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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stutzkäfer bis stützlein (Bd. 20, Sp. 798 bis 800)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stutzkäfer, m., hister, käfer mit kurzen flügeldecken, zu 1stutzen stumpf, 3stutzen truncare, s. allgem.

[Bd. 20, Sp. 799]


deutsche bibl. 77, 148; Brehm tierl. 9, 70 P.-L.: er (der triel) erhascht so, auszer den larven, auch eine grosze menge vollkommner insekten aus den gattungen der dung-, mist-, koth-, pillen-, stutz-, lauf- und maikäfer Naumann naturgesch. d. vögel 7, 113.
 
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stutzkappe, f., in die höhe stehender hut schweiz. id. 3, 396; vgl. DWB stutzhut. —
 
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stutzkäpplein, n., anscheinend eine kleinere kopfbedeckung, vgl. DWB stutzperücke: der hatte ein kleines grünes altes röcklein an, und ein grünes stutzkäpplein und einen groszen grünen hut darüber Götz v. Berlichingen lebensbeschr. (1886) 14 Bieling.
 
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stützkegel, m., bandhaken zum aufhängen von fensterflügeln, s. Hoyer-Kreuter 1, 750.
 
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stützkehre, f., in der turnerei: drehung im stütz am barren, s. Fr. L. Jahn w. 2, 66 Euler.
 
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stutzkieme, f., name für einen fisch (clupea sinensis), zu 3stutzen truncare, nach den stumpfen kiemendeckeln benannt, s. Campe 4, 744; Nemnich wb. d. naturgesch. 583.
 
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stutzkopf, m.
1) trotzkopf, hartkopf, zu 1stutzen stoszen, vgl. auch DWB stutzer kopf 'störrisch' (sp. 736). mundartlich weit verbreitet, s. Schöpf tirol. 727; A. Hartmann volksschausp. (1880) 224; Ruckert unterfrk. 179; stutzkopf mache 'scherzspiel mit kleinen kindern' Reuting Höchster ma. 44; Kehrein Nassau 1, 400; Schmidt westerwäld. 246; Martin-Lienhart elsäss. 1, 461; schweiz. id. 3, 416.
a) von dem kopfe selbst: es ist nicht zu loben deren stutzkopf, so nur mit ungestüm faren, und alles viel mehr uber ein hauffen stossen, dann allgemach abschaffen wöllen J. Calvin institutio christ. relig. (1572) 538;

so bsinnt er sich gleich auf ein stutz,
da nicht der vater war zu hausz,
und sagt zur mutter teutsch herausz,
er wöll jetzunder hin verreisen,
und seinen stutzkopf recht beweisen
Fischart nachtrab 59 Kurz;

sie solte die unsinnige, tolle, eigenwillige, gehe stutzköpf jhrer Franzosen besser abrichten T. Boccalini polit. probierstein (1616) 95; ist bey ihnen kein mitleiden, erkandtnusz und barmhertzigkeit, sondern musz alles nach ihrem mutz und stutzkopff gehen Conr. Dieterich Ecclesiastes (1642) 2, 863; er hat einen stutzkopf Kramer 2 (1702) 1031a; so wohl auch, wenn nicht 'geschorener kopf' (dann wie 3stutzen beschneiden, s. u. 2):

dieweil sie (mönche) doch
bey ihrem stutzkopf bleiben noch,
und umb die schuch und hosen zancken,
essen kein fleisch, kein butter, ancken
Fischart 1, 115 Kurz.


