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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stöpselrohr bis stör (Bd. 19, Sp. 358 bis 361)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stöpselrohr, n., (beim physikalischen experiment) rohr, durch den stöpsel hindurchgeführt: aus einer flasche luftblasen durch das stöpselrohr entfernen Muspratt chemie 8, 359. —
 
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stöpselschleifen, n., vgl. unter stöpsel 1 das einschleifen der gläsernen stöpsel Karmarsch-Heeren3 4, 62. —
 
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stöpselstange, f., entsprechend stöpsel 2 'stange mit einem stöpsel versehen', z. b. in einem pumpenwerk; welche auch selbst wie ein stöpsel wirkt (Muspratt chemie 1, 492; 7, 1252). —
 
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stöpselumschalter, m., bei fernsprechleitungen, um verschiedene fernsprechlinien mit einander verbinden zu können Hoyer-Kreuter 1, 737, auch linienwähler v. Alten 3, 562. —
 
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stöpselumschaltung, f., s. DWB stöpselung 2 und das vorige.
 
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stöpselung, f.
1) das verschlieszen der flasche mit einem stöpsel.
2) umschaltung der linienverbindenden stöpsel im fernsprechverkehr; falsche stöpselung Hoyer-Kreuter 1, 737.
 
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stöpselzieher, m., geräth zum herausziehen des stöpsels aus der flasche; auch korkenzieher, korkzieher (th. 5 sp. 1812), pfropfenzieher, pfropfzieher (th. 7 sp. 1799) und oben stopfenzieher. — im folgenden zugleich übertragen auf die person, welche den stöpselzieher handhabt, den zecher:

und ein jeder hauswirth denke
heuer und zu jeder frist,
dasz kein ordentlich getränke
ohne stöpselzieher ist
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 3, 50.


 
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stopsloch, n., s. oben stopfsloch.
 
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stör(e), m., zu stören, verb., 'einer der aufstört', also 'häscher'(?): die scholteis, landschreiber, stattknecht, storn, weinschrotter und die portener sollen auf die landstreicher achtung haben Matth. v. Kemnat bei Schmeller2 2, 780; kaum auf dem umwege über mhd. storje, storîe 'kriegerschaar' aus mlat. storium, in der besonderen bedeutung 'begleitmannschaft, gefolgschaft', s. weiteres unter 2storge, f. und unter stormacher.
 
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stör, m. , der fisch 'acipenser sturio L.'.
1) von den formen: ahd. sturio und sturo Graff 6, 712. letzterem entspricht stur, ispurgus Diefenbach gloss. 310b (v. j. 1420); stur neben stor, sturio gloss. 558b (v. j. 1515), vgl. auch unten das Marienburger tresslerbuch und noch spät: stuhr ein sehr ansehnlicher fisch, in der Elbe gefangen allgem. deutsche biblioth. 52, 168. — daneben und häufiger in der form stor (und so besonders charakteristisch für das niederd. gebiet): stor, staurio Diefenbach gloss. 551a (voc. v. j. 1420); ispurgus 310b; stor, sturio 558b; (voc. v. j. 1470 u. 1515 u. s.); stohr B. Trochus (ebenda); stor vel salme rombus Diefenbach nov. gloss. 320a; alterthümlicher store, ispurgus Diefenbach 310b (voc. v. j. 1482). — an ahd. sturio schlieszt sich mhd. stüre, stür: stür daʒ ist ein grôʒer visch Konrad v. Megenberg 252, 11 und so noch im nhd. vereinzelt: stür, silurus, sturio vocab. rei numm. (1552) G 1b. noch neben stör bei Erasmus Alberus (s. unten) stür, stör, ster, acipenser, silurus, sturio voc. v. 1618 bei Schmeller2 2, 780 (Diefenbach

[Bd. 19, Sp. 359]


