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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stüszig bis stutenweck (Bd. 20, Sp. 726 bis 730)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stüszig, adj., widerspenstig:

also wurd jhrer sie gar eylends uberdrüssig,
und solches macht auch sie in jhrem sinne stüssig:
auf dasz sie sich nun nicht an den noch jenen hieng
als wolte für die zween sie brauchen ihren ring
Dietr. v. d. Werder ras. Roland (1636) 12, 35.

dagegen wohl 'närrisch': wär der habich siech in dem kopf und stüssig, so sol man in in die naslöcher giessen epffensaft Mynsinger von den falken, pferden u. hunden 52 Hassler.vielleicht im ablaut zu stöszig (teil 10, 3, 556). vgl. aber schweiz.: stüszig 'stier, voll tiefen unwillens' Stalder 2, 417, stüszen 'unwillen 'unwillen zeigen' ebda, nl. stuiten stoszen; und elsäss.: stussig 'närrisch, übel gelaunt' Martin-Lienhart 2, 618, das wohl zu stusz (s. o.) und vielleicht zu sich stussen 'sich necken' Kehrein Nassau 1, 400 gehört.
 
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stut, f., gestüt, s. DWB stute.
 
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stut- in compos. soviel wie 'gestüts-', s. auch stuten-.
 
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stüt, m., 'steisz, schwanzende des vogels', in den nd. mundarten hd. steisz entsprechend, s. teil 10, 2, 2164, vgl.

[Bd. 20, Sp. 727]


auch 3stütz: vier stüte und keinen, keinen kopf! ... da strecken sich unter jedem stüt zwei plattfüszchen heraus, während sich in der mitte vier beschnäbelte köpfe auseinanderlösen H. Sohnrey im grünen klee (1905) 95. — demin. stütchen, ähnlich wie 4stutz 'federbusch' (sp. 739): darnach hat sie auch ein newe kleidung und tracht ordiniert, nemblich ein lange kleidung, und die in der mitten zugegürtet, daran einen kurtzen krummen und breiten zäbel, einen dicken und gefrungnen hut, da oben ein kleiner stütgen herausz kicket, damit es etwas einem hut gleichet M. Quad memorabilia mundi (1601) 102.
 
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stutbuch, n., zuchtstammbuch für pferde, herdbuch; aus dem gleichbedeutenden engl. studbook, denn die zugrunde liegende bedeutung 'gestüt' liegt in der neuzeit nur für engl. stud, nicht für deutsch stut vor (s. u.stute): das älteste stutbuch ist das general stud-book in England für vollblut v. Alten hdb. f. heer u. flotte 4, 226.
 
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stütchen, n., kleine stute: heute habe ich nun auch mein letztes pferd, mein so geliebtes stütchen, verkauft fürst Pückler briefw. u. tageb. 6, 238; leichtmäuliges stütchen! gehorche heute dem zarten finger Löwen schr. 3, 99.
 
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stute, stut, f. , 'weibliches pferd'; älter 'gestüt'.
A. in der bedeutung 'pferdeherde' nord- u. westgerm.: altnord. stóð, altengl. stód, neuengl. stud; nord. und engl. ein neutrum der o-klasse, im ahd. dagegen ein femininum der i-klasse, vielleicht in analogie nach den reimenden ti-stämmen bluot, fluot, gluot, nuot, spuot: dat. sg. stuoti gregi ahd. gl. 2, 437, 23; in stuoti in armenta equarum 2, 668, 53; daneben noch der alte zustand: nom. pl. stuot greges equarum 2, 386, 23; vgl. Palander ahd. tiernamen 85; im mhd. ständig femin. der i-klasse, und so mnd. stot. gelegentlich umgelautet, z. b. stüet equaritia (15. jh.) ahd. gl. 3, 79, 48. — mit slav. (schon altbulgarisch) stado, n., 'herde', lit. stodas zusammen zu *stā 'stehen', im sinne von 'standort', vgl. lit. stodas, lett. stàds 'pflanze, setzling'; s. Trautmann balt.-slav. wb. 280; Walde-Pokorny 2, 605. mit j-ableitung engl. steed, altengl. stēda 'hengst'. in ungeklärtem zusammenhang das mit stute gleichbedeutende strute (teil 10, 4, 148).
1) im eigentlichen gebrauch 'im freien gelände gehaltene herde von pferden, in der auch die zucht besorgt wird', seit ahd. zeit bis ins 16. jh. bezeugt, seit dem 16. jh. dafür, in moderner bedeutung, gestüt (teil 4, 1, 4269). stut 'gestüt' ist bis in jüngere zeit erhalten als erstes glied von compositis, z. b. stutgarten, stuthengst, stutmeister, wird aber häufig zu stute 'mutterpferd' (u. B), im compos. stuten-, umgebildet, z. b. stutenamt, stutenknecht.
die erschlossene grundbedeutung 'standort' tritt als nebensinn 'ort, wo die herde sich aufhält' öfter hervor:

