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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturmläufer bis sturmlicht (Bd. 20, Sp. 656 bis 658)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmläufer, m., der mann, der den sturm anläuft; militärisch: dieses machet, dasz ... zwischen solchen so nahen bolwerken ... ein sturmleuffer kan bedekt sein Zesen kriegsarbeit (1672) 2, 14; aber hierauf steht zu antworten, dasz, wann sie (die brücken) gleich an stricken gehangen, sie dennoch mit spieszen und stangen haben umgestoszen und dergestalt verkehrt werden können, dasz die römische sturmläuffer übereinander und heraus zur erden hinabfallen müssen Valvasor d. ehre d. herzogthums Crain (1689) 4, 2, 83; bildlich: sollte sie (die jungfrau) sich wohl einem solchen sturmläufer ... ergeben? J. A. Cramer nord. aufseher 3, 101. —
 
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sturmläuferei, f., bildlich: vor allem lieh die 'evangelische kirchenzeitung' jenem autoritätssüchtigen objectivismus und der sturmläuferei wider die union ihre bekannten waffen W. Beyschlag aus d. leben eines frühvollendeten 2, 60. —
 
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sturmlaufspringen, n., eine turnübung, s. Meyers lex.7 11, 1076. —
 
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sturmlaut, adj., laut wie sturm: J. H. Voss sämtl. ged. (1802) 3, 280; Heinsius 4, 914.
 
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sturmläuten, substantivierter infinitiv: und weren die paurn in den veldern und weingartten mit den spieszen und weren umbgeloffen, hab aber nit mögen verkennen, was solch aufrur und sturmleuten gewest sey Thomas v. Absberg 69 lit. ver.; disz war ein grosze niderlag, welcher erschallung die Francken als ein neuw sturmleuten erwegt, dasz sie ausz Merovei anfürung widerumb in Galliam verrucketen C. Wurstisen Pauli Ämilii historien (1572) 1, 4; sturmläuten und trommeln Schiller 3, 142 G.; man hört von fern sturmläuten und getümmel Eichendorff (1864) 4, 308; sodann 'heftiges läuten': auf Emiliens sturmläuten erschien denn auch alsbald Primulas zofe Spielhagen 2, 278; nach einer weile gellte plötzlich das haus von dem fürchterlichen sturmläuten einer tischglocke H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 91; bildlich: um nun die natur von diesem löblichen brauche nicht wieder abzubringen, müssen sie nur alle tage dem ersten rufe derselben hübsch folgen. denn sie dürfen nicht auf das sturmläuten derselben warten Bremser (1806) 67. —
 
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sturmläuter, m., 'qui campanarum sono incolas excitat' Frisch 2, 353; ein sturmluder (a. d. j. 1470) ebda; die zwei oder drei sturmläuter ... erlebten die freude nicht, einen pöbelauflauf zu bewürken J. G. Müller familie Benning (1808) 1, 503.
 
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sturmleiter, f.
1) leiter, die beim sturm zum ersteigen von wall und mauer dient; seit dem 14. jh. belegt: 200 grosser sturmlaittren (1388) bei Lexer 2, 1279; ain wagen mit sturmleitern (1490) bei Fischer schwäb. 1, 1934;

[Bd. 20, Sp. 657]


das gantz heer laufft an mit gewalt
mit sturmlaittern und gwerter handt
H. Sachs 11, 331 lit. ver.;

derhalben solten wir mit standthafften hertzen die sturmleitern anwerffen N. Höniger saracen. gesch. (1580) 89; bereiteten sturmleitern, umb mitternacht die stadt zu ersteigen Binhardus thüring. chron. (1613) 259; wo die brücken und sturmleutern zu legen wären Lohenstein Arminius (1689) 2, 848; den werfe ich über die sturmleiter herunter, dasz er hals und kragen bricht samml. v. schauspielen (1764) 10, 36; das erklettern der brustwehr miszlang ..., weil es an sturmleitern fehlte v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 301; scherzhaft:

im garten bei nacht — das lusthaus ohne wacht —
sturmleitern daran — Cupido führt an
Eichendorff (1864) 3, 417;

gelegentlich im sinne von 'feuerleiter' gebraucht: feuerinstrumenten, als sturmleitern und feuerhacken Hondorff saltzwerk zu Halle (1670) 56; bildlicher gebrauch ist nicht selten: es ist keine einzige seite, kein einziger, noch so verdeckter winkel (der christlichen religion), dem er seine sturmleitern nicht angeworfen Lessing 13, 22 L.-M.; wohl hat Jean Paul die sturmleiter an die mysterien der dichtkunst gestellt B. Goltz ein jugendleben (1852) 1, 117; (sie) legte auch bald die sturmleiter an, um in die bresche, die sie in das herz der zuhörer gesungen, einzudringen Börne (1829) 4, 10.
2) eine strickleiter über der reeling zum besteigen oder verlassen des schiffes, vgl. Bobrik naut. wb. 676; Kluge seemannsspr. 768: er verrichtete mechanisch sein werk und enterte auf der ihm zugeworfenen sturmleiter wieder zu deck Smidt meeresstille (1861) 292; langsam fangen sie an, die sturmleitern, die von seiner (des dampfers) hohen, regenglänzenden eisernen wand herabhängen, hinaufzuklettern Frenssen Klaus Baas (1909) 147.
 
