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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tastlings bis tartaröl (Bd. 21, Sp. 158 bis 159)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tastlings, adv., tastlings gehen, tastend oder tappend gehen Ludwig 1943.
 
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tastsinn, m.: das gefühl der figuren nennt man tasten, und so ist also der höhere gefühlsinn ein tastsinn und die bedeutung des tastsinns nicht mehr blosz widerstands-, sondern formsinn. Oken 4, 271; der chirurg musz mit geistesaugen, oft nicht einmal vom tastsinn unterstützt, die innen verletzte stelle zu finden wissen. Göthe 55, 313.
 
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tasttorf, m. eine gattung sumpftorf Richter berg- und hüttenlex. 2, 497.
 
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tastung, f. das tasten, betasten Stieler 2260: so wer auch disz ein ungereimpts, den engeln, so das firmament oder die himmel bewegen, und doch von den himmeln gescheiden sein, tastung, ort und bewegung zuzueignen. Fischart Bodin (1591) vorr.; es waren plumpe tastungen ..., da ich ... noch nicht die gründe und gesetze meiner kunst erkannt hatte. C. F. Meyer der heilige 25.
 
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täszchen, n. und täszlein (bair. tätzlein Schm.2 1, 635), demin. zu tasse: ein täszchen caffee, thee oder schokolate. Ludwig 1943:

sie kommen, hoff ich, auf ein täszchen
eichel - kaffee?
Mörike ged. 199.


 
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tatár, táter, m. mit den nebenformen Tatter und Tartar Tarter, plur. Tatáren Tartáren, Tatern Tattern; mhd. Tater Tarter und Tatâne Tatân (daher erklärt sich Datten, Sarracenus Dief. 513a), mnd. Tater Tarter aus mlat. Tatarus und mit einschub eines r Tartarus, wovon span. ital. Tartaro, franz. Tartare (vgl. Diez gr.2 250. 280) vom türk.-pers. tâtâr tatâr tatar. der sage nach soll die einschiebung des r einem wortwitze Ludwigs des heiligen zuzuschreiben sein, der, als die wilden tatarischen horden sich sengend und brennend über Osteuropa ergossen hatten, mit entsetzen ausrief: 'wol mag man sie Tartaren heiszen, denn in ihren werken gleichen sie den bösen geistern des Tartarus'; dieses wortspiel habe der neueren wortform zunächst in Frankreich und dann im übrigen Europa eingang verschafft, s. J. Jolly die sprachwissenschaft 55 f.
1) name asiatischer horden (ursprünglich eines Mongolenstammes) und der ihnen angehörigen bewohner der Tatarei (in der Türkei als couriere und irreguläre reiterei verwendet), Tartarus, Tatarus Dief. 574a, nov. gl. 359a:

dâ was der Tatern vil,
von den ich singen wil. minnes. 287b;

manig wilder Tartar mit ir gie.
H. v. Sachsenheim mörin 708, Tater 557, Tatter 2845;

und wer ich ein wilder Datter. meister Altswert 162, 37, vgl.
S. Brant 14, 19 u. anmerkung;

und beredet den könig, das er .. die armen leute zum tod verurteilet, die doch auch bei Tattern unschuldig erfunden .. weren worden. 2 Macc. 4, 47; ein wüster wilder hauffen Tattern oder Türken. Luther 5, 173a. 175b; ich zwar bin der landsknechte feind, wolt lieber unter den Türken oder Tatern oder Moscowitern wohnen. tischr. 2, 73;

wie solt denn gott mit ungewittr,
pest, tewrung, Tattar, Muscowittr,
und mit des Türken hartem schwerd
nicht straffen diese böse herd.
Ringwald laut. warh. 92;

das thu lieber vater,
und stewr mit starker hand
dem Türken und dem Tater. 449;

als unterwegs eins von den pferden der Tartern ermüdet. pers. reisebeschr. 6, 21; länder, da jetzo Saracenen und Tartern wohnen. Schuppius 632;

der wilde Kalmuck und menschenfresser und Tater.
Voss ged. 2, 26.

schles. Tater ('der einfall der Tartaren und Mongolen von 1241 in Schlesien lebt in der erinnerung des volkes durch das schlachtfeld bei Wahlstatt und durch die h. Hedwig fort. in Wahlstatt wird alljährlich zur erinnerung an die schlacht im april ein markt, das »ohrenfest« gehalten hie und da zeigt man auch tatarenschanzen') Weinhold 97b, vergl. Cureus Rättel chron. (1585)

