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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tatzenschlag bis täube (Bd. 21, Sp. 161 bis 169)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tatzenschlag, m.: die werthen gelehrten von der Berliner akademie gleichen in dem bericht (über die fälschung der handschriften von Arborea) ganz dem bergleuen des Homer, welcher einem schlechten köter im vorbeigehen ruhig den vernichtenden tatzenschlag versetzt, und dann edlerem wild nachjagt. Freytag ges. werke 16, 389.

[Bd. 21, Sp. 162]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tatzfusz, m. tatze als fusz, bärenfusz; eine person mit einem breiten, plumpen fusze Campe, vgl. schweiz. idiot. 1, 1094; davon tatzfüszig 'der dicke füsze hat wie ein bär' Rädlein 868a.
 
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tätzlein, n. , demin. zu tatze, vgl. DWB tätzchen.
1) zu tatze 1 und 2 (meist ohne verächtlichen nebensinn): und so er fragen würd, was will mein ketzlin, so antwurt, carnem in carnarium meum, ein fleischlin in mein tätzlin. Bebel facet. (1558) D 7b;

da ist nichts über geblieben
von der ganzen gans, als ein tätzlein,
das kriegen dort hinten die kätzlein.
Rückert 1, 423;

mer haben die Schweizerknaben
der landsknecht basz gedacht,
wie sie krumme dätzlein haben (s. DWB krumm II, 1, b, α).
Uhland volksl. 475;

wer den andern hat verletzt, lang dem andern das detzlin. Fischart Garg. 94b; bair.-östr. tátzel pfote, kinderhand Schm.2 1, 634. Lexer kärnt. wb. 54.
2) was handtätzlein Stieler 2260. Schm. a. a. o. Stalder 1, 271 (auch käppchen an einem weiberhandschuhe, das man zurücklegen oder worein man alle fünf finger schieben kann).
3) zu tatze 4 Stalder a. a. o.
 
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tau, s. DWB thau.
 
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tau, n., im 16. jh. aufgenommen aus nd. tau seil, schiffsseil, funiculus Trochus Q 4b, funis Schottel 1429. Bobrik 686b (auch eiserne taue oder kettentaue Schedel waarenlex. 2, 575a); mnd. touwe tow tou (= mhd. zouwe in gezouwe, von ziehen), jegliches gerät, besonders schiffsgerät, speciell tau (nnl. touw) Schiller-Lübben 4, 595b; altn. taug strick, seil, dän. toug; den oberd. mundarten ist das wort fremd geblieben: getheertes tau Jacobsson 4, 378a; taue des groszen mastes u. s. w. 379a; da ist weder tackel noch tau am rechten orte. Wieland Lucian 2, 414;

er theilt die wogen,
bis er das zugeworfne tau ergriff.
Uhland 2, 271;

es hängt mein schiff an seinen starken tauen
in einer bucht.
Platen 3, 298;

ich kappe jetzt das tau (ankertau),
wir stoszen ab.
Tieck Ant. u. Cleop. 2, 7;

bildlich:

das heilge tau des glaubens ist zerrissen,
das diese welt an ihren gott gebunden.
Lenau 2, 225.


 
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taub, adj. goth. daubs, ahd. toub doub, mhd. toup toub; altn. douf, mnd. dôf, altn. daufr, ags. deáf aus derselben wurzel wie tob (toben) und dumm. vgl. gramm. 2, 19. Schade2 947b. Kluge4 351b. Feist nr. 118.
taub drückt im allgemeinen ein stumpfsein oder abgestorbensein der sinne oder eines sinnes aus, worauf die verschiedenen, nicht immer genau auseinanderzuhaltenden bedeutungen zurückzuführen sind.
1) nicht hören könnend, gehörlos; im engeren sinne nicht hörend oder nicht hören und verstehen wollend (verstockt), surdus, surdaster Dief. 568c; in den oberd. mundarten ist das wort in dieser bedeutung nicht üblich, sie gebrauchen dafür thör, thöricht, thörisch (vgl. 3), s. Schm.2 1, 579. Lexer kärnt. wb. 65. vgl. DWB dumm 5.
Zunächst nachweisbar ist im goth. Marc. 8, 17 (und nur an dieser stelle kommt das wort vor, während sonst für die begriffe taub und stumm das adj. bauþs gebraucht wird) die engere bedeutung von verstockt, verblendet (griech. πεπωρωμένος, lat. caecatus): unte daubata habaiþ hairtô iʒvar (plint cod. Tepl., verblendet bibel von 1487, verstarret Luther); ahd. thû toubo inti stummo geist (surde et mute spiritus). Tatian 92, 6; thô brâhtun zi imo touban inti stumman (surdum et mutum). 86, 1;

