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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tarif bis tartsche (Bd. 21, Sp. 145 bis 146)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tarif, m. verzeichnis von waaren, leistungen oder abgaben mit beigesetzten preisen, pactum mercatorium Sperander 724a. Aler 1873b; aus franz. tarif m., ital. tariffa, span. tarifa f. vom arab. 'ta'rîf, kundmachung Diez4 316: er gab diese verhältnisse ihres (der feldfrüchte) nahrungswerthes in zahlen an, und der professor erkannte mit freudigem erstaunen, dasz sie wohl auf den tarif seines alten kaisers Diocletian passen könnten. Freytag ges. werke 6, 86; dies lösegeld wurde durch einen tarif festgesetzt. 20, 91; allmähliche minderung der tarifsätze im zollverein. 22, 207; fortschreitende tarifermäszigung des zollvereins. 230.
 
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tarl, m. aus nd. tarl, tarrel würfel Richey 305. brem. wb. 5, 27, vgl. DWB dorl th. 2, 1286: mit würfeln oder tarlen .. spielen. Comenius sprachenth. § 941.
 
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tarnkappe, f., aus mhd. tarnkappe, unsichtbar machende kappe d. h. mantel, bei neueren dann auch misverständlich unsichtbar machende mütze (vergl. hehlkäpplein): die zwerge tragen kleine mützchen, wodurch sie sich unsichtbar machen können, man nennt sie tarnkappen oder auch nebelkäppchen. H. Heine 7, 19; an dem lärmenden wirthshaus vorüber schlich eine scheue gestalt, tief verhüllt, die kapuze gleich einer tarnkappe auf dem haupt. Auerbach ges. schriften 14, 74. zusammengesetzt mit ahd. tarni heimlich (ags. dyrne), wovon tarnan, tarnjan, mhd. tarnen ternen, alts. dernjan, ags. dyrnan verhüllen, verbergen; davon auch franz. terne trüb, ternir trüben Diez4 687.
 
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tarók, m., aus ital. tarocco, das siebenkönigsspiel, auch das tarok (nämlich -spiel) Adelung: tarock spielen Nicolai bei Lessing 13, 19; wenn's gelegenheit giebt, spielen wir unsern tarok aus, in dem wir auf dem vorposten unterbrochen worden sind. Auerbach ges. schriften 14, 158;

aber leider noch viel besser
spielt er oft tarok.
H. Heine 18, 55.

ein trumpf im tarokspiel: ich habe gerade die beste karte, zehn tarok. Auerbach a. a. o.; bildlich: ja, um köpfe werden sie karten und der eure ist tarok. Schiller 3, 88 (Fiesko 3, 4). — tarokkarte Hermes Soph. (1766) 4, 244, -spiel Jacobsson 4, 371b.
 
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tarr, tärr, s. DWB theer.
 
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tarrasz, m. n. , mhd. tërraʒ, tarraʒ (spätere formen tarris, terres Lexer 2, 1428), mnd. tarras, aus franz. terrace, ital. terrazzo, engl. terrace tarrace und terrass tarrass, mlat. terratia (s. terrasse).
1) erdaufwurf, wall, bastei, bollwerk, barrikade, propugnaculum (tarresz) Dief. 466b. Frisch 362b (tarris, tarres aus Tschudi 2, 389): ouch branten die tharras unde were uf dem grabin abe. Rothe dür. chron. cap. 782; er paut das geschlosz Newburg vast mit gtem tarrosz (var. tarrasz). städtechr. 4, 125, 6 zum jahre 1446;

sie namen holzer, preter, vaʒ
... und machten tarras.
M. Beheim buch v. d. Wienern 72, 27.

daher die tarraszbüchse ein geschütz, das auf dem wall, auf dem bollwerk aufgestellt wurde Schm.2 1, 616. Lexer a. a. o. Schiller-Lübben 4, 512b. Weinhold schles. wb. 97a: ein tarresbucsz raisbuch vom jahre 1504 s. 61; die schütz (schüsse) usz den tarris-büchsen. Tschudi 2, 389a;

[Bd. 21, Sp. 146]


er richtet all sein schlangen,
tarratzpüchsen liesz er gan
ains auf die andern,
schosz auf den köng herdan.
Uhland volksl. 174, 5 (vom j. 1505).

bildlich: wann der tüffel vor dem slosz diner selen ligt, und dann schüszt mit den groszen wüsten darresbüchsen, das ist mit schantlichen wüsten gedenken dich anfichtet. Keisersberg bilg. 26c.
2) mhd. und md. erhöhter freier platz, erker, altan (s. DWB terrasse) Lexer 2, 1428.
3) der tarrasz, tarasz, gewöhnlich trasz (aus nnl. tras, mnl. terras und tiras Kilian 555b), eine aus vulkanischen zersetzten gesteinen entstandene, besonders am Vesuv und bei Andernach am Rhein gefundene masse, die als baustein und gemahlen mit kalk als cement benutzt wird Oken 1, 522 ('der trasz oder tarrasz .. ist in frischem zustande ziemlich weich und wird, wie torf, mit spaten terrassenartig gestochen und an der luft getrocknet, daher der name' Karmarsch 2, 664): tarras, tras um Andernach und in der gegend zwischen Mainz und Köln. Jacobsson 4, 371; um Andernach war nichts als trasz, mühlstein und bimsstein zu haben. J. K. W. Voigt an Merck 1, 322; tarrasstein, cementum Benzler 2, 222.
 
