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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
taubgeborn bis taubhorn (Bd. 21, Sp. 178 bis 179)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) taubgeborn, partic.: deshalb sind die taubgebornen auch um so vieles trauriger und unglücklicher, als die blinden, weil sie den hauptsinn des verstandes, der die andern zur richtigkeit gewöhnt, nicht haben. Heinse Hildeg. (1857) 47. vgl. J. Grimm kl. schriften 1, 199 f.
 
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taubgerste, f. taube gerste (s. DWB taub 6), mäusegerste, hordeum murinum Nemnich 2, 176; wiesenfuchsschwanz, alopecurus pratensis 1, 201.
 
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taubgrau, adj., schweiz. tûbgraw und tûbwîsz, grau, weisz wie eine taube, ganz grau oder weisz schweiz. id. 2, 832; henneb. taubegrôe Frommann 6, 476.
 
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taubhaber, -hafer, m. tauber haber (s. DWB taub 6), mäusehaber, der wild und unfruchtbar haber, aegilops Maaler 399b. schweiz. idiot. 2, 934, gauch-, taubhaber Dief. 196c; taubhafer Nemnich 1, 550. 685.
 
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taubhaus, n., mhd. tûbhûs (eigentliche zusammensetzung), was taubenhaus, columbare Dief. 133c: eʒ sol auch nieman kain taubhaus haben noch kainen schlac, da mit er tauben gevahen müge (s. DWB taubenschlag 2). Nürnberger polizeiordn. 328 (14. jahrh.): wre aber, daʒ dehain tûbe ... in jemans slag oder tûphûs mit anderren tûban kæme. Alemannia 5, 214, 8 (vom jahre 1372); da was einer der behielt sein altvatter in einem dubhusz verborgen. Pauli 263 Öst.; von dem narren im taubhausz (später taubenhausz). Wickram rollw. 183, 16 Kurz; ein taubhausz mag auf zweierlei weisz gemacht werden: auf pfeiler oder seul, mit höltzern wänden, mit einer steinern mauren umbgeben, oder auf einen thurn mit einer dicken mauren gebawet. Heuslin Gesners vogelb. 511; ein jeder mag auf und in dem seinem taubhäuser bawen und halten, ...

[Bd. 21, Sp. 179]


doch andern unschädlich. statutenbuch (1572) 133a; die schlangen thund den taubhäusern keinen schaden, so man in die vier winkel und an die thüren und fenster den namen Adam schreibt. Herr feldbau 120a; scherzhaft für hirn (s. DWB taube 8, a): Mercur, der sich ... zu den fantastenköpfen ins daubhausz gesellet. Fischart groszm. 87.
 
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taubhausloch, n. columbar voc. 1482 gg 3b, tuphusloch Dief. nov. gl. 102a (anfang des 15. jahrh.).
 
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taubheie, m. taubenhüter, tauber: der taubhai wirft seineu gewahsen kint auʒ dem nest, aber ê er si herauʒ werf, sô vogelt er si vor. Megenberg 181, 17.
 
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taubheit, f. , mhd. toupheit, der zustand des taubseins.
1) surditas Diefenb. 568c (s. DWB taub 1): wer will es leugnen, dasz .. die blindheit den menschen härter treffe als taubheit? J. Grimm kl. schriften 1, 199;

der blindheit und der taubheit nacht.
Rückert brahm. 9, 130;

(ohren), die taubheit hat verstopft.
Gryphius lyr. ged. 22 P.;

taubheit schliesze dein ohr!
Klopstock Mess. 4, 345;

ich wollte thun, als ob ich es nicht hörte .. meinen guten engel bitten, mich mit taubheit zu schlagen. Lessing 2, 136 (Em. Galotti 2, 6); taubheit gegen die stimme aller pflichten. Wieland 3, 75.
2) tollheit, tobsucht (s. DWB taub 4): aber ein andere taubheit ist die ausz den elementen geht, und bricht dieselbig unser vernunft. Paracelsus 1, 530c (530a taubsucht).
3) bergmännisch, das taubsein, die unhaltigkeit (s. DWB taub 6, a) Veith 489.
 
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taubhold, adj., taubhold werden, insanire amore alicujus Maaler 399b (s. DWB taub 4).
 
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taubholz, n. was taubes holz (s. DWB taub 6), abgestorbenes, dürres holz weisth. 1, 695. 761. 2, 49 u. oft.
 
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taubhorn, m., kurhess. dub-, dübhorn, der tauber Vilmar 409, mnd. duyfhorn, umgedeutet aus dufaren, duvarne, eine erweiterung von dufar, duffer Schiller-Lübben 1, 604b. vergl. Andresen volksetym.3 84.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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