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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
störefreud bis störenfeind (Bd. 19, Sp. 385 bis 406)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) störefreud, m., imperat. 'stör die freude' für einen freudenstörer (in anlehnung an engl. trouble-feast? oder nach dem vorgang von unten störenfried): du verdammter störefreud! rief ich für mich dem bauer nach (Gutzkow) unterhaltungen am häuslichen herd (1855) 3, 481. —
 
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störefried, m., s. unten störenfried. —
 
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störeglück, m., imperat. bildung in deutlicher anlehnung an die vorigen: die kleine schwester Ludmillens war der störeglück Laube 11, 134.
 
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störei, n., plur. störeier wie unten störrogen: störeyer, caviarium Nemnich wb. 577; Krünitz 174, 550 zur bereitung von kaviar.
 
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störeisen, n., eisenstange, um damit zu stören (s. dort unter 1), z. b. im feuer Campe; Hoyer-Kreuter 1, 737; Helfft landbaukunst 349; als ob nichts vorgefallen wäre, schritt er auf den kamin zu, lockerte mit dem störeisen das feuer auf Grillparzer werke 13, 198; vgl. ndd. storisen, propugnatorium Diefenbach nov. gl. 306b; als eyn storysern, sagillum 324a (vocab. v. j. 1417); s. auch unten stüreisen.
 
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störeln, verb., s. unten störlen, verb.
 
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stören, verb. , turbare, vexare; interpellare: ahd. stôran neben stôrran (aus *stôrjan = germ. *staurian). dementsprechend mhd. stœren (neben stôren), nhd. stören, mndd. mndl. storen (umgelautet nordfries. stiaren; vgl. afries. tôstêra 'zerstören'). — aus *stôrjan mit dem übergang des j in g nach r gebildet storgen, verb. (s. unten); mittels l-suffix (mit demin. iterativem beisinn) unten störlen, verb.im ablaut zu unserem wort germ. *sturian, ags. styrian 'in bewegung setzen, aufrühren, hetzen' (engl. to stir); anord. styrr 'lärm, getöse' (als bedeutungsvorstufe vgl. ags. gestyr 'bewegung'), dazu das unten besonders behandelte

[Bd. 19, Sp. 386]


stüren, verb. (bei Fischart als steuren). — urspr. sinn '(mit einer stange u. ä.) in etwas stochern, herumstoszen, in bewegung setzen'? die weitere herkunft aber ist dunkel. formelle entsprechung von lat. re-staurare 'wiederherstellen', in-staurare 'in stand setzen', doch schwierig, den übergang der bedeutung zu vermitteln (s. oben störe, f.) — deutlich zu unserm wort gebildet oben stör, f.innerhalb des germ. wohl noch verwandt mit sturm, m.
in nhd. stören, verb. sind unter md.-ndd. einflusz die beiden bildungen (germ. *staurian und *sturian) vielfach zusammengefallen (s. besonders unter 1).
1) (ganz sinnlich) in etwas herumstochern, mit einem werkzeug darin herumfahren u. s. w.: im feuer stören mit einer stange oder sonst, um holz oder kohlen umzuwenden, damit sie besser brennen Campe; Sepherl wandte sich brummend ab und störte im feuer Anzengruber 2, 254; im lichte stören mit der lichtputze oder sonst, damit es heller brenne Campe; in der nase, in den ohren, in den zähnen stören, stuzzicare nel naso, nell' orecchie, ne' denti Kramer dict. 2 (1702), 985a (Adelung; vgl. appenz. i de zähna stora Tobler 412b, dazu die begriffliche berührung mit oben stochern, verb., sp. 7f.).
a) mit hervorhebung des werkzeugs: storent genennt ..., darumb das sy mit dem schnabel im erdtrich storet Gesner-Forer thierbuch 2, 38; dasz er mit einem solchen zahnschaber immerdar im maul zu stöhren lag anm. weiszheit lustgarten 714; sie zog eine nadel aus dem brustlatz und störte damit in der lampe, die den ziemlich groszen raum nur spärlich erhellte Storm 1, 86.
b) verblasster 'darin herumsuchen', wie sonst stöbern, verb. (sp. 4 unter 2, d), doch leicht mit dem beisinn von 'unordnung, verwirrung dabei anrichten': in alten schriften stören Kramer dict. 2 (1702), 985b; in alten papieren Campe; er störte in den kupferstichen J. C. Wetzel Herrmann u. Ulrike (1780) 1, 251; er störte d'rinn. — was ist denn in dem körbchen? Müllner dram. werke 5, 53;

dein thun im sechsten jahr war in den büchern stören
Besser schr. 1, 62;

(ein mann) mit alten lumpen angethan,
der in den totenschädeln störte,
bald einen, bald den andern griff
Pfeffel poet. versuche 3, 19. —

herum: um 8 uhr störte ich in denen charten herum Zinzendorf tagebuch (zs. f. brüdergeschichte 4, 45). — durch unter weiter verdeutlicht: unter den büchern (herum) stören, darunter suchen Adelung ( Campe).
c) in mit dem accus. hebt das angriffsmäszige, feindliche hervor, so in ein wespennest ( Adelung), besonders bildlich 'gegen ein übelstand vorgehen' u. s. w.: über dies wolte auch niemand in der stadt sich wagen, in das wespennest der mörderischen schelme zu stören politischer stockfisch 229; denn du hast mit deinen stachelschriften in das wespennest gestöret Thomasius kl. teutsche schr. (1701) 681; und in welches wespennest würde ich hierbey stören! Nicolai reise 6, 383; ich theilte ihm (G. Merkel) noch einige kleine bemerkungen mit und sagte, wenn sie muth haben in das wespennest zu stören, so ist das brav, aber es kann ihnen ihr vaterland kosten Seume an Gleim (1798) 166; vgl. DWB kaum wurde Paulus solch sectengewebe unter seiner gemeinde gewahr, als er, der ein feind der leeren erkänntnisz war, auch mit gewalt darein stöhrete Zinzendorf gewisser grund geistl. lehre (1714) C 1a.
d) mit bloszem accus. (zugleich im übergang zum folgenden) das feuer stören, damit es besser brennt Campe; götting. grubenh. dat fer stren Schambach 212b; vgl. die besondere entwicklung: haben ein feuer under gestöret, also gemehlich ein zeit braten lassen Luther tischreden 258b, es darunter zum hellen brennen gebracht; (ein knecht, der) das stroh mit händen unter die pfanne werfen, und bey den groszen feuer solches von einander stören müssen Hondorf saltzwerk zu Halle 77; (bildlich:) weil dein name und deines vaters grusz die asche von den kohlen gestört haben Raabe horn von Wanza (Westermanns monatsh. 49, 174). — da sitze ich nun und musz mir die zähne stohren, wenn ich die nachrichten höre, wie meine freunde berühmt werden Leisewitz Julius von Tarent 22 lit. denkm. (wohl unter dem einflusz von stochern, verb. sp. 7);

[Bd. 19, Sp. 387]


(der Spanier) begibt sich oft hungrig zu ruh,
putzet und störet sein zähn,
ob er gleich kein fleisch hat gesehn
Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 404;

(daran denken), wie man mit gefahr ein nest voll wespen stört Lohenstein Ibrahim 103; dieses heiszt ein wespennest stören, welches mit tausend stacheln gewaffnet ist, seinen gegner zu empfangen Schwabe belustigungen 1, 59;

genug! wer wespen stört, kriegt beulen ins gesicht
Canitz gedichte (1727) 92;

vgl.: er wolte das nest stören, und alle bestien drinnen henken Buchholtz Herkuliskus (1665) 44; die zwei ältesten (brüder) wollten ihn (den ameisenhaufen) aufwühlen und sehen, wie die kleinen ameisen in der angst herumkröchen ... aber der dummling sagte 'laszt die tiere in frieden, ich leids nicht, dasz ihr sie stört' brüder Grimm kinder- und hausmärchen 62. — auch: es giebt allerdings sehr zahme schwächliche stille und schweigsame büblein und jünglinge, die ... von einem buche auf das andere fallen und dem vater und lehrer auch kein blumenbeet und keinen apfelbaum stören E. M. Arndt für und an s. lieben Deutschen 3, 251.
e) in der zusammensetzung aufstören (th. 1 sp. 751): die liebe ist ein wahrhaftiges feuer, welches freilich verleschet, wann die verliebten ihr feuer und kohlen nicht alle tage bringen und dasselbe aufstören politischer stockfisch 276. — ausstören (th. 1 sp. 989); vgl. noch: es war ein steinfrommer mann, doch nit gar zu fromm, der ... zog imm landt hin und wider, störet alle scheyszwinckel aus und behulf sich des gemeinen gebäthes, wann er nit daheim bey seinem weib war Lindener katzipori 156; in solche blindheit (gerathen), dasz sie hurerey und unzucht, auszer dem ehestand, für keine sünde halten, stören und kriegen alle stankpfützen und hurnwinkel aus Schaller theologischer herold (1604) 499;

ich hab ihn hie und dort gesucht
in allen kammern in dem haus,
hab alle winkel gestöret aus,
kan ihn nicht finden, besorge sehr,
ob er ins wasser gefallen wer
J. Chryseus hofteuffel (theatr. diabol. 2, 281b);

durchstören (th. 2 sp. 1693), vgl. noch Herder 17, 276; auch durcheinander: da man den schutt durcheinander störte, entdeckte man ein todtengerippe Schiller 4, 248. — untereinander: er (der bär) zertritt ihr (der ameisen) nest, stört untereinander und sammelt dann mit scharfer zunge ein maler Müller 1, 22. — umher:

von einem mönch hab ich oft gehört,
der hab im bettel umbher gestört Ambraser liederbuch 136.

herab (th. 4, 2 sp. 1014). — herunter (sp. 1192). — zu zerstören dort und unten.
2) im erweiterten gebrauch, der sich umschreiben läszt mit 'belästigen, beunruhigen, verwirren, hemmen, hindern, unterbrechen, unterbinden u. s. w.', vielleicht entwickelt aus der bildlichen übertragung von 1 und so 'in unordnung bringen'; doch vgl. auch das ganz anders geartete bild vom aufscheuchen des wildes:

die (ritter) kunden sam die valken vogel storen.
in zu guot und uns zu flust sach man ir tjost von satel manigen boren j. Titurel 3577,

was unten die wendung einen aus etwas stören noch deutlicher macht; so liegen seine wurzeln schon mhd. zu tage. eine verstärkung ist verstören (th. 12, 1 sp. 1772ff. dort auch unter 2 hühner, wild verstören, aufscheuchen, verjagen).
a) mit einem object (mit vorliebe geschöpft aus verhältnissen und zuständen des menschlichen mikrokosmos).
α) die freude stören Kramer dict. 2 (1702), 985a (Frisch 2, 340b);

diu (Eva) uns gap an daʒ ungemach,
daʒs ir schepfære überhôrte
unt unser freude stôrte Parzival 463, 22 (vgl. arm. Heinrich 1222);

seitdem stört wehmuth jede meiner freuden S. Gesner schr. 1, 19 (J. A. Schlegel verm. ged. 1, 24); die freude dieses abends Arnim 1, 346; die marquise lächelte schmerzlich,