dat pert to dem riddere lep,
bi sinem koppe he it grep,
dat ome untwek nicht enen vot;
ome duchte dat aventure gut,
went it was wilde, ut ener stot (: dot)
Gerhard v. Minden 94 Seelmann;

ok scholen alle wilde perde, dar mede men nicht arbeydet, de in der stöt gan, men hode er eder nicht, velich syn qu. a. d. j. 1398 bei Schiller-Lübben 4, 417; stut vel perdebane voc. d. 15. jh. bei Diefenbach 206c; zu morgengab gehören ... alle unbeselhte pferde, die do teglich zu felde odder in stutte gehen Chr. Zobel sechsisch weichbild (1537) 118b. meistens jedoch, besonders in späterer zeit, einfach 'herde': Heinrich, fürst von Mecklenburg schenkt dem Clarenkloster in Ribnitz villam Derhagen ac curiam loco alterius quondam ville similiter Deerhagen dicte constructam eiusdemque curie equicium seu gregem equorum, stt vulgariter appellatum qu. v. 1328 in mecklenburg. urk.-buch 7, 654;

von Philippis stute wil ih iu nu sagen,
dar under was ein ros getragen
Lamprecht Alexander 270 Massmann;

item 1 schog 8 stugke ryndfye, item 36 pflugpferde, item 20 folen von desem jare von der groszen stud und 7 folen

[Bd. 20, Sp. 728]


von der cleynen stud gr. ämterbuch des deutschen ordens 223 Ziesemer;

here ros warn lussam,
snelle end vele gœde,
von einre slahte stœden,
die da wonen in den mere
Heinrich v. Veldeke Eneide 5094 Behaghel;

darzu hatt er heymlich verborgen
des vihes gar eyn grosse hert ...
er hatt auch eines pferdes stut
verborgen an obgmeltem ort
Wickram 8, 104, 16 Bolte;

ok wart an dem sulven dage des morgens hir gebracht eine ganze stoet perde, byna veftig städtechron. (Braunschweig 1492) 35, 1, 103; (im märz) soll man kauffen pferd und mütter, ochsen und kü, eber und sew, und machen stdt und herd, und zlassen mänlin und weiblin Petrus de Crescentiis vom ackerbau (1531) 180a. auch auszerhalb der pferdewirtschaft:

(der bauer) gieng hin, nam seiner sach zu gut
ein feisten ochsen von der studt,
bracht in für des juristen thür
B. Waldis Esop 1, 305 Kurz.

mit ungewöhnlicher flexionsendung:

und (die feinde) swentten, swaz vorzern
mochte des vures glute,
und namen al di stute
mit andirre habe
Nic. v. Jeroschin 21239 Strehlke;

