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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
es bis eschelbaum (Bd. 3, Sp. 1139 bis 1141)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) es, n. unio, monas, gleichviel mit as (1, 578), fehlerhaft geschrieben esz: es auf einem wurfel. vocab. 1482 h 2b; das es auf dem würfel, canis. Maaler 121c; das es im spiel, unio. Frischlin nomencl. 476; ses oder es, bischof oder bader. Henisch 934, 65; ses oder es, aut Caesar aut nihil. Stieler 388; gleichwie im bretspiel, so einer zwei es bedörfte, zwei ses darfür wirft, damit das spiel verspielet. narrensch. von Höniger 3b;

ich hab drei es, ich bin darvon.
H. Sachs III. 1, 219d;

wer rüttelt ein quatwer, es oder zinken,
so vil mal musz ers glas austrinken.
Schade sat. u. pasq. 1, 162;

nun wirt der wirfel han sechs ort,
das erst ort das sol sein ein es,
das wirt sich stellen uf die ses.
Gengenbach s. 375;

voll auf brettspiel oder das schön flüssen, es, daus, troi. Garg. 171b; zwei es oder zwei daus. Simpl. K. 254. mhd. galt esse:

dane viel daʒ esse noch daʒ tûs. Amis 2484,

wo doch eine hs. das es nach dem tus;

dâ sie ir freunde wësse,
den warf sie liht zwei esse.
Helbl. 1, 1122.


 
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es, f. siehe esse.
 
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esban siehe espan.
 
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esch, m. thymallus piscis, sonst auch DWB asch. Henisch 133, 30. Stieler 60; von seiner güte und köstlichkeit wegen ist das

[Bd. 3, Sp. 1140]


sprichwort kommen 'der esch ist ein rheingraf'. Forer 174b; ein esche fahet an gut zu sein im heumonat und ist im herbst am besten. Feurabend fischweidwerk 73a. s. eschling.
 
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esch, f. cinis. Alberus: in der eschen gebacken, cinere pistus. s. DWB asche und DWB eschen.
 