[Bd. 19, Sp. 388]


aber sie mochte die freude der tochter nicht stören Eichendorff 3, 344 (Klinger neues theater 1, 9);

die stille freude wollt ihr stören?
laszt mich bei meinem becher wein
Göthe 4, 115 Weim.;

wissen soll die welt es nie,
wie wir uns verehren:
sonst in kurzem würde sie
unsre freuden stören
Miller gedichte (1783) 119;

der gemüthszustand des älteren fräuleins störte dieses ruhige glück Laroche freul. von Sternheim 1, 4; (Göthe 5, 22 Weim.; Schiller 4, 202 geisterseher); das glück unserer ehe Bauernfeld ges. schr. 4, 22;

doch stört dein freyer stand dein wahres glücke nicht
Gottsched ged. 1, 381;

seinen scherz Stoppe Parnasz 423; die glückseligkeit anderer völker Joh. E. Schlegel 3, 329; des lebens seligsten genusz Mildheim. liederbuch 7; die heitre laune H. v. Kleist 1, 343 (zerbr. krug 4); es ist eine sünde, dachte ich, so ein behagen, so ein täuschendes gefühl der kraft zu stören deutsche erzähler d. 18. jahrh. 2 lit. denkm.; unser vergnügen Börne 7, 286; für die frau gab es an dem tage nichts, das im stande gewesen wäre, ihre heiterkeit zu stören Ebner-Eschenbach 4, 342;

lebt er denn, mir jede lust zu stören?
Göthe 9, 25 Weim. (laune d. verl.);

so will ich denn mit sorgfalt meiden,
was meines körpers wohlseyn stört Mildheim. liederb. 92;

doch wenn die töne von dem nahen brausen,
da dränget oft sich in die harmonie
der selbstheit miszlaut — stört des hörers wonne
Collin Regulus 12;

den frieden stören, turbare la pace Kramer dict. 2 (1702), 985a; den allgemeinen frieden stören Bürger 308 Bohtz (Macbeth 4, 6); den frieden der familie Pfeffel pros. versuche 5, 44 (Scherer litteraturgesch. 107); (der presse) thätigkeit darauf gerichtet ist, ... den frieden Deutschlands zu stören Bismarck polit. reden 4, 143; dieser panische schrecken war möglich in einem lande, in dem der frieden generationen hindurch nicht gestört worden war Herm. Grimm Michelangelo 1, 109. in mannigfacher variation: wie ich nun werde zu werk gehen müssen, diese süsze friedliche eintracht der seele mit ihrem leibe zu stören? Schiller 2, 58 (räuber 2, 1);

und stören überall gehorsam, eintracht, frieden
König gedichte (1745) 14;

lieb und gewinnsucht mögen oft genug
die eintracht stören zwischen brüdern
Schiller 6, 174 (Iphigenie in Aulis 2, 4);

älter:

die götter dieser welt
beginnen oft, was gott im himmel nicht gefällt,
was ehr und tugend stört
Lohenstein Ibrahim 9.

und schon mhd.:

der vürsten ebenhêre
stœret des rîches êre.
Freidank 73, 9.

die ruhe stören in starker schillerung der belege: man habe nicht nur auf die versicherung seiner feinde, sondern auch derer zu denken, die es allem ansehen nach werden, und die gemeine ruh stören könnten Lohenstein Arminius 1, 258b; die ruhe von Europa Ranke w. 31/32, 16; vgl.: ich werde sie bei der polizei belangen, weil sie die bürgerliche ruhe stören Freytag 6, 127;

o! wie mancher seufzer störte
meiner nächte sanfte ruh geharnschte Venus 64;

wie bin ich, gnädigster, voll unmuth und verdrusz,
dasz ich heut deine ruh gezwungen stören musz
Göthe 16, 21 Weim. (jahrmarktsfest);

wie fürchterlich ist hier des nachhalls stimme!
ein zehentritt stört seine ruh
Schubart ged. 2, 67 (vgl.
Zachariä poet. schr. 1, 7);

ich will mal schaun aus dem fenster,
wer drunten stört meine ruh.
Heine 1, 106;

und kreuzigt eure brust, dasz ihr nicht so die heilige kirchenruhe stört und plaudert Tieck 2, 6; (er) stört

[Bd. 19, Sp. 389]


die ruh der heiligen, die tausend jahre in ihrem grabe gelegen Görres briefe 3, 174 (Herder 15, 431);

o herr seht zu!
stört nicht der todten tiefe ruh
Schiller 11, 218 (don Juan);

die innere ruhe Lichtenberg aphor. 3, 50 (vgl. Zimmermann über die einsamkeit 1, 183; Herder 5, 178); und stöhret die ruhe nicht, nach welcher meine seele verlanget sammlung v. schauspielen 1, 6; meine gemüthsruhe stöhren Th. Abbt verm. w. 6, 3, 33; trost und ruh Voss gedichte 5, 250;

ein richter in mir selbst stört oft des herzens ruhe
Gellert 2, 95;

lasz der leidenschaften fluth
nicht des herzens ruhe stören
Schubart ged. 1, 105;

es stört diejenige ruhe, welche der verstand bedarf schlesw. literaturbr. 34 lit.-denkm.; meines geistes ruhe Denis lieder Sineds des barden 48. — schlummer: ihren schlummer störten unerträgliche qualen Bürger 252b Bohtz; thut mir leid, ihren süszen schlummer zu stören maler Müller 3, 11; jetzt schleicht euch leise von dannen, dasz ihren schlummer kein laut störe Meisl theatralisches quodlibet 1, 183;

künftger zeiten eitler kummer
stört nicht unsern sanften schlummer;
ehrgeiz hat uns nie besiegt
Brockes ird. vergn. 2, 147 (
Platen 1, 150);

hier flog ein traum vorbey und störte seinen schlummer
Lichtwer Äsop. fabeln 10;

vergib, vergib, geliebter, dem gesange,
der deines schmerzes leisen schlummer stört
Lenau 19 Barthel (
J. J. Schwabe volleingeschancktes tintenfässl 21);

der pflegvater hält mit der arbeit inne, um den schlaf (des kindes) nicht zu stören Göthe 24, 16 Weim.; ein abscheulicher husten störte allen schlaf Moltke schr. 6, 474.
β) die gedanken stören u. s. w.: kein laut stört die durch das gemüth sinkenden gedanken, als etwa der fall einer tannenfrucht oder der kurze schrei eines geiers Stifter 1, 214 (Zäunemännin poet. rosen 612); wie oft, ... wenn der frohe schlag der lerche sein stilles denken störte, hat er damals jenen zauber des frühmorgens erlebt Treitschke hist. u. polit. aufsätze 1, 2;

im dicksten wald bei finstern buchen,
wo niemand meine klage hört,
will ich dein holdes bildnis suchen,
wo niemand mein gedächtnis stört
A. v. Haller trauerode beim absterben seiner geliebten Marianne.

im kreise psychologischer begriffe (Fr. H. Jacobi werke 1, 133): die aufmerksamkeit (in der schule) Göthe IV 30, 107 Weim.; (die) auf mich gerichtete aufmerksamkeit G. Keller 2, 102, sie ablenken. — ich will gute betrachtungen nicht stören Lessing 2, 143 (schatz 4); meine überzeugung nicht stören Göthe 22, 296 Weim.; des freundes zarte meinung 2, 102 Weim.; den angenehmen eindruck 21, 322 Weim.; euer gerechtes gefühl Klinger werke 2, 46;

da ruht das herz, und nichts vermag zu stören
den tiefsten sinn, den sinn ihr zu gehören
Göthe 3, 24 Weim.;

keiner von Danaes ehemaligen verehrern hatte sich erkühnt, ihre einsamkeit zu stören Wieland Agathon 1, 221;

wie kömmt es nun, gelehrter mann,
dasz dein erlangter ruhm im lehren
nicht Amors sanfte regung stören,
nicht Hymens fackel dämpfen kann?
Gottsched gedichte 1, 154 (die alte freundschaft 1, 235);

doch wird es (das stürmen rauher winde) nie in deiner brust
die funken zarter liebe stören 1, 259 (vgl. dazu oben unter 1);

der schöne mund, den man verehrt,
bestrafet, zürnt gelinder,
wird zärtlich, küsst geschwinder,
wann nichts die sichern küsse stört
Hagedorn 3, 166;

blumenkostende biene, warum verlässest du deine
süsze blumen und störst sumsend der liebenden kusz?
Herder 26, 11;

wenn ihr mich liebt und mit mir bleiben wollt,
so schmeichelt meiner trauer, stört sie nicht
Göthe 11, 294 Weim. (Erw. u. Elmire). —

[Bd. 19, Sp. 390]


diese untersuchung zu stören Lichtenberg erkl. der Hogarthischen kupfer 1, 14; die rede stören Herder 3, 270, ihren schönen flusz hindernd unterbrechen; denn sie (solche ausführliche und rückhaltlose mittheilungen) belehren, treiben an und stören doch nicht das zur arbeit nötige gesammeltsein Jacob Grimm gramm. 12 vorr. XIX; das verständnis des gedichtes durch eine bemerkung Döllinger akad. vortr. 1, 109: diese innerlichkeit der ganzen bildung Deutschlands in diesen zeiten bestätigt die geschichte der dichtung vollkommen, obgleich auch hier alles zusammentraf, sie zu stören Gervinius gesch. d. deutsch. dicht. 2, 261; (jenes verdrieszliche klatschen), welches auf bällen so oft die lebhaftesten unterhaltungen stört Moltke schr. 1, 94;

dann stört sein murren nicht der welten lobgesang,
und ewig opfert er mit freuden dir nur dank
N. D. Giseke poet. werke 4;

die schaffende bildkraft der phantasie ertödten und so den naturgenusz stören A. v. Humboldt kosmos 1, 21; den kunstgenusz Nestroy 2, 40; die andacht Shakespeare 1, 128 (Romeo 4, 1); die illusion Moltke schr. 6, 153;

dasz diese fülle der gesichte
der trockne schleicher stören musz!
Göthe 14, 33 Weim. (Faust 1);

meinen vorsatz Ziegler asiat. Banise (1689) 91; Pietsch geb. schr. 58; meine list Gottschedin briefe 3, 220; die weislichst gefaszten anschläge Abr. G. Kästner verm. schr. 1, 4; die absichten des teufels Klinger werke 3, 103; die verfügung des schicksals stören 5, 326; unsere pläne Fontane I 1, 401;

längst verdammte lehren,
die des verhängnüsses ertzfeste schlüsse stören
Lohenstein Ibrahim Sultan 20;

es soll mein schwerd ihn lehren,
wie gern es die belohnt, die meinen endzweck stören theater der Deutschen 3, 244;

jetzt sind wir unter uns, laszt hören,
wie wir den neuen anschlag stören
Schiller 12, 55 (Wallenst. lager 11);

dasz so viel ... traurige frembdlinge eure heilige rathschläge stören Lohenstein Arminius 1, 11b;

ich aber musz nicht hören,
musz wie ein tauber sein, darf ihren rat nicht stören
Fleming ged. 1, 7;

(die überzeugung), dasz gott auf verlangen keine wunder mehr tut, und die ewigen gesetze seiner natur nicht stört Cramer Neseggab 2, 72 (Neukirch gedichte 183, vgl. schon mhd. sîn gebot niht stôren Wernhers Maria 93, 87, ihm zuwiderhandeln);

und keines irrthums trüber schein
kann dein geübtes urtheil stören
Gottsched gedichte 1, 153. —

was würde ich denn gebessert seyn ..., wenn ich schon ihre heyrath mit Catumern stöhrte? Lohenstein Arminius 2, 160b (Anton Ulrich v. Braunschweig Octavia 1, 243; Happel akad. roman 409); die fürstin würgte ihr 'ja' so fein heraus, dasz sich alles umsah, als wäre ein kätzchen so dreist, eine christliche handlung stören zu wollen Hippel kreuz- und querzüge 1, 52 (Herder 3, 16); die vögel ... lamentirten, ohne die einfache würde der erhabenen trauerceremonie (des begräbnisses der Gallina) zu stören Brentano ges. schr. 5, 64; die trauung Schnitzler Anatol 186;

ausgestellt sind rings die wächter;
stören wird die fromme feier
kein verräter, kein verächter
Weber Dreizehnlinden 66;

technisch-wirthschaftlich u. ä.: die arbeit (Reimarus wahrheiten der natürl. religion 327), vgl. hierzu das hier anschlieszende intrans. 2stören (handwerksmäszig) 'auf hausarbeit ausgehen', unten besonders behandelt, welches schwerlich von unserm wort zu trennen ist: handelseifersucht störte dieses so glücklich und grosz gedachte unternehmen Forster schr. 4, 45; schädliche geschöpfe, die alle treu und glauben stöhren und jede tugend verdächtig machen Miller briefw. dreier akad. freunde 1, 134; arbeiterunruhen stören den kredit W. H. Riehl deutsche arbeit 269;