blinte joh ouh doube ...
ouh thara zi imo quâmun.
Otfrid 3, 9, 7;

mhd. wær wir alle blint oder toup. Parz. 290, 20;

nhd. so doch taub und stum sein seint natürlich bei einander. Keisersb. pred. 58b; er hat die tauben gemacht hören. post. 3, 73b; der dem touben sein oren uffthet. 74b; du solt dem touben nicht fluchen. 3 Mos. 19, 14; du sprachloser und tauber (ungehörender cod. Tepl.) geist. Marc. 9, 25; die tauben macht er hörend. 7, 37; las erfur treten die tauben (die gottes wort nicht hören wollen), die doch ohren haben. Jes. 43, 8; aber er sagt hiemit dem dauben ain merlin, wie man spricht. Zimm. chron.2 3, 141, 16; taub gebohren sein. Butschky Patm. 698 (481);

so lud vor einen tauben richter
ein tauber einen tauben vor.
Hagedorn 2, 144;

der ton (einer säge), welcher auch den taubsten erwecken kann. Immermann Münchh. 2, 80;

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(er wird) alle hart verstockten tauben
seines lieben worts berauben.
Ringwald l. w. 335;

taube ohren (taub an den ohren), die nicht hören, oder die nicht hören und verstehen wollen: mhd.

diu touben ôren er entslôʒ.
Diemer ged. des 11. u. 12. jh. 325, 6;

den stummen unde den tôren mit den touben ôren
... pin ich pildende. Milstätter exod. 129, 29;

si darbent alle der gesiht
und sint ouch an den ôren toub.
Konrad Silv. 2196;

nhd. die oren taub von sausen.
Gryphius trauersp. 292 P.;

die zeisige haben
das ohr mir taub gezwitschert.
Klopstock od., krit. ausg. 2, 4;

leute, die, taub an dem zweiten ohre, alles nur mit halbem hörten. J. Paul flegelj. 1, 32;

der höchste, wenn er schlägt, hat oft ein taubes ohr,
doch iederzeit ein herz, das unsre streiche fühlet.
Günther 814;

das ohr der majestät ist selten taub:
nur unsere stimme meist zu schwach bis dahinauf zu reichen.
Göthe 10, 60;

vergebens such ich ihn zurück zu halten,
sein ohr ist taub, er hört nur seinen schmerz.
Schiller 13, 452 (Turandot 4, 3);

tauben ohren predigen, singen, s. DWB ohr III, 1, d; einem tauben ein lied singen, eine vergebliche arbeit thun Eyering 2, 48. 193. Übertragen auf dinge und abstractionen:

soll ich mein liebes-klagen
nur tauben lüften sagen?
Stoppe ged. 2, 48;

ach! wem vertrau ich diesen jammer?
der freien luft, der tauben kammer?
Günther 1177;

schon hab ichs (meinen jammer) tauben felsenwänden zugewinselt, aber ein holer wiederhall äffte meine klagen nur nach. Schiller 2, 167 (räuber, schausp. 2, 5);

zum tauben himmel fleht ihr glühend ange sicht. 6, 366;

murren wider ein taubes ohngefähr, wider einen blinden zufall. Lessing 1, 400;

so legt die taube noth ein doppelt laster
mit ehrner hand mir auf.
Göthe 9, 71 (Iphig. 1707 Weim.);

sinnlich und verstockt,
ins gegenwärtige verschlossen, fühlt
der mensch das nächste wohl, das nächste weh,
und liebe selbst ist in der ferne taub. 9, 317 (nat. tochter 1469 Weim.);

oft sind mir selbst die züge der liebsten freundschaft todte buchstaben, wenn mein herz blind und taub ist. br. 343 (2, 274) Weim.;

die mit taubem herzen ihn fragen.
Schiller 11, 189;

mit dem dativ der person:

Agrippina. lasz mein flehn, die thränen dich
bewegen, sei nicht taub der hülfsbedürft'gen.
Tieck 3, 341.

