Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tapezierbiene bis tapfermut (Bd. 21, Sp. 134 bis 138)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tapezierbiene, f. oder blattschneider, megachile Brehm thierl. 6, 194.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapezieren, verb. mit (oder wie mit) tapeten bekleiden Aler 1873, franz. tapisser, darnach zunächst die form tapessieren: die (aula) war stattlich tapessiert allenthalben. F. Platter 309 B.; übertragen und bildlich: die wand ist mit einigen bildern von heiligen und zwo landschaften tapeziert. H. L. Wagner der wohlthätige unbekannte 5; seitdem die verdienste unserer vorfahren mit ihren portraits zu einerlei gebrauch dienen, die leeren seiten nämlich unsrer zimmer und unsers charakters zu tapezieren. Göthe 8, 54; soll ich meine zimmer mit diesem volk tapezieren? Schiller 3, 389 (kabale 2, 1);

bei hoff ist alles, wers nur spüret,
mit falschheit zierlich tapeziret.
Logau 3, 2, 25.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapezierer, m. tapissier Rädlein 867b. Ludwig 1941, vgl. tapezier; eine art netzspinnen, aranea vestiaria Nemnich 3, 589.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapeziermeisterin, f.: endlich sei nur nicht die mutter selber ihre eigne tapeziermeisterin, oder ein unfruchtbares tulpenbeet der modefarben; dann ist genug gethan für die töchter, wenn nicht alles. J. Paul Levana 2, 103.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapezierschneider, m. '3 tapecirschneider mit einem pferde' Dief.-Wülcker 872 (vom j. 1685, Wien).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapfe, m. f. ein verschobenes tappe. 1) tatze: die tapfen des bären. wiszbadisch wisenbr. 2, 31. 2) wie fusztapfe (theil 41, 1045): tapfe oder stapfe Rückert mak.4 141 anm. 10; und achten nicht des weges den wir treten und sehen nicht die tapfen unsrer ahnherrn neben uns. Göthe 57, 49.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapfer, adj. und adv. das im goth., alts. und ags. nicht nachweisbare wort lautet ahd. taphar taphir tapher, mhd. und md. tapfer und dapfer (alem. auch tapfel : apfel liedersaal 3, 102, 27), mnd. nd. engl. dapper, altn. dapr; es zeigt ähnliche begriffsübergänge wie lat. fortis und gravis, deutsch fest und hart, die in der älteren sprache auch zum begriffe unseres 'tapfer' vorgedrungen sind, während umgekehrt das altn. dapr die aus gravis (belastet, beschwert) hervorgegangene bedeutung 'betrübt, traurig' angenommen hat. J. Grimm hat in der gesch. der deutschen spr. 406 nach Frischs (1, 185b) vorgang zusammenhang vermutet mit altslav. doblĭ stark, tüchtig, debelŭ dick (Miklosich 164a. 157b), slav.

[Bd. 21, Sp. 135]


dobru schön, gut, so dasz also eine grundform dhabras anzunehmen wäre (Schade2 923a). die bis ins 18. jahrh. noch vorkommende schreibung dapfer verwirft Stieler 2354 aus dem grunde, weil er das wort aus tahtfertig entstehen läszt. Bedeutung und gebrauch.
I. adjectiv.
1) in ahd. glossen wird taphar wiedergegeben durch lat. gravis, gravidus (Graff 5, 394), im vocab. predicatorum durch maturus (Dief. 352a), mhd. wird tapfer besonders von der gedrungenheit und fülle der körpertheile gebraucht (vgl. 2, c und fest 4, c): diu prüstel ... schüllent an den juncfrawen klein sein und tapfer. Megenberg 25, 5;

ir füeʒe in rehter mâʒe
stuonden ir geschepfet wol,
sî wâren tapfer unde hol
enmitten ein vil kleine.
Konrad troj. krieg 20014;

ir arm hübsch und tapfel (: apfel). lieders. 3, 102, 127.


