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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturmwindicht bis sturmzentrum (Bd. 20, Sp. 676 bis 678)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmwindicht, sturmwindig, adj.: verticosus, procellosus, nimbosus sturmwindicht E. Alberus nov. dict. genus (1540) 59b; θυελλήεις procellosus sturmwindig Frischlin nomencl. (1586) 8b; dieser sturmwindige und dabei heitere tiefblaue himmel Jean Paul 11-14, 481 Hempel.
 
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sturmwirbel, m., auch sturmeswirbel; drehsturm: gewaltige, grawsame windtsbraut und sturmwirbel C. Dieterich weisheit Salomos (1627) 1, 552; das rauschen des regens, welches donnerschlägen und sturmwirbeln melodisch nachklang H. v. Chézy unvergessenes (1859) 1, 180; und sie wandte sich, alsbald in den aufwallenden sturmwirbeln der wüste verschwindend Fouqué jahreszeiten 2, 78; von sturmeswirbeln umkreiset, erbebt das jägerhaus K. Gutzkow ges. w. 1, 288; im vergleich: über äcker und wiesen, über haideland und bäche trieb ihn die furcht, wie ein sturmwirbel Veit Weber holzschnitte (1793) 48; der getroffene held aber, wie vor einem sturmeswirbel, seitwärts taumelte Fouqué altsächs. bildersaal 4, 355. —
 
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sturmwitterung, f.: die sturmwitterung komt gemeiniglich aus dem südosten O. Dapper Africa (1670) 347a. —
 
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sturmwoge, f., auch sturmeswoge; vom sturm aufgepeitschte wasserwoge: (das kap der guten hoffnung,) das den sturmwogen eines zerstörenden südstromes in den zeiten der sündfluth mit seiner südlichsten, hohen felsenstirn trotz bot Ritter erdkunde 5, 651; hinter ihnen, so weit das auge reicht, der ozean, der seine sturmeswogen unaufhaltsam heranwälzt Spielhagen 3, 96; bildlich: um dem meere nahe zu sein, welches mit wunderbarer gewalt in mir windstille und sturmwogen schafft Immermann 7, 236 Boxberger; du bist das öl auf den sturmwogen deiner familie Ricarda Huch d. letzte sommer (1910) 81.

[Bd. 20, Sp. 677]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmwolke, f., sturmbringende wolke: die fernen sturmwolcken Lohenstein Arminius (1689) 1, 140b;

trüb an dem fernen Olymp
sammeln sich sturmwolken
Klopstock oden (1889) 1, 154;

in den jagenden sturmwolken sahen die Germanen ... seelen vorüberziehen Laistner nebelsagen (1879) 118; im vergleich: einer sturmwolke ähnlich hatten sie sich auf den feind geworfen L. Häuszer dtsche gesch. 4, 374; sein blauer domino ihn wie eine sturmwolke umflatterte Heine werke 3, 334 Elster; übertragen: die bogenschützen aus morgenland warfen sturmwolken schwirrender pfeile über sie hin W. Schäfer 13 bücher d. deutschen seele (1923) 49; bildlich:

der waffen donnerklang, die sturmwolck ist gewichen
A. Gryphius trauersp. 198 Palm;

die sturmwolken verzogen, aufthat sich der freudenhimmel Fr. L. Jahn werke 2, 465; da die sturmwolken also über den himmel flogen, versammelte sich die auszerordentliche tagsatzung, dasz sie das drohende unwetter beschwöre J. Görres ges. schr. 6, 263. —
 
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sturmwort, n., stürmisches wort: und nach stammeln und sammeln wagte er einen unverdeckten angriff mit folgenden sturmworten gaben der milde (1818) 4, 138 W. Gubitz;

sturmesworte hör ich sausen
F. Raimund werke (1881) 2, 73.


