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sturmgewiegt bis sturmgottheit (Bd. 20, Sp. 642 bis 644)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmgewiegt, adj.:

es ächzen klagend sturmgewiegte föhren
Gaudy sämtl. w. 1, 181;

die blume stirbt, der felsen ragt,
auf dem sie blühte sturmgewiegt
J. Nordmann ged. (1846) 285.


 
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sturmgewirbel, n.:

fuhr mit heulendem sturmgewirbel zurück in die wolken
über der heerschaar mitte herauf
Fr. v. Sonnenberg Donatoa (1807) 2, 1, 100.


 
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sturmgewitter, n.; in der natur, im 17. und 18. jh. gebräuchlich: unangesehen bei zweihundert schiffe mit getreide im selbigen hafen von starken sturmgewitter untergangen ... seien C. M. Grotniz Tacitus (1657) 659; als hält dieser author dafür, ein solches sturmgewitter werde, samt der eingefangenen feuchten lufft, bis an die tunckle höhe der dünnen und trucknen lufftgegend geführt Er. Francisci d. eröfnete lusthaus (1676) 1105; im königreich Zenga kommt offt das sturmgewitter, so mit vielen blitzen und donnern vermenget ist Männling exoticus curiosus (1717) 284; in jüngerer sprache vornehmlich bildlich und uneigentlich:

o zaudre nicht, im nahen sturmgewitter
das falsch gelenkte steuer zu ergreifen
Göthe 10, 323 W.;

aus des basses sturmgewittern
Lenau 99 Barthel.


 
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sturmgewoge, n., oft uneigentlich: ein freundlich glück im sturmgewog der zeiten G. Keller ges. w. 9, 224; am sturmgewoge dieser brust W. Hertz ges. dicht. 207. —
 
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sturmgewölk, n.: dem sturmgewölke auszuweichen, weil es von fern noch wetterleuchtet A. G. Meiszner Alcibiades (1781) 4, 269; sooft ein weiszes sturmgewölk am himmel heraufzieht Laistner nebelsagen (1879) 272; im bild:

(bild) der zukunft schwebt vor mir, von sturmgewölk umhüllt
v. Ayrenhoff werke 2, 147;

feldflüchtig landvolk — sturmgewölk, das wirbelnd
Bellona vor sich hertreibt durch den wald
Eichendorff (1864) 4, 473.


 
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sturmgewühl, n.:

mein rosz ist wind, mit geiszelhieb
treib ich das sturmgewühl
Heine 2, 226 Elster;

uneigentlich: bekannt mit dem sturmgewühl unruhiger kräfte könte ich dir viele erfahrungen anbieten Bouterwek graf Donamar 2, 102; sie finden musze, zu schreiben und zu dichten mitten im politischen sturmgewühl graf E. Dürkheim erinnerungen 246. —
 
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sturmgezeug, m. und n., im 15. und 16. jh. gebildetes collectiv für sturmzeug (s. d.); ein belagerungsgerät: ind hadden vort mit ... donrebussen ind sturmegezuich, dat slosz mit zu sturmen dtsch. städtechron. 12, 369; darumb so hat das severianisch hör dise statt mit allen krefften gestürmet, indem der statt mauren und zinnen allerlei sturmgezeuge angesetzt, und gantz keinen zug, der zum sturm dient, underlassen H. Boner Herodian (1532) 31a; und fiel ein greulich platzregen, risz alles in hauffen, die waffen, den sturmgezeuge, rosz und menschen G. Nigrinus papist. inquisition (1582) 459; zwischen ermelte thürme stellet er sein stürmgezeug W. Dilich ungar. chron. (1606) 121. —
 
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sturmgleich, adj.:

sturmgleich wütet im vaterlande Heroals sein heer itzt
Fr. v. Sonnenberg Donatoa (1806) 1, 366;

hier über dieser zinne rand,
wo schwindel, sturmgleich, jedes haar emporsträubt
Eichendorff (1864) 4, 512.


 
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sturmglocke, f., glocke, mit der bei feindesgefahr, aufruhr oder feuersnot sturm geläutet wird; seit dem mhd. belegt, heute in fast allen mundarten. gelegentlich auch als verbale bildung stürmglocke.

derselben sturmgloggen schal
jaucht mich mit irem sumpern
Oswald v. Wolkenstein 63, 105 Schatz;

quemet dat me wünne jenige stad edder borch, welk stad denne gewünnen worde, so schüllen hebben de büssenschütten de sturmglogken unde dat upgeslagen pulver, darvan genomen is (um 1460) urk.-buch d. stadt Hildesheim 7, 253; die Eisenacher ... behielten diese (glocke)

