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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stutz bis stutzärmel (Bd. 20, Sp. 736 bis 741)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stutz, m. , 'stosz', postverbale von 1stutzen 'stoszen'; älter nhd., in der gegenwart mundartlich.
1) 'stosz, zusammenstosz, anprall', in einigen maa., s. Liesenberg Stieger ma. 209; Vilmar kurhess. 407; Crecelius 825; Schmeller-Fr. 2, 800. — eigentlich:

der (kürasz) bracht jhm keinen schutz
für dieses paladins gewalt und hartem stutz.
gleich auf die lincke wang jhm dieser stutz geriete
Dieterich v. d. Werder ras. Roland (1636) 3, 67;

es weren von dem stutz und starcken niederprallen
Bajard und Brigliador zur erde schier gefallen ebda 82;

da er (Moses) nur ein stutz auf die erde thete, siehe da kamen die fewrige schlangen Conr. Dieterich weish. Sal. (1627) 2, 823; abstract im sinne von 'schaden':

da leidt die wahrheit manchen stutz,
dann wer die sagen wollt und lehrt,
ward von denselben (pfaffen) bald gefährdt,
als Huszen gschah im Böhmerland
Ulrich v. Hutten s. w. 5, 84 Münch;

durch abgöterei und aigennuz
hat geliten Jherusalem ain stuz,
si sind umb solichs oft zerstört
und mit andern küngen beherrt hist. volkslieder 1, 558a Liliencron.

'anprall, ansturm', im zeitlichen sinne, s. 4: man trieb im ersten stutz uns alsobald zurück v. Besser schr. 1, 46 König; einer wendet armut, der ander den gähen stutz und kürtze der zeit, der drit die verderbung desz sexischen kriegs für S. Franck Germ. chron. (1538) 125b; 'anstosz, anlasz': weil er keinen zaumer hat, folgt er jedem stutze seiner grillen J. W. v. Stubenberg Samson (1657) 206; dis unglichsame der räten gab vil anlas und stuz zu widerwärtigkeit und unghorsame bi den bösswilligen umendum Val. Anshelm Berner chron. 5, 279 Stierlin-Wyss.
2) 'aufenthalt, hemmung, anstosz', vgl. 1stutzen C u. B; im sinne von 'widerstand':

doch braucht ein kaufmann rechte mosz,
hi und dort sein nutz ist grosz
ich fürcht solchs hab an manchem stutz:
der geitzlich schet päsen nutz
J. v. Schwarzenberg Cicero (1535) 137.

[Bd. 20, Sp. 737]


'ohne verzug':

und daz gelt sol tu sunder stutz
wenden an des tempels nutz.
daz tet David nicht; sust geschach,
doran er ken gote brach historien der alden e 2267 Gerhard;

in der verslehre des meistersangs 'ein zögern, steckenbleiben in der melodie oder im text', s. Hertel in jahresber. des gymn. Zwickau (1853-54) 26 u. 27: ein stutz oder pausz strafft man für 1 oder mehr syllaben, nach dem er kurtz oder lang ist Puschmann meistergesang 10 ndr.; von stutz und stützlin, wie die zu strofen hs. d. 16. jh. bei Bartsch Kolm. meisterl. 2. — anders, erst später von stutzen 'staunen' (sp. 763) abgeleitet: stutz 'staunen' Schmid schwäb. 518; Campe 4, 742.
3) 'trotz, starrsinn', wie stutzen 'trotzen' (sp. 759); noch im obd., s. Schmeller-Fr. 2, 800; Schmid schwäb. 518; Adelung 4, 489. seit dem 16. jh.: und also der kriegszleut stutz und halszstarrigkeit gar zu weit umb sich fresse H. Lewenklaw neue chron. türck. nation (1590) 126;

derhalb kein sillen (leine) sie (die ehefrau) zureist,
doch manchen stutz sie mir beweist
H. Sachs 21, 189 K.-G.

meistens in verbindung mit dem reimenden synonym trutz:

dann stutz und trutz bringt nie nichts guts
Sebiz feldbau (1579) 22;

fürs ander sollen christliche kinder ... sich hüten, dasz sie nicht durch stutz und creutz (lies trutz) ihre eltern zu zorn und fluchen bewegen v. Hohberg georg. cur. 3 (1715) 130a;

daher alszbald Gustav, gantz götlich und vollkommen
von der errötter blut zu uns herab gekommen,
hat er gelehret die, die ihren stutz und trutz,
dasz grösser sie dadurch, mit falschem ruhm anstreichen,
man müsz dem grössern nicht, sondern dem bessern weichen
Weckherlin ged. 2, 274 lit. ver.;