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stürmler, m., dass. wie stürmer 1 a: im wütenden handgemenge und handgranatenkampf, in welchem unsere stürmler meister sind, wird die sich zäh wehrende grabenbesatzung niedergemacht gesch. d. ehem. schützenregiments nr. 6 (1932) 325.
 
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sturmleute, pl., die anstürmenden: traffe Cordoanum dermassen wolgerüst an, das die sturmleuth von pfeiln ... grossen schaden namen Tib. Dreifelder historie des hauses Est (1580) 10a.
 
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stürmlich, adj. (adv.), vom mhd. bis ins 17. jh. belegt, dann durch stürmisch verdrängt.
1) selten und nur bis ins spätmhd. reichend ist die bedeutung vom elementarischen genommen:

daz uns die sturmlîchen ünden
slahen iht ze grunde
Ulrich v. Eschenbach Alex. 14804;

und (gott) sprach uz sturmlichen winde,
daz ist: ingeformten stimmen,
di her sam uz neble swimmen,
als uf dem berge Sinai
got phlac sprechen Moysi Hiob 14038 Karsten.


2) anstürmend, kriegerisch:

die stat er sturmlich gewan Ludwigs kreuzfahrt 174;

ubergeweltigiten ... das stätlin und gewunnens, aber nicht mit stürmlicher gewalt, besunder mit geding Baumann qu. z. gesch. d. bauernkrieges 759; also versag sich Marcellus wol, sie würden am ersten nach ihr gewonheyt mit eynem geschrey und sturmblich kommen, rennen und lauffen bisz an die mawr Carbach Livius 123b.
ein vereinzelter gebrauch ist das folgende: do überobert (beim sturm auf Jerusalem) durch gottes verhengnüs und hilf der obgenant graf Eckhart sein stürmlich ort (vermutlich der ihm zugeteilte abschnitt der auszenbefestigung) wider sein gegenstreiter und mit werlicher handt kam er mit seinem panir ... an die stat ... als aber das ort an der stat gewunnen wart, da vielen die ritter gottes an den streit mit grossen scharen und wurden die porten an der stat geöffnet U. Füetrer bayr. chron. 143 Spiller.
3) erstürmbar, sturmreif: zwey, drey oder vier tage die stad mit fleis beschieszen und wo es halbicht sturmlich

[Bd. 20, Sp. 658]


gemacht wird, von stund darauff gestürmet, dieweil das volck in der erschrecknis ist D. Wintzenberger beschr. einer kriegsordnung (1588) f 4a.
4) zum stürmen (stoszen, kämpfen) tauglich: disz (ein wildes tier in Böhmen) ist wie ein wilder ochsz, mit stürmlichem gehörn S. Franck weltbuch (1534) 49a.
5) aufrührerisch, tumultuarisch: insonderheit erhub sich durch anstellung eines erbarn manns Georg Metzlern ... ein rottirung und zusammenlauffung ausz allen umbligenden ortn, sturmlichen zu hauffen, gleich wie die bienen, wann sie stoszen P. Haarer bawrenkrieg (1625) 11.
6) schon mhd. uneigentlich, 'heftig,' 'stürmisch' u. ä.; häufig mit adverbiellem gebrauch:

diu gewaltærinne Minne
diu was ouch in ir sinne
ein teil ze sturmelîche komen
Gottfried v. Straszburg Tristan 963 R.;

als in sîn muot lêrteund sîn sturmlîcher sin Ortnit 562;

alsbald nun Adolf den Albrecht ansichtig ward, was im so jach, dasz er vor der zeit und gemachter ordnung auff hertzog Albrecht so sturmlich rant, dasz sich der streit zu beden seitten im julio wol ein halben tag verzohe S. Franck Germ. chron. (1539) 204b; do ward die suw grynen und die zen weczen und stiesz den wolff stürmlich in das güssbett Stainhöwel Äsop 216 lit. ver.
 
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sturmlicht, n.:

lasz nicht ein sturmlicht den verstand
und einen fluch die kraft erscheinen
A. v. Droste-Hülshoff werke (1879) 3, 180.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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