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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
taschenspieler bis taschenwein (Bd. 21, Sp. 153 bis 155)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) taschenspieler, m. einer der aus der tasche spielt (s. DWB tasche 1), d. h. aus seiner tasche (oder hut) ungesehen und zur überraschung gegenstände hervorzieht, darin verschwinden läszt oder in die taschen anderer zaubert u. dergl., gaukler, praestigiator Stieler 2086, vgl. Schultz höf. leben2 1, 570 f. und gaukelhut, -sack, -tasche: vielvermehrter hocus pocus oder taschenspieler (anleitung zum taschenspiele 1668). Alem. 17, 71; die am allerfälschten sein, stellen sich, alsz wen sie naturel wehren, aber wie die taschenspiller sagen: 'wer die kunst kan, verräth den meister nicht'. Elis. Charl. (1877) 287;

[Bd. 21, Sp. 154]


taschenspieler können uns von fern
hinweg, was wir in händen halten, gaunern.
H. v. Kleist 1, 248 H.;

nun mag zwar ein mensch durch kunst und studien es zuletzt wirklich dahin bringen, dasz er auch die begleitenden bewegungen seinem willen unterwirft, und gleich einem geschickten taschenspieler, welche gestalt er will, auf den mimischen spiegel seiner seele fallen lassen kann. Schiller 10, 84. — zusammensetzungen: Illo hatte mit einem geschickten taschenspielerkniff das erste exemplar (der schrift) mit einem andern umgetauscht, in dem jede klausel fehlte. 8, 340; er (der Sicilianer) konnte erwarten, dasz ich .. den schlüssel zu seinen wundern in der taschenspielerkunst (vgl. taschenspielkunst) aufsuchen würde. 4, 256; Viktor, der sich auf die taschenspielerkünste und den hokus pokus der weiber recht gut verstand. J. Paul Hesp. 2, 149; die neue heilige durch taschenspielerkünste dem blinden volke zur verehrung empfohlen werden sollte. Schlosser weltgesch. 7, 290; einer, der das taschenspielerkunststück machen wollte, ihm ein schlosz unversehens an den mund zu werfen. J. Paul Hesp. 1, 36;

ach das sind taschenspielersachen.
Göthe 12, 113 (Faust 2267 Weim.):

taschenspielerzeug, acetabula Hederich 2198.
 
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taschenspielerei, f. beschäftigung und kunststück eines oder wie eines taschenspielers: und am ende war es auch nur ... eine kleine taschenspielerei. Göthe 23, 85; haben wir nicht in den neuern tagen Cagliostro gesehen, wie er ... seine taschenspielereien treiben, und überall anhänger finden konnte? 31, 232; die meisten aus der gesellschaft behaupteten dreist weg, dasz alle diese geheimen künste auf eine taschenspielerei hinausliefen. Schiller 4, 208.
 
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taschenspielerin, f. praestigiatrix Hederich 2198; taschenspielerin heiszen diejenigen im lande herum vagirenden und auf die jahr-märkte reisenden liederlichen weibes-bilder, so dergleichen wunderliche profession treiben und denen zuschauern allerhand blendwerk durch ihre kunst und geschwindigkeit, sowohl mit der karten als auch andern darzu verfertigten künstlichen instrumenten vormachen. Amaranthes frauenzimmerlex. 1981.
 
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taschenspielerisch, adj. und adv. nach der art eines taschenspielers: taschenspielerische operazionen. Wieland 36, 145; (die experimente) sind complicirt, wodurch sie sich der beurtheilung entziehen und also durchaus taschenspielerisch. Göthe 54, 128; wie captiös und taschenspielerisch dieser versuch angegeben worden. 59, 28; taschen- und wortspielerische geschwindigkeit der sprache. J. Paul vorschule 2, 10.
 
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taschenspielkunst, f. die kunst des taschenspiels, vgl. taschenspielerkunst: vielvermehrte hocus pocus, taschenspiel-kunst (1668). Alemannia 17, 70.
 
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taschenstein, m. oder taschenmuschelstein, periodilithi, kleine muscheln, welche die gestalt einer patrontasche haben. Nemnich 2, 911.
 
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taschenterzerol, n., vgl. taschenpistole, -puffer: auf dem tische lag .. ein niedliches, kostbar ausgelegtes taschenterzerol mit zwei läufen. Freytag ges. werke 4, 403.
 
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taschentuch, n. was sack-, nas-, schnupftuch: sie hat ihm selbst ein taschentuch gesäumt und gestickt. Freytag ges. werke 6, 303;

dasz ich sehnsuchtsthränen wollte
trocknen mit dem taschentuch.
H. Heine buch der lieder 16 neudruck:

demin. Christel wickelte den blutenden stieglitz behutsam in sein kleines weiszes taschentüchlein und trug ihn davon. Holtei Lammf.2 2, 30.
 
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taschenuhr, f. eine kleine uhr die man in der tasche trägt, sackuhr Jacobsson 4, 373a: der würdige Semler erwarb erst, als er bereits professor war, durch beihilfe eines buchhändlers seine silberne taschenuhr; er klagt um 1780, dasz damals schon jeder magister, ja jeder student eine solche uhr haben müsse; jetzt erhält in familien von ähnlicher lage der quartaner eine silberne, der student eine goldne. Freytag ges. werke 21, 138;

er griff wohl zehnmal in die ficken
und guckte nach der taschenuhr.
Günther 166;

du klagst, er habe dir die taschen - uhr entführt.
Stoppe ged. 2, 105;

(er) gehört zu jenen menschen, welche sich
zu leben nach der taschenuhr gewöhnt (pünktlich zu leben).
Platen 3, 228;

du ordentlicher, bedächtlicher, der die ganze welt nach seiner taschenuhr stellen möchte. Tieck 4, 53; bildlich: kinder sind

[Bd. 21, Sp. 155]


taschenuhren von Forrer, die sich selber aufziehen, wenn man blos mit ihnen geht. J. Paul Lev. 1, 105.
 
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taschenwein, m.: do (in Cypern) wechset gemeinlichen der beste und sterkste wyn den die werlt hat. do legit man brot inn wyn und lesset das zwier oder drei stunt getrocknen an der sonnen, unde das brot stecket her in seine tasche, unde wenn her denn trinken wil, so bricht her des brotis einen bissen in wasser, unde obir eine cleine weile so hadt her guten starken wyn dorvon, dis ist der taschenwyn. Rothe dür. chron. cap. 559 s. 471.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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