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tartane, f., holländ. tartaan, aus ital. span. tartana, frz. tartane, ein kleines einmastiges fahrzeug auf dem mittelländischen meere (vgl. Diez4 316). Kramer teutsch-it. wb. 1037a. Bobrik 686a: er war ganz betroffen von der wilden wirthschaft, die auf einer tartane herrsche, und schon über und über schwindlig von der ersten probe, die seine füsze in dem schiffraume gemacht hätten. Thümmel reise 6 (1799), 125; es ward eine tartane gemiethet, um durch den ersten günstigen wind uns nach Triest führen zu lassen. Matthisson schriften 5, 214.
 
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tartar, s.tatar.
 
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tarte, s. DWB torte.
 
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tartoffel, tartuffel, tartüffel, s. DWB kartoffel theil 5, 244: tartoffeln oder gemeine erdäpfel. Hohberg 3, 1, 387b; hier sagten die leute (statt kartoffeln) tartüffeln. Hermes Soph. (1776) 5, 330; die Breslauer benennen den krieg, den wir jetzund haben, den kartoffelkrieg ... vielleichte weil sie sich nicht recht ordentlich todtschieszen, soll es darauf verstanden werden, dasz sie blosz mit tartoffeln oder kartoffeln auf einander bombardieren? Holtei Lammf.2 3, 72. tirol. tartuffel trüffel Schöpf 738, cimbr. tartuffola Schm. 177a, ital. tartuffo.
 
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tartsche, f. , mhd. tartsche, md. tarsche, tarze, mnd. tartze, tartzge, aus franz. targe und dies mit mlat. targa wahrscheinlich aus ags. targe, altn. targa schild, ahd. mit lautverschiebung zarga, einfassung, die eine befestigung gewährt, rand u. s. w. Diez4 315. Leo ags. wb. 617. Schade2 923. 1230.
1) ursprünglich ein groszer, den ganzen körper deckender, sodann gewöhnlich ein kleinerer, länglichrunder schild ('das verhältnis der tartsche zum schilde ist noch nicht recht ermittelt' Schultz höf. leben2 2, 88, vgl. 220), antile, parma, pelta, scutum Dief. 33c. 414a. 422c. 522c, ein kleins halbs rund schiltle der fszknecht Dasyp. (1556) X 7c, groszer reuterschilt (1535) 282c, starke tartschen oder sturmtartschen Frisch 2, 363c (aus Fronsperger u. a.): sunder tartschen (turnieren). Suchenwirt 30, 190; (wagen,) dy wir mit bretin behengen und tarssen. Elbogner chron. 145 Schlesinger; und der könig lies machen ... dreihundert tartschen vom besten golde, ja (je) drei pfund goldes zu einer tartschen. 1 kön. 10, 17. 2 chron. 9, 16;

er sah auf der mawer ein Frantzosen,
den thet er mit seiner tartschen stoszen,
das er fiel hinderruck hinab.
H. Sachs 8, 627, 17;

Sabinus mit der tartschen sein
sich decket, kam hinauf allein
gantz unbeschedigt. 16, 392, 33;

schöne alte armature von tartschen, werinen, turnierzeugen. Zimm. chr. 2, 29, 19; gab im so ein groszen schlag, das dem riesen die tartschen ausz seiner hand fiel. buch d. liebe 274a; legten ihre tartschen und schwerdter ab. wegkürzer 97b; darum dann die jungfraw .. mit schilten oder tartschen seie uberhauft worden. Rihel Livius 12; die (käs-)rinde für tartschen und schanzkörb prauchen. Fischart Garg. 55a;

würde Leo wol allein ohn schwerdt und tartsche stehn?
Gryphius trauersp. 32 Palm;

(land,) das meine faust
gefüllt mit leichen, ... das ich mit spiesz und schild
und tartschen oft gepflügt. 68.

bildlich: da gott selbst .. sein schirm und tartzsch gewesen wäre. Mathesius Sarepta 21a; unser gott sei seiner kirche tartzschen und decke, und erhalt sie bei seiner lere. 107a;

[Bd. 21, Sp. 147]


die runden schild und leichten tartschen.
Bürger 163b. 218b,

zerhieben einander die leichteren tartschen.
Stolberg 11, 169,

hauten sie wild einander umher an den busen die stierhaut
schöngerundeter schild und leichtgeschwungener tartschen.
Voss Il. 5, 453;

säbelhiebe pfeifen durch die gespaltene luft, abrasselnd auf panzer und tartsche. F. Müller 1, 359;

die breite tartsche deckt genick und haubt.
Platen 3, 273;

hab' ich die tartsche lang und breit,
kann sie mich besser decken.
Uhland 2, 173;

bringt euer kriegszeug,
tartschen und klingen.
Freiligrath 2, 76.

zusammensetzungen: tartschentrager Rädlein 868a, -schwinger Bürger 160a. 221b.
2) das scheibenkraut, peltaria Graszmann pflanzennamen nr. 57; seine (des schildbesenkrautes) oberste dartschen oder schildtlein sein dünn und liecht wie pergament. Tabernaem. 854a.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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