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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturmgewand bis sturmglocke (Bd. 20, Sp. 641 bis 642)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmgewand, n., kampfgewand, rüstung; im mhd. sturmgewant, seither öfter in ritterlichem milieu:

und manchen wilden biderman
mit ihrem sturmgewand umbrachten
Morhof unterricht (1682) 349;

dann schritten sie nach entgegengesetzten richtungen das gemach starktönend auf und ab, zu prüfen, wie ihnen die neuen sturmgewande behagten Fouqué zauberring (1812) 1, 82;

die furth sollt ihr suchen hinüber an das land,
dasz wir von hinnen bringen, beides rosz und sturmgewand!
Uhland ged. (1898) 2, 301.


 
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sturmgewehr, n.:

ballisten, tellenons und sturm- und mordgewehr
bringt man auf seinen wink
v. Ayrenhoff werke 2, 9.

[Bd. 20, Sp. 642]



 
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sturmgewiegt, adj.:

es ächzen klagend sturmgewiegte föhren
Gaudy sämtl. w. 1, 181;

die blume stirbt, der felsen ragt,
auf dem sie blühte sturmgewiegt
J. Nordmann ged. (1846) 285.


 
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sturmgewirbel, n.:

fuhr mit heulendem sturmgewirbel zurück in die wolken
über der heerschaar mitte herauf
Fr. v. Sonnenberg Donatoa (1807) 2, 1, 100.


 
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sturmgewitter, n.; in der natur, im 17. und 18. jh. gebräuchlich: unangesehen bei zweihundert schiffe mit getreide im selbigen hafen von starken sturmgewitter untergangen ... seien C. M. Grotniz Tacitus (1657) 659; als hält dieser author dafür, ein solches sturmgewitter werde, samt der eingefangenen feuchten lufft, bis an die tunckle höhe der dünnen und trucknen lufftgegend geführt Er. Francisci d. eröfnete lusthaus (1676) 1105; im königreich Zenga kommt offt das sturmgewitter, so mit vielen blitzen und donnern vermenget ist Männling exoticus curiosus (1717) 284; in jüngerer sprache vornehmlich bildlich und uneigentlich:

o zaudre nicht, im nahen sturmgewitter
das falsch gelenkte steuer zu ergreifen
Göthe 10, 323 W.;

aus des basses sturmgewittern
Lenau 99 Barthel.


 
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sturmgewoge, n., oft uneigentlich: ein freundlich glück im sturmgewog der zeiten G. Keller ges. w. 9, 224; am sturmgewoge dieser brust W. Hertz ges. dicht. 207. —
 
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sturmgewölk, n.: dem sturmgewölke auszuweichen, weil es von fern noch wetterleuchtet A. G. Meiszner Alcibiades (1781) 4, 269; sooft ein weiszes sturmgewölk am himmel heraufzieht Laistner nebelsagen (1879) 272; im bild:

(bild) der zukunft schwebt vor mir, von sturmgewölk umhüllt
v. Ayrenhoff werke 2, 147;

feldflüchtig landvolk — sturmgewölk, das wirbelnd
Bellona vor sich hertreibt durch den wald
Eichendorff (1864) 4, 473.


 
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sturmgewühl, n.:

mein rosz ist wind, mit geiszelhieb
treib ich das sturmgewühl
Heine 2, 226 Elster;

uneigentlich: bekannt mit dem sturmgewühl unruhiger kräfte könte ich dir viele erfahrungen anbieten Bouterwek graf Donamar 2, 102; sie finden musze, zu schreiben und zu dichten mitten im politischen sturmgewühl graf E. Dürkheim erinnerungen 246. —
 
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sturmgezeug, m. und n., im 15. und 16. jh. gebildetes collectiv für sturmzeug (s. d.); ein belagerungsgerät: ind hadden vort mit ... donrebussen ind sturmegezuich, dat slosz mit zu sturmen dtsch. städtechron. 12, 369; darumb so hat das severianisch hör dise statt mit allen krefften gestürmet, indem der statt mauren und zinnen allerlei sturmgezeuge angesetzt, und gantz keinen zug, der zum sturm dient, underlassen H. Boner Herodian (1532) 31a; und fiel ein greulich platzregen, risz alles in hauffen, die waffen, den sturmgezeuge, rosz und menschen G. Nigrinus papist. inquisition (1582) 459; zwischen ermelte thürme stellet er sein stürmgezeug W. Dilich ungar. chron. (1606) 121. —
 
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sturmgleich, adj.:

sturmgleich wütet im vaterlande Heroals sein heer itzt
Fr. v. Sonnenberg Donatoa (1806) 1, 366;

hier über dieser zinne rand,
wo schwindel, sturmgleich, jedes haar emporsträubt
Eichendorff (1864) 4, 512.