[Bd. 19, Sp. 391]


und er lächelt, entlarvt, und legt auf die lippen den finger:
stille! sie sind nicht verzollt — stört die geschäfte mir nicht!
Mörike 1, 95;

das üble wetter (hat) die Ilmenauer messung gestört Göthe IV 8, 27 Weim.;

doch dem artigen forstmann
dort bei den akten bereits störst du sein stilles konzept
Mörike 1, 209;

(jeder,) der die strenge marschordnung störte Treitschke hist. u. polit. aufsätze 2, 32; — politisch: (laster,) die die wohlfahrt des gemeinen wesens stören Herder 12, 216; wirkungen, welche völker vergiften, die bürgerlichen verhältnisse stören und die sicherheit des staates untergraben können Forster schr. 3, 13;

(möge) das weise bürgerrecht
nie ein falscher fremdling stören! (
Chr. Fel. Weisze) lieder für kinder 56;

auch: ihre häusliche ordnung Göthe 23, 67 Weim.; vgl.:

wüst, schamper wort, anreytzung gyt
und stört gar oft die gten syt,
so man z vast die suwglock schütt
S. Brant narrenschiff 70;

dasz sie diese zusammenkunft, als welche ihrer partey wenig frommen bringen würde, zugleich mit zu stören gesuchet Chemnitz schwedischer krieg 2, 34; unser beisammensein Fontane 7, 70; den zusammenhang zwischen seinen feinden Ranke werke 9, 298;

dein fehlgriff hat den treuen bund gestört,
und nicht den unbestand zur treu bekehrt Shakespeare 1, 233 (sommernachtstraum 3, 2).


γ) der begriff der hinderung (wodurch zugleich der sache ein ende bereitet wird) durch den besondern objectsinhalt hervorgehoben: (hierher?) pflegen die aleten haufenweise ins hohe weite meer z fallen, dasz man keine garn, die den last aufheben, oder denselbigen gengsam stören möchten, vor und ausspannen kan Heyden Plinius (1565) 321; sie stören die verdauung durch anstrengung des kopfs Forster schr. 8, 45; die communion unter beyden gestalten nicht stören M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 4, 129; (versuche,) den bau zu stören Mommsen röm. geschichte 2, 35;

(wenn die wellen) deine lieder dämpfen wollten,
dämpfte Thetis ihren schall;
Thetis, die das sprudeln störte,
wenn sie dich von weiten hörte
Gottsched gedichte 1, 217;

sie wünschen, dasz der tag des vaters misztraun stört theater der Deutschen 6, 4; der gedanke verkümmert die gedankenlosigkeit, und seine unruhe stört die trägheit Hegel 2, 66;

hier ist kein widerstand, der deinen angriff stöhret
Pietsch geb. schr. 10;

ihr habt das morden abgebracht,
das rauben, die gewalt gestöret
Gottsched gedichte 1, 29;

ich sollte, wo du warst, des Sweno aufruhr stöhren
J. E. Schlegel 1, 244 (Canut 2, 5);

sogar:

dringt gleich der schnelle feind auf euch mit ungestüm,
ihr Römer, Cocles weisz derselben schritt zu stören
Chr. Warnecke poetischer versuch (1704) 218.


δ) an den äuszeren vorgang: (den gang einer uhr [Peschel völkerkunde 20 ], einer maschine stören, sie in unordnung bringen [so dasz sie nicht mehr geht], auch den lauf eines menschen: wer stört den ernsten gang, den ich für einen andern vollbringe Arnim 5, 131) knüpft in mannigfacher bildlicher verwendung: indem er diesen lauf stört, bringt er wirkungen hervor, die zunächst von seiner blindheit und unwissenheit abhangen J. J. Engel schr. 1, 30; den lauf der unterhandlungen Ranke werke 1, 333;

o plumpes bürgerholz! fährt auch ein ritter auf:
was stört dein tintenwitz der ahnen heldenlauf?
Neukirch ged. (1744) 118;

oft scheint etwas der dinge lauf zu stören Mildheim. liederb. 84;

alles weg, was deinen lauf stört!
Göthe 6, 23 Weim.

[Bd. 19, Sp. 392]


(Bettine die Günderode 1, 232); nun, ich werde mich hüten, den verlauf zu stören! G. Keller 5, 24; den natürlichen gang der menschlichen entwicklung W. v. Humboldt schr. 1, 239; den einfachen gang der epischen erzählung Gervinus gesch. d. deutschen dicht. 2, 370.
ε) als geflügeltes wort: störe meine kreise nicht! (nach des Archimedes noli, obsecro, istum circulum disturbare Valerius Maximus 8, 7, 7), störe meine zirkel nicht! Schubart ästhetik der tonkunst 151 und darnach: 'wer heiszt dich', sprach ich zu mir selber, 'die friedlichen zirkel der menschen durch dein ungestüm stören'?! leben und gesinnungen 2, 61.
ζ) das gleichgewicht einer wage stören schon durch leichten anstosz; in anlehnung daran: eine angemessene summe zu bestimmen, ohne das gleichgewicht zwischen einnahme und ausgabe zu stören Bismarck polit. reden 3, 4 (G. Keller 3, 33); naturwissenschaftlich du Bois Reymond über die grenzen des naturerkennens (1873) 7; das politische gleichgewicht Ranke werke 31/32, 410;

der leib allein
stört das gleichgewicht der seele
Müllner dram. werke 2, 41 (die schuld 2, 1).


η) eine formelhafte verbindung stiften und stören, stiftsgut zu lehen geben oder entziehen: so ist es doch seither dahin geraten, das vil überzinsherrn solchen (hofzins) als ain grundzins rechnen, stiften und stören die güeter, nemen dritt anlait und andere gföll österr. weistümer 10, 52 (nach 1590); die landsteuer erlögen si dem gottshaus st. Paul, und hat si das gotshaus allein zu stiften und zu stern, das ist die hueben und güeter zu verlaszen, die anlaiten, erungen und sterbrecht einzunehmen 10, 249 (1630).
θ) als übergang zum folgenden: wirf das zeug fort, wenn es dir den magen stört Bismarck an seine braut 445;

so nehm ich dir den hut vom haupte, störe
der locken steife ordnung
H. v. Kleist 1, 143 (fam. Schroffenstein 5, 1);

ja, laszt die zunge schweigen, dasz sie die hand nicht stört
Rückert werke 1, 193;

angstvoll gemurmel glaubt ich jetzt zu hören
und seufzer, die das blut im herzen stören
A. v. Droste-Hülshoff 2, 113.

und so denn auch:

doch was vermag
ihr wallend herz zu stören?
Arnim in trösteinsamkeit 22;

o gott des schicksals! welch ein schönes,
welch ruhiges gemüt hast du gestört
H. v. Kleist 1, 75 (fam. Schroffenstein 3, 1).


b) mit beziehung auf eine person:
α) noch in dem gröberen sinne 'einen aus seiner ruhe aufscheuchen, verfolgen, feindlich behandeln' u. s. w.: er durfte auch nicht befürchten, dasz ihn hier etwan einer von seinen feinden stören möchte Nicolai Seb. Nothanker 1, 73;

kein ungemach dich störe
Spee tugendbuch 147;

drum welt, fort, und was mich störet,
Jesus kömmt! ich bin erhöret
Neukikch gedichte (1744) 66;

niemand betrübe, ärgre oder störe,
zu allem sprich begütigend
Brentano 1, 128;

duldest du erlöser,
dasz nun doch ein böser
geist die mutter stört?
Rückert werke 1, 144.

auch: seitdem, nach dem dreiszigjährigen pfaffenkriege, Leibniz das edle deutsch dringend empfahl, und Luthers verödeten anbau, nach dem kraftvollen Opiz, den die unzeit störte, glücklicher die Haller und Hagedorne entwilderten Voss antisymbolik 2, 71. in deutlicher anlehnung an älteren sprachgebrauch: (der entrückte kaiser Friedrich habe) öffentlich ausgesagt, dasz er noch auf römischer erde gewaltig werden und die pfaffen stören wolle brüder Grimm deutsche sagen 2, 105.
β) im ausgebreiteten gebrauch und in der abgeschwächten bedeutung 'einem eine unterbrechung schaffen, ihn an der

[Bd. 19, Sp. 393]


fortsetzung einer thätigkeit hindern, seine aufmerksamkeit ablenken' u. s. w.: wie er in der besten arbeit, so kommen leute und wird also gestöret Schweinichen denkwürd. 126;

sie reicht dir willig mund und hand,
die herbstluft kann sie gar nicht stören
Gottsched gedichte 1, 258;

des bechers klang soll selten nur,
doch öftrer das geschwätz des bachs der hirtenflur,
uns, kämpfer für die zukunft! stöhren
Gökingk gedichte 3, 159.

einen schlafenden u. s. w.: dasz du mich störest und aufweckest Schaidenraisser Odyssea (1537) 95b; man sagt, der blitz erschlage keinen schlafenden, drum soll man während dem gewitter keinen schlafenden stören Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz 147; dazu die redensart: es soll ihn keine fliege stören Fontane I 2, 73; vgl.:

kein odem wagt den seltnen gast zu stören
Göthe 16, 174 Weim.;

sonst irgend beschäftigten (oft ohne bestimmtere angabe): allein das glück hat mir ein buch zugeworfen, welches mich so gut unterhalten hat, dasz ich wirklich unwillig wurde, so oft mich jemand störte Lavater verm. schr. 1, 97; jedermann spricht leise, um die anwesenden nicht zu stören Archenholz England u. Italien (1785) I 2, 399; (ich) liesz die pferde bei seite führen, um die kinder nicht zu stören Göthe 23, 82 Weim.; der musz mich nicht stören, wenn ich mit dir rede IV 1, 135 Weim. (III 1, 49 Weim.); stöhren sie mich nicht, und lassen mir den hofmarschall in ruhe! Knigge roman meines lebens 1, 254; drohend blickte sie nach den geschwistern hinüber, und rief: 'ihr habt mich gestört! wozu der günstige abend nun! wozu der herrlichen zauberkräuter reiches blühn!' Fouqué zauberring 1, 121;

oder dasz er (Jobs) auf seiner studierstube sasz
und für sich andächtig studierte und las.
aber der artige, liebe junge herre (baron)
bat ausdrücklich, dasz man ihn ja nicht störe
Kortum Jobsiade 3, 52;

nehmt euch in acht, ihr alten! störet
kein liebend paar
Lenz gedichte 86.

passiv: ach! warum musz ich nun gestört werden? Lessing 2, 309 (Sara Sampson [3, 4] beim briefschreiben); die küche so noch am vorsaal — wie würde da bruder Fritz oft gestört werden Caroline 1, 45; das (erfülltsein von musikalischen ideen) erhitzt mir nun die seele, wenn ich nämlich nicht gestört werde Mozart bei O. Jahn 3, 424; und dasz sie nicht so bald gestört werden, dafür will ich auch sorgen. liebende sind gern allein, dasz weisz ich recht gut Deinhardstein dram. w. 1, 23; mein vormittag wird sehr unruhig, und ich werde jeden augenblick gestört Pückler briefw. 3, 137.
γ) die ursache (leicht mit wiederholter wirkung) weiter ausgemalt: schon gestern auf dem dampfschiff fing ich einige zeilen an dich an, aber das schaukeln des fahrzeuges störte mich Moltke schr. 6, 20; das rosz, ... schüttelte den zaum und hieb mit dem fusze an eine baumwurzel, so dasz es ihn (den reiter) störte Laube 2, 4; ich befinde mich sehr wohl; nur zuweilen stört mich ein krächzen Storm 1, 61; wenn er (Mozart) mit dem aufschreiben seiner compositionen beschäftigt war, störte ihn geräusch und unterhaltung um ihn her nicht O. Jahn Mozart 3, 169;

und metall
rauher schall
grellt ins ohr,
wer sie hört
wird gestört
Göthe 2, 27 Weim.;

dich störts nicht, wenn an deiner seite
ich heut ein kränzlein bände gern
Mörike 1, 50.