gloss. 558b) und neben stör Kramer dict. 2 (1702), 984c. — die nhd. durchgedrungene form ruht auf mhd. stör (neben störe, so noch ein störe Arigo 575): die grôʒen hûsen unde salmen unde störn Berthold v. Regensburg 1, 410, 28; stör, rhombus Diefenbach gloss. 500a (15. jahrh.); sturio, stiro, stora Alberus (1540) r 1a (stoer, rhombus [Diefenbach gloss. 500a ] in einem ndrh. glossar und in der Kölner gemma gemmarum ist wohl nur eine die dehnung des o hervorhebende schreibung von oben stor; doch stoer, ispurgus 310b in den oberdeutschen ausgaben der gemma gewisz in dem gehalt von ).
a) dialect. sind ster, sturio Diefenbach gloss. 558 (Schmeller2 2, 780) und steir, rhombus Diefenbach gloss. 500a, steyr, sturio quelle des ausgeh. 15. jahrh. bei Schmeller (a. a. o.) als stoir in einem vocab. v. j. 1414 ebenda.zu erwähnen bleibt noch der merkwürdige nom. sing. stuern, scurio Diefenbach gloss. 522a, wozu sturian, sturio 558b zu vergleichen ist, gewisz unter dem einflusz einer rückentlehnung aus ital. storione (darüber s. unten), deutlicher in einer Augsburger quelle: ain visch, hiesʒ ain storien deutsche städtechron. 4, 326, 2.
b) der plur. noch schwach störn bei S. Franck chron. (1538) 294. — der starke (hier partitive) genit. sing. setzt schon ein in notizen wie: item 7 m. dem vischmeister vor 1 vas sthurs Marienburger tresslerbuch 10 Joachim; item 6 m. vor 1 vas störs handelsrechn. des deutschen ordens 4, 12 Sattler.
2) verwandtschaft und herkunft: ahd. sturio entspricht ags. styria, m. und anord. sturja (dieses aber femin.), schwed.-dän. stör ist angesichts mndd. stor, store (s. oben) wie ndl. steur wohl jüngere entlehnung aus dem hochd.
a) aus dem germ. stammt die roman. sippe mlat. sturio (daneben in den formen sturgio, sturnio — storio — stirio, styrio Diefenbach gloss. 558b) und in lebendigerer wiederspiegelung ital. storione, sturione, franz. étourgeon aus altfranz. esturgeon (vgl. auch span. esturion), woraus auch engl. sturgeon.
b) die herleitung des wortes ist unsicher. Kramer und Frisch dachten an zusammenhang mit stören, stüren, verb. (s. u.), weil der fisch nach seinem aufstieg in die flüsse bei der nahrungssuche, mehr kriechend als schwimmend, mit seiner spitzigen schnauze den schlamm und sand aufstöbert (eine charakteristische und für die namengebung gewisz nicht belanglose thatsache, welche in den schilderungen des thieres seit Isidor bis Brehm immer wieder hervorgehoben wird); dazu bei Frisch mit dem besonderen hinweis auf holl. stooren, lutum aut vadum commovere.erwägung verdient auch die schon von Adelung mit rücksicht auf die grösze des thieres versuchte zusammenstellung mit ahd. stôr, stûr, anord. stór 'grosz'. — an der möglichkeit litu-slavischer beziehungen, so zu russ. osëtrŭ (m.), serb. jèsetra (f.), apreusz. esketres, lit. erškḗtras, wird man nicht vorübergehen: in Russland liegt das klassische fanggebiet des fisches (in seiner auszerordentlichen passiven trägheit zugleich ein typischer vertreter der landschaft, vgl. Creplin-Ekström [1835] 120) und der sonstige gemeinsame besitz an fischnamen (s. DWB lachs th. 6 sp. 30 unter 1; karpfen th. 5 sp. 222; karausche sp. 206; vielleicht auch schleie zu altpreusz. linis, lit. lýnas, czech. liň., doch s. th. 9 sp. 575; zweifelhaft beiszker th. 1 sp. 1402, s. auch unten wels) spricht dafür.urverwandt unserm wort ist vielleicht noch der lateinische fischname tursio, der 'braunfisch', delphinus phocaena, welchen Frisius geradezu mit stör übersetzt.
c) entlehnt aus dem russischen ist dagegen der name des süddeutschen vertreters der gattung, acipenser ruthenus: der sterlet aus russ. stérljadǐ, fem. (d. i. kleiner stör, so bei Kinderling; das mascul. geschlecht im deutschen wohl in anlehnung an stör; weitere angleichung störl, stürl Höfer 3, 187, als stierl bei Abr. a S. Clara Judas 2, 525) im übrigen stör fälschlich bei süddeutschen schriftstellern für acipenser ruthenus, s. dazu oben sterlet, m.
3) wesen und verwendung spiegelnde belege:

der blaue stör
mit rothen augen, sahe bald
aus einer höhl, im kraut der see
durch seines hauses gläsern dach
Eschenburg beispielsammlung 1, 435;

[Bd. 19, Sp. 360]


denn es schwand Julin und Vineta schläft,
wogenumspült, wo der silberne stör
durch die hallen zieht
Geibel 5, 74 (die unterseite des fisches ist glänzend silberweisz);

sein treiben im wasser:

gleich wie der stör und hecht ...
alle fischlein zu hauf,
die kleiner sind als sie,
begierig fressen auf
Treuer deutscher Dädalus 1, 774;

(abgrund,) in welchem ungezählte heere
von taumlern, kabeljauen, störe
und andre wasserthiere schwärmen
Brockes irdisches vergnügen 4, 187.

