nun die strasz ist zu eim theil gebanet, ich versihe mich zu ewerer köpf ründe, ihr habt die esilischen Silen und Seulen verstanden. Garg. 19a; die eselische gedult läszt ihr das fell gar abstreifen. Lehman 1, 267.
 
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esellich, asininus, oft geschrieben eselich: man hilft, spricht er, ja keinem z groszen ehren, er sei dann von vier anchen her, geborn von eselichem geblt, die man dann vor allen erhöhen tht. Nasus Nasenesel 23b.
 
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esellicht, dasselbe. Stieler 390: wer ein esellicht lieb hat und sin liebstes nit geziechen kann zu keiner zucht noch zu keiner eren, der sal isz heiszen disteln tragen. dan das man vil den esel dribet zu dem klehe, so wil er doch bi den disteln sin. altd. wäld. 1, 155.

[Bd. 3, Sp. 1150]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) eselist, m. im bapstum sind des bapsts esel, schreiber oder saphra, die canonisten oder eselisten. Luther 8, 64a; oder haben die eselisten, juristen wollt ich sagen, ire jura also studiert, das sie noch nicht wissen, was subjectum, und finis sei juris civilis? br. 5, 505.
 
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eselklieber, m. der den esel kleubt, spaltet, zerreiszt: ei man solts dem eselkliber (so) und rosarzt nicht thn. Nasus Nasenesel 65a am rande. gemeint ist Georg Nigrinus, der von brder Johann Nasen esel geschrieben hatte.

 

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