(sie) erstache trey man, verbrante etliche hewswer, namen ynen die rosz, die gantze stutt Baumann bauernkrieg in Oberschwaben 32 lit. ver. vereinzelt und spät in schwacher form: rollen allenthalb ... mit ihrem bettelsack und terminieren in der welt umb ... wie ein farr under den küen oder ein rühelter gailer hengst under einer stuten pferde S. Franck chronica zeytb. (1531) 521a.
2) im übertragenen sinne 'sippschaft':

wer verräter hat für gut,
der si reht der selben stut
daz si in glicher schanden und büssen
für den rechten richter müssen
Lassberg liedersaal 1, 435;

di sunder recht ich wene,
set, durch daz mer der trene
mit der hulfe Christes blut
varen uz der sunden stut
czu gotes barmherczekeit
Tilo v. Kulm von siben ingesigeln 74 Kochendörffer;

dü mörin was der rechte stuot.
sie sprach was sol dis taiding hie?
Herman von Sachsenheim 106 Martin;

ähnlich:

ein lied hand ir gedichtet
aus seltsem ubermut,
die fromm lanzknecht vernichtet
gleich wie ein wilde stut hist. volksld. 3, 176 Liliencron.


3) in einem sprichwort über die folgen der uneinigkeit setzt sich die alte bedeutung bis ins 17. jh. fort, jedoch nach ihrem eigentlichen erlöschen, vielleicht mit verständnisloser unterschiebung der neuen bedeutung 'equa' (u. B), worauf besonders die jetzt auftretende form stute weist: dieweil die pferde bei einander seint, mehret sich die stude, wo sie aber einander beiszen und schlahen, so musz die stude zergehen S. Franck bei Schiller-Lübben 4, 417;

aber die tütschen flissen sich,
wie sie vernychten selbst jr rich,
do mit die studt zerstörung hab,
bissen die pferd ir schwäntz selb ab
S. Brant narrenschiff 95 Zarncke;

wenn eyn stdt zergehen soll, so beisst eyn pferdt dem andern den schwantz ab J. Agricola sprichw. (1534) c 5a; ebenso: wann eine studte zergehen sol u. s. w. Friedrich Wilhelm sprichw. reg. (1577) ii 2a; wenn ein stud vergehen soll u. s. w. Lehmann flor. pol. 2 (1662) 832; s. Wander sprichw. lex. 4, 950; das gleiche sprichwort auch mit der form gestüt, s. teil 4, 1, 4270.
B. 'weibliches pferd, mutterpferd'. seit der wende des 14. und 15. jh., nicht schon bei Nic. v. Jeroschin (s. o., A 1). wahrscheinlich gekürzt aus dem seit alters reich bezeugten stutrosz 'herdenpferd, zuchtpferd, mutterpferd', compositum von stut A, s. M. Heyne hausalterth. 2, 173; vgl. auch das

[Bd. 20, Sp. 729]


ähnliche stutpferd u. a. dasz ein bloszer bedeutungswandel aus A vorliege, beruhend darauf, dasz das pferd sowohl vom mutterpferd als aus der herde, dem gestüt herstammt, ist weniger wahrscheinlich.im gegensatz zu A gemischt flektiert; auszerhalb des deutschen neben den verbreiteten wörtern für 'equa' nur vereinzelt bezeugt, in einigen fällen bestimmt auf entlehnung beruhend, s. Falk-Torp norw.-dän. et. wb. 1170; Murray 9, 1. 1177; für das nl. nur bei Kilian (1605) 540 bezeugt. in den deutschen mundarten nur neben einer reihe von synonyma, besonders mähre; am besten im nd. bezeugt, im obd. offenbar immer erst durch schriftd. einflusz, s. Fischer schwäb. 5, 1939; Schmeller-Fromman 2, 799.
1) eigentliche anwendung: studen voc. theut. Nürnberg a. 1482 bei Weigand-Hirt deutsches wb.5 2, 1002;

trett wir nu frolich zue
und nemen stüeten, esel und kue fastnachtsp. a. d. 15. jh. 491 Keller;