[Bd. 20, Sp. 643]


wegen ihres erschrecklichen klanges zur sturmglocken Binhardus thüring. chron. (1613) 162; man hängte sturmglocken auf, legte waffenplätze in den städten an M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 179.
mit typischen verbalen verbindungen, die sturmglocke läuten, (an)schlagen, ziehen, rühren:

man leute die sturmglocken
Heinrich v. Neustadt Apollonius 16873;

sol der vogt die sturengloggen haizzen luten Augsb. stadtb. bei Fischer schwäb. 5, 1933; (die königin) hiez zu stund die sturmglock anschlahen rock Christi (1512) d 4a; wir stunden aber in der feuersnoth, bisz es die gantze dorffschafft erfuhr und drüben die stürmklocke geschlagen ward Prätorius philosophia colus (1662) 21; in allen gassen wird lerm geschlagen, die sturmglocken werden gezogen Schiller 3, 97 G.; sie beschlossen ..., die sturmglocke anzuziehen Ranke s. w. 1, 131; man rührete die sturmglocke Happel akad. roman (1690) 576. über jemanden die sturmglocke läuten, in älterer zeit bei executionen; s. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 415; vgl. auch: darnach ... kam ein solch menig heuschrecken im augst ..., das die von Zürich die sturmglocken uber sie leuten S. Franck chron. Germ. (1538) 210a. häufig auch intransitiv construiert; sturmglocke ist subject: wir sprechin ouch, daz Hennin keyne kuntschaf her ubir gesegin inmak, want he mit ludindir sturmglokkin ... rinninde quam zu dem kirchein (1339) hess. urkundenb. 2, 484 Wysz-Reimer; die sturmglocke läutete Dahlmann gesch. d. franz. revol. (1845) 377; in dem augenblicke fing die sturmglocke an zu schlagen Lichtenberg verm. schr. 2, 105. mit der sturmglocke läuten: als wann er zum neuen auffruhr und mordt, gleich als mit einer stürmglocken leuten ... wollen abgenötigte antwort auff d. gegenbericht D. Jerem. Vietoris (1606) a 2.
reich entwickelt, besonders in jüngerer sprache, ist bildlicher gebrauch; politisch: der vorfall ist so einfach ..., dasz man mir entweder volle genugthuung schaffen oder öffentlich erklären musz, das gesetz sei aufgehoben und eine gewalt an seine stelle getreten, gegen die es keine appellation, als sturmglocken und pflastersteine gebe G. Büchner nachgel. schr. 255; seltsamer weise war es für den monat märz vorbedacht, wo andere lieder zu tönen begannen, bis sie von sturmglocken begleitet worden sind L. A. Frankl erinnerungen 308; desgleichen mit typischen verben: dasz auch etliche ... ihm riethen, diesem gefährlichen feuer, weszwegen ganz Deutschland die sturmglocke zu leuten ursache hätte, nicht ferner zuzusehen Lohenstein Arminius (1689) 2, 1281b; so weit war es nehmlich in Deutschland gekommen, dasz, so bald ein fürst nur einen hauptmann oder einige mann in sold nahm, gleich aller orten lärm geblasen und die sturmglocke angezogen ward M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 5, 374; man ... läutete dann vor schrecken alle sturmglocken über die plötzliche erscheinung der Laidion (einer schrift) Heinse 9, 251 Sch.; sturmglocken, wie sie 'der krieg um den wald' (roman von Hartmann) läutet, hätte Heines hand nicht ziehen, Heines ohr nicht aushalten können F. Kürnberger lit. herzenssachen 237; entfernt ... sturmglocken zu läuten — fordern wir vom andern geschlecht ... nichts, als was wir ... erwarten können Hippel kreuz- u. querzüge 2, 491.
mit übertragung, von einer lärmenden person: unglücklich ist der mann, der eine solche sturmglocke in seinem hause, in seinem zimmer, ja in seinen armen haben und ihr gethöne unaufhörlich ertragen musz Gottsched d. vernünft. tadlerinnen 2, 95; was lärmst du, sturmglock? Klinger jugendwerke 1, 174 Berendt; ähnlich im 16. jh., von der katholischen kirche: die römisch mordglock und sturmglock Fischart binenkorb (1588) 70b.
zusammensetzungen. sturmglockenadjunkt (1514) s. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 415a; -gieszerei: Jean Paul 5, 18 Hempel; -laut: v. Ayrenhoff werke 5, 13; W. Alexis ruhe ist d. erste bürgerpflicht 2, 321; -lied: W. Jordan schaum (1846) 95.

[Bd. 20, Sp. 644]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmgott, m., mythologisch: dasz man schwarze thiere ... den sturmgöttern ... geopfert habe J. H. Voss krit. bl. (1828) 1, 331; dies ist offenbar eine verschrecklichung des sturmgottes, auf die wohl ein schatten des christlichen teufels gefallen ist Ratzel völkerkunde 2, 686. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
sturmgottheit, f., mythologisch: als sturmgottheiten reiten die hexen auf schweinen Laistner nebelsagen (1879) 281. —

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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