noch werd jhr nicht ausz schaden weisz,
sonder bleibt jhn z trutz mit fleisz,
so thn sie euch nicht unrecht zwar
das sie euch so verfolgen gar
und machen jetz stutz wider trutz
Fischart flöhatz 29 ndr.;

ein weib soll schweigen still und nicht die zäne blecken,
noch auch vor trutz und stutz die zung zur gosch auszstrecken
Moscherosch gesichte 2 (1650) 345;

er will keinem einzigen herrn dienen; gedencket aber die sache (seinem breiten verstand nach) zu verbessern, gehet derohalben hin, aus stutz, dem meister, oder seinem herrn zum trutz, und wird soldat Grimmelshausen 1, 338 Keller; aus lauter stutz Kramer 2 (1702) 1031b;

kein maulthier wer so voller trutz,
das sie jhm nicht böten ein stutz
Rollenhagen froschmeus. (1595) Cc 2a;

was? bieten mir den truz?
was? bieten mir den stuz?
du willst den musengott durch wiz und kunst besigen? Marchtaler schuldramen in württ. vierteljahrsh. f. landesgesch. n. f. 21, 313;

mehr im sinne von 'stolz, übermut':

das (französische gehaben) thun wir gott zu trutze und auch der ehrbaren welt,
auf unsern eignen stutze: gott geb, wem es gefällt
Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 412;

in seiner bedeutung von stutzen 'sich stutzerhaft benehmen' (sp. 765) und stutzer beeinfluszt:

der stutz gefällt auch den damen recht,
dasz wir uns nit halten so schlecht,
sondern nachthun, was stutzerisch,
al modo heiszt cavallierisch
J. Scheible flieg. blätter des 16. u. 17. jh. 21.

vereinzelt, auch im vocalstand: weil ich ihn aber kenne und seinen stütz nicht reizen will, thue ich nichts dergleichen v. Ebner-Eschenbach 2, 318.
4) in präpositionaler verbindung als adverbialausdruck im sinne von 'in kürzester zeit', auf 1 beruhend. die gleichbedeutenden norw. i, paa en studs sind aus dem d. entlehnt, s. Falk-Torp et. wb. 1188.
a) seit dem 14. jh. bezeugt, vgl. im ahd. stutzlingen 'plötzlich' (sp. 801): (es geschah), das man vil geschrifft zu eim stutz haben musste qu. v. 1332 bei Ch. Schmidt elsäss. wb. 347; ähnlich 'auf der stelle, gleich': die wurdent alle erschlagen,

[Bd. 20, Sp. 738]


