Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tatze bis tau (Bd. 21, Sp. 160 bis 162)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tatze, s. DWB tasse.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tatze, f. , früher auch datze; mhd. tatze, das wol, wie schon Frisch (2, 365a) angenommen hat, mit tasten zusammenhängt, wofür auch DWB tatschen vorkommt sowie DWB tatsche für tatze (s. oben).
1) zunächst die tappen des bären (der bär hat tatzen oder branten, keine füsze. Döbel jägerspr. 33, s. DWB bärentatze), dann auch die pfoten und klauen anderer raubthiere:

daʒ schretel im (dem wasserbären) dâ niht entran:
er begreif eʒ mit den tatzen. schretel 213;

(der bär) vermeint in mit den tatzen sein
zu greifen und bringen in pein. Theuerdank 27, 33;

darnach sitzen sy (die bären) zu zeiten auf, saugen die datzen. Forer Gesners thierbuch 16a; und saugt am tatzen (also m.) wie ein bär. Thurneisser archid. 54; ein alter hungriger wolf

[Bd. 21, Sp. 161]


schleicht so dem fuchse nach, der ... endlich doch seiner groben tatze entwischet. Thümmel werke (1839) 7, 181;

die (leoparden) stürzen mit muthiger kampfbegier
auf das tigerthier,
das packt sie mit grimmigen tatzen.
Schiller 11, 228.

von personificationen, die einem wilden thiere gleich die tatzen ausstrecken: die unsichtbare tatze der krankheit. J. Paul uns. loge 3, 47; die zwingburg, das ungeheuer, das die eine tatze nach Bündens Chiavenna, die andere nach seinem Veltlin ausstrecke. C. F. Meyer J. Jenatsch 59;

ungestüm in tollem satze
springen schnaubend sie (die wellen) heran,
haun die grimme weisze tatze
in den morschen schwanken kahn.
A. Grün ges. werke 1, 129.


2) verächtlich oder ironisch auch von einer breiten und groben menschlichen hand (Schm.2 1, 634. Lexer kärnt. wb. 54), zunächst schon mhd. von den händen eines wilden weibes:

lanc sint ir die tatzen.
H. v. Neustadt Apoll. 4271;

und (sie) tet mit den tatzen
gelîch einer wilden katzen. 4598;

von meiner tatz
hând sie des klain genossen.
Wolkenstein 19, 2, 15;

was die beid mit allen tatzen
erwerben mögen und erkratzen.
Waldis Es. 4, 84, 69;

ein herzog von Lünenburg in einem gesellenstechen ledig ward herab gerennt, das er mit der ainen datzen blib hangen. Zimm. chr.2 2, 259, 36; so sie (die sich geprügelt haben) wöllen die lahmen tatzen heil haben, müssen sie dem feldscherer gute wort geben. Kirchhof milit. disc. 139; Gottsched ... gab mit seiner tatze dem armen menschen eine ohrfeige. Göthe 25, 86 (27, 87 Weim.); traulich verschlang der mönch meine dürre hand mit seiner fleischigen tatze. Thümmel reise 2 (1791), 88;

(der eremit) bekreuzigt sich mit beiden tatzen.
Wieland 18, 88;

ich sah der kraftgenies dramatischwilde katze,
und manchen lorbeerkranz, zerzaust von ihrer tatze.
Gotter 1, 304;

darum wer in worten dichtet,
wird vom ganzen trosz gerichtet ...
launisch greifen ihm, heut schmückend,
an die stirne, morgen pflückend,
alle ungeweihten tatzen.
Lenau 2, 337.


3) etwas tatzenähnliches: botanisch was bären-, froschtatze; bergmännisch tatzen oder frösche, die vorstehenden ansätze der stampfer eines pochwerks Scheuchenstuel 181; schles. die tatzen, durch eine schlinge verbundene knöpfchen, welche durch die knopflöcher gesteckt, die stelle angenähter knöpfe nach alter weise vertreten Weinhold 97b, vgl. mhd. tassel Lexer 2, 1407.
4) schlag auf die flache hand oder auf die fünf zugespitzten finger mit einem stäbchen oder brettchen (tatzenbrettel) Schm.2 1, 634. Stalder 1, 271: der lehrer hatte einem knaben .. fünf tatzen mit dem spanischen rohre gegeben .. er war nur zur ertheilung von vier tatzen berechtigt gewesen. schwäb. Merkur vom 26. februar 1889.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tatzel, tätzel, s. tätzlein.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tätzeln, verb. ein kinderspiel, wo man wechselweise mit den ersten zwei fingern auf die nämlichen zwei finger des andern schlägt. Stalder 1, 271, vgl. W. Grimm kl. schriften 1, 376.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tätzelspiel, n., kärnt. tátzelspiel, ein spiel für zwei kinder: das eine nimmt ein los in eine hand, schwingt dann die hände herum und reicht sie dem andern kinde mit der frage hin 'wintel wantel, wölla (welches) hantel?' das andere antwortet erratend 'titz tatz, das do hats'. Lexer 54.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tatzen, verb. mit den tatzen schlagen Rädlein 868a; betatzen, mit tatzen versehen:

die gestalt der wahren sphinx
weicht nicht ab von der des weibes;
faselei ist jener zusatz
des betatzten löwenleibes.
H. Heine 18, 322.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tätzen, verb., schweiz. wenn man auf dem eise läuft, eins das andere einholt und mit seinen schuhen an die schuhe des andern anschlägt (tätzt), figürlich einem so antworten, dasz er nichts mehr darauf zu sagen weisz. Stalder 1, 271.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tatzenschlag, m.: die werthen gelehrten von der Berliner akademie gleichen in dem bericht (über die fälschung der handschriften von Arborea) ganz dem bergleuen des Homer, welcher einem schlechten köter im vorbeigehen ruhig den vernichtenden tatzenschlag versetzt, und dann edlerem wild nachjagt. Freytag ges. werke 16, 389.

[Bd. 21, Sp. 162]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tatzfusz, m. tatze als fusz, bärenfusz; eine person mit einem breiten, plumpen fusze Campe, vgl. schweiz. idiot. 1, 1094; davon tatzfüszig 'der dicke füsze hat wie ein bär' Rädlein 868a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tätzlein, n. , demin. zu tatze, vgl. DWB tätzchen.
1) zu tatze 1 und 2 (meist ohne verächtlichen nebensinn): und so er fragen würd, was will mein ketzlin, so antwurt, carnem in carnarium meum, ein fleischlin in mein tätzlin. Bebel facet. (1558) D 7b;

da ist nichts über geblieben
von der ganzen gans, als ein tätzlein,
das kriegen dort hinten die kätzlein.
Rückert 1, 423;

mer haben die Schweizerknaben
der landsknecht basz gedacht,
wie sie krumme dätzlein haben (s. DWB krumm II, 1, b, α).
Uhland volksl. 475;

wer den andern hat verletzt, lang dem andern das detzlin. Fischart Garg. 94b; bair.-östr. tátzel pfote, kinderhand Schm.2 1, 634. Lexer kärnt. wb. 54.
2) was handtätzlein Stieler 2260. Schm. a. a. o. Stalder 1, 271 (auch käppchen an einem weiberhandschuhe, das man zurücklegen oder worein man alle fünf finger schieben kann).
3) zu tatze 4 Stalder a. a. o.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tau, s. DWB thau.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer