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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stuterei bis stütig (Bd. 20, Sp. 732 bis 734)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stuterei, f., 'gestüt', selten stüterei. aus dem deutschen entlehnt: schwed. stuteri, s. Hellquist svensk et. ordb. 891; nl. stoeterij, s. Franck et. wb. 668. abgeleitet von stute 'equa'; das mit stuterei etwa gleichbedeutende stut war bei dessen ältestem auftreten schon erloschen; kaum von stuter, s. o.von gestüt nie verschieden, bis in die neueste zeit neben diesem lebendig, s. Mothes ill. baulex. 4, 288; Chomel 8, 1779. seit dem 17. jh. bezeugt: eine stutterey oder gestütte Duez vrai guidon (1657) 76; stuterey, gestüte Kramer 2 (1702) 1030c; von anfang der stuttereyen, wie ein gaul beschaffen seyn musz, wann man ihn ins gestütt oder zu den wilten gebrauchen will M. Böhme roszartzney (1618) 6; von solchen allen wie auch von bestellung der stüdereyen zu handlen Harsdörfer gesprächspiele 5, Qq 1b; es hat der könig seine eigene

[Bd. 20, Sp. 733]


stuterey an unterschiedlichen orthen A. Olearius persian. reisebeschr. (1696) 301;

beym marschall, der auch kanzler, präsident,
und general, und haupt der jägereyen,
der kirchen, hohen schulen, stuttereyen,
und sekretär des luftballordens war
Gotter ged. 1, 200;

will er eine schäferey nebst einer stuterey anlegen, so musz er sich ein landgut pachten Gottsched deutsche schaubühne 5, 283;

denn wir bäurisch treues blut
sind doch immer euer bestes gut,
und könnt euch mehr an uns erfreun
als an pferden und stuterein
Göthe 4, 205 W.;

da brachten sie geschwind ihn zu der stuterei,
dasz seines samens doch theilhaftig jeder sei
Rückert 12, 129;

untersagt den ehestand der ehrwürdigsten klasse von männern, gerade als ob wir in unsern stutereyen nur die schlechtesten hengste zu beschäler aufstellen wollten Bode Montaignes (1793) 5, 42. in verschiedenen uneigentlichen anwendungen: dasz Pegasus in zukunft mit allen kräften darauf bedacht seyn solte des teufels stuterey zu vermehren, und die aposteln des evangelii secundum luciferum beritten zu machen Lindenborn Diogenes (1742) 2, 532; viel weniger hat er (Christus) oder seine wahren nachfolger ein eintzig paar menschen in der welt fleischlich verkuppelt, oder dergleichen geistliche stutereien hier und da angerichtet J. Chr. Edelmann Christus und Belial (1741) 114; wenn eine prinzessin aus unsrer groszen stuterei nach Ruszland heirathet, so tritt sie zu dem orientalischen fetischdienste über H. v. Treitschke briefe 2, 395 Cornicelius; die spartanische frau war rein nur ein kindererzeugungsinstrument, das eheliche verhältnis geradezu bestialisch; denn die bestimmungen Lykurgs machten die ehe zu einer rationell betriebenen stuterei Joh. Scherr studien (1865) 1, 15; ihr armen künstler ... eure klarinette laszt amme werden, das schwarze flügelrosz thut in eine stuterei Cl. Brentano ges. schr. 5, 354.
composita. stutereiapotheke: kräuter, samen und wurtzeln, und andere so in seine stutereiapothecken gehörig, worzu der stutenmeister auch einen schlüssel haben soll G. S. Winter von Adlersflügel stuterei (1687) 166. —
 
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-aufseher: lehren, die wir ... stutereyaufsehern ... ans herz legen wollten allg. deutsche bibliothek 52, 578. —
 
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-inspector: es ist ihnen, mein werther herr stutereyinspector, wenn ich nicht irre, schon bekannt, dasz mir ein kutschpferd lahm geworden Göthe IV 15, 67 W.
 
