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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
traumproduct bis traumauslegung (Bd. 21, Sp. 1471 bis 1472)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) -product: körperliche lust und wollust sind tr. Novalis 2, 215 Minor.
 
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traum, m., der balken, als drǎm (1380) bei Fischer schwäb. 2, 312, neben tram, trom, drom, dram, s. teil 2, 1332 und 11, 1, 1, 1177; bes. schwäb. els., daneben bair. österr. belegt; literarisch bis ins 16. jh., mundartlich noch im bair., s. Schmeller-Fr. 1, 662:

... wer do hat im augen ain traumen (: raumen)
Vintler pluemen der tugent v. 8998 Zingerle;

Hartlieb Ovid von der lieb (1482) 62b; ain balck oder traum (Augsburg anfang 16. jh.) chr. d. dt. st. 25, 191; von ainem newen traum stubholz (1512) österr. weist. 8, 318.
 
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traum, n., fadenende, nach Stalder schweiz. 1, 300 von franz. trame, f., 'einschlag in der weberei, faden', eher aber im hinblick auf bedeutung und genus wie das nd. draum neben drom, drâm, drôm, m., 'zettelende eines gewebes' Schambach Götting. 49 zu trum(m), m., n. (s. d.): garnabfälle, enden und dräumen von seide neue gewerbeges. für den norddt. bund § 56.
 
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traumähnlich, adj., in anlehnung an traum I F (s. d.); stereotyp bei zustand: mein traumähnlicher zustand beim erwachen war jeder genauen beobachtung ungünstig Matthisson schr. 2, 211; die traumähnlichsten, geheimnisvollsten zustände L. Schefer ausgew. w. 8, 62; ein traumähnlicher zustand, der mich über die schwelle des bewusztseins hob T. Kröger wohnung d. glücks 74; bei bestimmten zuständen: man gerät in eine traumähnliche betäubung Caroline 1, 321 Waitz; die seltsame composition ... versetzt sie in einen traumähnlichen rausch Tieck schr. (1828) 9, 219; seltener bei ereignissen und dingen, ihren wirklichkeitscharakter reduzierend: gefühle ... aus der erinnerung an eine traumähnliche begegnung hergeleitet

[Bd. 21, Sp. 1472]


Holtei erz. schr. 24, 92; fühlte ich ... traumähnliche bilder ... mich umgeben U. Hegner ges. schr. 3, 257. substantiviert: die gedankenwelt behält immer etwas phantastisches, mährchenhaftes, ja traumähnliches Herbart w. (1850) 7, 393 Hartenstein; adv.:

so schien aus bleichem duft im ringenden gewühl
ein luftgesicht sich mir traumähnlich zu entfalten
E. Schulze Cäcilie 1, 36.


 
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traumartig, adj., zuerst bei Göthe: über die traumartige vergänglichkeit irdischer dinge I 7, 46 W.; wie traumähnlich allgemein von seelischen zuständen: so verfielen wir ... in einen traumartigen zustand A. v. Arnim w. 11, 73 Grimm; der ... beifall ... weckte sie aus der traumartigen versenkung G. Keller ges. w. (1889) 7, 84; häufiger als traumähnlich auch für phänomene und eigenschaften seelischer oder gegenständlicher wirklichkeit: das menschliche vorstellen ... ist nur animalisch, also traumartig Schleiermacher w. III 5, 225; dies alles machte einen wunderlichen, traumartigen eindruck auf mich fürst Pückler briefw. u. tageb. 1, 195; sie seien sich des traumartigen glücks ihrer lage nicht halb bewuszt A. v. Droste-Hülshoff br. an L. Schücking (1893) 136; dasz mir gar manches traumartig vorkömmt Göthe IV 33, 125 W.; nur eine scheinbare, traumartige existenz Schopenhauer w. 1, 248 Grisebach. adv.: so kommt etwas eigenes über geist und sinn, das uns vergangenes, abwesendes traumartig zurückruft Göthe I 24, 364 W.; oft bei bestimmten adjectiven: so traumartig schön eine solche koralleninsel aus der entfernung erscheinen mag Ratzel völkerkunde (1885) 2, 107.
 
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traumatrikel, f.: (er) läszt ... dir sagen, dasz es wirklich in der traumatrikel der kirche zu Grünberg steht, dasz dein urgroszvater Melchior ... mit der tugendhaften jungfrau ... ehelich copulirt worden ist Stifter sämtl. w. (1901) 2, 94.
 
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traumauge, n., das nach innen schauende auge des träumenden: (der page) träumte mit seinem gewissen in den ... bildern, welche vor seinem traumauge aufstiegen C. F. Meyer novellen (1888) 1, 303; gewöhnlich aber nach traum II C 2 (vgl. auch träumerisch 3): sie hat ... versonnene traumaugen voll entzückung F. Poppenberg maskenzüge 330. davon traumäugig, adj., C. Hauptmann Einhart (1907) 1, 4. —
 
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traumauslegen, n. (vgl. DWB traum I C 2, sowie compos.-typ 5 a), das traumdeuten: als einer, der sich mit wahrsagen und traumauslegen abgebe M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 2, 300; lasz das traumauslegen sein Rosegger schriften (1895) II 9, 372. adj. partic.: der ... traumauslegende ... Daniel G. Treuer dt. Dädalus (1675) 1, 367. —
 
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traumausleger, m., sompniator Diefenbach 542a; coniector, interpres somniorum Junius (1567) 520; Kramer teutsch-it. 2 (1702) 1117c; träumausleger Paracelsus op. (1616) 1, 95 Huser; theatr. diabol. (1569) 236b; Frischlin nomencl. (1591) 240; er hat auch seine diener, schwartzkünstler, zauberer, hexen, allerlei warsager, traumauszleger, handbeschauwer H. Pantaleon wahrhafftige bestätigung (1571) 132;

der lügenkünste thörichte bethörer,
weissager, zeichendeuter, traumausleger
Rückert w. 9, 104;

von Apollon: du künstegott, du artzt, du traumauszleger Opitz op. (1690) 1, 72. —
 
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traumauslegerin, f., Tiedge w. (1832) 6, 11. —
 
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traumauslegung, f., traumdeutung Hulsius-Ravellus (1616) 327: das schöne blatt von der traumauslegung Josephs liegt noch bei mir Göthe IV 14, 134 W.

 

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1) traulicht
 ... traulicht , n. , in westdeutschen maa. für irrlicht,