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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
storchkolonie bis storchöl (Bd. 19, Sp. 379 bis 381)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) storchkolonie, f., ansiedlung eines storches: ein wagenrad, bestimmt, einer storchkolonie zum stützpunkt zu dienen Gaudy 12, 118.
 
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störchlein, n. ,
1) (deminut.) kleiner storch Kramer dict. 2, 985a; do geschach daʒ, daʒ die sy (die störchin) aus zoch zway strichlein und der er (der storch) flog aus, da er mocht vinden speis seinen chindern und der sy gesta Roman. 11 Keller; so viel sie wisse, sei sie (die Polakin) die vornehmste person am tische und gebühre ihr hiermit das störchlein, das da obenauf liege! denn wegen des langen schnabels habe sie die schnepfe für einen jungen storch gehalten G. Keller 2, 232;

[Bd. 19, Sp. 380]


und ihres vaters gang
auch die zwei störchlein haben
Rückert werke 2, 219.


2) als wirthshausname (vgl. DWB storch 6). so in der zusammensetzung störchleinwirt:

so wöll wir nein zum störchleinswirt,
der ist ein frölicher mann,
und wenn er uns schon dapfer schirt,
so liegt nicht vil daran
Ayrer dramen 3, 1755 (Melusina).


3) übertragen (entsprechend storch 7, b) 'kind, spröszling', s. den beleg (Holtei) unter störchin.
 
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störchlich, adj. (adv.): und da (bei den Römern) sol Asellius, ein schultheisz, der erste erfinder gewesen seyn der störchlichen leckerbiszlein Prätorius winterquartier 158.
 
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störchling, m., bair. störgling 'mensch mit langen beinen' Schmeller2 2, 782.
 
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storchmännchen, n., der männliche storch (besonders im verhältnisz zum storchweibchen) Auerbach schr. 14, 16; neben uns lag ein laib brod, von welchem ich dann und wann ein stück abschnitt und zum zeitvertreib den hund und das storchenmännchen fütterte, welche sich spaszhaft um die brocken zankten Jul. Mosen 7, 352. —
 
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storchmärchen, n., das märchen vom storch als kinderbringer; als schlagwort in der kindererziehung: das storchmärchen und seine folgen; unwissenheit ist die ursache aller geschlechtlichen irrungen und leiden H. M. C. Kröning intimes für eheleute (Stuttgart o. j.).
 
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storchmäszig, adj., dem storch entsprechend, wie ein storch: ein storchmäsziger gang; mit langen storchmäszigen hälsen Winckelmann 3, 260. —
 
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storchmörder, m., ciconicida oder storchmörder Prätorius winterquartier (1676) 166. —
 
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storchneigung, f., wie oben storchliebe (s. dazu storch 4): zu der storch- oder affenneigung, die die eltern gegen ihre kinder tragen Hippel über die ehe (1774) 162.
 
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storchnest, storchennest, n. , nest des storchs. vereinzelt auch in der form storchsnest Kirchhof wendunmuth 2, 154; Simpl. 1 (1, 2), 9; Prätorius winterflucht (1678) 27; Weise erznarren 32 neudr.; Thümmel reise 10, 103; Lichtenberg aphorismen 3, 297; in der grösze als ein storchsnest fischbüchlein 111 (storcksnest bei Agricola unter 2). — die beiden anderen formen reichen untermischt bis in die heutige schriftsprache.
1) eigentlich: ein storck macht ein storckennest Paracelsus opera 2, 230; im nächsten jahre wurde das alte storchennest auf dem kirchthurme ausgebessert Chr. v. Schmid ges. schr. 16, 72 (Arnim 8, 379; Holtei erz. schr. 2, 169); der rauchfang mit dem storchneste Brentano Godwi 2, 11; die ruinendächer waren durch storchnester belebt Ritter erdkunde 9, 33; alle wohnhäuser der ortschaften voll friedlicher storchnester 18, 328; das storchnest steht immer an erhabenen orten Naumann vögel 9, 266; so viel häuser fast so viel storchnester zählte man auf den dächern Alexis Isegrim 1, 48 (deshalb von einer norddeutschen stadt einmal die alte storchenstadt Storm briefe in die heimat 50): das dorf mit ... dem seit jahren bekannten groszen storchennest Gutzkow werke 1, 181 (Polenz Grabenhäger 2, 66); auf den bäumen, welche die wiese begrenzten, saszen zahlreiche storchnester, in jedem stand ein storch auf einem bein und sah bedächtig prüfend den kindlichen spielen zu W. Busch Eduards traum 80;

das weisze schlosz des gutsherrn,
mit zwon storchennestern auf dem giebel
Gaudy 16, 84;

