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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturmlicht bis sturmmannschaft (Bd. 20, Sp. 658 bis 659)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmlicht, n.:

lasz nicht ein sturmlicht den verstand
und einen fluch die kraft erscheinen
A. v. Droste-Hülshoff werke (1879) 3, 180.


 
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sturmlied, n., kriegs-, kampflied oder aufrührerisches lied: jeden bedrohenden kriegsruf, jedes mordheischende sturmlied Fouqué altsächs. bildersaal 4, 287;

sturmlieder hast du kühn gesungen
J. Kerner d. lyr. ged. (1854) 385.

lied, im sturm gesungen: wanderers sturmlied von Göthe;

ein sturmlied singen die matrosen
D. v. Liliencron sämtl. w. 7, 163.

der heutige tag, da der wind sein sturmlied singt Kircheisz weltumsegelung (1928) 3; meeres sturmlied E. Leibl zelt unterm stern (1931) 50. —
 
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stürmlingen, adv., wie jählingen neben jählings: es soll ouch ein jeder christ den blöden, die etwas wänend unrecht syn ..., das nit unrecht ist, vorgeben und nit glych stürmlingen überpochen Zwingli dtsche schr. (1828) 1, 376. —
 
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sturmlinie, f. atmosphärisch: aus dem nordwesten hinter dem vorgebirge zogen sturmwolken hervor und unter ihnen zog sich die tiefblaue sturmlinie quer über das meer J. F. Fries Julius u. Evagoras (1822) 2, 388. linie der anstürmenden truppen: indessen folgte der ersten sturmlinie beinahe auf dem fusz eine zweite Schaffner dechant v. Gottesbüren (1917) 142. —
 
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sturmloch, n., gleich bresche; im 16. u. 17. jh. gebräuchlich; später wird dafür sturmlücke (s. d.) häufiger: fellet in die maure wol auf 24 schch breit von oben herab z einem grossen sturmloch Baumann qu. z. gesch. d. bauernkriegs 769; banckarmbrust, darausz man grosse stein wirfft und sturmlöcher Bech Agricolas bergwerksb. (1621) 9; man sol die festung der stadt bis in das stehende wasser auslegen, damit der feind ... verhindert werde, aus seinen schiffen stiller weise die stadt zu bestürmen, wan er etwan ein stormloch durch einige heimliche springhöhle gemacht Zesen kriegsarbeit (1672) 1, 121; weil aber die belägerten des ... Rhetegones kinder in dem sturmloche an die spitze stellten, liesz Fabius ... vom sturme abblasen Lohenstein Arminius (1689) 1, 892b. —
 
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sturmlos, adj., ruhig, ohne sturm; bildlich: und stürzt mich in die tiefe der bekümmernisz, da ich meine, den sturmlosen trosthafen schon ergriffen zu haben? Buchholtz Herkules (1666) 1, 843;

fällt dann spät und sturmlos einst dir müden,
sanft verbleicht, des lebens blüthe ab
H. Grünig ged. (1836) 78;

[Bd. 20, Sp. 659]


aufruhrlos, gestillt: herzlich freute mich das unternehmen an sich und dies unternehmen von dir! in dieser zeit! — in diesem so sanften, sturmlosen ton Herder 12, 354 S.; die glanzvollen und sturmlosen götter E. M. Arndt 1, 138; eine sturmlose zeit Fr. L. Jahn (1884) 1, 409.
 
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sturmlücke, f., bresche (s. auch sturmloch): wie man in ein statt, die man zum sturm beschossen und in deren vil sturmlucken sind, hineinlauft (1582) Staub-Tobler 3, 1256; die statt beschossen, dermossen ein brätschen oder sturmlucken gemacht (1591) ebda; die verdeutscher greifen das wort auf: man könnte mauerbruch (für 'bresche') sagen, wenn man nicht schon das ganz bequeme wort sturmlücke oder sturmlucke hätte Kinderling reinigkeit (1795) 118; ähnlich Heynatz, Campe; bildlich: der allgemeine wahn, Stilling habe noch einigen hang zur schwärmerei ..., schien bei den kabalisten die schwache seite zu seyn, wohin sie ihre kanonen richten und sturmlücken schieszen müszten Jung-Stilling sämtl. schr. (1835) 1, 379; der protestantismus war ... die erste sturmlücke, welche in die nationale selbstständigkeit dieses volkes geschossen wurde Th. Mundt völkerschau auf reisen (1839) 262; weiter: die verhandlungen und verträge ... haben es so geordnet und gestellt, dasz die grosze französische vertheidigungslinie von Valenciennes bis Bitsch durchbrochen und eine sturmlücke von fünfundvierzig meilen in ihr geöffnet ist Görres ges. schriften 3, 294. —
 
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sturmluft, f., wie 'sturmwind': ein sturmluft den gloggenturn abgeworfen (1674) Staub-Tobler 3, 1160. neuerdings 'sturmbewegte luft': ich schlürfe mit vollen zügen die sturmluft Hailbronner morgenland u. abendland (1841) 3, 63; wie sie (die geschosse) sich polternd durch die gequälte sturmluft drängen! G. Frenssen die brüder (1920) 375; bildlich: die stärkende sturmluft des wettbewerbes um die politische macht R. Sieghart d. letzt. jahrz. einer groszmacht (1932) 85. —
 
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sturmlustig, adj.: sturmlustige möve P. Cornelius lit. werke 1, 88; anders:

ich denke hoher ehren,
sturmlustger jugendzeit
Geibel werke (1888) 3, 90.


 
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sturmmann, m.: zum wehr- und sturmmann wird der mensch selten zu alt und zu kalt Fr. L. Jahn 2, 448; neuerdings ist sturmmann ein dienstgrad in der nationalsozialistischen S.A. (sturmabteilung). —
 
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sturmmannschaft, f.: die nöthige sturmmannschaft Görres ges. schrift. 6, 278. —

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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