Das, worauf man nicht hört und achtet, steht im dativ oder ist präpositional gefügt: mhd.

er was maneger rede toup,
die man rette wider in,
sô sêre betruobet was sîn sin. Eraclius 3028 Graef;

nhd. er wird dem beifall taub, den das gewissen giebt.
Hagedorn 1, 45;

taub dem sanften falle des baches.
Klopstock Mess. 17, 379;

(er war) taub seinem strafgericht.
Wieland der neue Amadis 3, 19;

sei ihrer bitte taub!
Gotter 2, 180;

ob sie, jeder bitte taub,
freveln soll an ihrem volke.
Platen 1, 142;

dem frieden taub, berennt mit scharfem stahl
er die entschloszne brust Mercutios.
Schlegel Romeo u. Julia 3, 1;

unerbittlich, wie sie (die kerkerwände) stehen
taub und stumm bei allem flehen.
Göthe 10, 567 H.;

dann wirft der für alles flehen
taube tod auf uns die faust.
Brockes 9, 570;

nur in Plutons grausen landen
hätten mit der brust von erz,
taub für lust und taub für schmerz,
unholdinnen widerstanden.
Bürger 73b;

er ist ein mensch, er kann nicht taub für menschheit sein.
Gotter 2, 432;

wäre dein ohr nicht für die wahrheit taub. Göthe 39, 343;

ein jeder schlägt und wird geschlagen,
und für's commando bleibt man taub. 41, 12 (Faust 4814 Weim.);

(er ist) für unser bitten taub.
Platen 1, 144;

der gegen alles flehentliche bitten taub gewesen ist. Mendelssohn an Lessing 13, 16; wenn auch euer herz gegen

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alle edle empfindungen taub wäre. Klinger 4, 27; (du zwingst mich,) dasz ich taub gegen alles schicksal werde. Göthe 8, 289; taub gegen die wiederholten befehle des kaisers, blieb Wallenstein müszig in Böhmen stehen. Schiller 8, 264; taub zu schon mhd.: ist, daʒ biʒ her ûwer ôrn toub wârn zû gotis stimme. Schönbach altd. pred. 1, 296, 11; zû allen disen dingen weset toub. 32, 15; nhd.

mein sinn, zur freude taub, von unglück dumm getroffen.
Haller 180 Hirzel;

er war zu unsrer bitte taub.
Lessing 2, 196 (Nathan 1, 1);

doch unser schalk vor freude
war taub zu ihrem leide.
Bürger (1778) 142.


2) ohne gefühl und empfindung, betäubt, dumpf, vgl. DWB dumm 2: mhd.

dan hân ich getrunken und geʒʒen,
biʒ ich mîn selbes hân vergeʒʒen.
waʒ bringest du aber wider?
toubeʒ houbet und müede glider. Renner 9637;

nhd. es ist mir wieder so taub vorm sinn, so gar dumpf. Klinger theater 2, 270; tauber fusz u. dergl., der eingeschlafen ist; bair. matt, still, niedergeschlagen (zunächst vom vieh) Schm.2 1, 579.
3) nichts empfindend oder denkend, stumpfsinnig, närrisch, dumm, absonus Dief. 5b, vgl. DWB dumm 1: mhd.

ir wunne macht mich touben, daʒ mir sinne brist.
Hadloub 30, 13 Bartsch;

des wâren sîne sinne toup.
Konrad tr. krieg 21333;

er lieʒ alsam ein toubeʒ huon
daʒ waʒʒer vallen von der hant. Engelh. 1978;

swer des niht merket, derst toub und unfruot.
Lichtenstein 408, 5;

tôrscher touber esel.
U. v. Langenstein Mart. 150, 74;

frühnhd. taube narren. Meisterlin 87, 16; der kaiser lacht des tauben mans. 27, 28; wortspielend:

und wer er nicht vil tauber gewesen
als alle dauben, die wir essen.
Fischart 2, 276, 32 Kurz.

taub an: mhd.

er ist an allen sinnen toup. buch der rügen 795;

sô was ich an den witzen toup. Parz. 475, 6;

die wilden junges muotes
an der bescheidenheite sint
sô toup und alsô rehte blint,
daʒ guotiu rede und edel sanc
si dunket leider alze kranc.
Konrad tr. krieg 144.

mundartlich schwer begreifend, dumm, einfältig (vgl. thöricht, thörisch) Schm.2 1, 579. Spiesz henneb. idiot. 252.
4) adj. und adv., unsinnig, närrisch, toll, tobend, wütend, zornig, amens, insanus Maaler 399a. Stalder 1, 291. Schm. a. a. o., vgl. dumm 4:

von seinem (des teufels) gewalt so wert ir taub.
Kummer Erlauer spiele 5, 403;

ir machtend mich sunst toub im houpt.
N. Manuel Elsli v. 210;

singen und lesen tag und nacht
hat mich und ander schier toub gemacht. todtentanz 30;

man bindt ein touben nun (nur) darumb,
das nit gröszer schad von im kumb. rychstag 859;