man nam ir keinen gevangen. es wurdent ouch etlich von den burgern erschlagen, do z stutze, die man argwenig hette städtechron. 8, 80; öfter verbunden mit in: das sich ein iegelich mensche versorge und beware zuo dem minnesten mit eime guoten göttelichen fursatze, umb das nieman in eime solichen gehen stutze verwarloset werde und unbereit in den ewigen tot falle Nicolaus von Basel ausgew. schr. 204 Schmidt; in einem augenblick, in einem huy, in einem schnaps, in einem stutz, thate sich die erde erregen Moscherosch gesichte 1 (1650) 216; nahme darauf im stutz, ohne fernern wortwechsel, abschied E. G. Happel Witekind 4, 5; und im selben tretsch s. Gallen zell ouch angerent und in einem stutz geblöndert ward J. v. Watt deutsche hist. schr. 1, 129; komen witere warnung dem prior, derohalben er sich gelichen in eim stütz hinweg macht Basler chron. 1, 449 Vischer; etwas in einem stutz abschneiden Ludwig teutsch-engl. (1716) 1917.
b) mit auf verbunden: wer wil mir eben so kurtz eigentlich uf stutz sagen wie die dinge zugangen sint? qu. a. d. 15. jh. bei Ch. Schmidt elsäss. 347; wann sich ouch machte, das zu ziten uff ein stutze so vil arbeit zuviel, das er das mit zweien knechten nit gearbeiten möcht qu. v. 1492 bei Eheberg Straszburg 1, 341.
in fester ausprägung auf einen stutz, auch auf den, auf dem, auf einem stutz, vgl. in gleicher bedeutung auf einen schlag u. ä.mundartlich im nd. (s. auch op n sturz, sp. 683) und westl. md. up n stuts, uf n stuts, s. Hupel Lief- u. Esthland 233; Mi mecklenburg. 89; Danneil altmärk. 215; Mensing schlesw.-holst. 4, 917; Schambach 217; Bauer-Collitz westfäl. 101; Martin Waldeck 273; Hertel Thür. 240; Crecelius oberhess. 825; auch alem. auf den stutz, s. Fischer schwäb. 5, 1940; Martin-Lienhart 2, 620.
α) 'plötzlich, überraschend': wann sie vermercken, daz sich der feind ... zertheilt, und jhre ordnung zerbrochen haben, wenden sie sich auf einen stutz und unversehens mit groszer macht wider sie A. Cassiodorus regnum Congo (1597) 1, 67; biszweilen hebet er (der redner) plotzweisz und auf einen stutz an abrupte Comenius jan. V ling. (1644) 238; dieweil es noch ein gestalt der weisheit gehabt und es sich nicht fügen wöllen, daz sie mit irer narrey hauffenweise herfürbrechen, eins mals und auf einen stutz volksb. d. 16. jh. 332 Bobertag; aber die leut verstan nit göttliche ding, meynen gleich, sye wöllen also auf ein stutz mit Christo, den sye noch nie dann mit worten erkannt haben, in den todt gan Luther 15, 539 W.; solt du dann auf ein stutz also vom hof scheyden, so würdt der hertzog ye die ursach deines hinwegscheydens wissen wöllen Wickram 1, 93 Bolte; eltern sollen sich hüten, dasz sie (ihre hauslehrer) schlecht und auf einen stutz abfertigen oder ... mit ungenaden von sich verstoszen Moscherosch ges. (1650) 1, 630; den morgendts verlohr ich viel zeit, den ich that eine lange visitte ahn madame la princesse, so herkommen war wegen ihres dochterman dem duc du Maine, so auf einem stutz vom schlag ist gerührt worden Elis. Charl. v. Orleans br. 2, 254 Holland; musz auf einen stutz aufhören undt nur sagen, dasz ich euch von hertzen lieb behalte ebda 79; gott hülfft allezeit auf einen stutz: wann keine hülffe mehr da ist, so lässet er sich sehen Butschky Pathmos (1677) 10; funde aber endlich bässer zu seyn, nicht sofort auf einen stutz dem könig seyn unglück zu entdecken A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 475; so können wir gott keine reu zuschreiben, dasz wir nicht eben hiemit sagen, dasz er ... auf einen stutz geschwind und unbedachtsam etwas urplötzlich beschliesse und thu, das jn bald hernach wider gerewe J. Calwin institutio christ. relig. (1572) 141; weil man es (das gerücht) eben so auf den stuz auszsprengete, kehrete man sich auch nichts daran A. H. Buchholtz Hercules (1666) 1, 338; es ist ihm so ganz auf den stutz gekommen Lenz ges. schr. 3, 151 Lewy; erst müssten Görge Friebotts augen zurückgerufen sein, wenn man ihn als fremder so auf den stutz fragen sollte Hans Grimm volk ohne raum (1926) 1, 24; aber gelegenheit

[Bd. 20, Sp. 739]


kan doch sich vorfinden, zu einem bett zu gelangen. da es nicht auf einen stutz seyn musz — so gibts hir mehrmahlen vorfälle in ausrüffen und der gleichen, wo sich schon so was finden wird Elisabeth Göthe br. an ihren sohn 85 Suphan.
β) 'in diesem augenblick, jetzt gleich': (wenn einer) uf ein stuz das gelt nit enhet alem. qu. v. 1453 bei Gustav Schmoller tucher- u. weberzunft 67; gerüst und auf einen stutz oder gegengestütz haben in procinctu habere Frisius (1556) 1063a; er wuszte nicht, was er in diesem schnellen zufall auf einen stutz thun solt buch der liebe (1587) 225; wiewol ihr mir nuhn urlaub geben und ich also auf ein stutz nicht weisz ein andern dienst Kirchhof wendunmuth 2, 123 lit. ver.; von gegenwertiger materie hie flugs auffn stutz zu discurrieren ... hat mir nicht allein anlass geben das hiesige zu ende lauffende jahr Prätorius saturnalia (1663) 17; was man auf den stutz immer parat haben musz L. Chr. Sturm vollst. anweisung (1718) 19; aber eine gute, oder nur leidliche (hofmeisterstelle) wollte sich auf den stutz nicht finden J. G. Müller familie Benning 1, 213; schick nur immer, was du hast. ich kann auch nicht auf den stuz arbeiten Göthe IV 3, 20 W.; im norddeutschen umgangssprachig: ich bin auf dem stutz 'ich bin im begriffe'; im sinne von 'mit einem mal': mehr ... dasz etwas rechtes geleistet werde, als dasz es auf den stutz fertig sei Heinr. König klubb. in Mainz (1847) 1, 322; so viel ist gewisz, dasz keine gute ausarbeitung ohne vorgängige einrichtung auf dem stutz erfolgen könne, sondern zeit und gedult erfordert Mattheson vollk. capellmeister (1739) 241; die glaubensverenderung musz nicht aufm stuz ohn gutes vorbedacht geschehen Bucholtz Herkuliskus u. Herkuladisla (1665) 385; er (Philipp II.) geht nun drey jahr mit dieser armada schwanger und dieweil solche grosze werck nicht eins mahl auf ein stutz mögen verrichtet werden, so kosten es jhn viel zeit und arbeit bisz er darmit genese Fischart discours (1589) g 2a.
 
