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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stürmlingen bis sturmmarsch (Bd. 20, Sp. 658 bis 659)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stürmlingen, adv., wie jählingen neben jählings: es soll ouch ein jeder christ den blöden, die etwas wänend unrecht syn ..., das nit unrecht ist, vorgeben und nit glych stürmlingen überpochen Zwingli dtsche schr. (1828) 1, 376. —
 
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sturmlinie, f. atmosphärisch: aus dem nordwesten hinter dem vorgebirge zogen sturmwolken hervor und unter ihnen zog sich die tiefblaue sturmlinie quer über das meer J. F. Fries Julius u. Evagoras (1822) 2, 388. linie der anstürmenden truppen: indessen folgte der ersten sturmlinie beinahe auf dem fusz eine zweite Schaffner dechant v. Gottesbüren (1917) 142. —
 
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sturmloch, n., gleich bresche; im 16. u. 17. jh. gebräuchlich; später wird dafür sturmlücke (s. d.) häufiger: fellet in die maure wol auf 24 schch breit von oben herab z einem grossen sturmloch Baumann qu. z. gesch. d. bauernkriegs 769; banckarmbrust, darausz man grosse stein wirfft und sturmlöcher Bech Agricolas bergwerksb. (1621) 9; man sol die festung der stadt bis in das stehende wasser auslegen, damit der feind ... verhindert werde, aus seinen schiffen stiller weise die stadt zu bestürmen, wan er etwan ein stormloch durch einige heimliche springhöhle gemacht Zesen kriegsarbeit (1672) 1, 121; weil aber die belägerten des ... Rhetegones kinder in dem sturmloche an die spitze stellten, liesz Fabius ... vom sturme abblasen Lohenstein Arminius (1689) 1, 892b. —
 
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sturmlos, adj., ruhig, ohne sturm; bildlich: und stürzt mich in die tiefe der bekümmernisz, da ich meine, den sturmlosen trosthafen schon ergriffen zu haben? Buchholtz Herkules (1666) 1, 843;

fällt dann spät und sturmlos einst dir müden,
sanft verbleicht, des lebens blüthe ab
H. Grünig ged. (1836) 78;

[Bd. 20, Sp. 659]


aufruhrlos, gestillt: herzlich freute mich das unternehmen an sich und dies unternehmen von dir! in dieser zeit! — in diesem so sanften, sturmlosen ton Herder 12, 354 S.; die glanzvollen und sturmlosen götter E. M. Arndt 1, 138; eine sturmlose zeit Fr. L. Jahn (1884) 1, 409.
 
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sturmlücke, f., bresche (s. auch sturmloch): wie man in ein statt, die man zum sturm beschossen und in deren vil sturmlucken sind, hineinlauft (1582) Staub-Tobler 3, 1256; die statt beschossen, dermossen ein brätschen oder sturmlucken gemacht (1591) ebda; die verdeutscher greifen das wort auf: man könnte mauerbruch (für 'bresche') sagen, wenn man nicht schon das ganz bequeme wort sturmlücke oder sturmlucke hätte Kinderling reinigkeit (1795) 118; ähnlich Heynatz, Campe; bildlich: der allgemeine wahn, Stilling habe noch einigen hang zur schwärmerei ..., schien bei den kabalisten die schwache seite zu seyn, wohin sie ihre kanonen richten und sturmlücken schieszen müszten Jung-Stilling sämtl. schr. (1835) 1, 379; der protestantismus war ... die erste sturmlücke, welche in die nationale selbstständigkeit dieses volkes geschossen wurde Th. Mundt völkerschau auf reisen (1839) 262; weiter: die verhandlungen und verträge ... haben es so geordnet und gestellt, dasz die grosze französische vertheidigungslinie von Valenciennes bis Bitsch durchbrochen und eine sturmlücke von fünfundvierzig meilen in ihr geöffnet ist Görres ges. schriften 3, 294. —
 
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sturmluft, f., wie 'sturmwind': ein sturmluft den gloggenturn abgeworfen (1674) Staub-Tobler 3, 1160. neuerdings 'sturmbewegte luft': ich schlürfe mit vollen zügen die sturmluft Hailbronner morgenland u. abendland (1841) 3, 63; wie sie (die geschosse) sich polternd durch die gequälte sturmluft drängen! G. Frenssen die brüder (1920) 375; bildlich: die stärkende sturmluft des wettbewerbes um die politische macht R. Sieghart d. letzt. jahrz. einer groszmacht (1932) 85. —
 
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sturmlustig, adj.: sturmlustige möve P. Cornelius lit. werke 1, 88; anders:

ich denke hoher ehren,
sturmlustger jugendzeit
Geibel werke (1888) 3, 90.


 
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sturmmann, m.: zum wehr- und sturmmann wird der mensch selten zu alt und zu kalt Fr. L. Jahn 2, 448; neuerdings ist sturmmann ein dienstgrad in der nationalsozialistischen S.A. (sturmabteilung). —
 
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sturmmannschaft, f.: die nöthige sturmmannschaft Görres ges. schrift. 6, 278. —
 
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sturmmantel, m., schutzgerüst für den belagerer: hernaches gebrauchet man sich der sturmmäntelen, die ausz bretter zusammengefüget W. Dilich kriegsbuch (1607) 300; schutz vor wirkung des sturmwindes: und wenn diese waldungen später an der westseite (Jütlands) untergingen, so hat der ackerbau dadurch weit weniger gewonnen, als durch verlust des sturmmantels gerade an seiner ausgesetzten seite eingebüszt Dahlmann dän. gesch. 1, 129.
 
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sturmmarsch, m.
1) 'sturmangriff':

oberst Ziegler in der mitten
hat als wie ein leu gestritten,
führt den sturmmarsch selber an schweiz. volksl. 2, 150 Tobler;

gegen den winter ist mit bajonett und sturmmarsch nicht viel auszurichten J. P. Hebel werke 2, 359 Behaghel; verblaszt, wie stürmischer marsch, besonders in der verbindung mit der präpos. im: als ich den vortrab ... im sturmmarsch anrücken sah Körner werke 3, 253 Hempel; die fränkischen truppen ... siegten und fegten im sturmmarsch das gebirg am folgenden tage Zschokke ausgew. schr. 2, 196.
2) die musikalische begleitung eines sturmmarsches mit trommeln und pfeifen: das zerplatzen der granaten auf dem steinpflaster, ... der sturmmarsch der durchziehenden colonnen, das wuthgeschrei der soldaten entsetzte und betäubte bis zur erstarrung L. Häusser dtsche gesch. 4, 356; der sturmmarsch wirbelte A. v. Arnim sämtl. w. 2, 74; da schlugen drüben die trommeln den sturmmarsch

[Bd. 20, Sp. 660]


Spielhagen 2, 491; die tamboure schlagen unausgesetzt den sturmmarsch im zeitmasz des laufschritts exerzierreglement f. d. infanterie (1906) ziffer 141; anders, als musikstück: auf diese art komponierte ich auch geschwind- und parademärsche, von denen viele in allen regimentern der groszen armee aufgenommen wurden, namentlich im sturmmarsch (pas de charge) C. Friedrich 40 jahre 1, 297.
3) sturmmarsch schlagen soviel wie 'sturm schlagen': so wie ein wagehals ... lärm bläset, musz die ganze nachbarschaft sturmmarsch schlagen Fr. L. Jahn werke (1884) 2, 586; gehen sie gleich zum gemeindeprocureur — alles soll sich bewaffnen, was mann heiszt, lassen sie sturmmarsch schlagen K. Meisl theatral. quodlibet 3, 131.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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