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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stoppler bis stoppstück (Bd. 19, Sp. 354 bis 355)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stoppler, stoppeler, m. beide formen bei Adelung und Campe.
1) welcher auf dem stoppelfelde ähren nachliest. vgl. auch DWB stoppelharker und stoppelsammler, auch stoppeln, verb., 1: Schwan nouv. dict. (1783) 2 725a.
2) bildlich (entsprechend stoppeln, verb., 1 c) von einem schriftsteller, der mit vieler mühe, aber ohne wahl seine gedanken aus fremden werken zusammenholt, also ein stoppelwerk (s. daselbst unter 2) schafft, neben compilator im 18. jahrh. und schlagwortartig verwendet (frühen vereinzelten ansatz s. unter stopplerei, f.): von wem haben wir diese namenregister? von stopplern; und denen wollen wir danken, dasz wir sie haben Herder 18, 498; ich hatte hinreichende materialien während der reise gesammelt, und fing mit eben so gutem muthe an, als je ein reisender, der selbst geschrieben, oder ein stoppler, der je bestochen worden, die nachrichten anderer zu verstümmeln G. Forster schr. 1, 6; (es geschieht) oft, dasz ... der gelehrte stoppler die ungeheure vorrathskammer seines gedächtnisses auszufüllen bemühet ist 5, 296 (vgl. allgem. deutsche biblioth. 83, 312). deshalb: einen zum stoppler herabwürdigen vgl anhang 13-24, 1298. — neben sammler (th. 8 sp. 1752) und compilator: vermuthlich soll wieder ein Franzose, ein Italiener kommen, und sie euch, wie die schriften eures unsterblichen Leibnitz sammlen? aller welt sammler, gar stoppler und compilatoren, was euch nicht ehre bringt Herder 9, 495; neben auszieher: man begnügt sich mit stopplern und ausziehern, woraus eben die ausländer unsere dummheit wollen Gabr. Wagner bei Campe.
a) zuletzt ganz in dem sinne von unten stümper: rückt Moses ein lied an, ohne that der veranlassung, noten ohne text, räthsel ohn anfang und ende? welch ein stoppler, heiliger, göttlicher mann, sollt du werden! Herder 7, 148; und da unsre literatoren d. i. stoppler, nicht anders als stoppeln konnten: so hat das gemisch und ein geschrei von stimmen gegeben, dasz endlich keiner recht weisz, was die ganze sache sei 6, 449.
b) in weiterer zusammensetzung stopplercharakter, m.: von dem stopplercharakter der alten ... geschichtsschreiber allgem. deutsche biblioth. 29, 228. —
 
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stopplerfleisz, m.: eigenes nachdenken ist ... das letzte, was man bei diesem spüren nach thatsachen von dem stopplerfleisz erwarten darf G. Forster schr. 4, 276.
 
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stopplerei, f., thätigkeit, arbeit des stoppelns (s. DWB stoppeln, verb.), umgelautet stöpplerei, im übertragenen sinne neben flickerei: köntestu mit warheit das h. evangelium lestern, und die predicanten schenden, so darffestu solcher stöplerei und flickerei nicht Nigrinus widerlegung der ersten centuria f. Johan Nasen (1570) Q 4a.
 
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stopplerin, f. zu oben stoppler, m.: Schwan nouv. dict. (1783) 2, 725a.
 
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stopplig, stoppelig, neben stoppelicht,adj., 'mit stoppeln versehen' besonders entsprechend stoppel, f. I 2; die bildung stoppelicht setzt früher ein: die stoplichten haar rein auszgezogen, und folgends mit dieser salben geschmieret, so bekompt es (das pferd) wieder frische und reine haar M. Böhme roszartzney (1618) 81, und so auch noch in neuerer sprache: weil sie (die goldregenpfeifer) spät mausern, so ist (das gefieder) ..., wenn sie zu uns kommen, noch stoppelicht Naumann vögel 7, 161;

dafür speien sie euch 'aufklärung' jetzt in das antlitz,
und das stopplichte haar sträubet zum ygel empor
Herder 29, 662;

[Bd. 19, Sp. 355]


aber immer mehr verdrängt durch die bildung auf -ig: am letzten morgen (vor dem begräbnis) nahm er mit unsicherer hand seinen stoppeligen bart ab, vor dem kleinen spiegelchen stehend G. Keller 8, 336; auch das stopplige gesicht Viebig das schlafende heer 2, 362.
 
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stöppling, m., wie oben stoppelvogel; nach Schwenckfeld (1603) 349 ursprüngl. schlesische benennung von 'anthus arboreus' (oder 'trivialis'); mit noch mehr recht aber ein andrer name der 'feldlerche': stöpling, alauda campestris Nemnich wb. 577, anthus campestris Bechst. Naumann vögel 2, 745, stöppling Campe; Brehm 4, 253 Pechuel-Lösche.
 
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stoppmachen, verb., in der bedeutung von haltmachen, verb. (th. 4, 2 sp. 302), in anlehnung an engl. to make a stop, zu der interjection stopp! 'halt!', vgl. DWB stoppen, verb.: der kerl hat eine art und weise dir zu huldigen, unverschämte komplimente zu machen ... wenn du nicht selbst den takt hast, da stopp zu machen, ich werde es ihm markieren Kahlenberg familie Barchwitz 12.
 
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stoppsegel, n., (seemännisch) das mit dem treibanker beschwerte dreieckige segel, welches z. b. bei einem sturme das schiff stoppt, damit es nicht zu sehr von seinem kurse abgetrieben wird Campe.
 
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stoppsignal, n., das signal für ein fremdes schiff, zu stoppen (im überwachungsdienst auf see). vgl. dazu stoppen, verb., 1 a. —
 
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stoppsloch, n., s. oben stopfsloch. —
 
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stoppstück, n., seemännisch gebräuchlich an stelle von oben stopfstück Campe.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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