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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stützweite bis subalternoffizier (Bd. 20, Sp. 808 bis 810)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stützweite, f., die entfernung zweier stützen von einander, die die gleiche last tragen, stützen, s. Lueger lex. d. ges. techn. 7, 234; Muspratt chemie 8, 812.
 
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stützwerk, n., auch stützenwerk, was unterstützen, tragen hilft: so geht es auch, wiewol es sehr schwer ist, vier ellen breit über die mauren hin, ohne einiges stützwerk zwischen dem tach und der mauer, dergestalt, dasz ein europaeischer baumeister schwerlich begreifen würde, wie ein so schweres tach so weit überhängen könte Crhph. Arnold wahrh. beschreib. mächt. königreiche (1672) 573:

doch das ist äuszres stützwerk, das ein haus
nur tragen hilft
Raupach dram. w. ernst. gatt. 6, 25;

als dasz man ... durch verschiedene stützwerke und nothhülfen das gebäude aller sittlichen nothwendigen überzeugungen aufrecht zu erhalten suchte Fr. Schlegel 2, 155; übertragen im sinne von 'halbheit, flickwerk': aber dennoch sind etliche merckmal dieses schatzes im menschen hinderstellig blieben, welches doch lauter stückwerck, stützwerck und flickwerck ist V. Herberger magnalia dei (1607) 218; schon alt stützenwerk 'construction aus pfählen, stützen':

sy meinten in zu burnen stoltze
al ir vestenunge von holtze,
dy der burg phlagin unvirspart,
warin ouch künstlich gelart,
daz sy daz manlich widerstunden,
daz sy ir nicht gebernen kunden,
eyn andir richten sy uf zur hant,
daz waz eyn stitzenwerg genant
Ernst v. Kirchberg mecklenburg. reimchron. 799 Westph.


 
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stützzelle, f., in der physiologie 'stützende zelle': zwischen diesen nervösen riechzellen sind dann wahre epithelzellen, sogenannte stützzellen, von cylindrischer form gelagert W. Wundt grundz. d. phys. psych. 1 (1902) 404.
 
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stuve, m., f., rest eines zeugstückes s. 4stufe teil 10, 4, 309.
 
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stüver, stüwer, m., eine münze s. 1stüber teil 10, 4, 189.
 
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stuvscherbe, f., 'eine zwischen den enden zweyer planken oder hölzer, die sich verlängern sollen, gemachte fuge' Röding wb. d. marine 2, 438; Hoyer-Kreuter 1, 737. eine zusammensetzung aus stuf 'stumpf' (s. teil 10, 4, 291) und scherbe im technischen sinne (s. teil 8, 2563 unter 8 e, woselbst näheres zur sache); vgl. stuvbolzen, m., bolzen mit stumpfer spitze Mothes baulex. 4, 288.
 
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stygisch, adj., eine adjectivbildung, entsprechend gr. στύγιος zu Στύξ, dem flusz oder pfuhl im dunkel der unterwelt, bei dem die götter den heiligen eid schwören, vgl. Roscher mythol. 4, 1566. in poetischer verwendung seit dem 18. jh., vereinzelt früher: und zwar schwere ich durch die stygische gewalt, dasz ich meinem versprechen genugen leisten wil M. Schneider Amintas (1632) 130;

(das leben) taucht die flügel in den stygschen flusz
Körner w. 1, 114 H.;

Wieland ges. schr. I 1, 17 akad.; aus dem stygischen pful Bodmer sammlg. crit. poet. schr. (1741) 1, 15; in der gehobenen

[Bd. 20, Sp. 809]


sprache stygische finsternis Seiler lehnwort 3, 43. stygisch gilt weiter nach antikem vorbild zur bezeichnung der unterweltsgottheiten als entsprechungen der olympischen, vgl. Roscher mythol. 2, 1, 615:

auch das schöne musz sterben! das menschen und götter bezwinget,
nicht die eherne brust rührt es des stygischen Zeus
Schiller 11, 302 G.;

häufiger in der altertumskunde: stygische Juno Ed. Gerhard akademieabh. 2, 404; Böttiger kl. schr. (1837) 1, 204.
 