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esch, n. und m. campus, arvum, seges, goth. atisk, ahd. eʒisc (Graff 1, 529) von der wurzel itan, ëʒʒan edere, weil man die saat oder frucht iszt, und in der edda heiszt das getraide æti; aus saat und seges ergab sich leicht die bedeutung des saatfeldes oder der flur. der zusammenziehung wegen wäre êsch zu schreiben und zu sprechen, wie mhd. êst aus ëʒ ist entspringt. mhd. zeigt noch der Schwsp. 173 Wackern. das volle wort: ër lât ouch sîn phërt wol trëten in den eʒesch mit den vordern vüeʒen, wo eine andre hs. esch hat, wie 172 s. 168 und gêt ein man in einen esch, welches die weisthümer überall geben: ouch sol nieman kein frömbdes vich haben, hat aber ieman frömbdes vich, klein oder grosz, der sol es weiden in der brach und nicht in dem esche. 1, 33; was auch egerden in den eschen gelegen sind und einer verbut im darauf nit zu faren. 1, 128; es sond auch unser eschen wol gezünt sin 1, 199; der meier von Haldingen soll machen in dem äsch ein haust hewes meinem herrn zu zehenden von dem äsch. 2, 571; auch sol man dem richter von drien eschen hünr geben. 3, 645; und sol er auch alle jar die esch (die fluren), darin er snidet, behüten ungevarlichen. ebenda. hieraus erhellt, dasz das oder der esch bezäuntes saatfeld war, dem egerde und brache entgegen stand, mitten darin konnten stücke von egerde und brachfeld liegen. um den esch reiten oder blosz esch reiten bezeichnet den jährlichen ritt um die flur. Schmid schwäb. wb. 123. weder Frisius, Maaler, noch Henisch kennen esch, Dasypodius 6a. 321b gab schon ager, esch oder bann, Schilter 65b asch, esch, eschen campestria loca, Frisch 1, 232c schreibt esch, ösch und Haltaus 1445 unter ösch bringt lesenswerthe stellen. man unterscheidet sommeresch und winter esch, gleichviel mit sommeresch ist auch haberesch, haberfeld. für esch begegnet einigemal die schreibung esz (aus eʒsch?): zu mittem merzen sond (unsere wisen) ingeschlagen werden, und also bis das embd darus kompt im esz ligen. weisth. 1, 130; ufgethan werden, nit lenger im esz ligen. daselbst (vgl. in egerten ligen sp. 34). nicht anders fasse ich im hochdeutschen Eulenspiegel cap. 25 die worte des herzogs: Ulnspiegel, bistu da, was thustu in dem esz hie? weistu nit das ich dir verboten hon min land? es meint auf der flur, auf dem feld, und Lappenbergs vermutung scheint müszig, vgl. DWB etzen, weiden.
nd. wohnt das wort hauptsächlich in Westfalen. Schuiren im teutonista hat esch gleichbedeutend mit velt und acker. Lodtmann mon. osnabr. s. 106 sagt: esch Westfalis congeriem agrorum serendo frumento destinatorum, et utplurimum diversos dominos habentium designat, in qua diversorum dominorum agri nulla sepe aliove munimento a se invicem separati. opponimus Westfali huic vocem kamp, agrum sationi destinatum, sed munimento manu facto separatum ab agris propinquis. in illo finita messe commune universitati civium aut rusticorum solet esse pascuum, non vero in hoc. hiernach vergliche sich esch als gemeinflur der mark, dem gemeinwald. da aber auch jene schweizerischen esche bezäunt sein konnten, wird kamp, wenigstens oft, mit esch eins sein, wie Strodtmann (1756) s. 46 bestätigt. Möser osnabr. gesch. 1, 20 (2 ausg.), 1, 17 (3 ausg.): esch ist ein gemeines feld, das mehrere zusammen bauen. hier erkennen die genossen über die land oder wannenwege, über die betreibung der stoppeln, über pflugart, über die befriedigung und alles was zum besten des esches ist. bisweilen ist auch der holzgraf zugleich im esche richter, entweder weil der esch aus der mark genommen und ihm das richtamt gelassen oder aber weil er als ein zufälliger genosse dazu erwählet ist. Stüve landgem. s. 215: ein theil der grundstücke liegt gesondert in geschlossenen kämpen, während andere in einem gemeinschaftlichen felde oder esche vermengt sind, wo denn auch auf diesen eine gemeinschaftliche hut und weide zu bestehen pflegt, welche auf den übrigen nicht vorhanden ist.
dem östlichen Niederdeutschland (Hannover, Holstein, Meklenburg, Pommern) scheint der ausdruck fremd (fehlt bei Schambach, Danneil, Schütze) und wenn ihn Niebuhr verwendet: übrigens war nicht blosz die esch (flur?) des alten ager romanus, wie alles eigenthum, gegen ein jedes ackergesetz gesichert, sondern auch die alte almende und was dazu gewonnen war, ehe es eine plebes gab. 2, 181, erinnerte er sich

[Bd. 3, Sp. 1141]


seiner wol aus Möser und wandelte das n. unrichtig in ein f. vgl. DWB eschheie, DWB eschpfat, DWB eschrose, espan.
 
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eschbach, m. an eschen hinflieszender bach, ein alter und häufiger ortsname. Förstemann 2, 109. s. DWB eschenbach.
 
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eschbaum, m. fraxinus. Lonicerus kreuterbuch 66a. 67a. Dasypodius 79d. man sehe eschelbaum, eschenbaum, escherbaum, eschern.
 
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esche, f. fraxinus, weibliche bildung des ursprünglichen m. asch (1, 578). mhd. galt noch asch. voc. theut. 1482 h 3b setzt esche oder asche, das russ. jasen, böhm. jesen, poln. jesion sind alle männlich.

da ich einsam am ufer des waldes gedankenvoll sitze,
hör ich hinter mir dunkles gemurmel und flüsternde winde,
die im silbernen laube der zitternden eschen sich kräuseln.
Zachariä tageszeiten 107.

esche steht episch für den eschenen sper:

schwinger des spers und begierig mit ausgestreckter esche
krachendes panzergeschmeid an feindlicher brust zu durchschmettern. Il. 2, 543 ὀρεκτῇσιν μελίησιν.

so auch ags. äscum and ecgum, lanceis ensibusque. Beov. 3541.
 
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esche, f. cinis für asche, welches Luther festigte (1, 578). s. DWB eschen. in den zusammensetzungen wird eschen undeutlich, da es den baum und die asche ausdrücken kann.
 
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eschelbaum, m. fraxinus. Serranus i 5a. lat. ist esculus, aesculus die eiche, aber beide bäume, esche und eiche, galten dem alterthum für heilig. statt Eschenbach kommt geschrieben vor Eschelbach, ahd. auch Eskilînpah (später Eschilnbach), worin eskilîn adj. von eskil scheint, vgl. Förstemann 2, 110. 112.

 

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