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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
storp bis störreiszer (Bd. 19, Sp. 421 bis 423)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) storp, storpf, m., skorpion: anlehnung des volksthümlichen schorpe, schorp (th. 9 sp. 1582) an stören (oder an oben sterben?) mit rücksicht auf seine giftige eigenschaft: storpph, scorpio Diefenbach gloss. 520b; und so in Tirol, wo das thier wirklich noch bekannt ist und deshalb das gelehrte skorpion zurückdrängt: storp Frommann zeitschr. 4, 55, s. auch unten storpion.
 
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störpastete, f., pastete von störfleisch Krünitz 174, 549.
 
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storpelfusz, m., zum folgenden: 'stolpernder fusz' (er) taumelend auf schwachen storpelfüszen einher im dorfe ginge Beyer-Matzs lustiger correspondenzgeist (1668) 227.
 
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storpeln, verb., spielform zu oben stolpern (sp. 219): storpeln Albrecht Leipz. ma. 98 und sonst Müller-Fraureuth 2, 567b; westf. Woeste 256b, vgl. auch oben storkeln verb.
 
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störpfanne, f., (in der salzsiederei) besondere sud- pfanne (th. 7 sp. 1615 unter 2) für den störprocesz (Muspratt chemie 6, 644) zu 3stören verb.: der soole in der störpfanne ochsenblut zusetzen vgl. 6, 635; störpfannen werden unmittelbar befeuert 6, 710.
 
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storpion, m., für gewöhnl. skorpion (th. 10, 1 sp. 1325) elsäss. Martin - Lienhart 2, 615a; tirol. als stolprion Frommann zeitschr. 4, 55; in anlehnung an oben stolprian (sp. 230). — übertragen (als schelte) elsäss. e grosze storpion geziert gehende weibsperson Martin-Lienhart 2, 615a.

[Bd. 19, Sp. 422]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) storps, m. , heftiger, aber schnell vorübergehender sturm mit regen oder graupeln; 'windstosz, regen oder hagelschauer'. — neben sturps Müller - Fraureuth 2, 585b; nordböhm. do kommt e sturps und treb'n hut von koppe (ebenda); auch storks in Waldheim-Leisnig (ganz entsprechend stork scorpio Diefenbach gloss. 520b). — vielleicht zu oben storp 'skorpion' mit beziehung auf die dem menschen feindliche macht des im thierkreis wirksamen sternbildes, vgl. dazu die redensart mit einem im skorpion stehen 'ihm feind sein' (skorpion 3: th. 10, 1 sp. 1326).
a) als deminut. 'kleiner schauer':

a anner läb'n is dach in frühlingk,
as wenn der winner ver der tir,
denn gibts oo manchmol nach e sturpschen,
kümmts än doch schun ganz annersch vür quelle bei
Müller-Fraureuth a. a. o.


b) bildlich von einer aufregung: der gräszte sturbs war vorbei vogtländ. quelle (ebenda).
 
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störr, n.(?) m., (im tirol. hüttenwerk) ein masz von kubikfuszinhalt, als masc. bei Krünitz 174, 627; als neutr. Campe, besonders für asche gebraucht, und deshalb wohl zu 1stören, verb., 1 ('soviel bei einem stören des hochofens an asche aus dem feuerloch gerakt wird').
 
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storr, adj. , 'unschmiegsam, emporstarrend, starr, steif' an stelle des gewöhnlichen storrig (zum folgenden storren m. und storren verb. gehörig.im ablautverhältnisz zu starr adj. th. 10, 2 sp. 911): im östl. Erzgebirge als štor Müller-Fraureuth 2, 553a; storre Albrecht Leipz. ma. als storne Meiszen-Groszenhain u. s. Müller-Fraureuth a. a. o.mit umlaut störr (neben störrig, störrisch) caparbio, ostinato, duro, inflessibile Kramer dict. 2, 986b. — auch in der form sturr (sturn) Müller-Fraureuth a. a. o.
1) von struppig emporstarrendem haar: das eigenthümliche der mongolischen race zeigt sich in ... den kurzen, storren, schwarzen haaren Hegel werke 7, 2, 67; dazu storres schwarzes haar; alles häszlich und unheimlich Fontane vor dem sturm 4, 150; adv. (wagen,) die mit zwei kleinen reizenden pferden bespannt sind, meist falben mit schwarzen, storr geschorenen mähnen K. v. Pommer-Esche tagebuch 223.
2) in dem sinne von 'erstarrt, steif' (s. DWB starr th. 10, 2 sp. 911 unter 1): ganz storre vor schreck Müller-Fraureuth 2, 553a; meine hände sin ganz sturrn ebenda. adverb. ich bin storne und steif gefroren ebenda.als ein besonderes bedeutungsspiel storne 'vertrocknet, verharscht, abgestorben' ebenda.
3) noch im widerspiel mit 1: es war Kratzer, Stappenbecks spitz, ... ein häszliches thier, ebenso storr und widerhaarig wie sein herr Fontane vor dem sturm 3, 22, vgl. das sprüchwort sturre haare, sturrer sinn Sanders 3, 1226b. nun 'widerstrebend, widerwillig, halsstarrig': es kann kein maulesel so sturr ... sein, als ein junges oder altes original auf dem dorfe B. Goltz zur physiognomie 183; vgl. sächs. kinder machen sich storrn, richten sich widerstrebend auf Müller - Fraureuth 2, 553a. — doch nun auch mit sittlichem anflug 'stolz, aufrecht': storre dahergehen in stolzer haltung Albrecht Leipz. ma. vgl. mylord! alle meine storre wildheit verläszt mich bei ihnen Klinger theater 2, 331.
4) allgemein 'tölpisch; sich wie ein klotz benehmend': der allerweltsgewandte, flinke knecht wird selten die nachdrücklichkeit und ausdauer mit holzaxt und dreschflegel haben, als ein plumper und sturrer kamerad B. Goltz zur charakteristik 45.
 