der ist in einer krankheit taub (wahnsinnig) worden. Paracelsus 1, 650a; in tauber weisz, furiose Maaler 399b; einen taub machen, aliquem in furorem agere Aler 1874b; also das sie den burgenmeister schier taub machten. Wickram rollw. 50, 22 Kurz; da er so daub und tobend rüffet. Fischart Garg. 106b;

noch schreien sie so daub und doll. Domin. 3843;

ein douber (toller) hundt. S. Brant 95, 51; ein gans, von einem tobenden hund gebissen, wird nit taub. Heuslin Gesners vogelbuch 56b (wird nicht tobend Horst 129); und das jung füllen zuletzt anfängt, wild und taub hinten auszuschlagen. Toggenburg 79;

schau an ... des tauben (wilden) meeres wogen.
Gryphius trauersp. 714 P.;

der natur
unbänd'ge taube kräfte (später tobende elemente).
Göthe 11, 258,

doch kann diesz beispiel auch zu 1 (übertragen) gehören.
5) tobend und dadurch betäubend:

hört man so wildes knallen
und taubes donnern nicht.
Tscherning (1642) 138;

tauber lärm erfüllet weit
des himmels raum.
E. v. Kleist 2, 70;

ein tauber schmerz sasz in meinem herzen und dehnte sich immer weiter und weiter aus, als wenn er das herz und die brust zersprengen wollte. Tieck 7, 295.

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6) was nicht oder worin nichts empfunden oder wahrgenommen wird: abgestumpft, abgestorben, verdorben, inhaltlos, gehaltlos, unfruchtbar, leer, hohl, öde, wertlos, nichtig. vgl. DWB dumm 8.
a) von sachen: mhd.

dane sihe ich ie nimêre
niwan ein toup (ödes) gevilde
und wüeste unde wilde. Trist. 2505;

sô wirt von ir (nachtigall) daʒ toube
gevilde lûte erschellet.
Konrad troj. krieg 198;

die tôten von den orsen risen
als ab den boumen gelweʒ loup,
daʒ dürre ist worden unde toup. 12526;

swâ ê lac vil toup diu heide. minnes. 1, 112b;

(es) vert durch manigen touben walt. 3, 49a;

dâ wâren toube wînreben. passional 184, 61;

miltou grüeneʒ loup machet toup.
Frauenlob frauenleich 13, 3;

er sach an ainem halm ... süben clainiu und toubiu äher (dürre ehren 1 Mos. 41, 23). Grieshaber pred. 1, 98; toubes holz weisth. 4, 106 (15. jahrh.), vgl. DWB taubholz; nhd. Zacheus stig auf einen touben (unfruchtbaren, wilden) feigbaum. Keisersberg pred. 142a; davon das korn .. taub und leichte ward. V. Rudolph zeitbüchlein (Erfurt 1586) Q 3b; wie die ledigen hülsen oder taube nüsse (s. DWB nusz I, 1). Luther 6, 53a; so achtete ich hochachtung oder geringschätzung ... meiner zeitgenossen nicht eine taube nusz. Wieland Mercks briefs. 1, 161;

gleichwol galt
es (das spiel) keine taube nusz.
Lessing 2, 258 (Nathan 2, 8);

ein menschenfeindlicher vater erzeugt sich gewiss eine taube hülse in seinem sohn. Thümmel reise 1 (1791), 75; sie lesen jetzt nur dürftig nach, und sammeln taube früchte. Sturz 1, 97; taube eier, taubes korn, taube ähre, tauber hafer gerste u. s. w. Stieler 2261 f. Rädlein 868b. Frisch 2, 363b, taube blüthen J. Paul 40, 95 (bisweilen verkümmern staubfäden, griffel und samen und dann sind es taube blüthen, flores neutri. Oken 3, 713); sich die tauben haare ausraufen. 5, 12; taube nessel, die nicht brennt, s. DWB nessel 2; bergmännisch taubes gebirge, taubes erz u. s. w., das keine nutzbaren mineralien enthält, unhaltig ist Veith 488 f.: und zeug es (das kupfererz) in einem sichertrog zu schlich, das sich das taube und leichte gebürg (gestein) vom reinen schlich und kupfererz abscheide. Erker 95b; solche taube oder leere arten (kobalt u. a.) Mathesius Sar. 25b; ein gottlose stadt ... die ist ein haufen tauber schlacken. 101b; der quarz des flötzes ist durchaus taub. Göthe 51, 109; taubes gestein 114. 27, 27; wir haben so tief in das wesen der dinge geforscht, dasz wir endlich auf tauben sand gerathen sind. Sturz 1, 199;

dieser öde (genetiv) tauber flugsand.
Immermann schriften 4, 385;

die erze ... sich verstecken
in tauben kiesz.
Rückert 1, 167.