zum vi. sey er bey nechtlicher weil under die stt gangen zu Gerelfingen und ain stt erstochen; hab in der stter beten, dasz er kains mer stech Knebel chron. v. Kaisheim 391 lit. ver.; item 35 m. dem kompthur von der Golow, eyne stuth do mete zu bezahlen, dy her gekouft hatte Marienb. tresslerbuch 167 Joachim; die geburt des maulesels, die aus zweyerley thieren, stutten und esel Paracelsus chir. (1618) 133 Huser; die stut oder muterpferdin seind zwar im anderen jar fruchtbar Sebiz feldbau (1579) 150; in geleichem form als die ungezaumten rosz in den weyten ängern mit den stueten oder roszmüttern lauffen Arigo dec. 418 Keller; das aber die stute in brunst ist und eynen hengst begert, soll er ... erkennen: die mär bläet sich auf Sebiz feldbau (1579) 149; es ist an diesem ort das ... gestüte, bestehend in 50 000 stuten A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 3, 165;

schlecht und hölzern trinkgeschirr pflegt der stutten milch zu fassen
v. Schönaich Heinrich der vogler 9.

dort der anger — und dort am hang
die müsam weidende stute
v. Droste-Hülshoff 1, 238 Schücking;

sprengte Abdollam auf einer prächtigen arabischen stute einher Jung-Stilling s. schr. 4, 316; und ich mir unter diesen zähen naturen ... wie eine wilde arabische stute vorkomme br. von u. an Herwegh 43; ein hengst, den man z den gurren oder stten läszt Frisius dict. (1556) 39a; als ob damit die pferd aufgepracht würden, die studen zu bespringen Fischart ehzuchtbüchlin 125 Hauffen; von den stuten und schelchhengsten, auch von den füllen, so von jhnen geworffen werden M. Herr feldbau 184b; warum schickt man denn aus dem fernen Ostpreuszen stuten hieher zu meinen arabischen hengsten? Laube ges. schr. 16, 10; er gieng fürbas und fand ain stuot mit ainem fülhin uf der waid Stainhöwel Äsop 215 lit. ver.; schwerlich wird das füllichen langsam gehen, wann die stutte trabet P. Winckler 2000 gutte gedancken (1685) d 3b; das geschäft die stuten und fohlen zu hüten Göthe 25, 1, 2 W.; redensartlich: doch damit wir wieder über die leuse geraten wie der hengst über die stute, so erklären wir Prätorius philos. colus (1662) 158. als übersetzung von hippomanes: bruntz von einer studten vel ein krut Altenstaig voc. (1516) 23c.
2) vereinzelt auch für das weibchen anderer tiere als des pferdes:

dan so eyn weibsbild zornig würt
die wüthet wie ein löwin stdt
der man die jungen nemen dt
Seb. Brant narrenschiff 64 Zarncke;

auf eisschollen sanft gewiegt schlummerte ein heer von walrossen. ... beim ersten fang befanden sich ein hengst und eine stute zugleich auf einer eisscholle A. Petermann in mitth. aus Perthes geogr. anst., erg.-bd. 4 nr. 16 s. 42. eselstute Sanders deutsches wb. 3, 1262b; kamelstute Rückert 11, 389 Sauer.
3) übertragen von frauenzimmern, meist auf übertriebene lüsternheit zielend: stuttn 'ausschweifende weibspersonen' Hügel Wiener dial. 160; (er) des abentz in eyner seinere

[Bd. 20, Sp. 730]


freündin hause ging, do er auch vormals mit stten gen acker gefaren war Arigo dec. 261 Keller. in compositis: (ein pfarrherr) were bey einer pfaffenköchin (wie dann damals etliche solche pfaffenstuten an bahren auf der strew hielten) gelegen Z. Theobald Hussitenkrieg (1609) 4. leibstute, s. teil 6, 609. allgemeiner beschimpfend:

und kuplerin, du alte stut,
wolst du verkauffen menschenblut
durch dein listigen hurenschlack?
H. Sachs 2, 18 Keller;

ich hoff, min frow die tail im mit
ir künglich gnaud und alles guot.
nain, sprach die ungetrüwe stuot
Hermann v. Sachsenheim 157 Martin;