2) nhd. gewichtig, gewaltig, fest, stark, kräftig, tüchtig, bedeutend, bedeutsam, trefflich, wichtig, ansehnlich, stattlich, würdig, schön u. dergl., wie sich aus dem zusammenhange leicht ergibt; die folgenden belege für diese nun veralteten bedeutungen sind chronologisch geordnet.
a) von sachen und abstractionen: nachdem der hochwirdig fürst ... undter andern vil stattlichen und tapfern stattuten und gesetzen ... ain statut der gaistlichen hochzeit halb gesetzt und ausgeen lassen hat. Nürnb. poliz.-ordn. 84 (15. jh.);

von in wurt selten dapfer wort
glych wie von einem kindt gehort.
S. Brant 13, 7;

den gesworn befelen, dapfere stein zu bestellen .. und kein klein stein. Dief.-Wülcker 872 (vom j. 1502, Frankfurt); das er (der menknecht) aber nit gewachsen sonder schwach und klein und also zu tapfrer arbeit nit zu geprauchen. landpot in Ober- u. Niederbaiern (1516) 67a; solichs (burgermaister-)ampt .. das ansehenlichst und dapferst ist. städtechron. 11, 795, 25; eine tapfere landsteuer, summe, botschaft, ursach u. s. w. Schm.2 1, 614 (16. jahrh.); es ist nichts tapfers (festes, beständiges) da in allen dingen. Keisersberg siben sch. ee d 6a; er hab dann etwas tapfers (groszes, bedeutsames) auf im gehabt. schiff der pen. 47c; die knecht werden mit groszen tapfern kosten erhalten. Dief.-Wülcker 872 (vom j. 1524); in diser tapfern und wichtigen sachen zu rathen. ebenda (1523); es was auch tapfers gelt, getrenk u. s. w. Widmann Regensburger chron. 88, 15; die horas vleiszig und wol singen u. s. w. wie in einem tapfern stift. 117, 3; sihe nu, wie einen dapfern schlappen gibt dis gebet disem vergenglichen leben. Luther 1, 75b; aber ich hielt fest und zeigt an, das in solcher dapfer sach mit aller bedechtigkeit gehandelt ... solt werden. 148b; so wir Christus gebot halten wolten in den ersten dreien graden, solt der zinskauf nicht so gemein oder not sein, es were denn in groszen merklichen summen und tapfern gütern. 197a; in dieser tapfersten und wichtigsten sachen. 5, 32b; mit zeitigem dapfern raht berathschlaget. 109a; summa, wer etwas groszes thar wagen und leiden, der mus gewislich etwas tapfers wissen und warten, umb welchs willen er solchs thut. 6, 247a; solche tapfere, klare sprüche der heiligen schrift. 383a; so bitten wir keiserlich majestat, wollen von dieser groszen, dapfern, hochwichtigen sachen ... gnediglich uns hören. 385b; nu ist wol zu gedenken, das es dennoch etwas tapfers und hohes getragen hat. 8, 293a; wiewohl das wichtige, tapfere sachen wären, seel, ehre und gut belangend. Kress in Melanchthons op. 2, 290; so einer einen kelch, paten oder andere gefäsze und dergleichen tapfere dinge aus den kirchen stiehlt. corp. constit. Brandenb.-Culmbac. 2, 2, 266 (vgl. Carolina art. 166. 174);

so bistu auch geschickt und klug,
zu füren einen tapfern krieg.
H. Sachs 7, 178, 26;

wo er etwas tapferer geburt oder standes were, er würde anderst gewapnet sein. buch der liebe 18c; der könig grosz verwundern ... genommen an seiner herrlichen und dapfern grösze. Galmy 215; sein vatter, der einen sehr tapfern meierhof und viel andere dazu gehörige güter besasz. Kirchhof wendunm. (1602) 1, 256; er wolle, weil er tapferer stärke wäre, ihnen .. beispringen. pers. rosenth. 3, 27;

die ihres geistes hoch zusammen hat gesellet
zu treffen einen bund (die fruchtbringende gesellschaft), zu würken tapfre frucht.
Logau 2, 3, 13;

dein tapferer verstand hielt dises für gering.
Rompler 97;

wasz in schreibung eines tapfern werks wol- oder übelständig sei. s. 17 der vorrede; der schönsten knaben, mit .. dapfern angesichtern und haaren. Schuppius 772; fehler, welche die

[Bd. 21, Sp. 136]


menschen von dem rechten weg dieser tapfern tugend (der menschenliebe) pflegen umbzuwenden. 755.
b) von (ansehnlichen, tüchtigen, ehrenfesten, tugendsamen, rechtschaffenen, würdigen und ernsten) personen:

