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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tappig bis tarant (Bd. 21, Sp. 143 bis 144)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tappig, täppig, tappicht, adj. und adv.
1) mit tappen versehen und damit tappend: die schwertapigen und greiffklauigen fürsten. Fischart Garg. 54b; tappichte hand, manus praemissa, explorans Stieler 2257.
2) was täppisch: der Aloys ... sieht ja nicht gut in die ferne, und darum ist er ja manchmal so tappig. Auerbach ges. schriften 1, 22; in seinem plumpen, ungeschlachteten tappigen wesen. Gutzkow ritter4 6, 22. henneb. tappig Spiesz 252, westerw. dappich, tappchig Schmidt 250; schweiz. tappig, dappig, langsam in der arbeit, tölpelhaft Stalder 1, 265. Seiler 72a, bair. täppig, täppet (täppicht) Schm.2 1, 612. vgl. tapsig.
 
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täppisch, adj. und adv., mhd. tæpisch (S. Helbling 44, 14), einem tapp (3) eigen, in der weise desselben, plump, ungeschickt, linkisch, einfältig Stieler 2258:

wankelmütig, geschwetzig und deppisch.
H. Sachs 1, 209, 34;

es stürzten,
vor dem täppischen mann, körbchen und blumen hinab.
Göthe 1, 309 (der neue Pausias v. 68);

niemand ist lästiger als ein täppischer mensch vom civilstande. 17, 260. 25. 36 f.; gutmütig, aber täppisch. 24, 255; keineswegs geistreich und heiter, sondern täppisch und mit bösem willen. 36, 181; so haben wir viel zu grosze ehrfurcht vor der natur, als dasz wir ihre personificirte, göttliche gestalt für so täppisch halten sollten, in die schlingen eines sophisten einzugehen. 36, 224;

er war so hölzern und täppisch und links.
H. Heine buch der lieder 57 neudruck;

die hunde selbst, die täppischen gesellen,
sehn, dasz es hier unziemlich sei, zu bellen.
P. Heyse ges. werke 3, 7.

substantivisch:

ihr täppischen! ein artiger schein
soll gleich die plumpe wahrheit sein.
Göthe 41, 51 (Faust 5733 Weim.).

adverb:

und griff hinein so täppisch. 8, 113. 42, 146. 379;

das kind greift täppisch wacker zu. 39, 196;

doch nahet sich täppisch
der philister.
Schiller 11, 128.

kärnt. täppisch (táppisch), sich in alles hineinmengend Lexer 52.
 
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täpplein, n., dimin. zu tappe und tapp, vgl. DWB täppchen: reich mir doch das heilig schmutzhändlin, das liebe täpplin. Fischart Garg. 240a; so lieb haben sie (die esel) ihre schöne ragörlin, wie die katz ihr jungfrautäplin. 213a, schwäb. täple Schmid 114; bair. das táppel, henneb. das täpple, läppischer kindischer mensch Schm.2 1, 612. Spiesz 251, kärnt. tappile (demin. zu tappel) Lexer 52.
 
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tapps, taps, m. , ein intensives tapp, vgl. DWB klacks, DWB klapps, DWB raps.
1) schlag, streich Stalder 1, 266. Spiesz 252.
2) ein täppischer mensch Schm.2 1, 612. Albrecht 221a. Schmidt 250,

[Bd. 21, Sp. 144]


tappes Spiesz a. a. o. Kehrein volksspr. in Nassau 1, 402; Hans Taps Neukirchs samml. 6, 242 f., s. DWB Hans 3;

als ein held kehrt mancher nun,
der ein baarer taps und dampf
zog in den Franzosenkampf.
Immermann ged. (1822) 171;

mein vater war ein trockner taps.
H. Heine 17, 252.


3) schwäb. dapps, tapps rausch Schmid 115. vergl.dampes Schm.2 1, 510 und dampf 6.
 
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tappsen, verb. , ein intensives tappen.
1) intransitiv, plump, ungeschickt auftreten, tapsen Burmann fab. 31, rhein. tappschen Kehrein 1, 402, siebenb. mät den föszen tapschen, stampfen Frommann 4, 402, 62; mit den tappen nach einem gegenstande plump zufahren, zutappen, henneb.

esz topst o talkt gor prächtig
on weiberflêsch sich röm.
Frommann 2, 397, 21.


2) transitiv, mit den tappen hastig etwas ergreifen, an sich raffen: das beste wird sein, dasz ich ihn lasse thapsen (ergreifen), und in das esur stecken. Gryphius horrib. 53 neudr.; weil er nur alles an sich zu rapsen und dapsen suchet. comment. zum Simplic. 1, 521 Keller.
 
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tappsig, täppsig, adj. ein intensives tappig Albrecht Leipziger mundart 221b:

(ein ungeheuer) so zottig, täpsig, knollig!
Göthe 2, 93.


 
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tappstreich, m. streich eines tapps, täppischer streich: unterdessen hoff ich, sie werden sich nunmehr bessern und werden aus ihren gemachten irrthümern so viel erfahrungen sammeln, dasz sie nicht durch ihre tappstreiche wieder verderben, was ich durch meine weisen machinationes ins feine gebracht habe. Bode Thomas Jones 6, 25.
 
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tappung, f. das tappen Stieler 2257.
 
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tar, s. DWB türren.
 
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tara, f. kaufmännisch, aus dem gleichbedeutenden ital. span. tara, der abzug des gewichtes der verpackung von der eigentlichen ware Hübner naturlex. 1862, vom arab. 'tarah entfernt, beseitigt Diez4 315: die thara wegen Dief.-Wülcker 872 (vom j. 1503 Frankfurt); tara von waaren Rädlein 867b;

(hieher?) das haar vom schwantz verkauffen mit der taren.
Fischart Garg. 280a;

das gleichnisz von der thara ist nicht ganz passend; auf die ganz feinen waaren passirt keine thara. K. Lessing bei Lessing 13, 604; tara oder gutgewicht war ihm in diesem augenblick ganz unwesentlich. Freytag ges. werke 4, 185.
 
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tarant, m., mhd. tarant, tarrant, tarent, spätmhd. torant (Wolkenstein 17, 1. 28. Kummer Erlauer spiele 4, 663), scorpion, tarantel, aus ital. taranto (so genannt, weil sie sich in der umgegend von Taranto, Tarent in Apulien findet Diez4 315), scorpion als himmelszeichen, auch eine art belagerungsmaschine, 'deren langer hebelarm sich wie der schwanz des scorpions erhebt, sobald die maschine schaden stiftet'. Schultz höf. leben2 2, 391. Lexer 2, 1405. Schm. 1, 615; drache (krone 13466); der tarand, ein fabelhaftes thier, wird beschrieben von Rabelais 4, 2. 4, 4 (Regis 1, 590. 597), vgl. der tarandus verendert seine farbe wie der chameleon. Heyden Plinius 174; in Butschkys rosenth. 398 werden schwarz und weisz gestreifte pferde tarantpferde genannt;

der tharant (stachelschwein) ist ein stachlicht thier,
wie ein igel mit füszen vier,
lang spitzig federn von im laszt,
die werden oft in silber gfaszt.
Waldis Esopus 2, 95, 1.

botanisch blauer tarant, der kleine schwarzblaue enzian, Swertia perennis Nemnich 2, 1409. Graszmann nr. 468. 505, wofür sonst dorant, taurant, orant.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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