 
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sturmglocke, f., glocke, mit der bei feindesgefahr, aufruhr oder feuersnot sturm geläutet wird; seit dem mhd. belegt, heute in fast allen mundarten. gelegentlich auch als verbale bildung stürmglocke.

derselben sturmgloggen schal
jaucht mich mit irem sumpern
Oswald v. Wolkenstein 63, 105 Schatz;

quemet dat me wünne jenige stad edder borch, welk stad denne gewünnen worde, so schüllen hebben de büssenschütten de sturmglogken unde dat upgeslagen pulver, darvan genomen is (um 1460) urk.-buch d. stadt Hildesheim 7, 253; die Eisenacher ... behielten diese (glocke)

[Bd. 20, Sp. 643]


wegen ihres erschrecklichen klanges zur sturmglocken Binhardus thüring. chron. (1613) 162; man hängte sturmglocken auf, legte waffenplätze in den städten an M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 179.
mit typischen verbalen verbindungen, die sturmglocke läuten, (an)schlagen, ziehen, rühren:

man leute die sturmglocken
Heinrich v. Neustadt Apollonius 16873;

sol der vogt die sturengloggen haizzen luten Augsb. stadtb. bei Fischer schwäb. 5, 1933; (die königin) hiez zu stund die sturmglock anschlahen rock Christi (1512) d 4a; wir stunden aber in der feuersnoth, bisz es die gantze dorffschafft erfuhr und drüben die stürmklocke geschlagen ward Prätorius philosophia colus (1662) 21; in allen gassen wird lerm geschlagen, die sturmglocken werden gezogen Schiller 3, 97 G.; sie beschlossen ..., die sturmglocke anzuziehen Ranke s. w. 1, 131; man rührete die sturmglocke Happel akad. roman (1690) 576. über jemanden die sturmglocke läuten, in älterer zeit bei executionen; s. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 415; vgl. auch: darnach ... kam ein solch menig heuschrecken im augst ..., das die von Zürich die sturmglocken uber sie leuten S. Franck chron. Germ. (1538) 210a. häufig auch intransitiv construiert; sturmglocke ist subject: wir sprechin ouch, daz Hennin keyne kuntschaf her ubir gesegin inmak, want he mit ludindir sturmglokkin ... rinninde quam zu dem kirchein (1339) hess. urkundenb. 2, 484 Wysz-Reimer; die sturmglocke läutete Dahlmann gesch. d. franz. revol. (1845) 377; in dem augenblicke fing die sturmglocke an zu schlagen Lichtenberg verm. schr. 2, 105. mit der sturmglocke läuten: als wann er zum neuen auffruhr und mordt, gleich als mit einer stürmglocken leuten ... wollen abgenötigte antwort auff d. gegenbericht D. Jerem. Vietoris (1606) a 2.
reich entwickelt, besonders in jüngerer sprache, ist bildlicher gebrauch; politisch: der vorfall ist so einfach ..., dasz man mir entweder volle genugthuung schaffen oder öffentlich erklären musz, das gesetz sei aufgehoben und eine gewalt an seine stelle getreten, gegen die es keine appellation, als sturmglocken und pflastersteine gebe G. Büchner nachgel. schr. 255; seltsamer weise war es für den monat märz vorbedacht, wo andere lieder zu tönen begannen, bis sie von sturmglocken begleitet worden sind L. A. Frankl erinnerungen 308; desgleichen mit typischen verben: dasz auch etliche ... ihm riethen, diesem gefährlichen feuer, weszwegen ganz Deutschland die sturmglocke zu leuten ursache hätte, nicht ferner zuzusehen Lohenstein Arminius (1689) 2, 1281b; so weit war es nehmlich in Deutschland gekommen, dasz, so bald ein fürst nur einen hauptmann oder einige mann in sold nahm, gleich aller orten lärm geblasen und die sturmglocke angezogen ward M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 5, 374; man ... läutete dann vor schrecken alle sturmglocken über die plötzliche erscheinung der Laidion (einer schrift) Heinse 9, 251 Sch.; sturmglocken, wie sie 'der krieg um den wald' (roman von Hartmann) läutet, hätte Heines hand nicht ziehen, Heines ohr nicht aushalten können F. Kürnberger lit. herzenssachen 237; entfernt ... sturmglocken zu läuten — fordern wir vom andern geschlecht ... nichts, als was wir ... erwarten können Hippel kreuz- u. querzüge 2, 491.
mit übertragung, von einer lärmenden person: unglücklich ist der mann, der eine solche sturmglocke in seinem hause, in seinem zimmer, ja in seinen armen haben und ihr gethöne unaufhörlich ertragen musz Gottsched d. vernünft. tadlerinnen 2, 95; was lärmst du, sturmglock? Klinger jugendwerke 1, 174 Berendt; ähnlich im 16. jh., von der katholischen kirche: die römisch mordglock und sturmglock Fischart binenkorb (1588) 70b.
zusammensetzungen. sturmglockenadjunkt (1514) s. Birlinger schwäb.-augsb. wb. 415a; -gieszerei: Jean Paul 5, 18 Hempel; -laut: v. Ayrenhoff werke 5, 13; W. Alexis ruhe ist d. erste bürgerpflicht 2, 321; -lied: W. Jordan schaum (1846) 95.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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