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stutz, m., 'steiler hang', alemannisches wort; daneben, besonders in den älteren wbb., stotz (teil 10, 3, 584). zu 1stutzen 'stoszen', besonders 'steil hinan stehen' (sp. 767), vgl. DWB stutz 'brüsk' (sp. 736) und vereinzeltes stotz 'steil' schweizerdeutsche gramm. 17, 54. — mundartlich in den bedeutungen 'jäher, steiler ort', s. Hunziker Aargauer 264; Schmidt id. Bern. 65; schweizerdeutsche gramm. 7, 54; 9, 39 und speciell 'steil ansteigende strasze', s. Seiler Basler ma. 284; schweizerdeutsche gr. 14, 37; häufig in flur- und bergnamen erhalten, auch in den formen stütze, stutzen, s. Buck flurnamenbuch 273; Bühler Davos 1, 148; 2, 13; Friedli Bärndütsch 2, 11. literarisch seit dem 17. jh. bezeugt: und hat ... das glück den sigwysen ... uber Rheyn in Germaniam getragen, in die gelegenheit der stützen dess hercynischen walds Stumpf Schweizerchron. (1606) 147b;

Petrarcka ruwt an manchem ort,
sach weit hinauf, ach wer ist dort,
noch muszt der stutz gestigen sein
J. R. Rebmann naturae magnalia (1620) 321;

am stutz des Heuchelbergs qu. a. d. 17. jh. bei Fischer schwäb. 5, 1941; unsere arbeit lieszen wir uns nicht sauer werden und waren gar nicht der meinung, dasz wir den ganzen tag unabläszig dem mist nachlaufen muszten. jeder machte seinen bestimmten kehr, einer wartete oben an dem stutz, um zu spannen J. Gotthelf ges. schr. 1, 94;

jitz fehrt er sittig uber d brügg;
dä stutz ist uberwunne bei
Friedli Bärndütsch 3, 564.


 
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stutz, m., 'stumpf; pfeiler', s. 1stutzen, m., u. 1stütze.
 
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stutz, m. , 'federbusch'; im sinne von 'steil aufrecht stehendes', zu 1stutzen stoszen, besonders 'steil hinan stehen' (E); vgl. das gleichbedeutende älter bezeugte stutzfeder.
1) 'emporstehender federbusch' als zier der kopfbedeckung; häufig in compositis: federstutz, s. teil 3, 1409; haarstutz, helmstutz, reiherstutz, ritterstutz, s. Sanders 3, 1262c; erg. wb. 541b; seit dem 18. jh. bezeugt: es musten solche ankömmlinge einen accessschmaus geben, und durfften das erste jahr keinen degen, kein band, keine stütze am

[Bd. 20, Sp. 740]


hute tragen, sondern waren verbunden, als die allerärgsten schulfüchse einher zu gehen H. Jude gelehrter criticus (1704) 1, 187;

und dessen grünen hut ein stuz von federn ziert
v. König ged. (1745) 45;

als sie ihren Johannes im soldatenrock und einem chacot mit hohem rothen stutze zugleich mit am tische sitzen sah Leop. Schefer ausgew. w. 7, 50;

und führt beidhändig einen hieb zum grauen,
sodass der helmschmuck gleich zur erde springt,
und oberdach und stutz sind ganz zerhauen
J. D. Gries Bojardos verliebter Roland 4, 339;


2) wohl hierher, weit älter und vereinzelt, im sinne von 'schopf':

als wenn beim tag usz fliegen will
ein eyl: wie bald sie erblicket
der vögel stutz,
dan ist ir nutz
nit besser dann zu fliehen lieder der Heindelberger hs. Pal. 343, s. 216 Kopp,

oder ob 'trotz', wie 1stutz 3?
 