[Bd. 21, Sp. 159]


120 ff. 147. 235; henneb. tatter, überhaupt ein wilder fremder mann Spiesz 252.
2) in übertragener bedeutung.
a) bezeichnung der (wie die Tataren gelbbraunen) zigeuner (mnd. tater, tarter, dän. tader, schwed. tattare): die jenen, die die tatter hausen und herbergen, zu straffen an leib und an gut. städtechron. 11, 603 anm. 4 (vom j. 1499); du bist ein Tatter oder zigeuner. Luther 3, 320a. 343a; wie die Tattern oder zigeuner. 5, 248a; die nennet man zygeuner oder Tattern ... dise Tattern neren sich fast mit stelen und haimlichen partiren. Agricola sprichw. nr. 447;

bettler, tattern, diebe schwinde
und landsknecht helt man ein gsinde. trag. Joh. G 4;

ein alter frater,
der ehemals gewesen ein Tater.
Rollenhagen froschm. I, 2, 15 (M 7a);

ich bin ein unbekanter Tatter (herumreisender, später wandersmann). II, 2, 2 (Y 3a);

wo diese könig nicht bleiben heim,
so wolt ich wol ein Tatter sein. postreuter D 1a;

damit sie nicht zerstrewet lauffen wie ein hauffen seuw, und ziehen wie zigeyner oder Tartarn. Reuter kriegsordn. 31; nordthür. Tâter Kleemann 23b, siebenb. Tatter Frommann 5, 40, kurh. tatel Vilmar 409.
b) schles. tater s. v. a. tatermann, ein koboldartiges gespenst Weinhold 97b; Scherfer ged. 408 nennt den vulkan den ungestrigelt verwichtelten Tater.
c) tartar, ein pferd aus der Tatarei Weber öcon. lex. 583b.
d) eine braungelbe farbe, mnd. tarter Schiller - Lübben 4, 514b: da die malerei dieses gefäszes ganz und gar von tarter überzogen war und sich kaum entdeckte. Matthisson schriften 4, 213. vgl. neulat. tartarus, franz. tartre, weinstein.
3) zusammensetzungen: tartarennachricht, eine unverbürgte wenig glauben verdienende nachricht (angeblich nach der im Krimkriege durch einen Tataren fälschlich überbrachten nachricht vom falle Sebastopols). — tatarenschanze, s.Tatar 1;

(du) lenkst mit purpurnem zügel
den blau scheckigen tartargaul (s. 2, c).
Ramler lyr. ged. 91.

sie den knaben greifen, binden,
wüthen wie die tartarhund.
Spee trutzn. 174 (34, 118) B.

ir Tatterkönigreich oder rattenkönigreich ist so gar aufrürisch, das nichts not ist davon zu reden. Luther 6, 318a. — das ist ein säbel, der mir im polnischen kriege dienste gethan hat. ich wolte ihm so viel ducaten gönnen, so viel als Tartar-köpfe davor abgeflogen sind. Weise erzn. 99 neudruck.tater- und tatelkorn, das heidekorn (böhm., kleinrussisch und ungar. tatarka), ein von den Tataren bezogenes korn Hehn culturpflanzen u. hausthiere2 44. — tatermann und (in anlehnung an tattern) tattermann, mhd. taterman, ein koboldartiges gespenst, s. DWB dattermann theil 2, 827 und myth.4 415 f. nachtr. 148. Wolf zeitschr. für myth. 3, 206 f. Schm.2 1, 631. Lexer kärnt. wb. 54 (popanz, scheuche, dann auch der tatternde brunnenstock) Schöpf 77:

und einer siht den andern an
als kobolt hern taterman. Renner 10277;

(der heiden) abgote unde taterman. 10843.

gliederpuppe (mhd. scherzhaft vom turnierer Renner 11526 f.), als schelte, rotziger taterman Kummer Erl. sp. 3, 368; tirol. erdsalamander, molch, auch von buntscheckigen dingen Zingerle sitten 55 f. und Schöpf a. a. o.; datterman, salamandra Schm. cimbr. wb. 176. — tartaröl, oleum tartari Jacobsson 4, 372a.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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