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su, interj. des einschläfernden wie lullull, gewöhnlich mehrfach wiederholt:

su, su, su!
schlaf auch du,
schlaf, mein kindchen, in süszer ruh
Hoffmann v. Fallersleben ged. 227;

ebda 223; A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. 1, 193;

sie sang: susu, lullull, mein kind!
Bürger 87b Bohtz;

mit abgeschwächtem endvocal suse:

suse kindeken suse! bei
Firmenich völkerstimmen 1, 144;

vgl. älteres susaninne.
 
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suade, f., die jüngere, eingedeutschte form neben ebenso geläufigem lat. suada; häufiger seit der 2. hälfte des 18. jh.; zunächst von den gelehrten entlehnt, dann durch die studentensprache verbreitet, vgl. Seiler lehnwort 4, 473 f. und zs. f. dt. wortf. 1, 49, ferner Wächtler commodes manual oder hdb. (1703) 300; in die mundarten übergegangen als schwade, s. teil 9, 2167, volksetymologisch schwarte, s. teil 9, 2298 unter schwarte 12. meist im sinne von 'redegewandtheit': die ersten male unterhielt es wohl, ihn zu hören, ja seine suade setzte in verwunderung Göthe I 27, 263 W.; so hatte Hermann einmal lange mit geist und suada von den streitenden bestandtheilen des staats gesprochen Immermann 6, 133 Boxberger; er soll seine ganze suada aufbieten müssen, sich wieder weisz zu waschen Holtei erz. schr. 3, 77; auch als 'redeflusz':

(er donnerte) dem sultan ins gewissen.
nie sah man seiner suade strom
so mächtig sich ergieszen
Pfeffel poet. vers. 5, 37;

ihre suada war eben in vollem gange Musäus volksm. 1, 57 H.; schnarchende zuhörer aufschrecken und durch die gewalt der suade mit sich fortreiszen Gaudy 13, 48; eine unerschöpfliche suade I. Kurz lebensfluten (1907) 126; auch verächtlich 'mundwerk' Heinsius (1818) 4, 921b; vgl. Campe wb. z. erklär. und verdeutsch. 2, 625a: die eckele suade eines krautweibes Hamann 2, 180 Wiener; zuweilen die göttin der überredung, die lat. Suada als dichterische übertragung der gr. Πειθώ, vgl. Roscher mythol. 3, 1795:

disz (eine bibliothek) ist der traute sitz, den Themis ihr erkohren,
da Suada sich irgetzt, der hohen weiszheit zelt
A. Gryphius vermehrte ged. (1698) 2, 306;

der Suada gleich am munde
die honigrede spricht
Bürger 7b Bohtz.


 
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subaltern, adj. , eine entlehnung des 17. jh. aus frz. subalterne, das seit dem 15. jh. als bildung aus spätlat. subalternus bezeugt ist, vgl. Seiler lehnwort 4, 134 und Gamillscheg 819a.
1) in eigentlicher bedeutung gilt das wort zunächst allgemeiner von einer art abhängigkeit überhaupt: sie (die stadtbewohner) wiesen sie (die Franzosen) zu den bundtgenossen desz adels als zu ihrem subalternen magistrat, dasz sie mit denen verhandelten wegen entsetzung (der belagerten stadt) E. v. Meteren beschr. d. ndl. kriegs (1614) 1, 124b; (Friedrich der grosze) wäre ... von dieser krone (der französischen) abhängig und subaltern erschienen Ranke sämtl. w. 30, 118. gewöhnlich specieller vom militärischen und beamtenmäszigen dienstverhältnis, vgl. DWB subaltern, m. ähnlich wie zuweilen untergeordnet gilt das wort zuletzt wesentlich von den untersten stufen der dienstverhältnisse: Winckelmann scheint seinen subalternen bibliotheksdienst ... zur einsammlung weniger und gediegener ... kenntnisse genutzt zu haben Göthe I 46, 93 W.; alle subalternen stellen der beamten und officiere