(die bischöfe) soltents nit zm orden lan
und z selsorgen vor usz nüt,
es werent dann ganz dapfer lüt.
S. Brant 73, 26;

das darnach die gemainen empter under dieselben dapfern gottesfürchtigen männer .. auszgethailt mogen werden. städtechron. 11, 786, 15 (vom jahre 1516), vgl. 787, 12. 15. 801, 29; wo ein ersame, tapfer person ist, wann dieselbe etwan von geschicht kompt, da junge mutwillige leut schimpf oder spiel treibend, zu hand, alsbald sie ir gewar werden, so fleugt jederman hin weg. Keisersberg seelenp. 160b; einem tapfern menschen stat nit zu, das er trag ein bübisch, leichtfertig oder stolz hoffertig kleid. 181b; denn die gantz statt meines volkes weisz, das du ein tapfer fromm weib bist (mulierem te esse virtutis). Züricher bibel (1530) 132b, das du ein tugentsam weib bist. Ruth 3, 11; nun aber viel tapferer leut achtend, er sei zu der sachen erkauft. Luther br. 1, 237; ein dapferer gelehrter man. Fischart bienenk. (1580) 11a;

ein ruhm, der geht
durch tapfrer leute mund in alle welt, besteht.
Logau 1, 8, 73;

ein gutter ehrlicher tapferer mann. Butschky kanzl. 478; ein tapferer, aufrichtiger theologus. Schuppius 267; es ist zwar nicht ohn, dasz etliche tapfere männer zimlich verstanden, wie im hochteutschen der tichtkunst zu helfen wäre. Rompler s. 10 der vorrede.
c) noch kärnt. tapfer stark, wacker, gesund, frisch (besonders von kindern) Lexer 52; tirolisch ein tapferer (starker) körper Schm.2 1, 614, vgl. 1.
3) fest und furchtlos ausdauernd, anhaltend und mit nachdruck streitbar (tapfer ist der, dessen muth in gefahren anhaltend ist. Kant 10, 282), ein begriff der sich schon im 14. jh. aus 1 entwickelt hat:

sîn mannlich dapfer sterben
was den vier waltstetten gut.
Halbsuter 29, 6;

so werden durch die gantze welt ihre (der Athenienser) thaten für die tapfersten gehalten. Polychorius Salust. 13a;

ist denn also ein tapfer held
zu einem könig wol erwehlt.
Rollenhagen froschm. II, 3, 6 (Ff 7b);

tapfre männer sollen haben was vom fuchse, was vom löwen.
Logau 3, 3, 20;

Planus ist ein tapfrer kunde gegen abend in dem schatten,
dann daselbst wird seiner grösze um ein groszes eingerathen. 3, 3, 72;

kein dapfrer kriegsmann stirbt.
Fleming 133;

ein dapfrer geist erkiest
ihm stets ein höhers aus, mit dem er möge ringen. 110;

so lange du im hausz, auf deines vaters erden
wirst sitzen, wird aus dir kein tapfrer mann nicht werden. pers. rosenth. 3, 27;

ein tapfrer mut (vgl. DWB tapfermut) kan siegen.
Rist Parnasz 459;

der tapfre siegt, der tapfre! der
trinkt seines feindes wein.
Gleim 4, 93;

dasz er tapfer ist, räumt man ihm ein; aber so, wie es der wolf oder der bär ist, blind zu, ohne plan und vorsicht. Lessing 7, 258;

dem tapfern bleibt die braut!
Wieland Klelia u. Sinib. 3, 427;

tapferer sinn Göthe 32, 67; ein tapfres herz Schulze Cäcilia 17, 33; diese männer sind tapfer und gut. Schiller 3, 36 (Fiesko 1, 11);

nur in entwürfen bist du tapfer, feig
in thaten. 12, 228 (Wallensteins tod 1, 7);

übertragen auf arm, faust, brust und waffe: tapfere faust J. Paul Hesp. 3, 56, brust Voss Ovids metam. 49, 52;

und als ich jetzt um seine starken glieder
den tapfern arm, es zu erwürgen, schlang.
Schulze Cäcilia 7, 57;

(es wird) ausgeziert ihr tapfres schwert
mit goldnem wehrgehenk. 7, 29;

der hat sein tapfres schwerdt
gar oft für mich gebraucht.
J. Kurz prinzessin Pumphia v. 592;

auf zunge und wort:

die kraft, der helden trefflichkeiten
mit tapfern worten auszubreiten.
Hagedorn 3, 23;

o eile! eile her!
damit ich durch meine tapfre zunge diese zweifel
und furchtgespenster aus dem felde schlage.
Schiller 13, 27 (Macbeth 1, 9).