δ) der begriffliche inhalt weiter abgeschwächt zu einer höflichkeitsformel im gesellschaftlichen verkehr (eine entwicklung, die im 18. jahrh. einsetzt; wiederspiegelung eines sittengeschichtlichen problems). beispiele für das heraustreten aus der vorigen bedeutung: der marquis von A., ein sehr guter freund von mir und der uns nicht im mindesten stören wird Schiller 3, 548 (weibl. rache); ich wollte ihr eben meine verbeugung machen, als sie

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hereintraten. — und gut, dasz sie mich störten! denn was hätte ich ihr sagen können! 14, 192 (parasit 1, 1); (Dorsigny:) liebe nichte, ich habe mit der tante — (fr. v. Mirville:) ich will nicht stören, mein onkel (ab) 14, 139 (neffe als onkel 1, 5); da es aber zum dritten male pochte, fragte Gockel laut: 'wer ist draus?' und es antwortete eine männliche stimme: 'ich bitte allerunterthänigst um verzeihung, herr graf, dass ich so früh störe, aber die eseltreiber lassen mir keine ruhe' Brentano 5, 159; Max, ich wollte deinen streit mit dem ehrenmanne gütlich beilegen und war eben daran, ihn von seinem unrecht zu überzeugen, als ihr uns störtet G. Freytag 2, 48; ungeachtet dieses heiteren daseins nahm ich meine zeit wahr, um mich auf einmal zurückzuziehen, da ich durch mein dableiben weder aufzufallen noch zu stören wünschte G. Keller 3, 211. — und nun in mannigfacher wendung: zürnet nicht, dasz ich euch itzo störe Gottsched deutsche schaubühne 3, 378; wir müssen sie stören Cronegk schr. 1, 48; Louise! komm wir wollen den gnädigen herrn nicht stöhren Gottl. Stephanie d. jüng. lustsp. 172; meine absicht war aber nicht, sie zu stören F. L. Schröder dram. werke 1, 24 (heimliche heirat 2, 14); Therese — bat um verzeihung, dasz sie ihn (Wilhelm) störe Göthe 23, 65 Weim.; verzeihung, schöne herrin, dasz ich noch so spät sie störe! Grabbe werke 1, 341 (Bauernfeld ges. schr. 2, 184); es ist mir äuszerst peinlich, sie zu stören G. Hauptmann einsame menschen 23 (2);

beschäftigt, wie ich seh? ich will nicht stören
Schiller 12, 82 (Piccolomini 1, 4), vgl.
Stolberg 5, 19.

in der höflichen frage: sie sind nachdenklich, liebste gemahlin, darf ich sie stören? Laroche fräul. v. Sternheim 1, 41; so einsam mädchen! darf ich stören? Böhme volksthüml. lieder im 18. u. 19. jahrh. 281; 'stören wir?' 'o, nicht doch,' sagte die gräfin Fontane I 4, 75 (I 5, 74); ich störe? ist der meister nicht zugegen? Schnitzler der grüne kakadu 13, und so immer mehr in dem sinne von 'besuch abstatten' (passiv. gestört werden 'besuch empfangen'): die princess sieht niemand bey sich und stört niemanden Göthe IV 8, 6 Weim.; die frau M. sei sehr unwohl, könne deshalb so früh noch nicht gestört werden, vor 2 uhr niemanden annehmen briefe von u. an Herwegh 78; man wolle die herrschaften heute nicht stören Polenz Grabenhäger 1, 9 (Arnim 1, 135); sogleich sagte sie, dasz sie nicht länger stören wolle Ebner-Eschenbach 1, 167. — auch: logierte ich bey ihm, so war unsere zusammenkunft immer auf meiner stube, weil ich ihn nicht zu stöhren getraute Lichtenberg briefe 2, 224; fast hätte ihr der muth gefehlt, ihren jungen gast zu stören Storm 1, 229.
ε) mit seelischer wirkung von besonderer stärke: dieses unglück unterbrach sein studium und störte ihn auch noch lange nachher Solger nachgel. schr. 1, 155; dieser groszartige mann, sicher in allem, was er schrieb, voll von rath und festem entschlusz vor den dunkelsten textstellen — und jetzt arbeitetete in ihm, was sein ganzes wesen erschütterte. wie durfte dieser mann so gestört werden! G. Freytag 6, 81 (verl. handschr.); sie haben mir da einen brief geschrieben, der mich auszerordentlich aufgeregt hat ... meinen vorgänger würde das nicht gestört haben G. Hauptmann biberpelz 44 (2); auch von einem gesellschaftlichen sammelbegriff: die ganze genossenschaft war gestört und unwillig über die leidenschaftlichkeit Nitzsch deutsche studien 7. — hierher wohl noch: auch sähe ich nicht ein, warum eine heyrath die freundschaftlichen verhältnisse zwingen, euch im geringsten stöhren sollte? Caroline 1, 82.
c) von thieren (vgl. auch die einleit. von 2): das rothbeinige rebhuhn ist in den innern theilen der insel gleichfalls gemein, vermuthlich weil es dort weniger als in anderen gegenden derselben gestört wird Forster schr. 1, 46; halt! halt! rief der fix und fertig, die vögel nicht gestört! die preisen ihren schöpfer brüder Grimm kinder- und hausmärchen 1, 59.
3) weitere syntaktische ausführungen des vorigen:
a) einen aus etwas, wodurch das emporscheuchen, schreckhafte aufjagen u. s. w. weiter ausgemalt wird: wer

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am freytage das kind (verstehe das ruhende) aus der ruhe nimmt und badet, der störet es aus der ruhe J. G. Schmidt die gestriegelte rockenphilosophie 1, 135 (Treuer deutscher Dädalus 1, 269); einen nicht aus heiterer ruhe stören vgl. G. Freytag 7, 413 (verl. handschr.);

der sterne glanz erblaszt, der sonne reges feuer
stört alle wesen aus der ruh
A. v. Haller gedichte 3;

gedenk an Kolin, fleuch und stör
ihn nicht aus seiner ruh
Herder 25, 182;

denn wenn man ihn aus den träumen stört, da ist er so unartig wie ein kind Göthe 17, 84 Weim.; der ruf seiner mutter störte ihn aus gedanken, die ihm eben so neu als angenehm waren A. v. Droste-Hülshoff 2, 276; nachts polterte sie (die spukende magd) im hause herum ... und störte die leute aus dem schlaf brüder Grimm deutsche sagen 1, 95;

kaum entflohen sieben tage, ...
als ihn schon neue stürmerische wünsche
aus dem getümmel seiner freuden störten
Wieland I 1, 386;

still! — ihn stört aus frommer phantasey
ein rauschen neben ihm vorbey
Kretschmann werke 1, 64;

aus ihrem finstern sitze
stört ich die eulen
Müllner dram. werke 3, 202;

hinaus ins dunkel jener eichen!
dort findet sich der alte lauf;
dort stören wir die liederleichen
aus ihren stillen gräbern auf
Lenau 24 Barthel.


b) einen wider einen stören, ihr verhältnisz trüben, und so den einen theil wider den andern hetzen: (der schultheisz) verhatzt und stört den hertzogen wider die von Fryburg, so vast er iemer möchte Tschudi chron. helvetic. 2, 515.
c) in etwas stören:
α) nur vereinzelt als richtungsbestimmter accus.: deines redens ungeachtet, so musz ich doch sehen, wer in meinen hausfrieden stören will Ziegler asiatische Banise (1689) 243; das klatschpack stört in alle verhältnisse und richtet manches unheil an Göthe IV 17, 169 Weim.;

doch wagt es weder alt noch jung
ihm (dem storch) in das nest zu stören 4, 149 Weim.

ganz entsprechend dem unter 1, c weiter dargelegten gebrauch:

verbiete wer was alle wollten,
der hat ins wespennest gestört;
das reich, das sie beschützen sollten,
es liegt geplündert und verheert 15, 12 Weim. (Faust II).


β) gewöhnlich locativ. (noch in deutlicher anlehnung an den gebrauch unter 1): einem stören in etwas, ihm in einer sache eine störung erregen: Winckelmann, den Rom ... so eingenommen hatte, dasz es ihm ... im genusz Neapels störte Justi Winckelmann 1, 162;

nach dem betrübten tag, stört ihm die furcht im schlafe
Cronegk schr. 2, 24;

vgl.: die Nazarener sind, merk ich, schon in bewegung wie ameisen, denen man im haufen stört Göthe IV 28, 170 Weim.aber schon früh einsetzend und nun ausschlieszlich die gestörte person im accus.: einen in seiner ruhe, in seinem schlafe stören (Kramer dict. 2, 985); sie dorften die rundten nicht ... laut ausschreyen, umb die kriegesgebieter nicht im schlafe zu stören Lohenstein Arminius 1, 44b (Henrici ernst. scherzh. u. sat. gedichte 1, 43); ein glas, bruder Martin, wird euch nicht im schlaf stören Göthe 8, 13 Weim.; ein feiner weiszer flor schützte das kind, damit keine fliege es im schlafe störe Ch. v. Schmid ges. schr. 1, 18 (Klinger werke 1, 80; Heine 3, 65 Elster);

begier und lüsternheit nimmt ihr die ruh,
und störet sie so gar bei nacht im schlafe
Ramler fabellese 1, 91;

dasz meine selige frau mich in der ruhe mit meiner zukünftigen stören soll J. Möser 1, 152; er rief seinen wächter laut bei namen, und fragte, als dieser sich aus

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dem schlafe rüttelte, ob ihn vielleicht das singen in seiner ruhe störe? E. T. A. Hoffmann 15, 91;

die thür ist verschlossen, die fenster sein zu.
wer ist der mich störet in der nächtlichen ruh?
Mittler volkslieder 292;

sie (Lady Macbeth) ist nicht so wohl krank, sire, als vielmehr mit schwermüthigen einbildungen geplagt, die sie in ihrer ruhe stören H. L. Wagner theaterstücke (1779) 142 (Gottsched gedichte 1, 190; Schwabe belustigungen 1, 186);

du störst mich nicht in meiner christlichen ruh!
W. Busch der heil. Antonius 56;

ey so lasse man unsere selige jungfrau auch als eine heilige jungfrau dem lam folgen und stöhre sie nicht in ihrer seligkeit J. B. Carpzov leichpredigten (1698) 87; störe er sie nicht in ihrem vergnügen Gottsched deutsche schaubühne 4, 464; in diesem behaglichen zustande hätte mich Herders beyliegendes billet beynahe gestört, der uns, die wir an dieser vorstellungsart freude haben, einer einseitigkeit beschuldigen möchte Göthe IV 10, 203 Weim.

