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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tarant bis tarrasz (Bd. 21, Sp. 144 bis 145)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tarant, m., mhd. tarant, tarrant, tarent, spätmhd. torant (Wolkenstein 17, 1. 28. Kummer Erlauer spiele 4, 663), scorpion, tarantel, aus ital. taranto (so genannt, weil sie sich in der umgegend von Taranto, Tarent in Apulien findet Diez4 315), scorpion als himmelszeichen, auch eine art belagerungsmaschine, 'deren langer hebelarm sich wie der schwanz des scorpions erhebt, sobald die maschine schaden stiftet'. Schultz höf. leben2 2, 391. Lexer 2, 1405. Schm. 1, 615; drache (krone 13466); der tarand, ein fabelhaftes thier, wird beschrieben von Rabelais 4, 2. 4, 4 (Regis 1, 590. 597), vgl. der tarandus verendert seine farbe wie der chameleon. Heyden Plinius 174; in Butschkys rosenth. 398 werden schwarz und weisz gestreifte pferde tarantpferde genannt;

der tharant (stachelschwein) ist ein stachlicht thier,
wie ein igel mit füszen vier,
lang spitzig federn von im laszt,
die werden oft in silber gfaszt.
Waldis Esopus 2, 95, 1.

botanisch blauer tarant, der kleine schwarzblaue enzian, Swertia perennis Nemnich 2, 1409. Graszmann nr. 468. 505, wofür sonst dorant, taurant, orant.
 
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tarantara, taratantara, die trompete, trommel u. dgl. nachahmendes schallwort:

taratantara, tantara tum! ...
der trommelschlag geht num.
Koromandels nebenstünd. .. zeitvertreib (1747) 212;

substantivisch der drommeten taratantara mückenkr. 69, 338;

trometen, clareten taratantara singen.
Schottel 910;

so oft des schreckhorns
taratantara tönt.
Voss ged. 3, 111.

übertragen: bei meiner taranthara (zankenden frau) dem bösen hellriegel. Frey gartenges. 41; vil menschen ... sterben desz gehen todts, welche alters und gesundheit halben gar wol noch länger hetten leben, .. den taratantara singen können. Albertinus landstörzer 670.
 
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tarantel, f., aus ital. tarantola, tarantella (demin. zu taranto, s. DWB tarant), mlat tarantula, eine giftige erdspinne in

[Bd. 21, Sp. 145]


Unteritalien (die apulische tarantel Brehm thierl. 6, 597): stich der tarantulen. Butschky Patm. 576 (im register tarantelen stich); hat sie eine tarantel gestochen. Kotzebue dram. sp. 2, 259;

und der wand entkreucht
der scorpion, die tückische tarantel.
Uhland 1, 217.

bildlich: überall lagen in seiner bahn die zuckenden spinnenfüsze, welche der erdrückten tarantel der vergangenheit ausgerissen waren. J. Paul Titan 5, 186; ich sehe allemal mit vergnügen, dasz die leute in einer kirchenmusik sitzen bleiben, weil es ein beweis ist, dasz keiner von der tarantel gestochen ist; denn, liefen sie hinaus, so sähe man, sie könnten keine misztöne aushalten und wären also gebissen. Hesp. 2, 91;

vergebens hüllst du in den mantel
der unschuld dich;
er schützt nicht gegen der tarantel
verleumdung stich.
Rückert 2, 404.

zusammensetzungen: tarantelstich J. Paul Lev. 2, 4; taranteltanz, tarantismus, den der stich der tarantel verursachen soll Oken 5, 682; jetzt sind die rennwochen und visiten-taranteltanzstunden eines menschen zu ende. J. Paul Hesp. 2, 197; der langarmige tarantel skorpion, phrynus lunatus. Brehm thierl. 6, 562; Bastian war in der tarantelzeit durch nichts verlegen zu machen. J. Paul Hesp. 2, 193.
 
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taratantara, s. DWB tarantara.
 
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tarif, m. verzeichnis von waaren, leistungen oder abgaben mit beigesetzten preisen, pactum mercatorium Sperander 724a. Aler 1873b; aus franz. tarif m., ital. tariffa, span. tarifa f. vom arab. 'ta'rîf, kundmachung Diez4 316: er gab diese verhältnisse ihres (der feldfrüchte) nahrungswerthes in zahlen an, und der professor erkannte mit freudigem erstaunen, dasz sie wohl auf den tarif seines alten kaisers Diocletian passen könnten. Freytag ges. werke 6, 86; dies lösegeld wurde durch einen tarif festgesetzt. 20, 91; allmähliche minderung der tarifsätze im zollverein. 22, 207; fortschreitende tarifermäszigung des zollvereins. 230.
 