deshalb in der verkehrten welt:

wer sich bemüht, ein ding sehr vielfach vorzustellen,
malt leicht den stör ins holz, den eber in die wellen
Gottsched crit. dichtkunst (1751) 13;

stör ist auch ein meerfisch, so in die süsze flüsse antritt Hohberg 3, 302a (2, 522, vgl. Federmann Niderlands beschreibung [1580] 23). von bedeutender grösze (bis zu 6 m lang):

ich acht aber, das fast dem stür
billich die oberhandt gepür,
dieweil er ist der gröste fisch,
mit eim speiszt man wol zwentzig tisch
Alberus fabeln 82 (19) neudr.

gewisz wegen seiner trägheit (s. darüber oben) giebt er den grund für das sprichwort: rore pascitur more cicadae, er lebt vom luft und wind wie ein stör Franck sprüchw. (1541) 2, 73a (aëris serenitate hic piscis alitur, cibo vero aut nullo aut perquam modico, inde Germanis proverbii occasio, er lebt des windes wie die stör Bas. Faber 9a). deshalb auch: stör ... ist schädlich in melancholischen krankheiten Wirsung artzneibuch (1588) reg. (vgl. fischbüchlein 14). er gilt aber als ein sehr werthvoller fisch, und nicht nur seines rogens wegen, woraus der geschätzte kaviar bereitet wird (rögen aus groszen fischen, sonderlich von stööer Olearius reisebeschr. [1696] 103; eyer von stören und hausen Lohenstein Arminius 2, 434b). deshalb im gegensatz zum elenden blackfisch (th. 2 sp. 60):

es war vom blackfisch bis zum stör
kein so geringes seegeschöpfe
Lichtwer fabeln (1748) 78;

fischerey des störes Schütz hist. rerum prussic. (1592) R 4; gerade wie wenn man einen gewaltig groszen fisch fangen wollte und die maschen des netzes so weitläuftig machte, dasz die schönsten lachse und störe dadurchschlüpften Forster schr. 6, 64; vgl.:

wie ein todter stör im sande
klebst du an derselben stelle
Weber Dreizehnlinden 179;

item 6 m. vor zwene lebende store dem fischmeister in der Scharffow Marienburger tresslerbuch 253 Joachim; ein frischer stör, sturione fresco Kramer dict. 2 (1702), 984c; eingesaltzener stör, sturione salato (ebenda); zu Magdeburgk oder Luneburgk (wollen wir kaufen lassen) gesalzen stoer, ahel, lachsz braunschweig. hofordnungen 2, 16 Kern. so als geschätzte speise:

welch kind gewehnet sich hernach zum grünen kraut,
das nichts als Nekkerwein und wildgebratens schaut:
das von dem vater sicht, wie er die schnekken schlinget,
die spargen halb abbeist, den stöer zu tische bringet
Rachel sat. ged. 41 neudr.;

in seiner schlechten schüssel werd ein stockfisch ihm
zum karpfen oder gar zum stör
Herder 27, 240 (vgl.
Döbel jägerpract. 4, 65).


neben dem riesen der familie, dem bis 1600 kg schweren hausen, acipenser huso (s. th. 4, 2 sp. 656): senden wir eu hiemit hausen und stürn, bittende, daʒ eur gnad die umb unsern willen frölich verzern privatbriefe des mittelalters 1, 43 Steinhausen; und so zur grotesk übertreibenden schilderung des fressers: angesehen, dasz er der stör, mörthunnen und hausen etlich legionen auf einen schnitt nam, wie der baur die bambele, mülling und grundeln, da er sie für welsch kraut asz Gargantua (3) 61 neudr.

[Bd. 19, Sp. 361]



4) auf Helgoland auch name einer schellfischart (gadus) Nemnich wb. 577.
5) störfleisch: item so habe ich in 4 joren nicht gehat mynen stor noch myne schincken handelsrechn. des deutschen ordens 466 Sattler; den ganzen vorigen winter über habe ich aus Preussen kein birkhuhn gesehen; auch stör bekömmt man nicht Nicolai Seb. Nothanker 1, 57.
 
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stör, m., (männliches thier vom schaf) 'widder, bock' als nebenform von oben ster (ahd. stero, aries, mhd. ster; vgl. auch oben das davon gebildete fem. sterke): den auf dem stalle gefütterten stöhren und lämmern Schwerz prakt. akerbau 474; kann eine männliche heidschnucke es wagen, einer sanften thalschnucke so mitzuspielen — ohne ein bock, ein stör ... genannt zu werden Pückler briefwechsel 4, 240. im vergleich: sprang vor freude wie ein junger stör Vernaleken österr. kinder- und hausmärchen 295.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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