 
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sturmwüste, f.: als der morgen kam, sahen wir nichts als ... schnee und finstere sturmwüste Brehm tierleben 3, 243 Pechuel-Lösche; o, die vielen sturmwüsten, die hundert eisströme, ... die gewesen sind zwischen uns und dem vaterland P. Rosegger schr. I 10, 42. —
 
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sturmwut, f., auch sturme(s)wut; wut des sturmwindes: ein blitz ... vereinte sich mit sturmewuth allg. dtsche bibl. 40, 116; die säulen, wahrscheinlich durch das gebälk zusammengehalten, stürzten auf einmal, vielleicht durch sturmwuth niedergestreckt Göthe 31, 163 W.;

wilder und wilder umdonnerten stets das entruderte schifflein
schwellende wogen und wolkengebirg im gemische der sturmwuth
Baggesen poet. werke (1836) 1, 72;

uneigentlich:

sie schlugen wie donner und wetter drein
mit sturmeswuth und im sturmesschritt
E. M. Arndt werke 4, 86 Rösch-Meisner;

mit sturmeswuth kehrt er sich um behende
J. D. Gries Bojardos verl. Roland (1835) 1, 274.


 
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sturmzeichen, n. 1) zeichen zum ansturm, angriff: damit ist das sturmzeichen geben und die sturmzeug der stadt zugeruckt worden S. Feyerabend ungerische chron. (1581) 52c. 2) dasselbe wie sturmläuten, -schlagen: ich las die hl. messe still, ohne zeichen geben zu lassen, welches man vielleicht für ein sturmzeichen angesehen haben würde (1792) Faulhaber tagebuch, in den geschichtsblättern für die mittelrheinischen bisthümer 2 (1884) 129; jeder krieger war gehalten, ... beim sturmzeichen ... auf dem sammelplatz zu erscheinen H. Zschokke ausgew. schr. (1824) 1, 259. 3) in der natur:

bald ist der mond wie blut, bald im erbleichen:
das sind unzweifelhafte sturmeszeichen
G. Regis Bojardos verl. Roland (1840) 172;

von hier aus ins bild übertragen: im westen drohen ... sturmeszeichen an der Somme Hindenburg aus meinem leben (1920) 142; auch hinsichtlich der jüngsten revolution habe ich die warnenden sturmzeichen der bühne in erinnerung gebracht W. Widmann theater u. revolution (1920) 10. —
 
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sturmzeit, f. 1) zeit des sturmwinds: als dahin sie (die schiffe) sich bei sturmzeiten begeben und vor dem schiffbruch retten können J. J. Winkelmann oldenb. friedenshandlungen (1671) 10b; dann erst werden die schiffe wieder nach der sturmzeit segelfertig gemacht Ritter erdkunde 5, 854; wo die brandung der sturmzeit gegen das gebirge prallt W. Behrmann im stromgebiet des Sepik 44; bildlich: es ist einmal windzeit und sturmzeit (wildbewegte zeit) J. Görres ges. br. 3, 333.

[Bd. 20, Sp. 678]


2) stürmische epoche: nach art und gelegenheit solcher kriegs- und sturmzeiten, da man mit den todten wenig gepränge macht Prätorius anthropodemus Plutonicus (1666) 1, 346; in den sturmzeiten des bauernkrieges spielen die gewerblichen arbeiter eine nicht unbedeutende rolle handwb. d. staatswissensch.2 4, 191; von revolutionen: die sturmzeit, wo wir Deutsche vergeblich an der gallischen freiheit theilzunehmen wünschten, sei vorüber Jean Paul 49, 369 Hempel; zehn jahre, welche die sturmzeit von 1848-49 in sich schlossen W. H. Riehl kulturgesch. charakterköpfe (1891) 422; innerlich:

aber doch hatte sein herz in erinnrung stürmischer sehnsucht
heisz sich geschwelgt, und schwoll von den nachgefühlen der sturmzeit
Fr. v. Sonnenberg Donatoa (1806) 1, 215.


 
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sturmzentrum, n., mittelpunkt der den sturm erzeugenden atmosphärischen störung v. Alten hdb. 1, 657; nur 14 minima ... waren über den britischen inseln nicht stürmisch, dagegen für unsere küste sturmzentra segelhdb. f. d. Nordsee (1903) 1, 1, 17.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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