[Bd. 20, Sp. 810]


werden alle 3 jahre gewechselt Ritter erdkde 4, 642; subaltern heiszen danach wie im frz. die bedientenrollen auf der bühne, vgl. dict. de l'académie franç.7 2, 786b und subaltern, m.: Du Bos merket dabey auch sehr richtig an, dasz das unglück dieser subalternen bösewichter keinen eindruck auf uns mache (es handelt sich um bediente) Lessing 10, 135 L.-M.; selten abstracter ohne unmittelbare vorstellung eines abhängigkeitsverhältnisses: es ist etwas altes, dasz man die arbeit für etwas gemeines, wenigstens für etwas sehr subalternes hält Seume im freimütigen 1803 nr. 142.
2) die übertragene bedeutung findet sich in anlehnung an das französische, das dieses wort zur bezeichnung geistiger mittelmäszigkeit und beschränktheit (s. u. DWB a) oder bedientenhafter haltungsweisen (s. u.b) seit dem 18. jh. verwendet, s. Littré 2, 2, 2054 f.
a) zuerst bei Lessing: (der könig von Polen war) ein subalterner held, der sich in die krone vergafft hatte (im gegensatz zu Karl XII., einem wahren helden) sämtl. schr. 17, 45 L.-M.; Georg Wilhelm, ohne kühnheit, ohne thatkraft, mit seinem subalternen sinn für das nächste und kleinste Prutz preusz. gesch. 1, 335; ein ... vom besten willen beseelter, aber etwas subalterner geschäftsmann Fr. Meineke v. Boyen 1, 383; häufig von Göthe in hinblick auf künstlerische auffassung und production gebraucht, weniger mit dem gewöhnlichen, abschätzigen beiklang, als im sinne von 'zweitrangig': Antonio Labacco ... scheint einer von den subalternen naturen gewesen zu seyn, die noch immer auf einen sehr hohen grad der kunst gelangen, wenn die meister vortrefflich sind IV 10, 331 W.; subalterne neigung zu den zierrathen I 44, 317 W.; (die) arbeit einer subalternen, obgleich nicht gering zu schätzenden kunstart (des holzschnitts) I 47, 46 W.; (majoliken) sind denn doch immer subalterne kunstwerke IV 27, 176 W. in anknüpfung an die bedientenrollen der bühne findet sich sehr verbreitet die wendung eine subalterne rolle spielen, des sinnes 'eine untergeordnete, nebensächliche, unbedeutende rolle spielen', vgl. s. v. rolle teil 8, 1138 f. und s. v. spielen teil 10, 1, 2366: (Palissot im briefwechsel mit Voltaire,) der ... eine sehr beschränkte, rechthaberische, subalterne rolle spielt Göthe I 45, 193 W.; Schiller 16, 218 G.; v. Knigge roman m. lebens (1781) 4, 57; die prosa ... spielt eine subalterne, temporelle rolle Novalis schr. 3, 10 M.; eine sehr subalterne kunstrichterrolle (spielen) Ayrenhoff w. 5, 234; der pompeianische statthalter spielte neben ihm eine subalterne rolle Mommsen röm. gesch.4 3, 431.
b) 'mit bedientenhafter, lakaienmäsziger, niedriger gesinnung': der hang zum vergnügen, welcher ... die ruhmbegierde und die ambition bey ihm nur zu subalternen leidenschaften machte Wieland Agathon (1766) 1, 382; vgl.subalterne reizungen ebda 169; (Mercur ist) subaltern an dienst und charakter Herder 17, 356 S.; eine subalterne natur mit der scheu einer solchen vor allen reicher beanlagten und höher strebenden geistern Prutz preusz. gesch. 3, 303.
3) in zusammensetzungen im eigentlichen sinne von den unteren rängen: -beamte, m. : Grützinger stammte aus der familie eines subalternbeamten W. v. Polenz Grabenhäger 1, 232; Bismarck erinn. 2, 190; -offizier, m. , in der armee bis 1918 geltende officielle bezeichnung der leutnants und oberleutnants: (es wurde mir erlaubt,) einer gewissen anzahl staabs- und subalternoffiziers öffentliche vorlesungen über geschichte und ästhetik zu halten Schubart leben u. gesinn. 1, 138; auf schiffen ... steht dem kommandanten die wahl des adjutanten unter den subalternoffizieren frei v. Alten hdb. 1, 140.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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