[Bd. 21, Sp. 137]



II. das adverb entspricht den bedeutungen des adjectivs 2 und 3, dient aber oft nur zur verstärkung des begriffs (tüchtig, sehr):

das (herz) si tapfer kartend
ietz gegen der ritterschaft.
Halbsuter 21, 6;

die helden wunderbalde ...
.. schlugend tapfer drin. 41, 5;

nimms dapfer an, ergib dich dryn! fastn. sp. 879, 5;

du solt auch mit hin laufn
oder ich wurd dich gar tapfer raufn.
Raber Sterzinger spiele 4, 315;

erst wag ich dapfer meinen leib.
H. Sachs 23, 20, 12;

du solt es dapfer mit uns wagen. trag. Joh. D 6;

sag dapfer her und scheuhe nit.
Murner schelmenz. 5a;

so wolt ich mich dapfer mit dem dägen werren. Th. Platter 78 B.; solt ich nit eh dar kommen, so ich dapfer (hurtig, schnell) fahr? Pauli 107b; (die hausfrau) ist rüstig und geschäftig, .. greift die sach selbst tapfer an. Kirchhof wendunm. (1602) 5, 96; derhalben sol man sich befleiszigen, das man sich im reden tapfer, ernstlich, gewaltiglich ... erzeige. Mathesius Syr. 1, 142;

denn sein thun stund ihm tapfer an.
Rollenhagen froschm. II, 3, 1 (Ee 1a);

wann sie sehen, dasz man fleucht, so hengen sie dapfer nach. buch der liebe 218a; das ist jägerrecht; die füchs nur dapfer gestreift! Fischart Garg. 99b;

truck tapfer nur, ich trag dich gern. ehz. 58;

sie trinken dapfer herumb. Ayrer 1846, 26; sich tapfer herumbbeiszen. Lokmans fabeln 36; viele junge studenten lassens tapfer (hoch) hergehen, borgen frei wacker in das gelack. Schuppius 530; einen tapfer ablauffen lassen. Hahn hist. 3, 240;

saufst du dich dapfer voll, so schwindt dir dein verstand.
Rompler 213;

es lebe wer sich tapfer hält!
Göthe 12, 176 (Faust 3370 Weim.);

wie konnt' ich sonst so tapfer schmählen,
wenn thät ein armes mägdlein fehlen! 188 (3577);

ich hielt mich tapfer an die arbeit. 23, 103; die gemeinen Irländer .. schelten den verstorbenen tapfer aus. J. Paul teuf. pap. 2, 232; hernach musz ich tapfer machen, dasz ich wieder heim' komm. Auerbach ges. schriften 1, 452; schlesisch topper schein, sehr schön Weinhold 97a; nd. he kan dapper gan, er kann gut zu fusze gehn; sik dapper weren, sich tapfer wehren, aber auch gut und hurtig in der arbeit sein. brem. wb. 1, 184.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapferheit, s. das folgende.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapferkeit, f. vollere form tapferigkeit, tapfrigkeit (einem mhd. tapfericheit entsprechend), im 15. jh. gebildet aus einem adj. tapferig (= tapfer); daneben tapferheit Aventin. 1, 558, 11. Micrälius alt Pr. 2, 174, mnd. dapperheit.
1) nach tapfer 1 und 2 die schwere, stärke, gewichtigkeit, kräftigkeit, wichtigkeit, bedeutung, ansehen, würde und dergl., maturitas, pulchritudo Dief. 352a. 471c, gravitas, veritas Aventin. 1, 558, 11, dignitas, gravitas Maaler 86d: sein stimm was suesz, klar und verstentlich, darinn etlich kunst und dapferkeit gemerkt wurden eins guoten redners. N. v. Weyl (Wackernagels leseb. 1, 1048, 9); die tapferkeit der stimme verlieren. Wirsung arzneibuch 254; die grösze und dapferkeit der sachen. städtechron. 11, 785, 21; dy verhnen wir mit hoffart, also nerrisch sind wir, kein dapferkeit ist nit in uns. Keisersberg bilg. 64b;

das nit das urtheil sei zu gech,
sonder mit dapferkeit geschech!
H. Sachs 7, 58, 35;

solch ernste red und dapferkeit. E. Alberus 72b; dapferkeit des gemts, magnanimitas Dasyp. (1556) B 7d; dapferkeit und erbers ansähens, dignitas oris et vultus Maaler a. a. o.
2) nach tapfer 3, fiducia, fortitudo, bellicositas, virtus Maaler a. a. o. (das vermögen und der überlegte vorsatz, einem starken aber ungererechten gegner widerstand zu thun, ist die tapferkeit, fortitudo. Kant 5, 203):