(er) warf uber alle thürn, schornstein und storckennest, ja dem storcken auf dem nest ein bein entzwey Gargantua 283 (26) neudr.; die storckennäster zerstuben ab den tächern Stumpf Schwytzerchron. 723a; das storchnest war (vom sturm) von der firste geworfen, im schieferdache hatte er gewühlt und gewirtschaftet Alexis hosen des herrn von Bredow 1, 105. — ein volles storchnest Pfeffel poet. versuche 3, 171. — sprichwörtlich wegen seiner grösze ein pomerisch storckennest Gargantua 187 neudr. (sie haben ein pommerisch storckennest für ein bart groszmutter 57). — als scherzrede: wolan, mir on schaden, sagt

[Bd. 19, Sp. 381]


ein storckennest, brand das haus podagr. trostbüchlein 20, 12 Hauffen (von einem, der in der noth des nächsten nicht die eigne noth erkennt). 'am verkehrten platz':

man wird das weinfasz auf dem dache,
das storchsnest in dem keller baun
Chr. Weise überfl. gedanken 123 neudr.


2) im vergleich, so von der grösze eines kranzes: setzt mir die kindsamm einen groszen rosamareinkrantz auf, wie ein storchsnest Kirchhof wendunmuth 2, 154; von der haartracht: in Meiszen ... flechten sie die zöpf uff yhren heuptern hoch empor, wie ein storcksnest Agricola sprichwörter (1534) q 1a; besonders von zerzaustem haar: schaue du nur wie der zornige aussihet ... es stehen ihm die haar, wie ein storchennest auf ein thurm Abr. a S. Clara Judas 1, 49; (nach einer balgerei beim rauben eines kusses)

da siht man am kopfe,
an haaren und zopfe,
als wenn es nun mehre
ein storchennest wehre
Voigtländer oden u. lieder (1642) 30.


sonst: ich musz mich hier noch erst in eine situation finden lernen, in die ich mich schicke wie das storchnest auf den altar Herder an Caroline Flachsland 1771 (nachlasz 3, 52); (die kirche, die) so grau ... zwischen zwei kleinen hügeln liegt wie ein groszes storchennest zwischen den hörnern eines strohdachgiebels Gutzkow zauberer von Rom 1, 4;

und wurden da erst recht empfangen,
als wie im storchsnest die hausschlangen
Rollenhagen froschmeuseler (1595) Aaa 5a.


3) übertragen.
a) überhaupt ein groszes nest: fürnemlich wann er (der siedler der vorzeit) ein stang oben durchzog, darauf der han mit seinen kebsweibern sasz, und ein storckennest oder prutkörblin darbei aufricht, auf dasz sie ihm die eyer nicht auf den kopf inns lang haar legten Gargantua 308 (28) neudr.
b) auf grund der vergleiche unter 2 von der haartracht: dieses fräulein ... machet aus ihrem kopf gar ein storchennest Abr. a S. Clara etwas für alle 2, 429; von einer perücke: (der glöckner) schüttelte (auf meine frage) nochmal sein härenes storchennest, und sagte ... Lindenborn Diogenes (1742) 1, 332; vgl. dazu: doch hatte er (der stutzer) eine parucke über sich hencken lassen, die fast das gantze gesichte bedeckte, dasz man eine artige comoedie vom storchsneste hätte spielen können Weise die drei ärgsten erznarren 32 neudr.
c) ein feingebäck (in Dippoldiswalde Müller-Fraureuth 2, 569b) von wulstartiger form (Göttingen) und eine eierspeise in München (Edw. Schröder).
d) von der kinderstube (vgl. DWB storch 7, b): ich hob im storchennest dieser stube jeden stecken (d. h. jedes erinnerungsstück der kinder) auf und sah ihn an Jean Paul jubelsenior 155. — als scherzrede: solche gelehrte bauren- und hirtenbuben wird man auch nicht in vielen storchsnestern ... finden Simpl. 1, 2, 9. vgl. als einkleidung für 'nirgend in der welt': so bald können die jungfern und jungen mädgen einem, wem sie wohlwollen, erheben und herausstreichen, als ob er ein engel wäre, und ein gantzes lobwasser von ihnen machen, dasz in allen storchsnestern dergleichen nicht seie Joh. Riemer hasenkopf (1689) 374.
4) bildlich: elsäss. e storikennest uf m hus han, hypotheken auf dem haus haben Martin-Lienhart 2, 614a, vgl. zur sache noch oben störchel, n., 3.
5) in weiterer zusammensetzung storchnestgehütet, adj.: ein storchennestgehütetes giebeldach im dorfe Gutzkow werke 1, 16.
 
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storchöl, n., gerupfter storch in oliven- oder baumöl gesotten (als stärkendes mittel für gelähmte glieder) Krünitz 174, 589.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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