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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
taubsüchtig bis tauchen (Bd. 21, Sp. 180 bis 181)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) taubsüchtig, adj. 1) surdus: taubsüchtig (sourd) sein, werden Rädlein 868bf. 2) furiosus, fanaticus Dasyp. (1556)

[Bd. 21, Sp. 181]


Q 1d: er würt auch etwan so wütend und taubsüchtig. Steinhöwel Äsop, Wackernagels leseb. 1, 1058, 1 (bei Österley 335 tobsüchtig); schweiz. das taubsüchtig Sabinele. Gotthelf erzähl. 4, 147, auch von thieren: nachdem er (der gaul) ein paar male ausgeschlagen, zottelte er endlich taubsüchtig seines weges. geld u. geist (1859) 265.
 
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taubwässerung, f. 'nennt man das aufhalten des, durch starke regengüsse oder überschwemmungen auf wiesen und feldern sich angehäuft habenden schlammigen wassers so lange, bis es seinen fetten schlamm abgesetzt und den boden so gedüngt hat' Weber öcon. lex. 585a.
 
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taubweise, f.: von dem das hirn in unsinnige taubweise (taubsucht 2) gebracht werdt. Paracelsus 1, 725c.
 
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taubweisz, s. DWB taubgrau.
 
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taubwurm, m.: ein kleins würmle, welches die jungen hund under der zungen habend, den man inen in der jugend nimpt, damit sie nit taub (toll) werdend, lytra Maaler 399b. s. DWB tollwurm.
 
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tauch, m., bair. der tauch oder eintauch, die tunke Schm.2 1, 581.
 
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tauchber, m. was tauchgarn, senkgarn, entstellt taubel, taupel Schm.2 1, 581. 261. Weber öcon. lex. 585a f.; tauchbärn Jacobsson 4, 141a, tauchbeerengarn, taupel 377a.
 
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tauche, f. limnanthemum, 'weil sie im wasser schwimmend und gleichsam untergetaucht ist'. Graszmann pflanzennamen nr. 466; die schneewassertauche, das eintauchen in schneewasser Matthisson schriften 5, 266.
 
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täuchel, s. DWB teuchel.
 
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täuchel, m., alem. tüchel was täucher, tauchente Maaler 411d, demin. düchelein was täucherlein Heuslin Gesners vogelbuch 103.
 
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tauchen, verb. mergere, tingere.
I. Formen und herkunft.
1) ahd. tûhhan tûchen in intûhhan fertûchen mit starken formen: intuhhun (3. plur. prät. ind.), fertochen partic. prät., daneben schwachformig ingidûht, immersa Graff 5, 367 f.; mhd. tûchen touchen und md. tûchen nur schwachformig, betûchen (s. DWB betauchen) auch mit starkem partic. betochen Lexer 1, 245; mnd. dûken, mit dem nachweisbaren starken prät. ûpdôk (Schiller-Lübben 5, 109a); nd. dûken, nnl. duyken, engl. to duck (wovon duck ente, ags. dûce), schwed. dyka. vergl. das frequentative ducken. den oberdeutschen mundarten ist tauchen nicht geläufig, sie haben dafür tunken.
2) die zu grunde liegende germanische wurzel duk läszt sich mit andern sinnverwandten ausdrücken (wie taufen, tunken) kaum in zusammenhang bringen, s. gramm. 12, 1032. Diefenb. vergl. wb. 2, 628. Schade1 968. Kluge4 351b. zweifelhaft bleibt auch das verhältnis von tauchen zu ahd. dûhan (aus dûhjan) dûhen, mhd. diuhen tiuhen dûhen douhen (md. diuwen, mnd. duwen), bair. dauhen drücken, drängen, pressen, schieben u. s. w., s. Lexer 1, 442. Diefenb. 2, 617. 631. Schm.2 1, 494. das im mhd. wb. 1, 372b aufgestellte starkformige diuhen, douch beruht auf irrthum, denn douch ist in der angeführten stelle verkürzter imperativ von douchen:

dô schrei der starke Wolfhart
'nûtrâ, Bitrolfes zart,
douch an in mit starken slegen!' Dietrichs flucht 6751.