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tarl, m. aus nd. tarl, tarrel würfel Richey 305. brem. wb. 5, 27, vgl. DWB dorl th. 2, 1286: mit würfeln oder tarlen .. spielen. Comenius sprachenth. § 941.
 
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tarnkappe, f., aus mhd. tarnkappe, unsichtbar machende kappe d. h. mantel, bei neueren dann auch misverständlich unsichtbar machende mütze (vergl. hehlkäpplein): die zwerge tragen kleine mützchen, wodurch sie sich unsichtbar machen können, man nennt sie tarnkappen oder auch nebelkäppchen. H. Heine 7, 19; an dem lärmenden wirthshaus vorüber schlich eine scheue gestalt, tief verhüllt, die kapuze gleich einer tarnkappe auf dem haupt. Auerbach ges. schriften 14, 74. zusammengesetzt mit ahd. tarni heimlich (ags. dyrne), wovon tarnan, tarnjan, mhd. tarnen ternen, alts. dernjan, ags. dyrnan verhüllen, verbergen; davon auch franz. terne trüb, ternir trüben Diez4 687.
 
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tarók, m., aus ital. tarocco, das siebenkönigsspiel, auch das tarok (nämlich -spiel) Adelung: tarock spielen Nicolai bei Lessing 13, 19; wenn's gelegenheit giebt, spielen wir unsern tarok aus, in dem wir auf dem vorposten unterbrochen worden sind. Auerbach ges. schriften 14, 158;

aber leider noch viel besser
spielt er oft tarok.
H. Heine 18, 55.

ein trumpf im tarokspiel: ich habe gerade die beste karte, zehn tarok. Auerbach a. a. o.; bildlich: ja, um köpfe werden sie karten und der eure ist tarok. Schiller 3, 88 (Fiesko 3, 4). — tarokkarte Hermes Soph. (1766) 4, 244, -spiel Jacobsson 4, 371b.
 
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tarr, tärr, s. DWB theer.
 
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tarrasz, m. n. , mhd. tërraʒ, tarraʒ (spätere formen tarris, terres Lexer 2, 1428), mnd. tarras, aus franz. terrace, ital. terrazzo, engl. terrace tarrace und terrass tarrass, mlat. terratia (s. terrasse).
1) erdaufwurf, wall, bastei, bollwerk, barrikade, propugnaculum (tarresz) Dief. 466b. Frisch 362b (tarris, tarres aus Tschudi 2, 389): ouch branten die tharras unde were uf dem grabin abe. Rothe dür. chron. cap. 782; er paut das geschlosz Newburg vast mit gtem tarrosz (var. tarrasz). städtechr. 4, 125, 6 zum jahre 1446;

sie namen holzer, preter, vaʒ
... und machten tarras.
M. Beheim buch v. d. Wienern 72, 27.

daher die tarraszbüchse ein geschütz, das auf dem wall, auf dem bollwerk aufgestellt wurde Schm.2 1, 616. Lexer a. a. o. Schiller-Lübben 4, 512b. Weinhold schles. wb. 97a: ein tarresbucsz raisbuch vom jahre 1504 s. 61; die schütz (schüsse) usz den tarris-büchsen. Tschudi 2, 389a;

[Bd. 21, Sp. 146]


er richtet all sein schlangen,
tarratzpüchsen liesz er gan
ains auf die andern,
schosz auf den köng herdan.
Uhland volksl. 174, 5 (vom j. 1505).

bildlich: wann der tüffel vor dem slosz diner selen ligt, und dann schüszt mit den groszen wüsten darresbüchsen, das ist mit schantlichen wüsten gedenken dich anfichtet. Keisersberg bilg. 26c.
2) mhd. und md. erhöhter freier platz, erker, altan (s. DWB terrasse) Lexer 2, 1428.
3) der tarrasz, tarasz, gewöhnlich trasz (aus nnl. tras, mnl. terras und tiras Kilian 555b), eine aus vulkanischen zersetzten gesteinen entstandene, besonders am Vesuv und bei Andernach am Rhein gefundene masse, die als baustein und gemahlen mit kalk als cement benutzt wird Oken 1, 522 ('der trasz oder tarrasz .. ist in frischem zustande ziemlich weich und wird, wie torf, mit spaten terrassenartig gestochen und an der luft getrocknet, daher der name' Karmarsch 2, 664): tarras, tras um Andernach und in der gegend zwischen Mainz und Köln. Jacobsson 4, 371; um Andernach war nichts als trasz, mühlstein und bimsstein zu haben. J. K. W. Voigt an Merck 1, 322; tarrasstein, cementum Benzler 2, 222.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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