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-prinzip: übrigens sind die hiesigen stutereiprinzipien von den unsrigen ausnehmend verschieden fürst Pückler br. eines verstorbenen 4, 241.
 
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stuterer, m., gestütsbeamter, zu stuter: item sie hatten ouch alle reverendarij, doctores, capellani, stuterer, und allis hofegesinde des bisschoffs und cardinals gehangen Stolle thür. chron. 143 lit. ver.
 
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stutgarten, m., freies gehege für pferde, etwa soviel wie stut (sp. 727). auszer dem ortsnamen Stuttgart (Buck flurnamenbuch 78) selten bezeugt: stuetgart Schmeller-Fr. 2, 799; stutenhof oder stutgarden, ein grüner platz bey einer stuterey Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1917; stutenhof, stutgarten Kramer 2 (1702) 1030b; noch modern 'erholungsort für kranke pferde': stutgarten Berliner branchenfernsprechbuch (1933) 598; fälschlich umgedeutet (s. sp. 727): im jahre 950 soll herzog Ludolf ... in der gegend von Stuttgart ... einen stutengarten angelegt haben allg. deutsche bibl. anh. zu band 25/36, 2257. —
 
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stutgaul, m., 'zuchthengst', von stut 'gestüt' (sp. 727): bey grossen vorwergen, da zu vielem gestüte ein sonderlicher stutgaul gehalten wird schles. wirtschaftsbuch (1725) 355; umgedeutet im gleichen sinne: stutengaul Chomel 8, 1778.
 
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stuthengst, m., beschälhengst, von stut 'gestüt' (sp. 727): stthengst admissarius voc. v. anf. d. 15. jh. bei Diefenbach gloss. 13b; eyn stoythingest emissarius nd. voc. v. 1417 bei Diefenbach nov. gl. 149a; stutthengst

[Bd. 20, Sp. 734]


estallon Hulsius-Ravellus (1616) 315b; gelick alse de stöthingest schryet yegen allen möderen (stuten) Magdeburg. bibel bei Schiller-Lübben 4, 419; später auf stute 'mutterpferd' bezogen: stutenhengst stallone Rädlein (1711) 860a; auch Chomel 8, 1778.
 
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stuthirt, m., hirte im gestüt: eyn stoydherte armentarius nd. voc. v. 1417 bei Diefenbach nov. gloss. 34b; stotherr 'pferdehirte' Danneil altmärk. 213b; modern umgedeutet als 'hirte der stuten' (sp. 727): das wärterpersonal besteht aus einem oberwärter, fünf hauptbeschälwärtern, zwölf hengst- und stuthirten Lueger 4, 626; auch in der form so verstanden: eigenschaften eines stuten- und fohlenhirten allg. deutsche bibl. anh. zu bd. 25/36, 2260; es befand sich (i. j. 1723) daselbst (auf dem gestüt) 1 fuhrknecht und 1 stutenhirt württembg. jahrb. 2, 57.
 
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stuthof, m., gestütshof, etwa 'hof auf dem sich ein gestüt befindet', von stut (sp. 727) etwas verschieden: das dorf Derhagen mit dem anliegenden hofe und mit der stöt (am rande: stöthoff), mit aller zugehorung (1330) mecklenburg. urk.-buch 8, 168; (es befinden sich auf dem) studhoff: 19 folen von eyme jare, 9 kobeln von 2 jaren us der grosen stud gr. ämterbuch des deutschen ordens 24 Ziesemer; in junger zeit stutenhof in ähnlicher bedeutung, jedoch auf stute bezogen: stutenhof, stutgarten Kramer 2 (1702) 1030b; am schönsten ... ist es, wenn man den stutenhof dergestalt anbringen kan, dasz er mitten innen, die weide und felder ... rings um ihn herum liegen Zincke öconom. lex. (1744) 2853.
 
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stütig, adj., brünstig, nach stuten süchtig: mein mann ist so freundlich als ein alter affe, ... freigebig wie ein alter wucherer, höflich wie ein stütiges pferd schauplatz der bösen weiber (1752) 140.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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