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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturzbett bis stürzebecher (Bd. 20, Sp. 693 bis 694)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturzbett, n., bei brücken-, stau- und deichbauten eine befestigung des fluszbodens, um diesen gegen den angriff des stürzenden wassers zu schützen, s. Benzler wasserbaulex. 2, 218; Lueger 7, 584.
 
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sturzblech, n., eine art sehr dicken bleches, ds. wie 1sturz III D: sturzbleche sind sehr starcke bleche, deren etwan 8 bisz 16 stücke einen halben centner wägen Hertwig bergbuch (1734) 389b; s. auch Karmarsch-Heeren 8, 656; Hoyer-Kreuter 1, 750; seit dem 15. jh. bezeugt: item kuffer, bly, zyn, blech, stail, yseren, sturtzblech Stein akten zur gesch. d. st. Köln 2, 93; iser, stal, storteblek bei Schiller-Lübben 4, 416; stürczplech zu schlossen ein zentner umb sechtzehen pfundt, und dopei ein pfunt stahels Endres Tucher baumeisterb. 98 lit. ver.; item gebunt sturz oder sturzblech, do zwey blech oder zwen stürz aneinander sint gebunden oder sust, do sol man derselben blech, do zwey aneinander sind, 30 sturtz für ein schock rechnen Eheberg Strassburg (qu. a. d. 15. jh.) 1, 282; item pro 7 sturczplech factori horologiorum ad Segeswar flor 1. asp. 6. (1521) qu. zur gesch. d. stadt Kronstadt 1, 321; die rohr von sturzblech qu. a. d. 17. jh. bei Fischer schwäb. 5, 1936; 16 fässchen sturzblech qu. a. d. j. 1741 bei Staub-Tobler 5, 7; schlechte bracteaten in der noth aus sturzblech geschlagen Brentano ges. schr. 5, 358. als gerät benutzt: nim baldrion krut un wurtzel und dörr das off eim sturtzblech über kolen Gersdorff wundarzney (1517) 61.
 
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sturzbogen, m., in der architektur 'gewölbte oberschwelle', wie 1sturz III C: einen bogen ... kann man ... nicht als sturz ansehen, doch spricht man wohl von einem sturzbogen Schönermark-Stüber hochbaulex. 805; der gerade sturz wird entweder aus einem steinstück hergestellt, ... oder als scheitrechter sturzbogen gewölbt Karmarsch-Heeren techn. wb. 8, 656. —
 
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sturzbüttchen, n., gefäsz mit deckel: stürtzbüdgen, capedo, excipulus, capula, capeduncula Aler (1727) 2, 1862b; er leis zu Weinssberch dis mail die laiskessel und sturzbutger

[Bd. 20, Sp. 694]


vol weins holen Const. Hohlbaum Cölner denkwürd. a. d. 16. jh. 1, 122. —
 
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sturzbühne, f., im bergwerk 'der an der hängebank des treibeschachtes anstoszende erhabene platz, worauf die tonne beim herausziehen sich aufsetzet und gestürzet wird' bergmännisches wb. (1778) 542; s. auch Lueger 4, 785; stürzebühne, f., 'ort, wo das umstürzen der geförderten tonnen geschieht' Mothes baulex. 4, 288.
 
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stürzchen, n., truncus, stummel, demin. von 2sturz (sp. 690):

sie heben ruszge stürzchen,
und rühren um im töpfchen
den kohl
Rückert 2, 219.


 
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sturzdecke, f., einfache, nur aus balkenbelag hergestellte decke eines raumes, s. Lueger 3, 229. —
 
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sturzdeckel, m., aufgestülpter deckel: darüber stürtzet man einen breiten deckel ... (ein) kolben wird dermaszen mit dem breyten sturtzdeckel zusammen gefüget, das eyner den anderen satt und stät halten musz Sebiz feldbau (1579) 404. —
 
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sturzdrohend, adj., mit seinem falle, einsturz drohend:

sturzdrohend schwebt die grausenvolle last
stets übern häuptern uns
S. G. Bürde Miltons verl. parad. (1793) 1, 64;

und stets an eines abgrunds jähem rande
sturzdrohend, schwindelnd risz er mich dahin
Schiller 12, 273 G.;

schleuderten sonder rast nach dem thurm, der noch aus dem vorgrund
ragte, verderben, er neigte das haupt sturzdrohend zur seite
Pyrker Tunisias 10.


 
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stürze, f. , postverbale von stürzen, ebenso wie 1sturz II und III (sp. 685ff.). in verschiedenen bedeutungen herrscht das fem. ausschlieszlich oder überwiegend:
1) deckel, s. sp. 686.
2) umgepflügter acker, erde, s. sp. 690.
3) trichter, guszvorrichtung, s. sp. 685.
4) karren, s. sp. 685.
5) ort, wo erz und abraum ausgeschüttet werden, s. sp. 685.
neben dem masc. ist stürze auszerdem bezeugt für:
6) kopfbedeckung, s. sp. 687.
7) ganz vereinzelt wie sturz I A, in der bedeutung 'epilepsie', s. sp. 680.
 
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stürzebecher, stürzbecher, stürzenbecher, m. , nd. wort, 1) becher mit einer stürze, d. i. deckel, s. sp. 686, seit dem 17. jh. schriftl. bezeugt, s. Schiller-Lübben 6, 272; stürzebecher Stieler 74; Beil technol. wb. 1, 588; auch aus 2 entnommen, s. Richey id. Hamburg. 373: zweimal jährlich wurde ihnen der 'Hippokrates' gereicht, und zwar in groszen, silbernen 'schauern' oder 'stürzebechern' K. Braun Wisbyfahrt 26. 2) 'säufer', der becher den hals hinunterstürzt (stürzen I A 4 b), mit dem imper. des vb. gebildet, anders Andresen deutsche volksetym. 227, am ältesten, seit dem 14. jh., bezeugt in dem familiennamen, besonders dem des seeräubers, mnd. Stortebeker, nnd. Störtebeker, s. Schiller-Lübben 4, 416; (man singt ein lied) wie man den stürzebecher singet Opel-Cohn dreiszigj. krieg 11; anzuzeigen, dasz er ein guter stürzbecher zu seiner zeit würd werden G. Regis Rabelais 1, 29; darumb sagt der stirzenbecher: ich hab ein gueten freindt, der liegt undten im keller, er hat ein helzens rekhl ahn und haist der muscateller Abr. a s. Clara pred. 150 Bertsche. sonst in lexikographischer tradition: stürzebecher potator qui pocula plena evacuare potest Stieler (1691) 174; becherstürtzer, stürtzebecher, gläserstürtzer Kramer 2 (1702) 1029b; paszsäufer, stürtzenbecher Apinus gloss. nov. (1728) 396; mundartlich für die Pfalz bezeugt, s. v. Klein prov.-wb. 2, 179. im nd. heute, vielleicht übertragen, 'stürmischer, ungeberdiger mensch', s. Richey id. Hamburg. 374; Mensing schlesw.-holst. wb. 4, 870; C. Walther in mitth. d. ver. f. hamburg. gesch. 1, 90. 3) im md., wohl aus 1 übertragen, in der bedeutung 'kleiner, dicker mensch', s. Hertel Thür. 240; Kleemann nordthür. 22; Hentrich Eichsfeld 7.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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