von klang, farbe, glanz: taube stimm, vox rauca Aler 1874a; taubes wetterleuchten (ohne donner) J. Paul Tit. 2, 240; er schaute noch immer mit tauben (glanzlosen, matten) augen nach der höhe. flegelj. 1, 78; nicht diesen finstern tauben blick der muthlosigkeit. Lenz 1, 221; öd, einsam, taub ists droben über den sternen. Schiller 2, 181 (räub., schausp. 5, 1).
b) von abstractionen: mhd.

zur werlde nam er urloub,
wande ime was ir liebe toub (erloschen, abgestorben). passional 143, 59 Hahn;

des wart der cristnen vroude toub.
Jeroschin 3944;

wand al ir trûren was nû toub. 8151;

nhd. bisz der tolle schandenwinkel (die erde),
drinnen blinder willen herrscht und ein tauber eigendünkel,
fühlt den letzten donnerschlag.
Logau 1, 8, 61 v. 22;

es seind lauter taube händel und blaue endten. Aler 1874b; die unfruchtbarkeit der tauben gegenwart. J. Paul flegelj. 1, 144;

ich halt zwar, das ein solcher glaub
ist nur ein laut, gantz öd und taub
wie eine nusz, welch der wurm gestochen.
Waldis Es. 4, 46, 42.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
taubbeere, f., auch taubenbeere, die blaue heidelbeere (eine lieblingsspeise der wildtauben) Schm.2 1, 580, taubenbeere Nemnich 2, 1176; meklenb. daubenbeer, preisselbeere Pritzel-Jessen 424a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
taubblind, adj. taub und blind, vergl. taubstumm: vergangenheit und zukunft aber .. wollt ihr gar nicht anhören und heranlassen, um nur taubblind in einer thierischen gegenwart zu nisten. J. Paul Tit. 2, 73; der zensor hat eine satire .. so frevelhaft und taubblind durchstrichen. freih.-büchl. 141.

[Bd. 21, Sp. 166]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) täubchen, n., demin. zu taube, vgl. täublein:

ein täubgen, dem ein schusz den treuen gatten stürtzt.
Günther 763;

kein täubchen wird so viel als ich
umgirrt, umbuhlt von taubern.
Langbein ged. (1854) 3, 129;

plötzlich flattert ein täubchen
aus einem astloch empor.
E. v. Kleist 2, 32;

ein täubchen fiel in eines habichts klauen.
Pfeffel 1, 141 Hauff.

übertragen:

dasz sie ein frommes täubchen blieb
in worten und geberden.
Langbein ged. (1854) 3, 102;

nun, wärs schön gewesen, hätt der stürmer des täubchens (reinen, unschuldigen mädchens) nest durchsucht. Klinger Otto 78, 17 neudr.; besonders als kosewort (vgl. DWB taube 5 und Wander sprichw. 4, 1039): aber das sag ich dir ... mein täubchen! schäkre mir nicht mit ihm. Wieland 11, 202;

(die ruine) scheint recht dazu gemacht zu sein,
zwei fromme täubchen (liebespaar) zu verbergen. 9, 206;

auch von dir, geliebtes täubchen,
nähm' ich alles willig hin.
Bürger (1778) 32;

bist du dann nicht mein süszes täubchen?
will unsre liebe schon vergehn?
Göthe 11, 204.

zoologisch die flügelschnecke strombus epidromis Nemnich 2, 1138; das brütende täubchen, die walzenschnecke voluta mercatoria 1577.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
taube, f. columba, sowol männchen als weibchen; goth. dûbô (in hraivadûbô turteltaube, eigentlich leichentaube; wegen des û s. gramm. 2, 19 und Braune goth. gramm. § 15), ahd. tûbâ tûpa dûbâ, mhd. tûbe toube, alts. dûbhâ dûvâ dûfa, mnd. dûve, engl. dove, altn. dûfa, dän. due. da die wilde taube in vielen indogermanischen sprachen nach ihrer dunkeln farbe benannt wird (vgl. griech. πέλεια wilde taube und πελιός schwarzblau), so ist zusammenhang möglich mit altir. dub schwarz, s. Feist nr. 135 und nachträge. Kluge4 351b. Hehn culturpflanzen u. hausthiere2 298.
1) wilde, zahme; schwarze, weisze taube u. s. w.: die wilden tauben, so zu herbstzeit hinweg fliehen, die kommen zu sommerszeit vor andern vögeln widerumb zu uns. Heuslin Gesners vogelbuch 523; die zahme, gemeine, heimische taube, columba cellaris (vgl. haustaube) Maaler 399a. Heuslin a. a. o., englische 507, türkische taube Colerus 2, 520a; die tauben haben mancherlei farben. Heuslin a. a. o. 507; schwarze Zesen Rosenm. 71, weisze taube Schiller 13, 184; junge taube (als opfer). 3 Mos. 1, 14. 12, 6. Luc. 2, 24; der tauben flügel, die wie silber und gold schimmern. ps. 68, 14; schöngeferbte Heuslin a. a. o. 514, alte taube 508; tauben vahen, schieʒen. Nürnb. polizeiordn. 328 (14. jahrh.); wann einer ein tuben fohen wil, so gewnt er ein etztub und lodt dieselb in das feldt fliegen (vgl. DWB feldtaube). die bringet dann ander tuben mit ir heim. Keisersberg post. 4, 23a. taube als speise: die tauben werden zu zeiten gesotten, aber mehrertheils gebraten, oder in einer pfannen verdempft gessen. Heuslin a. a. o. 519;