b) 'eigensinniger, starrköpfiger mensch': wie man dann solche ungeschlachte hochfertige stutzköpffe findet, die, wann sie gleich mit gutem beweisz und reden, auch in jrem gewissen überzeuget sind dasz sie jrren, dennoch nicht nachlassen, sondern recht haben wollen A. Lercheimer christl. bedencken u. erinn. v. zauberey (1627) 231; könig Alphonsus in Aragonia hat mitten im zorn den tolch von sich geworfen. o wann mancher jäher stutzkopf dergleichen thun köndte Conr. Dieterich Ecclesiastes (1642) 2, 101; ein solcher stutzkopf Kramer 2 (1702) 832a; schönheit und reichthum machen also auch männer zu stutzköpfen S. v. Laroche in Iris (1775) 2, 84; der vater ist ein starrkopf und das da ist ein stutzkopf Göthe 13, 2, 307 W.
c) besonders concret von einem hammel (vgl. sp. 758), doch vereinzelt: ich weisz, wo mein hammel ist. der ist leider fort. der arme stutzkopf ist fort — ja wohl Iffland theatr. w. 7, 272.
2) kopf von gedrungener, kurzer, stumpfer form, zu 3stutzen truncare.
a) beim menschen: ein merkwürdiges bild: ein runder kugliger krauslockiger stutzkopf E. M. Arndt schr. für u. an s. l. Deutschen 2, 471; wohl hierher: nur die Simsonslocken müssen wir unter die scheere nehmen. du verstehst deinen vortheil nicht, theurer sohn, wenn du

[Bd. 20, Sp. 800]


deinen stutzkopf in ein solches dickicht vergräbst P. Heyse ges. w. (1892) 13, 11.
b) als entsprechung des englischen roundhead rundkopf: so dasz dieser gottselige teil des volkes mit den weltlichgesinnten vornehmen auf dieselbe weise kontrastiert wie die kavaliere und stutzköpfe, die Walter Scott in seinen romanen so wahrhaft schildert Heine 3, 445 E.; vgl. roundhead 'stutzkopf, spitzname der puritaner' Muret-Sanders encyklop. wb. d. engl. u. deutschen spr. 2, 1823b.
c) name der coryphaena, fisch, unterart der stumpfköpfe, nach der stumpfen kopfform bezeichnet, s. Oken allgem. naturgesch. 6, 217: selten zeigt sich in den körben der fischer die dunkelfarbige art des stutzkopfes G. H. Schubert reise durch d. südl. Frankr. 2, 76.
 
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stutzköpfchen, n., von 1stutzen stoszen, trotzen: das mädchen ... sieht so naiv ... aus, als könnt sie kein wasser trüben; stöszt mit ihrem stutzköpfchen demungeachtet um sich, wie die jährigen lämmer pflegen wenns wittern will Musäus physiogn. reisen 1, 127; da sehen sies ja, in jeder zeile misztrauen und verdacht; der mann ändert sein stutzköpfgen nicht Chr. Fr. Bretzner der misztrauische liebh. (1792) 29; wie stutzkopf 1 c: und da haben wir denn euern hammel auch verkaufen müssen. ... o mein liebes stutzköpfchen! Iffland theatr. w. 7, 274.
 
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stutzkuchen, m., weiszes brot in länglicher form, verhochdeutschung aus stuten, m.: stutzkuchen pane bianco in forma di spola Kramer 2 (1702) 1031c; stutzkuche een langwerpig witte brood Kramer-Moerbeck (1768) 334b.
 
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stützlager, n.: lager dienen zur unterstützung von sich drehenden oder schwingenden zapfen. je nachdem die druckrichtung senkrecht oder parallel mit der achse des zapfens ist, unterscheidet man traglager und stützlager Karmarsch-Heeren3 5, 232.
 