dein bettelhaftes klagen
stört mich im wohlbehagen
U. Hegner ges. schr. 5, 223;

um mich ... in dem genusse meiner seligkeit zu stöhren Bahrdt gesch. s. lebens 1, 174; jeder musz in seiner art genieszen können, jedoch so, dasz keiner auf unkosten eines anderen genieszen oder ihn in seinem eigenthümlichen genusz stören darf G. Büchner nachgel. schr. 58; sie mochte den Hannes ... in seiner freude nicht stören O. Ludwig 2, 343 (Gottsched ged. 1, 366); (spöttischironisch:)

du bist in deiner angenehmen laune,
ich will dich nicht drinn stören
Schiller 13, 190 (jungfrau 1, 2);

niemand störte ihn in diesem treiben G. Keller 6, 135 (im sündigen genusz Bettine dies buch gehört dem könig 1, 65);

es sey ein schutzgeist mir gesandt,
der mich im bösen müsse stören Mildheim. liederb. 69;

jemand in seinen gedanken stören, turbare, disturbare uno ne' suoi pensieri Kramer dict. 2 (1702), 985a; in diesen betrachtungen störten ihn die übrigen ankommenden schauspieler Göthe 22, 182 Weim.; in ihren ruhigen vorstellungen gespräche 1, 22 Biedermann;

ein alter truthahn, den diess schreyn
im denken störte
Ramler fabellese 1, 112;

sich vermessen, die (Deutschen) in ihrer alten gleichgültigkeit im ansehen Miltons zu stören Bodmer crit. poet. schr. 2, 74; den letzten nachmittag hatte ich etwa noch zehen blätter in diesem unvergleichlichen buch zurückzulegen, als mich meine damals gute freundin, die Basilia durch ihren besuch darinnen stöhrte vernünft. tadlerinnen 1, 227; allein ich habe keinen in seinen drey artikeln gestöhrt, ... keinem in seinem thun und lassen einen stein des anstoszes in weg gelegt Hippel lebensläufe 3, 1, 77; kein interesse daran haben, sie in diesem glauben zu stören Müllner dram. w. 8, 117 (in deinen glücklichen träumen Klinger werke 4, 21);

kommt diesem Amor nicht zu nah,
und stört ihn nicht in seinem staunen!
Lessing 1, 18, 71;

ach, freundin, ich habe dich gestört
in deinem verborgenen weinen
Lenau 209 Barthel;

denn wenn man solche fromme, treuhertzige seelen in ihrem kämmerlein stöhrt Lichtenberg nachl. 23 (wie sonst im gebete Ebner-Eschenbach 4, 257; in der ausübung so heiliger pflichten 4, 29); wer berechtigte sie zu dem frevel, sie in ihrer arbeit zu stören Klinger werke 3, 266; einen solchen mann mit einem so weltumfassenden gesichtskreise, musz man nie im flusse der worte stören Immermann werke 1, 11; wollen sies auch verantworten, dasz sie mich in einer schäferstunde gestört haben? Bauernfeld ges. schr. 5, 123;

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und auch
in meiner pflicht solls weiter mich nicht stören
H. v. Kleist 1, 348 (zerbroch. krug 5);

wer diesen (zeit und stunde) voreilt, übereilet sich selbst und stört die natur in ihrer neuen schöpfung Herder 16, 299;

Eugen eilt plötzlich hin, und hält die Franzen auf
und stört den Catinat im siegen
Gottsched gedichte 1, 16;

der Türken sultan macht sich auf,
und will des schnellen wachsthums lauf
von Peters kaiserthron, in seinen erben stören neueste gedichte (1750) 26;

und nichts soll uns den treuen eifer dämpfen,
den selbst der tod nicht in der asche stört 104.

passiv. gewendet: (damit) die mönche nicht in ihrer ruhe gestört werden M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 1, 337; da ich in dem, was von mir verlangt wird und was ich von mir verlangen musz, nicht gestört ward Göthe IV 41, 120 Weim.; um in seiner ruhe nicht gestört zu werden, setzt er (der mensch) das weltall in bewegung F. Th. v Schubert verm. schr. 1, 25; das singen gehört, wie das bethen und arbeiten, zum hausrecht, darin niemand gestört werden kann Aurbacher volksbüchlein 117; (Friedrich) ward darauf in der ausübung seiner befugnisse im reich nicht weiter gestört Ranke werke 1, 38; die kleine patrizierin schien durch die gegenwart dieser werkeltagserscheinung in ihrer idealen stimmung auf eine empfindliche weise gestört zu sein Storm 1, 66; wird der besitzer durch verbotene eigenmacht im besitze gestört, ... bürgerliches gesetzbuch 862, 1.
d) seltener dafür einen an etwas stören, am genusz, an der ausübung einer sache hindern u. s. w.: Ehrenfried ... legte sich in seinem schlafrock auf sein gewöhnlich parade- und ruhebette, umb seinen wehrtesten freund an seiner ruhe nicht zu stören mediz. maulaffe (1719) 23; (die natur hat einige gliedmaszen) von den sinnen weggewendet und verstecket, damit sie denselben durch ihre natürlichen, aber eckelhaften verrichtungen nicht beschwerlich fallen, oder sie an ihrem ergetzen stören mögten Breitinger critische dichtkunst 1, 92; (die) ohne eigenen genusz andere an den süszesten vergnügungen stören Göthe 14, 229; schlafe hier, auf dieser stelle, wenn du kannst ... (Giafar:) was sollte mich daran stören? Klinger werke 5, 311; selten mit dem dativ der person: er blieb unverheyratet, damit ihm nichts an seiner übung im gebete stöhren ... möchte Leipziger avanturieur 1, 17. — mehr local gefärbt bei etwas: oder einen armen bauernkerl bey seiner liebsten zu stören? Gottl. Stephanie d. jüng. lustspiele 21; das heiszt, wenn ich bleiben darf und bei dem vielliebchen nicht störe Fontane I 5, 179. — vereinzelt auch auf etwas: auf ihrer flucht soll man sie nicht stören Raupach dram. werke ernst. gattung 5, 47; denn wir mochten ihn ... auf seinen wegen nicht stören G. Keller 2, 168;

stört sie nicht auf ihren wegen!
muse, geh ihr still entgegen!
Göthe 2, 26 Weim.


e) dafür einem die ruhe, den schlaf stören, turbare, sturbare la quiete (il riposo) il somno di uno; inquietarlo, molestarlo Kramer dict. 2 (1702), 985a; ich will den weibsleuten ihre freude nicht stören Holtei erz. schr. 1, 40 (Kotzebue dram. werke 18, 249 hyperb. esel 1);

was sollte mir in aller welt
mein bischen freude stören?
Overbeck gedichte 74;

vgl. schon mhd.:

si (die frauen) sprechent, daʒ in fröide stœret,
si sîn mê dan halbe verzaget
beidiu lîbes unde guotes,
niemen helfe in hôhes muotes
Walther 45, 2;

er empfienc ouch von mîner hant
daʒ zer wâren liebe hôrte
und uns beiden zwîvel stôrte Parzival 712, 28;

ganz entsprechend: Breteuil vergab es dem cardinal nicht, dasz er ihm ehemals seine bahn gestört, in der Wiener gesandtschaft ihn ausgestochen Dahlmann gesch. d. franz. revolution 101;

[Bd. 19, Sp. 398]


niemand von den tausenden störet noch
dem nachbar seine rechte
Herder 27, 159;

schützend tratst du vor, dasz nicht mich verletzte der zufall
oder der zornige wirth, weil ich das mahl ihm gestört
Göthe 1, 277 Weim.;

und nicht genug, uns diesen weg zu stören ...
dringt sie auch oft in unsern garten ein
Gries Ariost (rasender Roland) 1, 167;

ich will dir stören, bube,
nicht mehr dein kriegrisch spiel
Rückert werke 1, 67;


f) mit weiterer angabe des mittels:
α) durch:

ihr störet billig nun durch grämen eure ruh
Morhof unterricht 2, 294;

und kömt durch süszes lob mir meine ruh zu stören
Neukirch gedichte (1744) 147;

vernehmts denn, kinder! lange verschwieg ichs,
cure selige ruh durch keine wehmut zu stöhren
Klopstock Messias (1780) 150 (5. ges.);

(sie) beseelen sich die ferse, die ruh
der schimmernden mitternacht
durch die freuden des gewagteren laufs
zu stören oden 1, 225;

ja, du suchst unsre freud durch undank noch zu stören Hafner lustspiele 1, 162; nicht durch ein widriges sinnliches bild des todes wollen wir unsere betrachtungen stören Schleiermacher II 4, 16; er hielt die angebotene ... verwandtschaft für eine so hohe ehre, das er bedenken trug, sie durch seinen widerspruch zu stören Ranke werke 1, 256; die vornehmeren ... waren durch das strenge strafexempel genugsam geschreckt, um nicht wieder durch ihre engherzigen ... besorgnisse die pläne des königs zu stören Droysen Alexander d. gr. (1833) 298; (ein betrunkener hirtenbauer,) welcher die unterhaltung jeden augenblick durch ungeschickte reden stören wollte L. Steub drei sommer in Tirol 1, 186;

die eintracht sah der zwietracht gleich:
sie störten beyde (Luther und Melanchthon) Babels reich,
theils durch gewalt, theils durch ein kluges weichen
Gottsched gedichte 1, 297;

zwar sein nachbar Traugott kömmt, aus erfahrung ihn zu lehren,
nicht durch eile noch gewalt ordnung und natur zu stöhren
Hagedorn poet. w. 2, 26;

stöhrt durch falschen unterricht
eurer kinder neigung nicht
Lichtwer Äsopische fabeln 64.

passivisch: obgleich ihre (der menschen) gemüthsruhe, wenn sie alles zukünftige wissen solten, ziemlicher maszen hierdurch gestöhret werden würde Fleming teutscher soldat (1726) 35; man weisz nicht, wodurch der reine feste eindruck (eines kopfes nach Raphael) gestört wird Lavater physiogn. fragm. 1, 200; (ich möchte das theater) oft verwünschen, da meine häusliche ruhe durch deine unmäszige leidenschaft zu diesem vergnügen gestört wird Göthe 21, 7 Weim; (da) durch böse zungen mein gutes verhältnisz gestört worden war 43, 278 Weim.; der beste reiseplan wird durch einen albernen zufall gestört IV 23, 187 Weim.; die ehrwürdigen priester, die dafür sorgten, dasz ... der alte inconsequente helldunkle glaube der fantasie durch kein räsonnement gestört würde Voss antisymbolik 110; das glück der gesellschaft wird eben so sehr durch torheit als durch verbrechen und laster gestört Schiller 3, 517 (was wirkt die bühne); mein hauptzwek ward häufig durch andere aufträge gestört K. L. v. Haller restaur. d. staatswiss. 1, xxxii; kein unterschied darf hier für sich einseitig hervortreten, weil dadurch die übereinstimmung gestört wird Hegel 10, 1, 181 (Chr. Wolff von der menschen thun u. lassen 11); korallenfischerei, die ... oft durch die Korsaren gestört wird Ritter erdkunde 1, 912; diese verbindung (des inneren mit der küste) ist aber schon längst durch kriege gestört worden 1, 159; ein freundschaftsbündnis, das nie und durch nichts gestört ward Kerner bilderbuch (1849) 46; versichert, dasz ihr eigner friede dadurch nicht werde gestört werden, beschlossen sie, alle in ihren bund aufzunehmen, die darum nachsuchen (würden) Ranke werke

[Bd. 19, Sp. 399]


4, 56 (M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 3, 92); damit die intime allianz der beiden monarchien ... durch keinen zwischenfall gestört werden möge Ranke werke 31/32, 107; bei einem morgenbesuche fand ich ihn vor einem tische stehend, auf welchem seine wohlverdienten ... orden ausgebreitet lagen, deren herkömmliche ordnung auf der brust durch die eben erfolgte verleihung eines neuen sterns gestört war Bismarck gedank. u. erinnerungen 1, 100; sein verkehr mit Elisabeth wurde dadurch (durch die kameradschaft mit knaben) nicht gestört Storm 1, 7; das freundschaftliche verhältnisz zwischen den beiden angehenden studenten (wurde) kaum noch durch einen miszton gestört Raabe hungerpastor 1, 202; dasz ihm manche nachtruhe durch jene unheimlichen muschelhornklänge gestört worden sei Peschel völkerkunde 277;

das ohr wird durch das herz, diesz durch den mund gestöret
Neukirch ged. 218.