(ich hab) mim vatter vil gelts verthan
und vorusz in der brätery.
ich gloub, dasz iez kum einer sy,
der basz ein tuben könd zerlegen. fastn. sp. 895, 30;

gebratene taube (die ins maul fliegt), s. DWB braten 1, maul 5, f und Wander 4, 1042: sitz bisz dir ein gebratten taub in das maul flügt. Keisersberg narrensch. (1520) 76d; dir wird keine gebratene taube in das maul ffiegen. Luther 4, 505b; aber ihr sitzet da und henkend die fsz in bach, ob euch eine gebratene taub ins maul werde fliegen. Polychorius Sal. 51a; keine gebratene taube kommet auch keinem in das maul geflogen, er musz darnach gehen, und sie zuvor fangen, wer sie haben will. commentar zum Simplic. 1, 354.
2) leben, gewohnheiten, eigenschaften der tauben: unter den tauben helt sich par und par zusammen und wirt keins brüchig an dem andern. Heyden Plin. 408; die tauben habent auch die art, daʒ sie in ain gemain haus suochent, und daʒ liebt in. Megenberg 180, 32; diu tûba, diu dâ nistet in den steinlocheron unde in den heggelocheron, diu mag genesan vore demo habeche. Williram 43, 12 Seemüller; wonet in den felsen und thut wie die tauben, so da nisten in den holen löchern. Jer. 48, 28; die tauben habent die art under anderm geflügel, daʒ si ir häls niht auf hebent wenne si trinkent, unz si genug habent getrunken (vgl. DWB taubenschluck, -trunk, -zug). Megenberg 181, 21; diu taub enzünt ir lieb mit snebeln sam die menschen mit küssen. 180, 1;

hier schnäbeln sich zwo allerliebste tauben.
Uz 1, 69;

weil mit bräutlichem kusz täuber und taube sich paart.
Voss Ovids verw. s. 347;

[Bd. 21, Sp. 167]


die tauben sein unküsche thier, sie haben stetz iungen und eier .. man spricht, wiltu dein hausz suber so hüt dich vor pfaffen münch und tauben. Keisersberg narrensch. (1520) 44b; die tauben haben stäts junge, darumb sie der göttin Veneri zugeeignet sind. Heuslin a. a. o. 508; eʒ ist auch gewislich wâr, daʒ etleich tauben die art habent, die nümmer gevogelt werdent und käusch bleibent. eʒ seint auch etleich, wenne si ir gemaheln verliesent, daʒ si witiben beleibent. Megenberg 181, 30; die tauben gepernt alle zeit zwei täubel, des ersten ainen er und darnâch an dem dritten tag ain sî. 180, 36; die tauben fliegen scharot. 180, 2 (scharweis Heyden Plin. 406); die tauben habent auch die art, wenn si ain irrvliegend tauben vindent, die nement si in ir gesellschaft. 181, 5;

si tâten als dâ tûben vil
wont bî ein ander eteswâ,
kumt under si ein vremdiu dâ
geflogen und gegangen,
si wirt vil schône empfangen.
Konrad tr. kr. 15350;

die meisten tauben rucksen, ... andre girren. Brehm thierl. 4, 256; ich winselt wie ein kranch und schwalbe, und girret wie ein taube. Jes. 38, 14;

die wilden tauben hört' ich girren.
Tieck 4, 136;

wo ein paar von buhlerischen tauben
ihrer ankunft süsz entgegen girrt.
A. W. Schlegel poet. werke 1, 29;