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stutz, m., 'kurze, runde perücke', ds. wie stutzperücke, zu 3stutzen 'beschneiden', kaum in zusammenhang mit 4stutz 'federbusch'. zur bedeutung vgl. Kindleben studentenlex. 185 ndr.; Krünitz 177, 572; mundartlich auch 'zopf', s. Schambach Göttingen u. Grubenhagen 217; Rovenhagen Aachener ma. 144. — erst jung bezeugt: auf dem kopfe trug er einen kurzen stutz, oder wenns galt, eine wohlgepuderte troddelperücke J. J. Engel schr. 12, 3;

in funfzig locken, grosz und klein,
war heut sein stutz gebogen,
wo liebesgötter aus und ein,
wie bienenschwärme, flogen
A. F. E. Langbein gedichte (1800) 1, 218;

vertausche deine sackparücke,
und wirf den stutz, wohin du wilt,
denn beyde haben kein geschicke,
vor einen den man doctor schilt.
deszwegen folge meinem rath,
und nimm ein werck, das knothen hat
Chr. Fr. Henrici ernst-scherzh. ged. 3, 489.


hierher vielleicht 'kopfbedeckung', s. Kluge studentenspr. 129b: lassen sie das blonde herrchen sich verantworten, das, mit einem stutzen, dessen bunte flecken drey schwarze schleifen verschönern, und einer autormine einhertritt Sonnenfels ges. schr. 1, 132, von 'perücke' schwer zu scheiden; vgl. jedoch dreistutzer 'dreimaster' Sanders 1262c.
 
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stutz, m., 'schnitt, form', von 3stutzen 'beschneiden': die form der stiefeln ist meist reutermäszig, so wie der stutz der hüte, die jedoch mehr rund getragen werden Laukhard leben u. schicks. 2, 124; fasmaniten (sind) ungarische studenten von zwanzig bis dreiszig jahren, in blauer mönchstracht mit dreieckten hüten von einerlei stutz Zschokke ausgew. nov. (1843) 8, 263.
 
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stutz, m., 'tausch', von 2stutzen 'tauschen': kommen die herrn aus der Hermanstadt heim und hat herr Daniel Fronius sonderlichen einen gueten stutz gehalten mit der frau bürgermeisteren urk. v. 1615 in qu. zur gesch. der stadt Kronstadt 5, 531.
 
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stütz, m., in der turnerei soviel wie 'aufstützen', junge ableitung von stützen: der stütz, das tragen des schwebenden leibes durch gestreckte oder gebogene arme, beim gemischten auch mit beihülfe der füsze oder eines anderen körperteiles Fr. L. Jahn deutsche turnkunst (1847) 73; kehrschwung in den stütz oder stand zwischen den holmen ebda 304; auch im compos.: liegestütz ebda 304.
 
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stütz, m., soviel wie 1stütze, aus dem vb. stützen neugebildet:

ihr baut verbrechende an maass und grenze:
'was hoch ist kann auch höher!' doch kein fund (fundament)
kein stütz und flick mehr dient ... es wankt der bau
St. George der stern des bundes (1914) 25.


 
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stütz, m., auch stutz, 'steisz, hintern', analogische verhochdeutschung des nd. stǖt, stūt, nhd. steisz entsprechend, s. auch Teuchert laut- u. flex.-lehre der neumärk. ma. § 189. auf nd. gebiet, s. Mensing schlesw.-holst. wb. 4, 926; Mi mecklenburg. 89; Danneil altmärk. 216; Dähnert

[Bd. 20, Sp. 741]


pommersch. u. rüg. 470; Schambach Göttingen u. Grubenhagen 217; auch stītz, s. Teuchert neumärk. 221; Brendicke Berliner wortsch. 178; Damköhler Nordharz 180; Hertel Thür. 235. gelegentlich bei nd. autoren: do sprach der herre: als min knecht Ysaias gegangen hat nact und barvuz, daz wirt ein zeichen und ein wundir drier jare uf Egyptum und uf Ethiopien, alsus wirt der konig von Assirien triben Egypten gevencnisse und Ethiopien obirvart, den jungen und den alden. di nacte und di ungeschuete mit blozen stutzen, Egypto zu smacheit Claus Cranc proph. übers. 27 Ziesemer; etliche weisze federn sitzen, wie an etlichen der vorigen (vögel), beim stütz E. Francisci die alleredelste veränderung (1671) 147; dat füer, wat sick Pomuchel for sinen eigenen stüz ... anbött hadd Fr. Reuter 3, 81 Seelmann.
 
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stutzärmel, m., kurz abgeschnittener ärmel an kleidungsstücken, s. Jacobsson technol. wb. 4, 350a. im obd., s. schweiz. id. 1, 460: halsrand und stutzärmeln wurden mit einfachen halbrunden zacken und buckerln verzirt J. Schramck böhmerwaldbauer (1915) 18.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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