(von personen:) die weiber haben auszerdem zeit, das glück und unglück des ehestandes zu empfinden, der mann wird hierdurch gestöhret Hippel über die ehe 173; (die schreibart würde) noch mehr vergnügen gewähren, wenn man nicht öfters durch nachlässigkeiten gestört würde Göthe 40, 254 Weim.; das beste ist, dasz ich mich leidlich befinde und durch kein körperliches übel gestört werde IV 42, 127 Weim.; alle übrige zeit konnte ich nach lust studieren, und wurde nur durch kleine nebenämter ... aber nicht bedeutend gestört Jac. Grimm kl. schr. 1, 14 (Savigny vom beruf unserer zeit für gesetzg. u. recht 122). — in der weiteren vermischung mit oben (3) c: wenn ich die wochen her fast täglich nach Jena abzugehen hoffte und immer wieder durch neue hindernisse in meinem löblichen vorsatze gestört worden bin Göthe IV 31, 199 Weim.; ein solcher (märchenstoff) müsse aber in der schlichtheit, die seinen reiz bilde, nicht durch pracht des ausdrucks gestört werden Fontane 7, 81; ... als er durch ein heftiges pochen am hausthore in seinem vorsatze gestört wurde Ebner - Eschenbach 4, 25.
β) mit berücksichtigt mehr das zu grunde liegende bild ('mit einer stange' u. dgl.), tritt aber nhd. gegenüber durch sehr merklich zurück: nichts destoweniger ... wäre er nicht gemeint, mit seinen bedencken des mehrern theils schlusz zu stören Lohenstein Arminius 1, 27a; denn er sah den kindlichen gram über die entflogenen (gestorbenen) eltern für zu fromm und ehrwürdig an, als dasz er ihn mit den wünschen seines herzenz hätte stören mögen Jean Paul jubelsenior 28; (es wagen,) die volksversammlungen mit gewalt zu stören Niebuhr röm. gesch. 1, 382; zudem stört uns auch der schulmeister nicht mit seiner einfältigen, höhnischen miene Immermann werke 1, 102; man ... störte mich nicht weiter mit fragen Gaudy 4, 91; Polzin, der mit seiner klapperei die horcherscene nicht stören wollte Fontane I 5, 41;

zu lange, sprachen sie, hat schon der wahn gewähret,
mit dem der arme mensch sich seine wohlfahrt störet
Drollinger gedichte 50;

wie wird der nicht beschimpft! wie wird der nicht entehret?
wenn man den himmel selbst mit kecken wünschen störet
Schönaich im neuesten a. d. anmuthigen gelehrsamkeit 2, 119;

waldsirene, du wagst mich im gesange mit
süszem necken zu stören oft
Herder 27, 83;

unser gnädiger fürst
kann kaum ein atemholen ruhig sein,
dasz ihr ihn nicht mit wüsten klagen stört
(but you must trouble him with lewd complaints) Shakespeare 3, 153 (Richard III 1, 3);

euer leben
nicht mit solchem muthwill störet
Arnim in trösteinsamkeit 22;

vgl. schon mhd.:

mit freuden si dô stôrten
ir vil jæmerlîche tage,
die si mit riuweclîcher klage
heten gehabt wol zehen jâr Wigalois 9331.


γ) von in der verbindung mit dem passiv (und auch die verwendung unter 4: sich von etwas stören lassen): allwo ich nicht von reden gestöret würde Chr. Reuter Schelmuffsky 45 neudr. (vollst. ausg.); (eine bewegung,) die von äuszerlichen ursachen gestöret wird Kästner verm. schr. 1, 3; er (Jupiter) ward, da er bei der Rhea schlief,

[Bd. 19, Sp. 400]


von Haliakmon ... in seiner schäferstunde gestört Herder 3, 109; (in den zeiten,) da der uralte morgenländer ... noch von keinem gedanken an gegenfüszler und planetenwelten gestört, seinen gott auf dem thron dieses himmels suchte 6, 4; zu dem ende gab er wohl acht ..., dasz er ... von keinem unzeitigen spielgesellen, oder von anderm lärmen gestört wurde Lenz ges. schr. 3, 130;

von keinen kleinigkeiten
wird unser bund gestört
Göthe 1, 117 Weim.


4) entsprechenden begriffen nebengeordnet: darumb weeret und störet er (der teufel) wie er imer kan, das man ja nicht dazu (zum gebet) kome Luther 32, 491 Weim.; das er seinen gesellen und bundtgenossen in seinem reden nit störet oder hindert, hett er geschwigen Carbach Livius 235; bald aber folget auf ihren (der wollust) genusz die tiefste traurigkeit, die den geist, wenn nicht fesselt, so doch störet und stumpf macht Herder 16, 426; man könnte sichs wirklich zur sünde rechnen, die selige überzeugung der Newtonischen schule, ja überhaupt die himmlische ruhe der ganzen halb unterrichteten welt in und an dem credit dieser schule zu stören und in unbehaglichkeit zu setzen Göthe II 2, 19 Weim.; (kleine risse,) die aber den genusz, wenn man sich dem bilde nähert, unterbrechen und stören IV 37, 38 Weim.; dieses suchen nach endursachen ... stört und verfälscht alle freie ansicht des eigenthümlichen willens der kräfte W. v. Humboldt werke 4, 46; geistige schönheit wird nothwendig durch den körper gestört und aufgehoben Solger vorlesungen üb. ästhetik 80; wer sie (die alphabet. folge im wörterb.) heute nicht handhabt, sondern aufhebt und stört, ... Jac. Grimm vorr. z. wb. xi; (das wörterbuch,) dessen ganze ordnung fast an jeder stelle durch das beibehalten der unter uns hergebrachten orthographie sichtbar gestört und getrübt werden muszte viii (vgl. auch sp. xv). — neben irren, verb. (th. 4, 2 sp. 2164 unter 5):

die gleiche gegenwart, die nichtes stört noch irret,
kein uberlauf verstellt, kein ungemach verwirret
Heräus ged. (1721) 119 (vgl.
Lessing 3, 121 Nathan 4, 3).

doch in der wirkung unterschieden: in so abgeschlossenen, bestimmten naturen ... ist eine erhöhte reizbarkeit nur allzu gewöhnlich; sie sind in ihrem gange nicht zu irren, aber desto eher zu stören Gervinus gesch. d. deutschen dichtung 5, 62. — gegensätzlich: (kritiker,) die ihn in seiner arbeit nicht so wol stören als aufmuntern Jean Paul grönländische processe 1, 58.
5) sich nicht stören lassen und weiter ausgeführt (auf grund von 3): ein trompeter, der bey einem prächtigen einzuge bläst, ist weit entfernt, sich stören zu lassen Joh. E. Schlegel werke 3, 495 (Liselotte 6, 310; insel Felsenburg 27 neudr.); lassen sie sich nicht stören, reden sie nur weiter Lessing 2, 92 (freigeist 3, 8); so gähnt denn, liebe herren, ... und laszt euch nicht stören Göthe 45, 116 Weim. (21, 218 Weim.); so ist er (Göthe) dennoch gefaszt wie immer und betrachtet das treiben der ärzte, als wären es experimente, die sie an einem fremden machen. 'probirt nur immer!' sagt er, 'der tod steht in allen ecken und breitet seine arme nach mir aus, aber laszt euch nicht stören!' gespräche 4, 211 Biedermann;

du magst an dir das falsche nähren,
allein wir lassen uns nicht stören;
du kannst uns loben, kannst uns schelten,
wir lassen es nicht für das rechte gelten
Göthe 2, 238 Weim.

entsprechend 3, c: mein vater, der sich in seinem gebete nicht hätte stören lassen, wenns eingeschlagen hätte Hippel lebensläufe 1, 127; ich liesz mich aber in nichts stören Göthe 19, 140 Weim.;

eilt zu bette, werthes paar!
laszt euch in der lust nicht stören
Gottsched ged. 1, 277;

so läszt sich ein gebirg in fester ruh nicht stören,
wenn wälder ohne zahl auf seinem haupt sich mehren
Göthe 16, 21 Weim. (jahrmarktsfest);

doch ihr, ihr schreibeseligen knaben,
laszt euch nicht stören in eurer ruh,
schont eurer hände nicht, schreibet zu!
Blumauer gedichte 127.

[Bd. 19, Sp. 401]


entsprechend 3, d: ein Schwab läszt sich die fastnacht nicht stören Scheffel werke 3, 40. — entsprechend 3, f. α: lassen sie sich durch nichts in ihrer freude zu Magdeburg stören Gleim briefw. 1, 154 (Görres briefe 3, 56); lasset euch nicht durch das verführerische beyspiel jener sonderlinge stören Mayr päckchen satiren 82; zeiget ... allen bewohnern unseres schlosses an, sie möchten sich durch kein geräusch in ihrem abendgebete stören lassen Brentano ges. schr. 5, 31; doch der gatte fuhr (in seiner rede) fort, ohne sich durch den ausruf (seiner frau) stören zu lassen Raabe Horacker 80;

(die Venezianer) ein frohes völkchen lieber müsziggänger,
es schwärmt umher, es läszt durch nichts sich stören
und stört auch niemals einen grillenfänger
Platen 1, 137.

entsprechend 3, f. γ: Faust liesz sich noch nicht von seinen finstern betrachtungen im genusse des lebens stören Klinger werke 3, 188; ohne sich von Dankmars leichterer auffassung stören zu lassen Gutzkow ritter vom geist 1, 62.
a) das die störung bewirkende im bloszen accus.: lass ... keinen traurigen gedanken dich stören maler Müller 1, 54; keine übung der pilgerfrömmigkeit, die er nicht ... andächtig vollzogen hätte; er liesz sich die leichtfertigkeiten andrer priester darin nicht stören Ranke werke 1, 200; keinen widerspruch liesz er sich darin stören, keine berufung auf rechte, die er allerdings dadurch verletzte 38, 36 (Philipp II in seinem vorgehen gegen die Niederlande); auch: er liesz es sich nicht stören, wenn es ihm, trotz der dienste, die er geleistet, bei hofe zuweilen recht schlecht ging 2, 272; während Charlotte so kräftig und treu schmerz und zweifel besiegte, und es sich nicht stören liesz, dasz sie von Ernst keine nachricht bekam, hatte dieser ... einen trost gefunden Chezy erzählungen 1, 88;

mein sohn, bist du wie ich, so geh den weg in ehren,
und lasz dir nichts den muth zum königsthrone stören
Neukirch ged. (1744) 114;

vgl. für das zustandekommen dieser construction noch:

lasz kein feuer der leidenschaft mich im überlegen stören
Brockes ird. vergnügen 4, 488;

mein kind, nichts soll der liebe wehren,
die ich dir weih,
lasz sie nur keinen zweifel stören
ob meiner treu!
E. v. Kleist werke 1, 76 Sauer.


b) auf eine innerlichere weise ausgedrückt: keine sprache war aller entfaltungen der laute mächtig, und den beiseite liegenden weicht sie aus, weil sie sich dadurch gestört empfindet Jac. Grimm vorr. z. wb. xxvi; warum ... Göthe an den groszen schicksalen Deutschlands keinen theil nahm, sich durch sie unangenehm in seinen poetischen träumen gestört fühlte Moltke ges. schr. 2, 204; stimmung, in der sie sich ... ungern gestört fühlte Fontane I 4, 239.
6) einfaches sich stören: mit phlegma schreibt sichs keine satyren gegen phlegma, darin besteht eben seine natur, dasz es sich nicht selbst stört Lichtenberg aphor. 3, 162; ich hiesz ihn gar nicht sich stören Göthe III 1, 10 Weim.; stöhren sie sich nicht, mein herr, erröthen sie nicht, fräulein! Klinger neues theater 2, 280; (alle unzähligen erscheinungen und zustände könnten) in der unendlichen zeit, ohne sich zu stören, aufeinander folgen Schopenhauer werke 1, 40; unter den deutschen dichtern war Schiller am meisten in gefahr, durch doppelhandlungen sich zu stören G. Freytag 14, 42. sogar entsprechend 3, c:

wenn Rom den Marius verehrt,
der, da des sohnes asche lodert,
weil ihn die pflicht aufs rathhaus fodert,
sich nicht in seinen ämtern stört
Gottsched gedichte 1, 120.