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stützlein, n. , demin. von stutz, stutzen, m. (sp. 755), in dessen verschiedenen bedeutungen; auch stutzle, stützel, m.
1) 'stummel, stumpf': 'baumstumpf, ast' Schmeller-Frommann 2, 801; Fischer schwäb. 5, 1942; in mancherlei abwandlungen der bedeutung 'stumpf', vorwiegend mundartlich: stutsel abfälle von kerzen in der seifensiederei Kisch Nösn. 150; stitzala brotkanten Stauf v. d. March nordmähr. 89; für Würzburg bezeugt bei Kretschmer wortgeogr. 254; am häufigsten als bezeichnung für kleine, dicke oder nicht erwachsene menschen, s. Unger-Khull 587a; Castelli Österr. u. d. Enns 239; Hentrich Eichsfeld 8; Crecelius oberhess. 826; vielleicht hierher: stītzel 'dummer mensch' Schultze nordthür. 45; 'kleiner unansehnlicher bursche' Spiess henneberg. 248; von tieren, meist nach einem kurzen oder verkürzten körperteil: 'abgestutzter schweif; tier mit abgestutztem schweif' Schmeller-Frommann 2, 801; huhn ohne schwanz Schmid schwäb. 518; im gleichen sinne, als name eines huhns: nu, das stützlein ist auch nicht viel nutz. aber das getüpfelte hühnlein nro. 3 ist ein gutes thier Chph. v. Schmid ges. schr. 18, 139. von einem bären: David nahm den stutzel wohl beim ohr A. Hartmann volksschausp. 102. — was von gemsen noch übrig ist, der steinbock, der geyer und der bewuszte geheimniszvolle stutzel tanzen jetzt rundtänze zur feier ihrer abreise G. Freytag br. an den herzog Ernst 45 Tempeltey.hierher im compos., 'stummelbart':

dann nimm den Weisling vor dich hin
mit breitem kragen, stolzem kinn,
mit spada wohl nach Spanier art
mit weitnaslöchern, stützleinbart
Göthe 4, 194 W.


2) älter nhd. 'holzteil, kleiner balken', von dem gelegentlich fast gleichbedeutendem stützel durch die form unterschieden: der wirt erhaben und wirt gehalten mit einem stützlein, daran ist ein spenelein Petrus de Crescentiis vom ackerbau 194a, oder ob demin. von 1stütze fulcrum?: wollte mit einem kleinen stitzlin holz allen fehler verbessern qu. v. 1659 bei Fischer schwäb. 5, 1941; kein stützlein blieb übrig im sinne von 'kein stumpf blieb übrig', den zeugnissen unter 1stütze A 1 entsprechend,

[Bd. 20, Sp. 801]


doch wohl kaum, besonders wegen des deminutiven sinnes, zu stützel fulcrum (s. 2, sp. 755): ein brück hett er bei Mentz über den Rhein lassen machen, die prann frei gar bisz auf das wasser, das nit ein stützle herfür gucket Seb. Franck Germ. chron. (1539) 83a; im abstracten sinn von 'ein wenig': wer ein stützlin oder füncklin gebawen und vertrawet worden in die weissheit, so were disen fürsten kein fall nit zugestanden Paracelsus op. (1616) 2, 617 Huser.
3) kleines gefäsz, zu 2stütze: stützlein (1579) Egerländer stadtbücher bei Nagl deutsche ma. 1, 137. und hat der diaconus ein klein altarstitzli voll wyns ... dessglich uss ein andern stitzli tet er wasser ouch in kelch Tschudi chron. helvet. 2, 93. dazu: stetzle ein holzgefäsz Schröer Gottschee 220; wasserstytzle Frisius (1556) 615b.
4) 'pulswärmer, muff', seltener stützel, m., zu 3stutzen, m. (sp. 757), nur mundartlich, s. Wegeler Coblenz 74; Martin-Lienhart 2, 621; Fischer schwäb. 5, 1941; Weinhold schles. 96; S. Grüner ält. sitten u. gebr. der Egerländer (1825) 116; Schmeller-Frommann 2, 802; Schöpf tirol. 727; Loritza id. vienn. 129; Kisch Nösner 149. in das tschechische entlehnt: štucel, štuclík. s. auch pulsstützlein, teil 7, 2215.
5) in der verslehre der meistersänger im sinne von pause, zu 1stutz 2 ds.: von stutz und stützlin, wie die zu strofenn hs. d. 16. jh. bei Bartsch Kolm. meisterl. 2.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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