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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
taubel bis taubenbaum (Bd. 21, Sp. 169 bis 170)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) taubel, s. DWB tauchber.
 
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täubeln, täupeln, verb. delirare Maaler 404a. Stalder 1, 271. vgl. Alemannia 16, 67.
 
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täubeln, verb.: die tauben täublen (brüten) dreimal im jar. Sebiz feldbau (1580) 122.
 
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täubeln, verb. und täuben, den kopf mittelst eines lauen oder mit milch vermischten wassers baden, besonders bei kindern gebräuchlich, um sie von unreinlichkeiten, nissen u. s. w. zu säubern (vom baden der tauben hergenommen) Stalder 1, 273.
 
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tauben, täuben, verb. , mhd. touben töuben töiben; mnd. doven.
1) intransitiv, taub sein oder werden.
a) zu taub 1 und 2: deuben, surdescere Dief. 568c; der riesz schlug in auf seinen helm gar ein starken schlag ... er begundte auch von demselbigen streich und schlag gar sehr tauben. buch d. liebe 279d.
b) zu taub 4, vgl. DWB toben: so wirt sy (die verschmähte frau) ... touben und begert rach und setzt doch irer rach ganz kain masz. Tünger facet. 102; diese aliena sapientia ist ein schwindelgeist, der da taubt und ertollet wider alle menschliche arth. Paracelsus 2, 371a;

der unglückhaft der .. toubt,
das er alles glücks sy beroubt.
V. Boltz weltspiegel A 4;

schweiz. tauben, rasen, wüten Stalder 1, 271.
2) transitiv oder absolut.
a) zu taub 1—3, taub oder abgestumpft, empfindungslos machen, betäuben: mhd.

swie vil ich in hie vor geschrê,
daʒ tete in in den ôren wê:
nû wil ich sî niht touben mê.
Singenberg 283, 37 Wackernagel;

dîn zunge ist worden dir ze snel.
du hâst sô vil getoubet mich. Barlaam 11, 27;

mæʒic trinken ist wol erloubt,
unmæʒic trinken in hirn toubt. Renner 9435;

nhd. viel leut ir gsundtheit sein beraubt,
gelähmt, geblendt, gestumbt, getaubt.
Waldis Es. 4, 92, 2;

mit welchen worten sy oft die oren ires mannes getoubt hat. Tünger facet. 134; des mertzen luft ... täubet die ohren. Agricola (1558) 278a;

schmatzen am drinken lob ich nit,
man töubt ander lüt darmüt.
S. Brant 110a, 101;

wir lassen uns mit offnen augen blenden und mit offnen oren theuben. Keisersberg evangelibuch (1515) 128c; was bekümmernd ir doch mein seel und töubend mich mit worten? Züricher bibel (1530) 263a, und peiniget (var. teubet) mich mit worten. Hiob 19, 2; lieber, geschweig! du taubst mich mit disem narrenwerk. Schade sat. 3, 173, 37; einen mit schwätzen töuben und den kopf zerbrechen, conterere aliquem oratione Maaler 404a; die ohren tauben, verschlieszen Heynatz 2, 466 (aus Mochels urne von Schmohl);

ha! täubt euch denn taubheit?
Klopstock od., krit. ausg. 2, 77;

die ihr jetzt mein ohr mit fragen täubet.
Uhland ged. 514;

den kein ruf des beifalls täubet.
Rückert mak.4 153.


b) zu taub 4, unsinnig, toll machen, böse machen, erzürnen, in furorem agere Denzler 283b;

(die minne) witzet unde toubet. Reinfr. von Braunschweig 11158;

der alte feind sie fangen liesz ...
mit list auch wolt sie teuben.
Luther dichtungen 109, 22 Gödeke;

darumb so töub mich nit mit fragen.
Murner narrenbeschw. 80, 21;

er wirt uns fürhin nit vast me hie töuben.
N. Manuel ablaszkrämer 488.


c) zu taub 6, dämpfen, kraftlos, zunichte machen, vernichten, mhd. touben (vermischt mit ahd. doubôn mhd. douben, domare):

er hât ubirwunden unsir vîande,
er hât si getoubet. Milstätter genesis 109, 13;

mit gedwange er si toubet. 111, 29;

ûf daʒ im nîman toubete
sîn hoffen. passional 364, 6;

[Bd. 21, Sp. 170]


nhd. die gantze lere des evangelii, so er bisher mit gewalt nicht hat mügen teuben. Luther 3, 35b; ein könig schwecht und teubte das volk. 4, 92a; Hadrianus VI. ward zum bapst gemacht der hoffnung, er werde den Luther teuben. G. Nigrinus papist. inquisit. 619; böse lust in meinem fleisch zu teuben und zu dempfen. Mathesius histor. Christi 1, 76b;

hilf, dasz wir fleisch und blut thun taubn
durchs creutz, dasz unser böser will absterb.
H. Sachs 15, 310, 9;

unmut täubte (dämpfte) den durst.
Voss Ovids verw. 28, 51.


 
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taubenapfel, m., franz. pigeon, ein rosenapfel mit einigen gelben punkten ('die wegen ihres bläulichen duftes zuweilen ein schillern der farben, wie man es an der brust mancher tauben findet, veranlassen' Weber öcon. lex. 584b). Nemnich 3, 590. Oken 3, 2086 f., vgl. DWB täubling.
 
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taubenart, f.: in den endlosen urwäldern Brasiliens leben viele taubenarten. Brehm thierl. 4, 258; art, eigenschaft der tauben: unsere gegenwärtige zeiten sein nicht sanftmüttiger tauben-art. Butschky Patmos (701) 485.
 
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taubenartig, adj. wie die tauben geartet: so, wie du bist, keusch und rein, und so taubenartig. Klinger theater 2, 185.
 
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taubenauge, n., mhd. tûbenouge (Mariengrüsze 191), auge der tauben oder wie der tauben, vgl. DWB taubenblick: deine augen sind wie taubenaugen. hohel. 1, 15 (dîn ougon sint tûbon ougon. Williram 22, 2 Seemüller); taubenaugen oder kleine äuglein haben. Ludwig 1944; das fräulein mit den taubenaugen. Claudius 3, 19;

geh, edler jüngling, suche fern vom hof
und von der stadt, in stillen hütten dir
ein gutes kind mit taubenaugen aus.
Stolberg 3, 43;

seht, aus ihren taubenaugen blicket
ihre schöne unschuldsseel' hervor.
Tiedge 4, 121.

taubenaugen am pferde sind augen, wo die augenlider und wimpern sprenklicht sind und deshalb nicht für gut gelten. Weber öcon. lex. 584b.
 
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taubenäuglein, n., demin. zum vorigen:

(sie) hat schöne taubeneugelein. trag. Joh. N 4a;

Kolombinchen hat ein paar so allerliebste tauben-äugelchen. Möser 9, 34.
 
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taubenbaum, m.: peridixion ist ain paum, der wehst in dem land India und haiʒt kriechisch alsô, aber er mag ze daütsch der taubenpaum haiʒen, und dar umb, daʒ ainerlai tauben des paums früht wunderleichen gern eʒʒent. Megenberg 374, 17.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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