wenn am hügel dich umfängt der schlaf,
girren dich verliebte tauben ein.
Platen 2, 16;

diu taub reizt niht noch grimmt mit irm snabel und ist ân gallen ('die gallenblase fehlt' Brehm thierl. 4, 256). Megenberg 179, 27; man sagt gemeiniglich, dasz die taub kein gall habe, welches doch Galenus für spöttlich hält. Heuslin a. a. o. 508; sprichwörtlich: tauben haben keine gall, und sind der leute überall (soll wol heiszen 'die tauben haben eine gutmütige natur und sind jedermann zugethan'). Hillebrand rechtssprichw. nr. 95; daher ein sprichwort ist, es ist so rein als hettens die tauben erlesen. Luther 4, 54b; wo tauben sein da fliegen tauben zu. Colerus 2, 521, s. anderes bei Wander 4, 1041 ff.
3) brieftaube (vergl. DWB posttaube bei taubenpost): die tauben sind etwan an statt der bottschafter gebraucht worden, durch welche man grosze merkliche sachen verrichtet, die sonst kein mensch auszfren .. mögen, denn als Decimus Brutus in der statt Mutina war, da sie von den rmischen bürgermeistern belegert ward, henkte er einer tauben briefe an die füsz, liesz sie damit in der bürgermeister leger hinausz fahren, und verkundschaftet seinen freunden also alle heimligkeit u. s. w. Heyden Plin. 408 (s. Plinius 10, 37);

mit briefen flog die taube weg aus deinem hof.
Platen 2, 20.


4) biblisch, die taube Noahs:

dô sande er ouʒ eine touben. Milstätter genesis 28, 25;

darnach lies er eine tauben von sich ausfliegen, auf das er erfüre, ob das gewesser gefallen were auf erden u. s. w. 1 Mos. 8, 8ff.; neutestamentlich erscheint der heilige geist in gestalt einer taube: ih gisah geist nidarstîgantan samasô tûbûn fon himile. Tatian 14, 6;

thiu dûba was ther gotes geist.
Otfrid 1, 26, 8;

er (der heilige geist) was dûbun gilîh. 25, 25;

mit der tûben allermeist
ist der heilige geist
in der schrift gemeinet.
L. v. Regensburg tochter Syon 2446;

er sahe, das sich der himel aufthat, und den geist, gleichwie ein taube herab komen auf in. Marc. 1, 10. Matth. 3, 16; sinnbildlich erklärt: der heilig geist der erschain in einer tauben pilde, diu taube ist einvaltich, und ist uns gezeiget mit der tauben, daʒ uns in der tauffe einvalticheit und reinicheit gegeben wirt. Schönbach altd. pred. 2, 32, 25. 114, 28.
5) auch sonst steht taube oft in sinnbildlicher verwendung ('das betragen der tauben hat so viel bestechendes, dasz sie schon seit altersgrauer zeit als sinnbilder aller denkbaren guten eigenschaften betrachtet und sogar der ehre gewürdigt worden sind, übersinnlichen begriffen gestalt zu verleihen. dem unbefangenen auge stellt sich ihr wesen in minder günstigem lichte dar' Brehm thierl. 4, 257). die jungfrau Maria (und darnach auch eine reine frau) heiszt eine taube ohne galle (s. 2):

Kristes muoter, unde maget,
sunder gallen tûbe.
Marner XIV, 13 Strauch;

(königin Irene,) ein tûbe sunder gallen.
Walther 19, 13;

ich befinde dieses engelsbild so sittsam und sanftmütig als eine taube, die ohne galle ist. kunst über alle künste 79, 12

[Bd. 21, Sp. 168]


Köhler; weset ... lûttarê sôsô tûbûn. Tatian 44, 11 (darumb seid ... on falsch wie die tauben. Matth. 10, 16);

ja du bist es, reine taube,
sprach die fürstin mild und bog
sich zu Henla, die am raube
schuldlos mir sein herz entzog.
J. F. Kind ged.;

überhaupt als kosewort, hergenommen vom hohenliede: stant ûf, frûintin mîn, ... mîn tûba, mîn scôna. Williram 38, 2. 43, 2. 77, 6 Seemüller; thu mir auf liebe freundin, meine schwester, meine taube. hohel. 5, 2; aber eine ist meine taube. 6, 8; sonst bildlich:

ihr sollt erfahren,
wie schlangenhaft verletzen solche tauben (nach Matth. 10, 16).
Göthe 41, 36 (Faust 5352 Weim.);

Johanna. es geschehn noch wunder — eine weisze taube
wird fliegen und mit adlerskühnheit diese geier
anfallen, die das vaterland zerreiszen.
Schiller 13, 184 (jungfr. von Orl., prol. v. 388);

Luise zu Wurm. sind wir jetzt fertig mein herr? darf die taube nun fliegen? 3, 447 (kabale 3, 6); juchhe! nun war die taube gefangen. Lessing 1, 303;

der zweifel ist ein falk mit scharfen klauen;
des glaubens weisze taube sieht er kaum,
so beizt er nieder durch den luftgen raum,
die krallen in ihr zitternd fleisch zu hauen.
Geibel juniusl. 187;

auf, du meines liedes taube,
fleug zu Noahs schiff und laube.
Wackernagel ged., auswahl 107.