die ritter weren all betrogen
umb ihr bekante dapferkeit.
Weckherlin 355 (20 Gödeke);

durch die ehr und reichen lohn kan die tapfrigkeit erwachen;
aber ehr und reicher lohn kan die tapfrigkeit nicht machen.
Logau 2, 2, 67;

sein (des fuchsschwänzers) hertz ist leer von mut, von tapfrigkeit
die sinnen. 3, zugabe 102 v. 41;

den schwer-beladnen wagen,
auf dem viel raub und zeug, dem feind entnommen, lagen,
begleiten dapferkeit und unerschrockner muth.
Fleming 141;

[Bd. 21, Sp. 138]



wer krieget, thut der recht? weil kriegen lehret kriegen,
wegnehmen ist die kunst, die tugend das betriegen,
ermorden tapfrigkeit: sein so ein kriegesknecht,
samt solchem kriegesrecht, ist recht und doch nicht recht.
Schottel 896;

du trotzest Griechenland ... mit deiner tapfrigkeit.
Knittel poet. sinnenfr. 5;

aber du o tapferkeit,
aller tugend herzoginne!
steh beim Teutschen allezeit. 119;

wer wolte .. ihres alten ur-anherrn hertzhafte dapferkeit im krieg nicht rühmen. Simplic. (1669) 119 neudruck; tapferkeit, so den adel am ersten gebohren, mus ihn auch nähren und unterhalten. Butschky Patm. 900 (631); nachdem .. die kriegeszucht in Teutschland aufgericht worden, hat sich die teutsche tapferkeit zu unsern zeiten gegen morgen- und abendländische feinde durch grosze von gott verliehene siege wiederum merklich gezeigt. Leibnitz 1, 450; eine handlung der groszmut der tapferkeit. Schiller 16, 285; plural:

in hoffnung stund er auch durch seine tapferkeiten,
die er erwiesen hett in waffen und mit streiten.
D. v. d. Werder Ariost V. 34, 1;

und wer weisz von Römern nicht,
dasz sie nur auf tapferkeiten
ihren adelstand gericht?
Knittel a. a. o. 42;

überhaupt körperkraft, körperstärke und ausdauer: ein mann, der die stärke und tapferkeit eines rosses zu haben schien. Göthe 16, 285.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapferlich, adv. wie tapfer II Dasyp. (1556) B 7d. Maaler 86d. Stieler 2355:

es stat im tapferlichen (nd. drepichliken) an.
S. Brant 5, 21 u. anm.;

er msz die ding tapferlich angriffen. Keisersb. post. 3, 60a; ein prediger sol .. dapferlich sagen die warheit. emeis (1516) 33c; ein freigebiger gibt dapferliche. Cyrillus 69b; solcher sachen sich ernstlich und tapferlich annehmen. Luther br. 5, 422;

und streit im orden dapferlich,
darmit verdienst das himelrich.
Weller dicht. des 16. jh. 99 (vom j. 1533);

wo sind ir har,
dasz irs so tapferlich wagend dar?
Salat verl. sohn v. 598;

dem keiser z'Rom bin ich lieb man,
der wirt mir dapferlich bystan. trag. Joh. G 5;

er weret sich dapferlich. Aimon B 4; dapferlich arbeiten. F 2; denen eilten die Gasconier dapferlich nach. l 4; er sasz dapferlich zu pferdt. b 1; er hat sich dapferlich gehalten; fry und dapferlich reden und antworten u. s. w. Maaler 86d; so sind die Griechen dem h. vater von Rom allezeit tapferlich widerstanden. Fischart bienenk. (1580) 10b; comparativ: darum griffen sie iren krieg dester dapferlicher an. Carbach Livius 75; von neueren nur selten und alterthümelnd gebraucht: hast so tapferlich meinem schlauch zugesprochen. F. Müller 1, 177; die heiden aber wehrten sich tapferlich. Tieck 13, 95.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tapfermut, m. was tapferer mut und daraus zusammengerückt: er hat nicht ruw, wo friden ist, wo geduld und tapfermut. Zwingli 2, 391; ohne diesen moralischen tapfermut kann kein menschenleben wahrhaftig gut .. sein. Bürger 394a. 400b.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort:
 
  

 

Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer
21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
Artikel 21 bis 30 von 41 Nächste Treffer Vorherige Treffer