II. Bedeutung und gebrauch.
tauchen drückt eine rasche bewegung unter die oberfläche einer flüssigkeit aus und wird darnach im höhern und dichterischen stile auch in verallgemeinerter und figürlicher anwendung gebraucht.
1) intransitiv, sich ganz oder zum theil unter die oberfläche einer (oder wie einer) flüssigkeit bewegen, niederlassen.
a) eigentlich, mhd. und md.:

sie kunden weder swimmendâ noch touchen. jüng. Titurel 2359;

dô gesach er ûf dem snê
tûsent Kriechen unde mê
tôt tûchen unde sweben.
Herbort troj. krieg 4389;

nhd. sie fielen in die fluth, die fluth gab nach
und nahm erfreut die tauchenden drei schönen
mit ihren wellen auf.
Pyra u.
Lange 159 neudruck;

schwimmet, schwimmer! taucht ihr taucher!
Göthe 40, 419;

das element, in dem ich schwebe, hat alle ähnlichkeit mit dem wasser; es zieht jeden an und doch versagt dem, der auch nur an die brust hineinspringt, im anfange der athem; musz er nun gar gleich tauchen, da verschwinden ihm himmel

[Bd. 21, Sp. 182]


und erde. br. 729 (3, 237) Weim.; wer tauchte unter speeren (speerwürfen) wie ein wunder schwan? ... 'der könig verging im strom wie ein wunder schwan'. Freytag ges. werke 8, 84; bei groszer ruhe liegen sie (die lappentaucher) flach auf den wellen, bei einiger aufregung schon etwas tiefer unter der fläche, bei furcht tauchen sie. Brehm thierl. 4, 936. genauer tauchen in, zu: mhd.

(dasz sie) alsam ein ent in waʒʒer touchent. jüng. Titurel 531;

er wær getûchet zuo dem meresgrunde. 5267;

nhd. (Poseidon) ging und taucht' in die fluten.
Voss Il. 15, 219;

wer wagt es, rittersmann oder knapp,
zu tauchen in diesen schlund (wasserstrudel)?
Schiller 11, 220;

der ritter sich entkleidet,
er taucht ins meer.
Uhland 2, 251.

mit dem kopfe, mit der hand u. s. w. (transitiv den kopf, die hand) ins wasser oder in eine flüssigkeit, in ein damit angefülltes gefäsz tauchen: der mit der hand mit mir in die schüssel tauchet (var. tauchet hat), der wird mich verrhaten. Matth. 26, 23 (der mit mir legt di hand in di schussel cod. Tepl., eintunket bibel vom jahre 1487, lat. intingit manum).
b) uneigentlich, tauchen auf, in, zu: oft bis über die knie tauchten (sanken) wir in den schnee. Matthisson schriften 5, 264;

(sie) tauchte aus zwang in die mauer.
Voss Il. 15, 345,

sich bergend hinter der mauer.
Stolberg;

er tauchte in den tiefen schatten der bäume und tappte vorsichtig durch das nasse gebüsch. Freytag ges. werke 7, 370; die späher gingen voran, auf die zeichen, welche sie zurückgaben, tauchte der ganze haufe in den busch. 9, 137; auch ohne den nebenbegriff des bedeckenden, einschlieszenden, verbergenden:

indesz von zeit zu zeit sein blick
mit lüsternheit in jede schüssel tauchet.
Wieland 18, 83;

(ihr blick) tauchte, weil er doch auf etwas tauchen muszte,
auf Sinibald. Klelia u. Sinibald 1, 121;

Ivo war zu boden getaucht und hielt die schwertspitze über den hals des gegners. Freytag ges. werke 10, 208.
c) tauchen aus, aus oder wie aus einer flüssigkeit empor zur höhe sich bewegen, s. auf-, empor-, hervortauchen: aus einem finstern borne taucht die fei und wehklagt. C. F. Meyer novellen 2, 293;

sprachs und taucht' (kroch 1781) aus dem dickicht hervor, der edle Odysseus.
Voss Od. 6, 127;

wo nun tauchet
die sonn' aus kurzer nacht.
Rückert 5, 42;

lust und lied ihm tauchen
aus lenzgeweckten herzen.
Lenau neue ged. 231.

tauchen an: der schwall verläuft, ... in wenig tagen taucht der boden wieder an das licht. Freytag ges. werke 7, 429.
2) reflexiv wie intransitiv.
a) eigentlich: mhd.