da er sie ansahe als ein rechtes weibesbildt, und keine mähren oder stutten Nigrinus von zäuberern (1592) 185. im einfachen vergleich: das mägdgen verwunderte sich darüber, dasz ich solchen galanten geruch nicht vertragen konte: weil sie gewehnet ware, dasz ihre thorichten anbeter nach demselben ihre nasen und mäuler aufsperreten, wie die verliebte stutten in Andalusien nach dem westwinde mit ihren mäulern gapfen H. Lindenborn Diogenes (1742); die magd lief wie eine stute, die mit sporn geritten wird, die stiegen hinunter Joh. Riemer polit. maulaffe (1679) 164. ähnlich: ist leicht sein weyb ain stdt gewest (da sie nur drei tage im kindbett gelegen habe) J. Nas antipap. eins u. hundert 2, 156a;

eine stut und hengst haben Troja umgekehrt:
nemlich Helena und der griechen höltznes pferd
Logau 544 Eitner.

mundartlich besonders als schimpfname träger weibspersonen, s. Loritza id. vienn. 128; e faule stuen Schmeller-Fr. 2, 799; ähnlich im henneberg.: e grusz, e lang stute grosze weibsperson Frommanns zs. 4, 307; s. auch Fischer schwäb. 5, 1939.
 
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stuten, m., 'feines weiszbrot', nd. wort: mnl. stute, stuyt, nl. stoet, mnd. stute, stuten, heute im ganzen nd. auszerhalb des ostens. zu nd. stūt, nl. stuit 'steisz', s. o. steisz; nach der form benannt als 'schenkelförmiges, spindelförmiges brot', vgl. Schiller-Lübben 4, 454; Mensing schlesw.-holst. 4, 915. vereinzelt mit affrikata: stüts, stits Schambach Göttingen 211, vielleicht neu benannt von 3stütz 'steisz'; stütze Schröer Gottschee 220, wohl zu danebenstehendem strütze, in gleicher bedeutung (sp. 152); stutzkuchen, stutzen Kramer 2 (1702) 1031c, künstlich verhochdeutscht.seit dem 15. jh. bezeugt: wytbroit, wegge, semele, stuten, mycken v. d. Schueren Teuthonista 504a Verdam; stuyte panis butyro illitus Kilian (1605) 540; ock wyset disse thwe ... van wegen der semptlicken erven vor recht, wanner dey geschworne schernen beseyth ... disse ... marke, dan sollen sey einen stutten verteren van xii d. (westfäl.) weisth. 3, 60, vgl. rechtsaltert. 1, 542; ebenfalls in westfälischem gebiet: ich ... kauffte etliche stutten, das ist ein so genantes weiss brot Grimmelshausen Simpl. 91 ndr. das wort ist nicht in die schriftsprache gelangt: hier erhandelten wir einen dünnen, trockenen spickaal und etwas stuten (so nannte man das weiszbrot) L. Ruge erinnerungen 61; vom nachbar ... holte unsere köchin stuten (weiszbrot), rundstück und kringel Therese Devrient jugenderinnerungen 10; die singjungen ... aszen schmatzend die ihnen als sangeslohn zukommenden stuten Diedr. Speckmann d. gold. tor (1919) 150.
composita: stutenbäcker, m., weiszbäcker, s. Schütze holstein. 4, 220: inne wek weert de stutenbäcker Krebs, de franz- und wittbrot to lann broch, wat de burn damals selten sülben backen Cl. Groth jungsparadies (1876) 7. —
 
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stutenfrau, f.: und richtig erzählte die stutenfrau, die lebendige zeitung des deiches, am andern morgen Gorch Fock seefahrt ist not (1914) 83. —
 
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stutenrute, f., rhombische fensterscheibe, auch das zweite glied hat nd. form, s. DWB raute rhombus (teil 8, 319): stutenruten heiszen bei uns die weckenförmige fensterscheiben, oder rhombi vitrei, die man vormals in den fenstern gemachet Richey id. Hamburg. 300; auch Schütze holstein. 4, 220. —
 
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stutenweck, m., ein mittelfeines gebäck, s. Kretschmer wortgeographie

[Bd. 20, Sp. 731]


156: und ir sult wissen, dat ein stutewegk wigt 4 loit min dan vier middel semelger, dat is umb der korsten wille Kölner zunfturk. 2, 34 Loesch.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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