7) dieser reflex. gebrauch scheint hauptsächlich für unser wort der neuen bedeutung 'anstosz nehmen' die wege geebnet zu haben, vgl. im zusammenhang mit 5 noch: weszwegen Apollo nacht um sich geworfen? hat der dichter nicht zeit zu sagen, er läszt es erraten, es war ein fremder zug in seinem gemälde hier, an die zu denken,

[Bd. 19, Sp. 402]


die er jetzt, mit nacht umdeckt, vorbei strich: er störet sich nicht im bilde des gehenden gottes Herder 3, 131. — besonders in der wendung sich an etwas stören, in deutlicher anlehnung an sich an etwas stoszen (s. unten) im kreise von anstosz (th. 1 sp. 486): niemand störte sich daran als nur ... Göthe gespräche 1, 16 Biedermann; der junge man musz sich nicht an dem ernsten gesicht des geschäftsmanns stören Klinger werke 4, 84 (vgl. theater 4, 119); er störe sich nicht an mir Brentano ges. schr. 4, 228 (vgl. Valeria 15 lit.-denkm.);

haus ich nächtlich in kapellen,
stört sich kein gespenst an mir,
weil sich wandrer gern gesellen,
denn auch ich bin nicht von hier ges. schr. 2, 385;

Douglas: um gott mylord, welch gläsern geller laut?
es fängt zu singen an, das stumme bild —
Mac Gregor: stört euch nicht dran
Heine 2, 313 Elster.

im zurückgehen auf 5: allein die geküssete Syrene stöhrete sich an diese schwesterliche predig so wenig, dasz ... Lindenborn Diogenes 1, 628; nun wollten zwar die frauen schelten, aber sie störte sich nicht daran Kügelgen erinnerungen eines alten mannes 49.
8) einfaches stören nun auch in der (abgeschwächten) bedeutung 'anstosz erregen' u. s. w.: was ist nun, das uns bei dieser erzählung störe? Herder 19, 102 (vgl. 5, 36); bei oratorien und concerten stört uns immer die gestalt des musicus Göthe 23, 202 Weim.; nichts stört mehr in einer historischen darstellung als rhetorische seitenblicke und nutzanwendungen Fr. Schlegel im Athenäum 1, 2, 60; in der begeisterung des poetischen witzes schadet und stört es nicht, wenn die täuschung scheinbar vernichtet wird werke 4, 34; freilich ... stört nichts so sehr, als eine schwankende mischung von sparsamkeit und unerfreulicher verschwendung Tieck 4, 68; mich störte es, dasz der diener vor der thür lag Bettine die Günderode 1, 54; doch soll diese auch sonst obwaltende abweichung uns hier nicht stören Jac. Grimm kl. schr. 3, 106; alles, was dich an ihm stört, seine veränderte stimmung so wie die bittre seiner frau, ... A. v. Droste-Hülshoff briefe an Schücking 207; bald störte mich die krankheit, die Hugos unerklärliches benehmen vermehrt Holtei erz. schr. 2, 15; sowie tragische notwendigkeit vorhanden ist, stört selbst das komische nicht O. Ludwig 5, 414; eine grosze niedergeschlagenheit beschlich mich, welche Meierlein durchaus nicht zu stören schien G. Keller 1, 146;

das stör dich nicht,
was der im rausche sagt
Fouqué held des nordens 2, 64;

und nichts zu finden ist darin,
um einen narrn zu stören
Rückert werke 3, 53;

vgl. die stärkere berührung mit 2: was ich von den mädchen hörte, stört mich Brentano ges. schr. 7, 175; zuweilen störten ihn noch die theologischen begriffe, die er von den universitäten mitgebracht, aber bald faszte er den entschlusz, ... die meinung gottes aus dessen lauterem ... wort zu lernen Ranke werke 3, 42.
9) 'hindern, verhindern, abhalten' u. s. w. in der wendung eines stört einen, etwas zu thun: einige metaphysiker störeten mich, mehr zu hören Dusch schr. 169; es war alles still; nichts störte mich, mit Tristan und Isote die meerfahrt zu beginnen Storm 1, 46;

sprich, giebt es in der welt noch mehr erhabne seelen, ...
die nicht das vorurtheil des alten stammes stört,
der einsicht sich zu weihn
Gottsched neueste gedichte 114.


10) in dem stärkeren sinne von unten verstören (th. 12, 1 sp. 1772 unter 1 und nun veraltet) und besonders zerstören (deutlich zunächst 'mit hülfe von brechstangen u. ä. werkzeugen etwas auseinanderbringen').
a) durch zusammenstellung mit entsprechenden begriffen verdeutlicht: daʒ gebou sol man auʒ dem grunde brechen unde stœren Wiener handfeste 293 (Müller-Zarncke 2, 2, 660a); sint der ziit, daʒ di selbe mole gestorit unde firbrant wart hessisches urkundenb. I 2, 619 Wyss (z. jhr. 1356); das ist nun geschen, das got die sinagog tz Jerusalem

[Bd. 19, Sp. 403]


tz grundt und poden gestört hat und angetzundet Luther 10, 3, 412 Weim.; es gewann ouch hertzog Albrecht vil burg, die er stört und schädiget alle Äg. Tschudi chron. helvet. 1, 211; dieser ursachen halben ist er (der weingarten) gestört und ausgerissen worden Äg. Albertinus hirnschleifer (1664) 172;

er (der pabst) giht 'ich hân zwên Almân under eine krône brâht,
daʒ siʒ rîche sulen stœren unde wasten
Walther 34, 8 (vgl. 10, 23);

von israhelscher diet ein man,
des nieman sich erweren kan.
wer setzen sich gen im getar,
den strt er und zerfrt in gar
Mone schausp. 1, 144.


übertragen, bildlich: durch welche vertrawliche zusammensetzung, deren sich der feind, auszer allen zweifel nicht versehe, dessen gantzes vorhaben würde gestöret und zerrissen werden Chemnitz schwedischer krieg 2, 339; (vertheidigungsgründe,) die ihm erlauben, ihr glück zu stören, zu rauben Iffland theatr. werke 1, 12.
b) ohne solche weiter erläuternde zusammenstellung: do Scipio gewanne und stort Carthaginem in Africa, da ward er genannt Africanus Heinr. v. Müglin Valerius Maximus 31b; so was es doch ungerecht, das man die schiff stören solt 87b; und meinet die statt von grund zu stören 99b; wer dies grabmahl stöhrt, soll die seinigen all überleben Hippel lebensläufe 3, 1, 35;

dô stôrte man diu goteshûs
Walther 9, 34;

verschmähtes was der theuren ehre!
man stöhret deines ruhms altäre
Schwabe belustigungen 1, 44;

wenn er die bauern quält, mit seinem jagdhund spielt,
die schlausten füchse prellt, die vogelnester stöhret
Löwen schriften 1, 59;

könig Jarbas zog von dannen,
störte nicht Karthagos bau
Platen 1, 19;

noch minder störe der dichter sein eigen werk, indem er uns mitten im traum aufrüttelt Herder 23, 295.
c) neben zerstören: angenehm ist, was unser sinn gern annimmt, ... unangenehm, ... was, seiner organisation nicht gemäsz, ihn stöhrt oder zerstöhrt Herder 22, 27; wie wenig der zufall das menschliche leben beherrscht, so oft er auch störend und zerstörend in dasselbe eingreift Justi Winckelmann 1, 186; im widerstreit zu vernichten (und deutlich schwächer als dieses): sein bestes wird, wo nicht vernichtet, doch gestört Göthe 25, 30 Weim.
11) adject. verwendung des partic.
a) praes. störend (turbante, turbativo, disturbativo Kramer dict. 2, 985b): eine störende bewegung Langbein schr. 31, 28; vor manchem störenden zweifel Fouqué gefühle 1, viii; seltsam störende zufälligkeiten 1, 139; auf die versuche, den begriff der weiblichkeit rein zu entwickeln, äuszert diese neuere denkart und ansicht ihren störenden einflusz Fr. Schlegel werke (1846) 4, 93; jene eigenschaften thun daher nicht selten eine widerwärtige störende wirkung Jac. Grimm Reinhart Fuchs 17 vorr.; Emil hatte gethan, was in seinen kräften stand, ... Karolinens störende einbildungen zu beschwichtigen Holtei erz. schr. 3, 128; so liesz der auftritt doch ein störendes gefühl in ihm zurück Mörike 3, 43 (maler Nolten); dort (in der gartenarie im Figaro) ist es der reinste ausdruck der glücklichen liebe, die den ganzen menschen ohne eine störende empfindung sanft durchströmt O. Jahn Mozart 4, 638; meine beziehungen zu ihm wurden zuerst geschädigt durch einen ausbruch der empfindlichkeit, die bei ihm äuszerlich durch die volle höflichkeit guter erziehung verdeckt wurde, aber doch von einer für den geläufigen und vertraulichen geschäftsverkehr störenden schärfe war Bismarck ged. u. er. 2, 217; Falconnet, dessen bedürfnisz, von zeit zu zeit ... sein gehirn von störenden wallungen frei zu machen, wir eine reihe von bänden ... verdanken Justi Winckelmann 2, 2, 249. — mehr im anschlusz an 8: (die beabsichtigte vollständigkeit des wörterbuchs) kann nicht in einer lästigen und störenden häufung der stellen ... begründet sein Jac. Grimm vorr. z. wb. xxxv; in der äuszern form, in stil, farbe und ton der erzählung bemerken wir ... keine störende