(ich musz) mich tûchen als ein ente sich,
die snelle valken jagent in einem bache.
Steinmar 10, 27 Bartsch.

nhd. die enten tauchen sich. Stieler 2262;

stolz wandelt der pfau ...
und es taucht sich der schwan.
Platen 4, 29;

sich tauchen in:

die sonne tauchte sich bereits ins meer.
E. v. Kleist (1771) 1, 76.


b) uneigentlich, sich tauchen in mit dativ:

ein brennend meer
soll allen horizont umrauchen
und sich der sterne zitternd heer
im blute meiner flammen tauchen.
Göthe 13, 273;

mit accusativ:

beim ersten schritt aus diesem zimmer tauchen
sich zwanzig degenspitzen euch ins herz.
Schiller 13, 466 (Turand. 4, 10);

ihm ward in ihrem aug' ein himmel aufgethan,
wo sich in eine see von liebe
die seele taucht.
Wieland Oberon 3, 61;

tauche dich ganz in gefühle hinein.
Göthe br. 623 (3, 167) Weim.;

sich in eine täuschung tauchen, um nicht vor dem anblick der wahrheit zu narren zu werden. Klinger 3, 299;

vier tage tauchen sich ja schnell in nächte.
Schlegel sommernachtstr. 1, 1.


3) transitiv, ganz oder zum theil unter die oberfläche einer (oder wie einer) flüssigkeit kommen machen.

[Bd. 21, Sp. 183]



a) eigentlich:

so manche (schiffe), durchbohrt von geschossen,
tauchte der fluth einströmende last.
Pyrker Tunis. 4, 515;

der ganze körper war (vom schweisze) nasz, die haare waren wie getaucht. Seume spazierg. 62.
tauchen in: ain tuoch in waʒʒer, in eʒʒeich dauchen. Megenberg 105, 14. 423, 5; wenn einer mit der bloszen hand den andern geschlagen hat, ohne blut zu vergieszen, soll er (zur strafe) dreimal ins wasser getaucht werden. Schultz höf. leben2 2, 159 (aus dem lat. heergesetze kaiser Friedrichs I. vom jahre 1158); das tauchen ins wasser (bei der taufe). Luther 1, 333b; wo ich mich in euer wasser tauchen (taufen) liesz. Freytag ges. werke 8, 229;

dasz andre auch die hend drin (ins waschwasser) tauchen.
Scheidt Grobian. 2725;

(möwe,) die häufig die fittige taucht in die salzfluth.
Voss Od. (1793) 5, 52,

1781: die sich oft die flüchtigen fittige netzet;
ich tauch' ihn (den stab) rasch in sud und gluth.
Göthe 41, 51 (Faust 5741 Weim.);

der soll mein schwert
und pike tauchen in geweihtes wasser.
Schiller 12, 370 (Wallensteins tod 5, 2).


in (das) blut tauchen: sie tauchten den rock in das blut. 2, 75; auch er (Pappenheim) tauchte bei Magdeburgs zerstörung seine hand in blut. 8, 295; wer sich über andere erheben will, musz ... auch wohl seine hände in das blut derer tauchen, die seinem unternehmenden geist durch ihr dasein fesseln sind. Klinger 3, 227.
b) uneigentlich, tauchen in mit dativ (poetisch für taufen):

regt ein neugeborner fromme hände,
dasz man ihn sogleich zur sonne wende,
tauche leib und geist im feuerbade.
Göthe 5, 244 (divan 240 Weim. u. anmerk. s. 440 f.);

mit accusativ:

dort, wo der feind das schwerdt in feinde taucht.
E. v. Kleist (1771) 1, 144;

wo der Scythe, rauh gesinnt,
den opferstahl ins herz der ankömmlinge tauchet?
Gotter 2, 148;

selbstlesen taucht den kopf in glut, die füsz' in eis. 1, 246;

aber bestärken kannst du ihn wohl in seiner gesinnung,
oder wär' er noch neu, in dieses ihn tauchen und jenes.
Göthe 1, 337 (episteln4 37 Weim.);

das auge lieblich, aber getaucht in kummer. 39, 54; warum mich nicht in deinen armen halten und freundlich deinen blick in meinen tauchen? Bettine tageb. 29;

die luft, getaucht in der gewürze flut,
trinkt von der heiszen wange mir die glut.
Schiller 11, 209;

und wie wir hier zusammenstehn
in lust und leid getaucht,
so wollen wir uns wiedersehn
wenn's von den bergen raucht.
Körner leier u. schwert 31;

er tauchte sein auge still in den glanz der grünen berge. J. Paul flegelj. 1, 94; unter dem ins himmlische blau getauchten tannengrün. Hesp. 1, 165; als ich mich tiefer in den blauen himmel tauchte. Titan 2, 59;

die grose (schauspiel-)kunst mit spott und schreken zu beleren,
die in den strom des lichts den künen pinsel taucht.
Schiller 3, 175;

(Apelles,) der in reiz den pinsel taucht.
A. W. Schlegel poet. werke 1, 181.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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