6) künstliche taube: solte Archita nicht zu loben sein, der so künstliche höltzerne dauben machte, dasz sie auch gleich andern vogeln in der luft herum flogen (s. Gellius 10, 12). Simpl. 1, 149, 7 Kurz; als haus-, wirtshausschild: do lich mir der herr z der wiszen tuben 500 gulden. Th. Platter 105 B.; taube heiszt bair. auch das ziel beim s. g. eisschieszen Schm.2 1, 579.
7) eine tutenschnecke, die kegeltute, conus columba Nemnich 1, 1174. vgl. täubchen.
8) taube in verschiedenen redensarten, vgl. ähnliches bei egel, ente, grille, mucke und mücke.
a) alberner einfall, grille, phantasterei (wol hergenommen von der flüchtigkeit der tauben, vielleicht auch wortspielend mit taub 3): tauben im kopf, cerebrosus, ingenium abruptum, inquietum Schönsleder (1618) Hh 7d, tauben im kopf haben, esse ingenio vago, mobili Weismann lex. bipart. 2, 371b; er hat tauben, das ist, er ist ein fantast. Mathesius Syr. 2, 74b;

der vatter hat so seltzam tauben,
wers nit hört, der kans nit gelauben.
H. Sachs 12, 122, 32;

(sie gieng) also hinauf die stiegen,
liesz gar seltzame tauben fliegen (s. fliegen lassen theil 3, 1784, 8) ...
mit solchen seltzamen gedanken
thets auf der stieg mit ir selb zanken. 9, 500, 30;

und was ich sag, will man nicht glauben,
mann heists nur närrisch grillen und dauben.
Ayrer 1325, 20;

disz waren ouch besonder tauben,
gehörten zu dem katzenglauben.
Rollenhagen froschm. I. 2, 24 (R 2a);

so im dann die dauben uszgeflogen (die grillen vergangen sind). Zimm. chron.2 3, 168, 12; viel seind so voll tauben, dasz sie eine keiserliche oder fürstliche larven aufsetzen und die leut narren, als weren sie der keiser oder fürst selbst. Lehmann 332, 14; philosophische tauben. Cyr. Spangenberg antw. D 3a;

drumb weisz ich nicht,
ob disz gedicht auch denen allen,
die so es lesen, werd gefallen,
dann es sind poetische tauben,
man musz das best herauszer klauben. ganskönig E 6a;

wenn aber einer thut zusammenklauben
sechs poeten mit ihren tauben.
Albertinus landstörzer 390;

als ich ... in meinem gemt von allerhand tauben geplagt ward. Simplic. 1, 104, 5 Kurz; wunderseltzame dauben und kauderwelsche grillen stiegen mir damals ins hirn. 1, 19, 7; so vermehrten sich meine grillen und dauben. 3, 13, 16.
b) unter die tauben schieszen, werfen (dasz sie stieben Agricola II. 138), in den tag plaudern, aufschneiden, lügen Mathesius Syr. 155b. Kirchhof wendunm. 246a; das heiszet, meine ich, unter die tauben werfen. Luther 2, 387a; mit dem groszen messer aufschneiden, ... under die tauben werfen oder schieszen, fabeln, sagen, lügen, erdenken. Philander (1650) 1, 385.
9) eigentliche zusammensetzungen mit taub- (taubhaus u. s. w.), uneigentliche mit tauben- s. unten.

[Bd. 21, Sp. 169]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) täube, f. furor Dief. 253c (16. jahrh.) Calepinus 735, zu taub 4: sölich töub (lärm) hört nit z den schwachen. N. Manuel s. 224, 18; einen von der töube entledigen, solvere aliquem dementia Maaler 404a; töubi, zorn, tollheit, wahnsinn Stalder 1, 271, verhaltener zorn Seiler Basler mundart 72b; ohne umlaut: die taube deren, die ihre vernunft verlieren und ihr nicht gewaltig sind. Paracelsus 1, 530c.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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