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storre (storr), storren,m. , 'baumstumpf; dürrer, emporstarrender ast', ahd. storro, mhd. storre. — schon Frisch (2, 340c) verglich lat. torridus, torrere: — elsäss. storren, store neben sture Martin-Lienhart 2, 611a.
1) storre, ramus vel caudex aridus, qui non plicari potest Frisch 2, 340c; vgl. Buck flurnamen 270. über ein alten storren eins baums (fallen) Pinicianus (1561) 294a; gestern hän mir im wald e par storren umgehauen Martin-Lienhart 2, 611a;

(der esel) in disem wasser ertranck,
in einem tümpfel zugrund sanck,
darinn an eim storren behing
Hans Sachs 17, 332 Keller-Götze.

[Bd. 19, Sp. 423]



a) neben dem häufigeren stock (sp. 11 unter 1): es soll kein stock oder storren über einen schuh hoch gelassen werden Neuburg. forstordn. v. 1690 (Schmeller2 2, 779).
b) seine abständigkeit und dürre wird hervorgehoben: abständige storren und quarn Würzb. quelle (ebenda);

Wigalois der arme man,
der hêt sich ûf gerihtet ...
an einen dürren storren
leinet er sich, biʒ er bequam Wigalois 5795 (und s. die belege unter c).


c) collect. in die storren, wie sie auf einer abgeholzten waldfläche noch im boden stecken, etwa gleich oben über stock und stein (sp. 13 unter 1, a, δ):

hinʒ Ungern in die storren
lâʒ im ein ander wesen gâch
unde in daʒ stûdach
Ottokar 26411 (vgl. auch das entsprechende über stock und über stauden oben sp. 12);


d) im vergleich: saffes bar als einen dürren storren quelle bei Schmeller2 2, 779. dasz alle diese blumen und spröszlinge (gemeint sind die kinder) um mich her welken und verdorren und ich zuletzt als ein alter, kahler storr einsam überbleiben könnte Wieland im briefwechsel mit Merck 1, 401;

(in einem gedränge) sie stunden stille alsam die alten storren.
sie hetten sich verworren dâr gesammet;
die ûʒʒern zû in strebten; so wurdens ouch ie baʒ und baʒ verklammet jüng. Titurel 4053, 2.

die begunden brinnen
als durreʒ holz oder storren
Ottokar 35548.


2) merkwürdig als geräthname, so (elsäss.) der wagenschemel du bingst s leitsel am storren fest Martin-Lienhart 2, 611a.
3) überrest eines zahnes:

welcher do hat ein posen zan,
stock, storren, swie sie sind getan,
und stumpf, die ganz in dem fleisch stan fastnachtspiele 377, 31 (vgl. 795, 2).


4) storre wallach, verschnittener hengst Buck flurnamenb. 250, wie oben sonst stollen (sp. 207 unter 4, a).
5) storren (neben sturren) wie oben schorren (th. 9 sp. 1582) und stollen (oben sp. 208 unter 4, e) bergvorsprung, emporragender fels Buck a. a. o.
6) als ansatz zu der entwicklung unter störrig, elsäss. storren, trotzkopf, dummkopf Martin-Lienhart a. a. o. (s. auch unten storrkopf) vgl. dazu als entsprechung stock, m. (sp. 38 unter 7).
 
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störreiszer, m. (zu stör, acipenser sturio?): und 1/2 m. den storreiszern und dem gesinde im hove geschankt Marienb. tresslerbuch 253 Joachim (oder die vorigen storren auseinander reiszen, zerkleinern?).

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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