[Bd. 19, Sp. 404]


verschiedenheiten; derselbe geist waltet überall Wilh. Grimm heldensage2 67; einige störende kleinigkeiten (in einer tragödie) Pückler briefw. 6, 63; die störende begebenheit Gaudy werke 4, 114; störende seltsamkeiten Gutzkow zauberer v. Rom 5, 212; so ist das erscheinen des schwarzen ritters in der Jungfrau deshalb eine störende zuthat, weil die gespenstige gestalt unvorbereitet aufsteigt G. Freytag 14, 55 (technik); (der) störende mangel einer rechten harmonie Bennigsen nationallib. partei 32; die inneren linien der draperien, in welchen keine störende durchschneidung vorkommt Justi Winckelmann 1, 279; dennoch steht (dieses werk) in dem höheren plan seiner gelehrten laufbahn nicht zufällig und als störendes einschiebsel 2, 1, 252; (vorsicht bei ermittlung von durchschnittsgewichten der münzen), um sich von störenden fehlern frei zu halten Luschin v. Ebengreuth münzkunde. 41praedicat: dieser tief sinnende, fein empfindende maler (Rafael) wuszte, dasz in einem gemälde nichts gleichgültig, dasz überflüssige zierde unzeitig, störend sei Stolberg 7, 12; wie störend hier aber abgang der sachkunde sei Jac. Grimm kl. schr. 2, 9; das wörtchen 'klein' ist hier überflüssig oder vielmehr störend Pückler briefw. 1, 180 (A. Ruge briefw. 2, 10; H. Brunn kl. schr. 3, 1); (ein charakterzug in einem theaterstück) ist störend und tritt daher ... nie wieder hervor O. Jahn Mozart 1, 378. — wenn aber eine ihrer (der Seldwyler) aufregungen und motionen der landesmehrheit störend und unbequem wird, so schickt ihnen die regierung gewöhnlich als beruhigungsmittel eine untersuchungskommission auf den hals, welche die verwaltung des Seldwyler gemeindeguts regulieren soll; dann haben sie vollauf mit sich selbst zu thun, und die gefahr ist abgeleitet G. Keller 4, 11. — adverb: in Deutschland sehen wir die literatur ... und das leben ... wie zwei abgesonderte welten ohne einflusz neben und gegen einander da stehen, oder nur störend ... auf einander einwirken Fr. Schlegel werke (1846) 1, 6; am störendsten wirkte der ganze linke flügel (des schlosses), aus dessen zerbröckelten dielen überall die pilze hervorwuchsen Fontane I 1, 167 (Strausz schr. 6, 226). — insbesondere allzu störend hervortreten Moltke ges. schr. 1, 104; im vordergrunde (des bildes) treten nach unserer meinung kalte mauertöne störend heraus Stifter 14, 132; so gewinnt die scene breite und der eindruck tiefe, während sie ohne dies wirkungslos und störend vorbeigehen würde O. Ludwig 5, 192. — störend und hemmend dazwischen treten Raumer gesch. d. Hohenstaufen 4, 95; weil die inneren politischen verhältnisse hier zum theil recht störend eingriffen Mommsen römische gesch. 5, 16 (weder fördernd noch störend 1, 284); bis zuletzt drängte sich der Gascogner mit seinen kleinen künsten der groszen entscheidung störend in den weg Häusser deutsche gesch. 4, 463.
b) pass. gestört (neben gestöret turbato, disturbato, sturbato Kramer 2, 985b): der gestörte pulsschlag hat sich wieder zur ordnung begeben Jac. Grimm im briefw. mit Dahlmann u. Gervinus 2, 121; wie ein gestörter bienenschwarm W. H. Riehl nov. 1, 5;

wie ein gestörter wolf, der viele schaf erwürget ...
so fliehen die Tartaren
Weichmann poesie der Niedersachsen 1, 13;

ja ob uns gleich bisweilen, unsre plage
und schmerzen etwas zu vermildern,
ein leicht gestörter schlaf beschleicht
Triller poetische betrachtungen 1, 131;

was ist es für ein fest, bey dessen seltner pracht
sich alles, was nur kann, in den gestörten gassen
der frohen lindenstadt will singend hören lassen?
Gottsched ged. 1, 403.

glaubst du, dasz du die nie gestörte eintracht zwischen deinem vater und mir zerrütten könntest? Klinger werke 8, 108; es entspann sich ein zierliches gespräch, in welchem Ottos und Berthas immer vereintes, nimmer gestörtes und durchaus heimathliches leben bald gänzlich entfaltet dalag Fouqué zauberring 1, 10; die gestörte einheit seiner religiösen überzeugung Ranke werke 1, 286; von wenigen zeilen begleitet, die durchaus unbefangen, durchaus im ton des nie gestörten, traulichsten verkehrs

[Bd. 19, Sp. 405]


ausführlichen bericht aufs nächste verheiszen Mörike 3, 66 (maler Nolten); (so dasz hier) die ursprüngliche harmonie und wahrheit in die gestörte weltordnung hereintrete Strausz ges. schr. 3, 30 (leben Jesu); mit nie gestörter gleichgültigkeit etwas behandeln Fontane I 1, 162. — entsprechend 2, a, ζ: witz zeigt ein gestörtes gleichgewicht an Novalis im Athenäum 1, 81; und alsbald umhüllte ihn (Bruno) die gütige natur mit tiefem schlaf, um ... das gestörte gleichgewicht des organismus wieder herzustellen Spielhagen 1, 28.
α) (bergmännisch) gestörtes gestein, welches von der rechten schichtung abweicht, durch eine erdkatastrophe in unordnung gebracht ist, auch gestörte schicht vgl. Veith 469.
β) gestörter geist (vgl. geistesgestört th. 4, 1, 2 sp. 2761) und milder als verrückt (th. 12, 1 sp. 1023 unter 5): verrückt, wofür das wort gestört nur ein mildernder ausdruck ist Kant 10, 229 und im gegensatz zu leiblich gestört Schleiermacher III 7, 71; wie werthlos auch die gelehrsamkeit des kaisers Claudius in seinem gestörten gemüth war, ... Niebuhr röm. gesch. 2, 171.
γ) adverb.: so verging dieser noch übrige tag zerstreut, gestört und freudenlos Eichendorff werke 2, 125.
12) substant.
a) part. praes. das störende: ein fremdes, störendes O. Ludwig 5, 51; die andere (hand) vorgestreckt, als solle jetzt alles störende fern gehalten werden Storm 1, 177.
b) inf. stören, n., handlung, vorgang, ereignisz des störens, die störung (entsprechend 1):

oft glaubt sie zarter stimmen hauch,
verschämtes trippeln oft zu hören,
und dann am brote leises stören
und knuspern auch
A. v. Droste-Hülshoff 1, 395;

sie befürchteten ... von dem stören und rücken ... den untergang manches köstlichen Göthe 49, 56 Weim.entsprechend 2: ein hauptgrund (für den schönen nachtigallengesang in der nähe von Wörlitz) liegt nun wohl darin, dasz ... das fangen oder stören derselben verpönt war Naumann vögel 2, 1, 383; vom stören des grabes abstehen brüder Grimm deutsche sagen 1, 217;

o süsze ruhe der natur!
o noch viel angenehmer stören!
ja, nachtigallen, stört sie nur:
die beste ruh ist, euch zu hören
J. A. Ebert ged. (1789) 230;

ich habe sie gehört in ganzen chören, ...
und bin hindurch geschwommen ohne stören
Rückert werke 3, 136.


α) nicht fortentwickelt hat sich ein dem gebrauch unter 1, c entsprechendes mhd. stœren, n., 'feindliche handlung, unternehmung', vgl.:

lat en (Jesus) uns hengken!
hie mocht ein storn erdenken.
und siner junger ein senden dar,
dasz die Romer alle kommen her Alsfelder passionsspiel 165 (worte der Synagoge).

dann überhaupt 'der kampf mit waffen':

dô was von slegen solch schal,
daʒ nieman mohte gehœren
daʒ grimmiclîche stœren,
daʒ si an einander tâten Dietrichs flucht 9372;

nû gêt eʒ an ein stœren,
daʒ muoter kint bekleit Rabenschlacht 335, 1 (als variante der Ambraser handschr. für strîten).

beeinfluszt von mhd., storîe, storje (darüber weiteres unten unter storge, f.) — zur alten verbreitung des gebrauchs vgl. noch mndl. stuyren, impetus Diefenbach nov. gloss. 211 (gemma vocab. v. 1500).
β) entsprechend oben 2, a, η: 'lehensentziehung, abdankung', als stiftens und stœrens reht ist stiftungsbuch des klosters st. Bernhard 119, vgl. auch urkb. des stiftes Klosterneuburg 382 (Lexer 2, 1193). dazu unten störer, m.
 
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stören, verb. , entsprechend oben stör, f., 'auf kundenarbeit gehen, handwerkerliche arbeit im hause eines kunden verrichten'; unser wort spiegelt besonders die gilderechtliche seite des vorganges, im gegensatz zu hudeln (th. 4, 2 sp. 1863 unter 1, b 'liederliche arbeit leisten' zu hudel, m.

[Bd. 19, Sp. 406]


'lappen, lumpen') und pfuschen (th. 7 sp. 1814, wahrscheinlich eine falsche verhochdeutschung von md. puschen zu pusch, nhd. busch, th. 2 sp. 1556, vgl. Müller - Fraureuth 1, 172b, also 'heimlich im busch arbeiten' wie die kesselflicker und andere verachtete gewerbe; Schmeller2 1, 412 bringt ein obs. buschen 'verbotner weise davongehen, z. b. die schule verlassen', eigentl. 'zum spiel den busch aufsuchen und zugleich einer drohenden strafe durch dieses versteck sich vorläufig entziehen', vgl. noch ein gewisz auf das ndd. zurückgehendes schwed. verb. buskhasa, ganz entsprechend bönhasen, verb. 'als bönhase arbeiten', th. 2 sp. 237, puschbecker Elbing und Danzig für den urspr. in seinem zunftrecht beschränkten losbäcker und überhaupt hierzu C. Walther zeitschr. f. deutsche wortf. 8, 191 f.) — zu der herleitung aus stören, verb. (turbare) in dem sinne 'gegen die zunftordnung handeln' u. ä., vgl. als ganz entsprechend dem gebrauch unter 1, c die wendung: in ein handwerck stören, stuzziccare cioè guastare, strapazzare un mestiero Kramer dict. 2 (1702), 985b. — als erhellungen aus begrifflichen nachbargebieten vgl.: si wurdend ... uf den wuchenmarckten mit mengerlei nwen ufsetzen ... beschwert, ouch etwa ze ziten inen feiler kouf gar gestrt Äg. Tschudi chronic. helvetic. 1, 231;

die daʒ rehte singen stœrent,
der ist ungelîche mêre
danne die eʒ gerne hœrent
Walther 65, 9;

s. im übrigen oben stör, f. und unten 2störer, m.
a) stören, turbare officia Stieler (Rädlein 848a); 'sich gegen die zunftordnung arbeit verschaffen, durch hausieren oder herumziehen von ort zu ort' Schmeller2 2, 780, vgl. Unger - Khull steir. wb. 580b; insbesondere appenz störe 'auf der störe sein, auf die störe gehen, vom schneider, welcher auszer dem hause arbeitet' Tobler 412a;

darnach er (der handwerker) sich auf den dörfern nert,
stört und pfuscht, wo er kan,
also verdirbt der hantwerksman
Schade satiren und pasquille 1, 174.


b) auch im umkreis der medizin an stelle des gebräuchlichen storgen (s. unten): also es pfarnert und diacont sich übel, wenn er (der pfarrer) stort und ist ein arzt milte Mathesius Syrach 2, 136b.
c) (verblaszt) überhaupt 'im lande herumfahren' Schmeller2 2, 780 (verordn. v. 1572; 1615; 1687), elsäss. storen 'langsam gehen', deutlicher in herumstoren, 'herumschlendern, sich herumtreiben' Martin-Lienhart 2, 611a, vgl. im übrigen unten storgen, verb.
 
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stören, verb., (in der salzsiederei) von der soole 'verdampfen bis zur sättigung' Muspratt chemie 6, 619; wohl ursprünglich in anlehnung an eine technische verrichtung entsprechend 1stören, verb. (unter 1): etwa 'die soole durch rühren mit einer stange (störstange, einem störl) zur stärkeren verdampfung bringen'; der sich anschlieszende vorgang der weiteren krystallisation unter sogen, verb. (th. 10, 1 sp. 1406).
 
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störenfeind, m., eigentlich 'wehr dem feind' u. ä., doch im folgenden eine miszverstandene umformung des folgenden: werden sie darüber unrhüwig leut gescholten oder störnfeinde, missen sie es geschehen lassen Nigrinus papist. inquisition b 1b.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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